Somebody to hug

von -Cloud-
KurzgeschichteAllgemein / P12 Slash
Preussen Russland Ungarn
08.01.2012
08.01.2012
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Da mein letzer Oneshot (  http://www.fanfiktion.de/s/4f04af8300014cba0662ab98  ) den Reviewern so gut gefallen hat, dachte ich mir ich veröffentliche noch einen (was hat man auch um 1 Uhr Nachts anderes zu tun als einen OS zu schreiben?)  Ich wünsche allen  Ländern da draußen eine/n wunderschöne/n  Morgen/Tag/Abend/Nacht
Viel Spaß beim Lesen  dieses OS

-Cloud-

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Somebody to hug
Russland  x Preußen (Snowrabbit)

Jeder Mensch auf der Welt hat irgendetwas, das er hasst.  Sein es Personen, Dinge, Erinnerungen oder Gefühl.
Und für Gilbert Beilschmidt, alias das awesome Preußen war es nunmal  das unawesome Tanzen.  Warum um Gottes Willen hatte er sich also dazu überreden lassen mit zum Weihnachtsball der Länder, der dieses Jahr in Russland stattfand, zu gehen?  Hätte Ludwig nicht einfach ohne ihn gehen können, wie jedes Verfluchte andere Jahr davor auch? Genervt stand er in einer Ecke, nippte hin und wieder an einem Glas Sekt, Bier wäre ihm deutlich lieber gewesen, und starrte auf die tanzenden Länder. Unauffällig begann er diese zu beobachten. Sein Blick glitt rüber zu Frankreich und Amerika, die während sie sich darüber stritten wer mit England tanzen durfte gar nicht bemerkten, dass dieser bereits von Kanada davon geführt wurde.   Gilbert kicherte leise.  Ein wenig deprimierte es ihn dann doch, dass niemand mit ihm tanzen wollte. Ihm blieb nichts anderes übrig, als den anderen dabei zuzusehen wie sie tanzten.  Fast jeder hatte einen Partner.  Er sah nur vereinzelt Länder am Rande der Fläche stehen. Litauen, Russland, Japan, Cuba und Österreich  waren mit ihm zusammen die einzigen die anscheinend Tanzmuffel waren, oder niemand wollte mit ihnen tanzen.
Dem sonst  so awesomen Preußen fielen fast die Augen aus dem Kopf, als er sah was Australien und Neuseeland miteinander taten.  ´Die ziehen sich ja gegenseitig schon fast aus´  dachte er grinsend, als er sah, dass  Neuseeland mit einer seiner Hände unter das Shirt des Australiers glitt, der seine Hände in den Haaren des  anderen verkrallte, in einer wilden Knutscherei mit dem anderen gefangen.
Nicht nur aus Anstand sah der Albino weg, denn obwohl er es nie zugeben würde erregte ihn diese Szenerie doch ein klein wenig. „Ähm“ kam es von links und Gilbert wandte sich zu dem Russen, der ziemlich vergnügt dreinblickte. „Was willst du, dummer Russe?“ blaffte er den   größeren  genervt an und verdrehte innerlich die Augen. Plante der Kerl etwa was? Wenn ja konnte er auch gleich wieder gehen. „Hast du Lust mit Ivan zu tanzen, da?“   grinste der Irre Mann vor ihm und sah den weißhaarigen  in freudiger Erwartung an.  „Heckst du mal wieder was aus?“ kam auch gleich die Frage von Gilbert, ehe er dem blonden in die Augen sah.  Dieser schüttelte einfach verneinend den Kopf und reichte  ihm dann  anbietend die Hand. Nach kurzem Zögern ergriff der Preuße dann auch, wenn auch widerwillig die angebotene Hand und wurde mitgezogen.
„Warum hast  ´n du ausgerechnet mich gefragt und nicht  Japan oder Österreich?“ fragte der um einiges kleinere etwas gereizt, denn Ungarn schaute in diesem Moment zu ihnen rüber und würde sicher gleich anfangen zu sabbern und Fotos zu schießen.
Bei ihnen beiden machte sich so langsam bemerkbar, das sie über den Abend verteilt doch zu viel  Sekt Beziehungsweise Wodka gehabt hatten. Gilbert fasste sich mit einer Hand an die Stirn, da ein leichter Kopfschmerz in ihm aufpochte.  Der Tanz hatte zwar gerade geendet und neue Partner wurden gesucht, doch der Russe und Preußen, die noch gar nicht angefangen hatten blieben einfach  beieinander.  Dann kam eine Neue,  schnelle Melodie aus den Boxen der Anlage gedröhnt. Alle begannen wild und unkontrolliert zu zucken, als hätten sie epileptische Anfälle.  Das Lied  brachte gewaltig Partystimmung in die Menge und so kam ein einziges nölen aus der Masse, als es endete. Dafür ertönte nun der Titanic Soundtrack im ganzen Saal.  Gilbert errötete ungewollt als er sah, wie sich die Pärchen eng umschlangen. Sollten er und  Russland etwa auch…?  Verunsichert sah er zu seinem Tanzpartner, der nur mit den Achseln zuckte und seine Hände an die Taille des fast zierlichen Albinos legte. Dieser seufzte nur kurz und  schlang die Arme um den Hals des anderen,  verschränkte in dessen Nacken seine eigenen Finger mit einander und ließ es sogar zu, dass Ivan ihn etwas enger an sich zog. Fast schon zu dicht. „Rück mir nicht so auf die Pelle! Da werd ich ja schon fast Klaustrophobisch!“ feixte der jüngere in beleidigendem Tonfall den  Russen an.
