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流星 -Ryuusei-

von Napoleon
SongficSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Amerika England
31.12.2011
31.12.2011
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Ich habe mich windelweich schlagen lassen xD
Ihr habt gewonnen, hier ist die Fortsetzung von "Kurayami ni Saku Hana", diesmal aus Alfies Sicht geschrieben.
Für grammatikalischen Mist kann ich nichts, das war schon so. :O
Also, hier das Lied mit Ger Subs: http://www.youtube.com/watch?v=-G7SU673uWs&list=UU56Gqg_ITjXeItQHQXB0w9Q&index=21&feature=plcp

Das passt wie die Faust auf's Auge, finde ich o.O
Na ja, viel Spaß und 'nen guten Rutsch :)

Und btw, hier ist Teil 1, falls ihr ihn noch nicht gelesen habt :)
http://www.fanfiktion.de/s/4ecd4bb70001d9410662ab98

~*~









Ich war schon immer auffällig gewesen, wollte schon immer anders sein als die anderen.
Denn nur so hatte ich eine Chance.
Waren die anderen Nationen doch so viel mächtiger als ich gewesen, dass ich Mühe hatte, überhaupt Beachtung zu bekommen.
Ich hatte das Gefühl, in einem leeren Raum zu stehen, um mich herum diese furchtbar lauten Stimmen, die mir Befehle erteilten.
Wäre es falsch gewesen, zu glauben, dass Arthurs Stimme am Lautesten widerhallte, wie ein unendliches Echo wieder und wieder gegen mein Trommelfell schlug?
Oder war es seine Stimme, die gänzlich fehlte?
Damals konnte ich es nicht sagen.
Ich versuchte mit aller Kraft, nach oben zu kommen, den Kopf in die Höhe zu strecken und zu zeigen, dass die alten, rostigen Nationen einer Neuen, Jungen Beachtung schenken sollten.

Wir sind endlich da, auf einer Ebene unter dem reinen Sternenhimmel, du hebst deine Hand und zeigst auf einen der Sterne am Nachthimmel.
Du erklärst mir, wie er heißt, wie du auch schon so viel anderes für mich erklärt hast.
Du verlierst dich in Erinnerungen, ich höre deinen Geschichten gerne zu.
Wenn du von deinen Abenteuern als Pirat erzählst, oder, als du selbst noch klein warst, vom römischen Reich.
Ich höre so gerne zu, will, dass es nie mehr aufhört.


Dass dein Himmel heller wurde, woran lag es?
An den schimmernden Kleidern der Götter aus deinen Geschichten?
Ich weiß nicht, ob ich es jemals herausfinden werde.

Oft starrte er mich einfach nur an, dann spürte ich dieses Gefühl, das ich heute noch nicht zu beschreiben vermag, tief in mir drinnen.
Wenn seine smaragdgrünen Augen mich fixiert hatten, lief es mir kalt den Rücken hinunter, doch ich spürte so viel Wärme in diesem Blick.
Vielleicht auch Liebe? Aber wie konnte das sein?
Er richtete sich gegen mich, half mir aber gleichzeitig, er stieß mich um, um mich danach wieder auf die Beine zu heben, er richtete seine mit Blut verdreckten Hände auf mich und starrte mich an.
Tief, ein durchdringender Blick, den ich nicht zu deuten vermochte.
Ich hatte das Gefühl, als würde er wegrennen. Vor irgendetwas, während seine dreckige Hand noch immer auf mich gerichtet war und ich spürte, wie sie mich zerquetschte.

