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Alice : Hier ist mein Wunderland.

GeschichteDrama, Angst / P18 / Gen
Alice Das Weiße Kaninchen Der Verrückte Hutmacher Die Grinsekatze Die Raupe Die Rote Königin
09.01.2012
09.01.2012
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Ach ja.

So vieles unterscheidet einen Menschen. Jede kleine Bewegung und das Aussehen spielen eine Rolle. Die Menschen sehen dich so, wie du vom Äußeren erscheinst.
Mit einem lächeln auf den Lippen, hast du keine Probleme und alles ist gut.
Wenn man traurig ausschaut, ist einem gleich etwas passiert und muss ja so dringend darüber gesprochen werden. Hat man einen Menschen eigentlich jemals gefragt, was er denkt oder fühlt. Ob er darüber reden möchte wenn etwas wäre. Meistens traut sich doch eh keiner dem Menschen bei ihrem Problem zu helfen. Sie wollen einfach nur wissen was Spannendes passiert ist.

Ja, ich hatte mal ein lächeln auf dem Lippen und ich war sogar glücklich. Mein Wunderland war das was ich ausstrahlte.
Es war schön in aller Pracht. Dieser Ort war mein Zuhause.

Überall wo ich hinging flogen Schmetterlinge die mich begrüßten. Lilien brachten mich meinen Weg zur Raupe entlang. Ich grüßte nebenbei die Raupe und schwang mich an den Lianen des Großen Baumes voran. Leicht konnte ich den schönen Bach hinunterrutschen zu den Wasserblumen die mich weich auffangten. Meine Kleider waren zwar nass, aber warum sollte mich das stören. Schließlich trocknete sie, der schöne warme Wind. Mit Zehenspitzen schwebte ich geradezu auf dem Boden entlang bis ich ein schnurren hörte. Die Mietsekatze war in meiner Nähe. Sie wollte mir einen Rat für die Glückseeligkeit geben, wie sie es doch jedes mal tat wenn wir uns begegneten. Aber ich hatte diesmal keine Lust einem Rätsel nachzuforschen. In meinem wunderbaren Kleid was der Winde trug, konnte ich überall hin. In Gedanken malte ich mir aus ob ich nicht mit dem Hutmacher eine Runde Tee genießen sollte. Doch da fiel mir sofort etwas in meine großen grünen Augen. Die Kartenbrücke machte sich in meinem Blicke wahrhaft breit.
Die Kartenbrücke zur Königin war auch wie immer schön akkurat aufgestellt worden von den Wächtern. Wenn ich es mir Recht überlegte, war es doch so perfekt. Warum nicht der wunderbaren Königin vom Wunderland einen schönen Tag wünschen. Munter wie immer stolzierte ich auf die Kartenbrücke zu.

Alsssszz… wäre niee waszzs.. GEWESEN?!?...

Was war das denn? Fühlte oder eher hörte sich wie ein Filmriss in meine Gedanken an. Die Stimme klang so verzerrt. Aber Sorgen machte ich mir jetzt nicht.

Die Brücke war endlos lang und machte es mir schwer weiter zu tanzen.
Schließlich ging mir doch am Ende die Puste aus. Aber sehen konnte ich das Schloss schon.
Zum Glück konnte man diesmal direkt durch das Labyrinth hindurch gehen. Da Die Kartenwächter die Rosen neu streichen mussten.
Das Schloss war so unendlich groß. Ich wette ich habe mich schon 123544234352  mal hier drinnen verlaufen. Und ich wette ich habe mich nicht verzählt!

Aber es war so ruhig hier drinnen. War denn keiner da? Doch natürlich. Die Königin muss doch da sein. Sie muss sich doch um alle kümmern. Was wäre das denn wenn sie nicht da wäre. Trotzdem ging ich den Weg entlang. Große Türen die sich mir entgegen öffneten waren zu sehen. Natürlich wie immer alles aus Karten und …

„Das ist ja grauenvoll!“, dachte ich mir erschrocken. Im Hintergrund lief eine schrecklich Ohrenbetäubende Musik die sich immer wiederholte. Überall lagen Wächter verstreut. ..Tot.
Ich konnte es kaum glauben. Alles war abgedunkelt ich konnte nur das Blut triefen sehen, aber es war noch hell genug das ich eine Person auf dem Thron erkennen konnte. Sie war klein und ihre dunklen braunen Augen stießen hervor. Sie stand auf und kam näher.