Dieser lächelte jedoch nur milde, tat er dies doch immer.
Preußen fragte sich unwillkürlich ob der andere auch im Schlaf dieses irre  Dauergrinsen auf den Lippen trug.  Diese weich aussehenden, vollkommenen, roten Lippen Ivans. Wie sie wohl schmeckten?
Die Augen des Albinos weiteten sich einen Augenblick  ein klein wenig, verwundert über seine eigenen Gedanken schüttelte er leicht den Kopf und zog damit Ivans Aufmerksamkeit auf sich.
„Stimmt was nicht, da?“ gab er vergnügt grinsend von sich und zog seinen Partner, falls das überhaupt noch ging noch enger an sich.  „Schon mal was von Mindestabstand gehört?“ wurde Russland auch gleich von einem empörten Preußen angefahren.
Doch angesprochener grinste nur, als er sich zu ihm runter beugte und ihn KÜSSTE.
Er, Ivan, noch dazu ein Mann hatte ihn, Gilbert, einen anderen Mann GEKÜSST.
Man hörte  vom anderen Ende des Saals nur ein hysterisches Kreischen, und einen dumpfen Aufprall. Ungarn war anscheinend umgekippt. Der geküsste stieß den Russen von sich und ohrfeigte ihn einfach. „SPINNST DU? WAS FÄLLT DIR EIN SOWAS ZU MACHEN?“ schrie er den anderen lauthals an. Alle Blicke hatten sich auf sie gerichtet. „Ich..Ich wollte dir doch nur zeigen dass ich dich mag“ stammelte ein nun verunsichert aussehendes Russland, das betroffen den Boden anstarrte.
„Tu das nie wieder“ zischte der Preuße angewidert und drehte sich  hochbeleidigt um, beschlossen habend den anderen zu ignorieren. Er sah noch einmal über die Schulter zu Ivan und  bekam so gerade noch mit, dass sich in den Augen des sonst so gruseligen Russen langsam Tränen sammelten, die dieser verzweifelt wegzublinzeln versuchte. Er konnte hier nicht weinen, nicht vor allen anderen Ländern und vor allem nicht vor Preußen, also ergriff er die Flucht und rannte aus dem Raum, konnte sich schon beim  Raus rennen die Tränen nicht mehr verkneifen.  
Sicher würden sie ihn auslachen und über ihn lästern, sobald er außer Hörweite war, das wusste er genau.  Preußen unterdessen hatte das schlechte Gewissen gepackt und er fühlte sich elendig. Nicht einmal das Bier, welches Ludwig aufgetrieben hatte und ihm nun anbot lehnte er ab. Dieser sah seinen Bruder entsetzt an. Bier abzulehnen passte nun so gar nicht zu Gilbert, deshalb legte er auch eine Hand auf dessen Stirn um zu prüfen, ob dieser  eine erhöhte Temperatur hatte.  
Zwar fühlte sich der  rotäugige tatsächlich etwas  heiß ab, aber es schien nicht weiter schlimm zu sein.
Plötzlich stand der ältere auf und verließ den Saal, ließ dabei einen verwirrten Ludwig zurück, der aber schnell wieder von einem heulenden Italiener abgelenkt wurde.
Gilbert war durch die Tür gegangen, durch die der schluchzende Russe davongerannt war und suchte nach diesem.  Aber er hatte ja keine Ahnung gehabt wie verdammt riesig das Haus dieses Borschfressers eigentlich war.  Er glaubte schon die nächsten Monate mit suchen verbringen zu müssen, als ein leises schniefen an seine Ohren dran. Der Russe hatte sich also noch immer nicht wieder eingekriegt. Zielstrebig folgte der vom Gewissen geplagte Albino  dem Ursprung der Geräusche, als er auch schon vor einer großen Eichenholztür stand, die einen Spalt breit geöffnet war, so als wäre sie unabsichtlich offen gelassen worden.  Leise öffnete er die Tür und betrat schleichend das  Schlafzimmer Ivans.  Es war bereits dunkel, also konnte er kaum etwas erkennen, außer dass der Raum groß war und Ivan ein  Himmelbett besaß, in das mühelos er, Russland, die Baltics und die beiden Mädels des sowjetischen Haushaltes gepasst hätten, ohne sich auf die Pelle zu rücken. „Ivan? Flüsterte er leise und der angesprochene zuckte zusammen und sah  den Albino erschrocken an.  Sein Gesicht war Tränen überströmt, die Augen verquollen und gerötet. Er sah aus wie ein weinendes Kleinkind. Gilbert zerriss es fast das Herz, als er den sonst so starken Russen in so einem Zustand war.
„Weinst du.. echt nur wegen mir so sehr?“ kam die leise Frage des jüngeren, die mit einem schwachen Nicken bejaht wurde. Wieder versetzte das dem kleineren einen leichten Stich.
Er setzte sich neben Ivan aufs Bett und streichelte diesem  etwas unbeholfen über den Rücken.
Diese einfache, unbedeutend wirkende Geste ließ Russland sein Lächeln zurückgewinnen.  
Er stemmte sich in eine Aufrechte Position, schlang die Arme um den kleinen Preußen und zog ihn in eine feste, fast knochenbrechende Umarmung.