~chiisa na hana yadosu makuragi heikou ni narabu sabita senro
suashi de aruiteku sougen futo miagereba tsuki no nai hoshizora
ryuusei furisosogu PANORAMA nanman kounen no matataki
konpeki no seikuu irodoru SUPANKOORU no GIRUSHIA shinwa tachi
nijinda tsumasaki sora wo miageru kimi no te wo
hikinagara aruiteku yogoreta mama no te no hira de~


Ein leises Schluchzen, schon während der gesamten Konferenz hatte ich mich nicht konzentrieren können.
Sah Arthur doch so aufgebracht, unendlich traurig und hoffnungslos aus.
Ein Anblick, der mein Herz zerriss; ich hatte ihn so aufgelöst seit dem Unabhängigkeitskrieg nicht mehr gesehen.
Er musste denken, ich hasste ihn. Aber wie konnte er auch nur so einen Gedanken besitzen?
Wie hätte ich ihn jemals hassen können? Nach all dem, was er für mich getan hat und noch viel mehr...
Ob er meinen Blick falsch interpretierte? Ihn nicht zu deuten wusste?
Oder aber die Farbe nicht mehr sah?
Dass er so von meinem eingebildeten ›Hass‹ auf ihn geblendet war, dass er nicht mal mehr meine Farben erkannte?

Wir starren den leeren Himmel an, auf dem die Sterne einzeln zu glänzen versuchen.
Wäre es doch nur immer so...
Doch schon bald geht die Sonne auf, die Sterne verschwinden und der Himmel nimmt eine hellere Farbe an.
Der Wind peitscht durch unsere Haare und verwuschelt sie etwas.
Du nimmst mich auf deinen Arm und hebst mich hoch, bin ich doch noch so klein.
Zusammen betrachten wir das Land, das sich vor uns erstreckt.
Ein See, der in warmen Farben glitzert, weite Wiesen und Bäume, die von der blutroten aufgehenden Sonne angestrahlt werden, warmer, starker Wind, vorbeiziehende Vogelschwärme.
“Was ist das alles?”, frage ich, kann ich doch nichts mit diesem atemberaubenden Farbenspiel anfangen, als es zu betrachten.
“Das... ist dein Land”, flüsterst du mir zu, deine Stimme klingt traurig, in gewisser Weise stolz, doch brüchig.


Hatte er Angst, mich gehen zu lassen?
Wollte er diese Farben, die ich endlich zu schätzen gelernt habe, doch nicht vergessen.
Vielleicht wollte er einfach nicht loslassen, vielleicht hat er mein früheres Ich geliebt.
Doch mein heutiges Ich?
Da ich ihm bereits so viel Leid und Schmerz zugefügt habe?
Wohl kaum.
Dieser Gedanke schnürte mir jede Nacht, wenn ich allein in meinem Zimmer liege, die Luft ab, spüre ich, wie mein Herz aufgeregt und unbefriedigt schlägt, sehe ich durch mein Fenster den einsamen Nachthimmel ohne Mond.