„Frau Königin sind sie das?“, schrie ich ihr entgegen. Schließlich stolperte sie und fiel in eine ihrer Wächter. Aber sie lächelte warum lächelte sie.

„Weisszztd du Alissee? Allezz Wasz duu hiier aufbausst und siehsst entspriingt nur von dir Hahahahaaaaaa. Du warst mir schon immer ein so net.. nervendesszz Kind gewesszzen. Allesz haszt du gestört. Immer warszt du Schuuld“, drang aus ihren roten tödlichen Lippen.

Es war die verzerrende Stimme. Es tat so weh in meinem Kopf. Ich wollte ihr nicht mehr zuhören.

„Aber Frau Königin, bitte, sie sind nicht bei euch selbst. Was ist mit ihnen nur los?“, fragte ich in tränen von Schmerzen.

„Lauf Alice, lauf. Und komm nie mehr zurück!“

„Ja genau Alice. Du hast hier nichts verloren. Diese Schule ist nur was für Könner und du gehörst hier nicht dazu. Hahahahaha. Los lauf doch nach Hause Alice. Zu deiner Mamiii. Hahaha“

Meine Schule. Wo bin ich hier?

„LAUF ALICE“, schrie die Königin.

Alles brach auseinander! „Die Wächter, sie kommen um .. um mich zu holen.
Ich habe nichts getan! Ich habe nicht kaputt gemacht.“ Ich rannte so schnell ich konnte. Alle Karten fielen hinunter in die unendliche Tiefe. Es durfte nicht passieren. Alles wofür ich gearbeitet habe. Es war doch alles hier und es war doch so wunderschön. Es.. Es war doch mein Wunderland!!.

Es stürzte alles ein. Die Raupe Riesengroß verschwand im Feuerschwall meiner Erinnerung. Die Lilien so Rot wie sie nun geworden waren verschwanden Bluttrunken in meinem Gewissen. Das Feuer ist überall ich.. ich..
Die Bluttrunkenen Lianen der Königin rankten sich um alle Bäume dieses Landes. Wohin sollte ich nur gehen. Es ist alles verloren. An der steinernden Mauer vorbei verlor ich den Boden unter den Füßen. Nein.. nein. Ich will nicht verbrennen HILFEEEE.

„AAAAAAAAA… Alice?“
„Alice?“
Alice? Schrei hier nicht so rum verdammt, es gibt auch andere Menschen auf dieser Welt du ungezogene Göre., meinte eine Passantin.

Ganz verwundet lag ich da am Boden. Und wieder wurde mir klar was mir passiert war.

Schon wieder. Wieso kann es nicht aufhören. Es wird mich irgendwann ganz zerstören. Ich will doch nur in mein Wunderland zurück.

Leise stand ich auf. Ich habe ja mitten am Fußgängerrand gelegen. Vermutlich sogar geschlafen. Ich habe keine Lust bei meinen Adoptiveltern zu schlafen. Die halten mich sowieso für verrückt. Egal was ich tue.
Ich hörte leise gemurmel hinter meinem Rücken, an der Straße.

„Diese Alice kann auch nur rumschreien wie sonst was. Sie hält sich wohl für das beste der ganzen Stadt und denkt sie kann tun und lassen was sie will.“

Mir platzte der Kragen endgültig. Diese Gesellschaft war nun endgültig am Abgrund.

„WAS GLAUBT IHR EIGENTLICH WER IHR SEIT? EUCH INTERESSIERT DOCH EH KEINER UND WENN KÖNNT IHR DOCH NUR LÄSTERN?!?!?!?!!“, schrie ich hinaus.



Es gibt viel zu viele Menschen die in Trauer versinken, weil niemand da ist.

Ich denke man muss erstmal das Unglück kennenlernen, um das Leben wirklich zu begreifen …

Ach Alice.
Wie du mir, so ich dir.
 
 
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