Gilbert zählte die Stunden, die sie so dasaßen schon gar nicht mehr, als der Russe plötzlich zu sprechen begann.  „weißt du..“ Seine Stimme klang so unglaublich fremd und schwach „Du..du bist der erste der nicht gleich anfängt zu schreien wenn ich ihn umarme….Hast du keine Angst vor mir?“
Etwas verwirrt über diese seltsame Frage erwiderte der Albino zunächst nichts darauf.
„Nein“ war letzen Endes die schlichte Antwort. „Ich habe keine Angst vor dir. Ich weiß, dass du einfach einsam bist und das mit deinem dauergrinsen zu überspielen versuchst. Du willst nett auf andere wirken, verschreckst sie aber unabsichtlich. Hab  ich damit recht?“ Ivan nickte wieder und legte sich mit dem Preußen gemeinsam auf die weiche Matratze des Bettes.

Was hast du vor, wollte Gilbert  den anderen eigentlich fragen, doch etwas in Ivans Blick hielt ihn davon ab auch nur einen Muskel zu rühren. Diese Violetten Seelenspiegel, in ihren lag etwas so unglaublich trauriges, dass Gilbert meinte sie selbst zu spüren.  Ivan rückte schließlich etwas höher, so dass er sein Gesicht besser  in  das weiche, weiße Haar des jüngeren schmiegen konnte.
Nach so langer Zeit war endlich mal wieder jemand in seinem Bett, den er nicht dazu hatte zwingen müssen.  Drei bisher unausgesprochene Worte flüsterte Russland  Heute Nacht ins Ohr des Preußen, als er sicher war, dass dieser schlief.
„Ich liebe dich“
Doch was Ivan nicht bemerkte war, dass Gilbert keinesfalls schlief, sondern an seine Brust gelehnt rot werdend lächelte und sich unbewusst dichter an den Russen kuschelte.

Keiner der beiden bemerkte die Kamera, die  kurz durch die halboffene Tür gesteckt wurde.
Eine Zufriedene Ungarin verschwand wieder zur Feier. Neben dem Bild, das Toris von den beiden geschossen hatte waren das von vorhin mit dem Kuss und dieses hier ihr liebsten geworden.