Die anderen Nationen lachen, als Arthur aus dem Raum hastete; ich konnte nicht.
Ich konnte ihm einfach nur ungläubig hinterher starren.
Wieso musste es erst so weit kommen, dass er es nicht mehr aushielt?
Das Bild der zugeschlagenen Tür brannte sich in mein Auge ein, für einige Sekunden konnte ich nicht anders, als ihm ohne zu atmen, denn es wäre gänzlich falsch gewesen, hinterher zu blicken.
Erst, als die Tür in das Schloss fiel, reagierte mein Gehirn, dass ich aufsprang und ihm nacheilte.
Sofort lachten die anderen wieder.
Es tat tief in mir so unendlich weh, dass ich meinte, mein Herz würde gleich verbrennen, hinunter in eine tiefe, schwarze Schlucht stürzen und dort auf dem Boden zerbersten, vermodern und nie wieder das Tageslicht sehen.
Wie sich Arthur wohl fühlen musste, da er noch weiter auf dem Weg der Verzweiflung ging als ich?
Ich wollte gar nicht daran denken, spürte ich doch schon wieder diese Atemnot und dieses grauenhaft süß-stechende Gefühl in meiner Brust.
Aufregung machte sich in mir bemerkbar, negative Aufregung, die sich von meinem Steißbein bis zu meinen Rippen zog; ich versuchte zu atmen, schaffte es ein kleines bisschen, auch, wenn meine Lungen schmerzhaft sagten, dass es zu wenig sei.
Doch atmete ich schneller, drohten sie zu zerspringen.
Immer noch rannte ich die leeren Gänge entlang, leises Schluchzen hallte in den Wänden wider.
In meinen Ohren gab es nur dieses Rauschen meines Blutes und die kläglich leiser werdenden Geräusche Arthurs Verzweiflung.
Und kaum hatte ich wieder den Versuch gewagt, einzuatmen, sah ich ihn auch, wie er erbärmlich klein an der Wand hockte und weinte.
Seine Tränen fielen glitzernd auf den weißen Marmorboden, blieben dort unbeachtet liegen.
Ich spürte, wie mein Herz schneller schlug, nach Luft verlangte, doch mein Hals war zu.
Meine Beine zitterten leicht, ebenso wie meine Hände.
Ich wollte auf ihn zu rennen, doch dann meldete sich mein Kreislauf.
Mir wurde schwarz vor Augen, ich musste mich an der Wand festhalten, während ein tiefes, dumpfes Schwindelgefühl durch meinen Kopf zog wie ein langer, dunkler Schleier.
Mein Blick wurde wieder etwas klarer, als ich nun langsam auf ihn zu kam.
Ich redete; was genau, weiß ich nicht, mein Gehirn war abgeschaltet und meine Ohren nahmen nichts als das Rauschen des Blutes und Arthurs Stimme auf.
“Al-Alfred”, schluchzte er, “Ich... ich liebe dich”
Diese Worte verstand ich sehr wohl, ein Blitz schien mein Herz dabei zerspaltet zu haben.
Unbändige Freude stieg in mir auf, auch Unglauben, Glück...
So viele Gefühle gleichzeitig, dass ich unter dieser Last zusammenzubrechen drohte.
Langsam lehnte ich mich weiter nach vorne zu ihm, spürte, wie seine Tränen immer weiter liefen, wie Sternschnuppen von Himmel fielen.
Er hatte mein altes Ich noch nicht vergessen, er sollte mich nicht vergessen, er würde mich nicht vergessen, er durfte mich nicht mehr vergessen.

Meine Hände wischten die Tränen weg, heiße Tränen, die nun meine Finger hinunter liefen.
Dann wanderten meine Hände nach unten zu seinen, die ich dann drückte.
Schreckliche Wärme ging von ihnen aus, die mich beruhigte, die meine Liebe aufflammen ließ, flackern ließ.
Ich spürte, wie meine eigenen Augen zu jucken und tränen begannen, doch ich ließ meinen Gefühlen einfach freien Lauf.

~wasurenai yo kimi ga aishita keshiki no hontou no iro
dakedo ima wa hoshikuzu sae mo mabushisugite
namida wo kamishime furueru koibito yo
tsunaida sono te wa kanashii hodo atatakaku~


Langsam gehe ich den langen Gang entlang, meine Arme fest um das Kissen geschlungen.
Draußen höre ich lautes Donnergrollen, Regelmäßig erhellt ein Blitz die Wände des Hauses.
Wieder. Ich zucke zusammen, umklammere das Kissen noch ein wenig fester als zuvor.
Ich will zu deinem Zimmer, ich habe Angst vor dem Gewitter.
Die Tür steht einen Spalt offen, es brennt noch fahles Kerzenlicht.
“Alfred, du bist jetzt älter geworden und- Nein...”
Du redest zu sich selbst, doch wieso über mich?
Ich sehe deinen Schatten hin und herlaufen, aufflackern und sich wieder bewegen.
“Alfred, weißt du, ich wollte dir nur sagen... Du bist so wunderschön und ich- Ach, verdammt, das wird nie etwas...”, murmelst du.
Dann setzt sich der flimmernde Schatten und du seufzt.
Tief, enttäuscht von dir selbst.
Ich entscheide mich dafür, wieder zurück in mein eigenes Zimmer zu gehen, ich will dich nicht weiter stören. …
Ein Held muss schließlich stark sein!


Ich fragte mich, ob er vielleicht manchmal von mir träumte.
Ob er dachte, ich könnte seine Zukunft sein.
Doch ich zerstörte ihm mal wieder alles...
Er sagte, ich sei schön... er brach ab...
Bis heute frage ich mich, was es mit jenem Abend auf sich hatte, doch ich werde es wohl nie erfahren.

