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Die Dienerin

Kurzbeschreibung
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Sibylla Tiberias
31.12.2011
31.12.2011
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Bedächtig verbarg ich mich hinter einer Säule, wollte von unserer Prinzessin Sybilla nicht dabei entdeckt werden, wie ich mich um das Wohl des Königs von Jerusalem sorgte.

Gerade jetzt, wo die Zeiten immer dunkler wurden, hatte Balduin schwer mit der Lepra zu kämpfen, das ihn noch mehr schwächte, als ohnehin schon.

Der Anblick seines Antlitzes, welches von seinem Arzt strenge Bettruhe verordnet bekommen hatte, überschwemmte mich jedes Mal aufs Neue mit Traurigkeit.

ch, Zerina, seine persönliche Dienerin, hatte als Einzige das Privileg seine Gemächer zu betreten, wann immer ich es für notwendig erachtete.

Aber trotz dessen habe ich noch nie sein Gesicht erblicken dürfen, ohne diese Maske, die sein zweites Gesicht geworden war.

Jedenfalls hatte ich ursprünglich vorgehabt, dem König einen Tee mit einer speziellen Kräutermischung zukommen zu lassen, die eine Linderung der Schmerzen bewirken würde.
Natürlich ohne das Wissen seinerseits.

Schließlich brachte er es nicht zustande sich nicht zu überanstrengen. Deshalb musste es halt jemand anderes für ihn machen.

Jedoch hatte ich nicht bedacht, dass Balduins Schwester, Sybilla, sich bereits so früh am Morgen nach seinem Befinden erkunden würde.

Jetzt gab es für mich zwei Optionen: ihr den Tee in die Hand drücken, oder ohne gesehen zu werden wieder zu verschwinden.
Eigentlich musste ich noch nicht einmal darüber nachdenken. Der König brauchte die Kräuter und zu lange in dem heißen Wasser verlor sich schnell die zu erzielende Wirkung.

Beide Hände um die heiße Tasse gelegt, atmete ich mehrmals tief durch und trat hinter der Säule hervor.

Nun befand sich das Bett, indem der König derzeitig schlief, mir gegenüber und an seiner linken Seite seine Schwester. Bedacht darauf Balduin nicht aus seinem Schlaf zu reißen, näherte ich mich der Prinzessin und kniete leicht, um mit ihr auf einer Augenhöhe zu sein.

Doch sie bemerkte meine Anwesenheit gar nicht, war völlig in den Anblick ihres Bruders versunken.
Notgedrungen sprach ich Sybilla vorsichtig an: „Meine Herrin?“ Von meiner Stimme aus ihrer Betrachtung geholt, schreckte sie etwas zusammen und richtete anschließend ihre gesamte Aufmerksamkeit auf mich.

„Verzeiht bitte die Störung, aber ich habe hier einen Tee für den König. Die enthaltenen Kräuter werden seine Schmerzen lindern“, hielt ich ihr die Tasse mit einem kleinen aufmunternden Lächeln entgegen.

Sie machte jedoch nicht mal Anstalten mir den Tee aus der Hand zu nehmen, musterte mich einfach von oben bis unten. „Wird er den Morgen noch erleben?“, fragte Sybilla ihrerseits.

Unmerklich fuhr ich zusammen und starrte sie einfach nur ungläubig an. „Wie bitte?“, wollte ich mit zusammengebissenen Zähnen wissen und musste mich mit aller Gewalt im Zaun halten nicht das Schreien anzufangen.

Wie konnte sie es wagen, auch nur in Erwägung zu ziehen, dass ihr Bruder diese Nacht nicht überleben und stattdessen seinem Schöpfer entgegen treten würde. Sie erwiderte nichts darauf.

Das fachte meinen Zorn nur weiter an und ließ mich schließlich ruckartig aufstehen, die Teetasse auf einem kleinen Beistelltisch abstellen und zu ihr herumwirbeln.

