Ein Traum für die nächste Generation

GeschichteAbenteuer, Romanze / P16
Lorenor Zorro Mihawk "Falkenauge" Dulacre Monkey D. Ruffy
06.01.2012
16.02.2019
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Selbstverständlich gehören mir weder die Charaktere noch diese grandiose Welt, mit all ihren Seemonstern, absurden Typen und Möglichkeiten.
Leider.
juli



1. Prolog

Es war ein Sturm, wie er auf der Grand Line alltäglich sein kann, den man aber nie unterschätzen sollte. Die Wellen wogten und drohten das kleine Schiff hinunter in die schwarzen Tiefen zu reißen. Von oben prasselte der Regen auf das Deck und machte es unmöglich, die Hand vor Augen zu sehen. Die Taue waren schwer von Nässe und so rau, dass sie der Mannschaft die Hände aufrieben. Selbst die riesigen Seekönigen zogen es lieber vor, das Unwetter am Meeresgrund abzuwarten und sich dann an den Überresten zerstörter Schiffe und deren Besatzungen gütlich zu tun.
Aber die Flying Lamb und ihre Crew kämpfte tapfer gegen diese Naturgewalten an, tanzte auf den Wellen wie ein Korken. Das Schiff ächzte und stöhnte, doch es kletterte aus jedem Wellental ans Licht, um auf der anderen Seite wieder in die Tiefe zu stürzen.

Bei klarem Wetter nur eine Tagesreise von ihnen entfernt hatte ein wesentlich größeres Schiff die gleichen Probleme mit den Naturgewalten. Die Männer der Mannschaft turnten durch die Takelage und befolgten die Befehle des Captains, der mit eisernen Hand das Steuerrad fest hielt.
Unten in seiner Kajüte fürchteten zwei Mädchen um ihr Leben.
Die kleinere von ihnen, ein Mädchen von vielleicht sechs oder sieben Jahren, klammerte sich heulend und schluchzend an der Älteren fest. Diese hatte dem Wetter oder den Umständen in denen sie sich befanden schon längst nichts mehr entgegen zu setzen und konnte der Kleinen nur mechanisch über die Haare streichen. Ihr war alles gleich. Welchen Sinn hatte das Leben noch? Sie freute sich auf den Tod, nur für die Kleine tat es ihr Leid. Das hatte sie nicht verdient.
Das Schiff neigte sich gefährlich zur Seite und wurde im Moment darauf von den Wellen in die andere Richtung geschleudert. Als das Schiff erneut in ein Wellental stürzte, verdunkelten die Wogen die Blitze am Himmel.
„Jetzt ist es aus.“, dachte die Ältere. "Ich bin hier bald weg.“
Die Wogen donnerten gegen die Scheiben am Heck und drückten sie ein. Die Kajüte wurde geflutet und wirbelte alles durcheinander, was nicht festgeschraubt war. Aber schon hatte sich das Schiff erhoben und tanzte wieder obenauf. Vom Gang her kamen laute Schritte näher und die Tür wurde aufgerissen.
„Was zum Donner habt ihr getan?“ Der Captain kam herein gestürmt wie ein wütender Stier.
Die Ältere, eigentlich schon eine junge Frau, konnte nur eine Augenbraue hochziehen. „Ja, klar, wir schmeißen mit Absicht die Fenster ein, um das Schiff zu fluten.“
Der Mann schlug mit aller Kraft zu und sie landete auf dem Boden. „Nur wegen dir sind wir überhaupt in dieser Scheiße!“ Er zog sie an den Haaren in eine halb sitzende Position. „Ich hätte das Gör töten sollen und nie auf die Grand Line fahren dürfen!“
„Wird dein Schiff ohne deine Kommandos nicht sinken, oh großer Kapitän?“ Blut rann von ihrer Schläfe.
Er kam ihr so nah, dass sie trotz des Sturms, der durch die zerbrochenen Fenster blies, seinen fauligen Atem riechen konnte. „Ja, wird es und du mit ihm.“
Sie verzog einen Mundwinkel und zischte: „Ich freu mich schon drauf.“
Das kleine Mädchen kroch zitternd auf sie zu und wimmerte ununterbrochen weiter. Sie drückte sich an die junge Frau, als hinge ihr Leben von ihr ab.
Das Schiff neigte sich wieder und sie schlingerten durch die Kajüte auf die Fenster zu, wurden aber von dem schweren Tisch gebremst.
Der Mann warf dem Mädchen einen verschlagenen Blick zu und wankte auf sie zu. „Dein Leben mag dir egal sein, aber was ist mit ihrem? Ich glaub nicht, dass sie so viel einbringt, wie der Alte mir weismachen wollte, und in einem kleinen Rettungsboot wird sie erst recht unnütz sein. Aber hinter dir steckt wesentlich mehr.“
Eine weitere Welle ergoss sich über ihnen und verrutschte die Truhen und Kisten.
Der Captain wischte sich das Salzwasser aus den Augen. „Wenn du mir jetzt sagst, weswegen du so wichtig bist, dann nimm ich euch beide mit. Andernfalls-“ Er griff nach der Kleinen und zückte mit der Linken einen Dolch.
„Hör mir doch zu.“ Die braunen Haare klebten ihr im Gesicht. „Ich weiß es nicht! Bitte tu ihr nichts, sie hat dir nichts getan! Mach mit mir was du willst, aber lass sie gehen!“ Flehend krabbelte sie auf ihn zu, während um sie herum der Sturm tobte. Wenn sie nur nah genug herankommen würde...
Über ihnen krachte es, als würde der Mast brechen. Der Mann sah erschrocken an die Decke und diesen Moment nutzte die junge Frau, um ihn anzuspringen. Sie landeten hart auf dem Boden und kämpften um den Dolch. Er hatte mehr Kraft, aber sie war oben und schnell wie eine Muräne. Das kleine Mädchen schrie auf und kroch zur Seite. „Du wirst sie nicht anfassen.“ Ihre Augen blitzten eiskalt und todesverachtend.
Wieder stürzte das Schiff in die Tiefen und tobende Wasser fraßen sich in den Raum. Sie rissen alles mit sich, was sie zu fassen bekamen. Stühle, Karten, Truhen und eine junge Frau, die ihren Peiniger nicht mehr umbringen konnte.