Ich schloss die Augen; in der Dunkelheit, die sich nun vor mir erstreckte, suchten sich zahllose Sternschnuppen den Weg vom Nachthimmel hinunter in ein leuchtendes Tal, in dem viele der Meteoriten ihren Platz gefunden hatten, und den im Himmel verlassen hatten.
Ich beugte mich etwas weiter nach vorne, einen vor Aufregung entstandenen Brechreiz unterdrückend, ich spürte seinen Atem an meinen Wangen.
Nur wenige Millimeter trennten uns voneinander, dann überwandt ich die letzte Distanz und legte meine Lippen sanft auf seine.
Ich spürte ein leichtes, schwaches Lächeln auf seinem Mund...

Wieso lässt er das mit sich machen?
Wieso lässt er sich das gefallen?
Müsste er mich nicht eigentlich hassen?
Mich, der ihm seinen Himmel genommen, verdunkelt und verbrannt hatte, die Sterne hat hinunterfallen lassen?
Wieso wehrt er sich nicht gegen mich...?
Er hätte sich gegen mich erheben sollen, mich stoppen sollen, doch er tat nichts.
Vielleicht war es ein Zeichen dafür, dass ich ihm doch etwas bedeutete?
Was wollte er wirklich von mir, was war ich ihm wirklich wert?

~wasurenaide kimi ga yume mita mirai no utsukushisa wo
ryuusei no mure kieta hoshitachi kimi no egao
kimi no sora fusaida boku wo semete kure yo
miageta sora ni ima nani wo omou?~


Ich hielt kurz inne, entferne mich wieder etwas mehr von ihm, als ich das Zittern, das von ihm ausging, bemerkte.
Wieder flossen Tränen seine blassen Wangen hinab und wieder hob ich meine Hand, um diese wegzuwischen.
Erneut spürte ich mein Herz, wie dieses einen kleinen Sprung tat und gegen meinen Brustkorb schlug.
Seine Hand lag noch immer in der meinen, diesmal zart und schwach, sodass sie jeden Moment hätte zerbrechen können wie Eis.
Sein Gesicht war gesenkt, ich sah nur die Tränen, wie sie, verwandelt in tausend Sterne, seine Wangen hinunter rollten, ganz so, wie es die Sternschnuppen an jenem Tag taten, als ich unabhängig wurde und seinen Himmel somit zu einer leeren Wüste gemacht hatte.
Sie strömten seine Wangen hinunter und verschwanden dann wieder;
ich wusste, dass ich ihn nie wieder so aufgelöst sehen wollte. Nie wieder.

»Farbige Sterne im durchsichtigen Himmel, roséfarbend, sind nun auf dem Weg
Auf den verrotteten Schienen verkriecht sich ein winziges Lebewesen
vier Blütenblätter
Mach, dass sich unsere ineinander verschlungenen Hände nicht lösen,
Mach, dass sich unsere ineinander verschlungenen Finger nicht voneinander lösen

Sternschnuppen über unseren Köpfen,
wie ein Schauer im Frühling oder in der Abenddämmerung
Barfuß auf der reinen Erde folgen wir diesen Schienen, die unsere Wegweiser sind
Deine Hand, die uns miteinander verbindet, ist warm
Und deine Faust noch immer schmutzig

Die Sterne stürzen in das Panorama, wir folgen deinen schwarzen Fingernägeln
Mach, dass sich unsere ineinander verschlungenen Hände nicht lösen,
Mach, dass unsere aneinander verschlungenen Herzen nicht auseinander gerissen werden«

~

“Al-Alfred...”, schluchzte er, “ich... ich liebe dich”
Das “Ich liebe dich auch” sollte in einem federleichten Kuss und ihren Herzschlägen untergehen.


















~
So, ich hoffe, es hat euch gefallen :))
Ich wünsche euch dann noch ein schönes neues Jahr und so :D

LG~
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