Mit einem stahlharten Griff fasste ich nach ihrem linken Oberarm, drehte mich mit ihr zur Zimmertür und zerrte sie neben mir mit raus aus dem Gemach. Die Tür schloss sich hinter uns mit einem leisen „Klick“.

Wutentbrannt stieß ich die Prinzessin von Jerusalem förmlich von mir, ohne die eventuell folgenden Konsequenzen abzuwägen und konnte die Worte einfach nicht mehr unterdrücken: „Wie könnt ihr es wagen?! Ausgerechnet ihr?! Die Schwester des Königs sollte die Letzte sein, die über dessen Tod nachdenkt. Er braucht gerade jetzt eure Stärke, um wieder auf die Beine zu kommen und ihr habt nichts Besseres zu tun als im Mitleid zu versinken. Ich habe euch all die Jahre für eure Entschlossenheit bewundert, aber jetzt seid ihr einfach nur noch erbärmlich“, spukte ich ihr verächtlich entgegen.

Wie tief konnte ein Mensch nur sinken?

Sybilla, von meinem kräftigen Stoß den Halt verloren und zu Boden gegangen, blinzelte mich durch ihre schokobraun gewellten Haare mit aufgerissenen Augen und offenem Mund an, bis sie ihre Stimme wohl wiederfand.

„Was wagt ihr euch herauszunehmen? Ich bin die Prinzessin von Jerusalem und ihr nur irgendeine ersetzbare Dienerin“, erhob sie sich entrüstet. Das ließ mich völlig unbeeindruckt: „Dann benehmt euch auch so“, zischte ich meinerseits zurück.

Das hier würde noch eine richtig lustige Geschichte werden und wenn ich es nicht anders zustande brachte, Sybilla ihren Kampfgeist ins Gedächtnis zu rufen, dann mussten halt andere Seiten aufgezogen werden, auch wenn dies für mich bedeutete, eventuell im Kerker zu landen.

Irgendwie würde ich es schon überleben, solange die Kerle mir nicht zu nahe traten, um zu zeigen wie ausgeprägt ihr Fortpflanzungstrieb ist.

„Wachen!“ Leise seufzend schloss ich die Augen. Einige Soldaten der persönlichen Garde des Königs eilten herbei und verbeugten sich rasch vor ihrer Kronprinzessin.

Mit einem knappen Nicken Sybillas erlaubte sie ihnen wieder eine aufrechte Haltung einzunehmen. „Wir erwarten eure Befehle, meine Herrin.“

„Sperrt sie in den Kerker, kein Essen und Trinken drei Tage“, deutete die Schwester Balduins mit ihrem Kopf auf mich.
Sofort traten zwei Soldaten auf mich zu und ergriffen je einen Arm von mir, was ich widerstandslos über mich ergehen ließ.

Bevor ich jedoch an Sybilla vorbeieskortiert wurde, stoppte ich direkt neben ihr und wandte mein Gesicht dem ihren zu.
„Vergesst bitte nicht, eurem Bruder den Tee gleich einzuflößen. Noch dürften die Kräuter ihre Wirkung nicht verloren haben.“

Dann führten mich die Soldaten weiter und die nächsten Tage würden für mich eine einzige Zerreißprobe werden, wobei ich es nicht verhindern konnte, dass mir bei diesem Gedanken ein kalter Schauer über den Rücken rann.

-Zeitsprung-


Dunkle, kalte und abgestandene Luft umgab mich, machte mich zu einem einzigen Nervenbündel.
Aber das war noch nicht mal das Schlimmste an meinem Aufenthalt im Kerker.

Der Durst und der Hunger, das, was einen Menschen am Leben erhält und mich genau am Rande dieses entlang balancieren ließ, hatte ich nunmehr seit geschätzten zwei Tage nicht erhalten.
Gefühlt war es bereits eine Woche her.

Dies machte sich auch mittlerweile an meinen Gemütszustand bemerkbar. Ich lag auf einer aus Holzbrettern bestehenden Bank, bewegte mich so gut wie gar nicht mehr, um Kräfte zu sparen und hörte mir beim Atmen zu, um zumindest eine andere Beschäftigung zu haben, als diese blöde Wand anzustarren.