                                                              *~*~*

Der Sturm hatte zwei Nächte und drei Tage gedauert. Ständig hatte der Wind seine Richtung geändert und die Flying Lamb herum geschmissen wie einen Spielball. Die Wellen eilten ihm zur Hilfe und wetteiferten darum, welche von ihnen die Nussschale als erste versenken würde.
Daran, den Kurs zu halten, war im Traum nicht zu denken gewesen, aber wenigstens war das Schiff und die gesamte Mannschaft noch am Leben. Wenn auch nur gerade so.
„Ganz ehrlich, Jungs,“ Die Navigatorin saß erledigt auf einer Treppenstufe. „manchmal vermiss ich mein liebes kleines East Blue.“
Der Rest ihrer Crew war über das Deck des Schiffes verteilt und umgefallen, wo sie wollten.
„Schon, aber da gab´s nicht so viel Spaß!“ Trotz seiner Erschöpfung brachte der Strohhutträger ein bananenbreites Grinsen zustande.
Auf der Reling saßen Lysop und Chopper aneinander gelehnt und starrten auf das Meer hinaus.
„Ich glaub, ich hätte doch auf Drumm bleiben sollen. Erst werde ich in der Wüste bei lebendigem Leib gebraten und nun fast ersäuft.“ Das kleine Pelzwesen stieß einen Seufzer aus. „Ich bin ein Rentier und kein Fisch.“
Der Junge neben ihm klopfte ihm mitfühlend auf die Schulter. „Kaum zu glauben, Chopper, aber wir haben es überlebt.“

„Leute, da schwimmt was im Wasser!“ Er sprang auf und deutete aufs Meer hinaus.
„Was, wo? Lysop, ich seh nix!“ Ruffy war sofort Feuer und Flamme und hatte jegliche Erschöpfung vergessen. Er sprang aufs Oberdeck, um eine bessere Sicht zu haben und beschattete seine Augen mit der Hand. „Ah, da. Kannst du erkennen, was das ist? Sieht aus wie Treibgut.“
Eine großgewachsene Frau trat an seine Seite. „Vielleicht Überreste eines Schiffes, das in dem Sturm versunken ist.“
„Du meinst, das sind nur ein paar Bretter, Robin? Ist ja langweilig.“ Er zog einen Schmollmund.
„Ist egal, Ruffy.“ Auch Nami starrte jetzt zu dem Treibgut. „Hol es her. Wenn es nur ein paar Bretter sind, können wir sie auch gebrauchen. Die Flying Lamb hat ganz schön gelitten.“
„Na gut, wenn du das sagst.“ Der Captain dehnte seine Arme und sie schossen auf das Holz zu und umklammerten es.
„Das fühlt sich aber nicht wie Holzbretter an.“
„Ruffy!“ Lysop hatte die besten Augen der Crew und warnte panisch seinen Kapitän. „Das ist ein Mensch! Pass auf!“
Ruffy reagierte blitzschnell. Er schrie einfach: „Zorro, fang mal!“ und ließ seinen Fund auf einen grünhaarigen Schwertkämpfer fallen, der schon tief und fest in der Ecke geschlafen hatte. Nur Dank seiner guten Reflexe und einer großen Portion Glück gelang es ihm, die Bremsbahn des Treibguts auf ein Minimum zu beschränken und zu verhindern, dass es sich mehrmals überschlug.
Als sich alle von ihrem Schock erholt hatten, traten sie dazu, um zu sehen, was sie da an Bord gezogen hatten.
Es war eine große mit Leder überzogene Truhe, verziert mit kunstvollen Messingbändern und Scharnieren. Dunkel vor Nässe war das Teil und Salzkrusten zogen sich über die fleckige Oberfläche. Sie hatte sich in den Resten einer Takelage verfangen und zog ein paar Bretter und Balken wie an einer Leine hinter sich her. Aber das wohl Auffälligste war die junge, sehr zierliche Frau, die regelrecht in die Taue verknotet war. Ihre Haut war bleich wie Knochen und von blauen Flecken und vielen frischen Schrammen übersät, die ihr das Treibgut zugefügt haben konnte. Die langen braunen Haare hingen wie nasser Seetang herab und tropften auf das Deck. Einzig die markanten Augenbrauen verliehen ihrem Gesicht etwas Farbe.
„Sie sieht schrecklich aus.“ Nami führte ihre Hände an den Mund. „Ob sie überhaupt noch lebt?“
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