Die Fackeln warfen nur spärlich Licht in meine Zelle, ließen nur die Konturen erahnen. Zumindest hatte ich bis jetzt das Glück gehabt, dass die Soldaten, die die Zellen hier unten bewachten mussten, kein größeres Interesse an mir zeigten, als befürchtet. Aber langsam wurde es wirklich Zeit, dass ich hier rauskam.

Sonst konnte ich für nichts garantieren. Wie ein ums andere Mal schloss ich meine Augen, um zu versuchen, etwas Schlaf zu finden, auch wenn mir dies unmöglich erschien, da ich dafür einfach zu aufmerksam meine Umgebung im Blick behielt. In Sicherheit wägte ich mich nämlich noch lange nicht.

Aber mich würde auch brennend interessieren, wie lange unsere hochgeschätzte Sybilla noch vorhatte mich hier unten versauern zu lassen, doch nicht wirklich alle drei Tage? Wer kümmerte sich schließlich in dieser Zeit um den König? Hatte seine Schwester ihm noch den Tee verabreicht?

Oder, daran wollte ich nicht mal dran denken, lag er bereits im Sterben bzw. war bereits verstorben? Eine schreckliche Vorstellung für mich, da er noch lebte, als ich eingesperrt wurde, zwar schwach, aber immerhin. Ich hoffte einfach das Beste und sank zurück in meinen Dämmerzustand.

-Zeitsprung-

Das Umdrehen eines Schlüssels in einem Schloss ließ mich je aus meinen leichten Schlaf erwachen.
Sofort war ich in Alarmbereitschaft. Denn wer sollte einen Grund haben diese Zelle zu betreten, außer diesen lüsternen Soldaten.

Meine Schonzeit ging also ihrem Ende entgegen. Mit angespannten Muskeln und gespitzten Ohren kauerte ich auf der vermoderten Holzbank und haderte der Dinge, die da kommen. Meine Augen hielt ich geschlossen, um mich nicht frühzeitig zu verraten.

Schwere Schritte ertönten, begleitet von einem am Boden schleifenden Stück Stoff, das höchstwahrscheinlich zu einem Umhang gehörte.

Ich spürte einen Luftzug an meinem Gesicht vorbeiziehen, als eine kräftige, von Schwielen bedeckte, Hand meine Schulter ergriff. Auf diesen Moment nur gewartet, schoss ich nach oben und stürzte mich auf meinen vermutlichen Angreifer.

Dieser, von meiner Tat überrascht, schnappte erschrocken nach Luft und ging mit mir zu Boden, darauf achtend, dass ich genau auf ihm landete, um mich nicht zu verletzen. Dann blieb es einen Augenblick still, jeder seinen Gedanken nachhängend.

Hatte der Unbekannte wirklich dafür gesorgt, dass ich weich landete, um mir beispielsweise die Knie aufzuschlagen?, fragte ich mich angestrengt, zog verwirrt die Augenbrauen zusammen.
Mein Möchtegernangreifer konnte sich aufgrund meines Gewichtes ein schmerzhaftes auf keuchen nicht verkneifen. Und genau dieser Laut verriet mir seine Identität.

„Tiberias?“, zaghaft, fast schüchtern murmelte ich seinen Namen und befreite ihn etwas von meinem Gewicht, indem ich mich mit den Armen zu je einer Seite von seinem Gesicht abstützte.

„Gut erkannt“, gab dieser Trocken zurück. Ärgerlich presste ich die Lippen zu einer schmalen Linie zusammen.

„Dann solltest du dich das nächste Mal gleich zu erkennen geben, anstatt hier umher zu schleichen, oder unsere hochwohlgeborene Prinzessin den Kopf waschen, was ihr denn einfiele mich einsperren zu lassen.

Wenn die Gute nicht kritikfähig ist, hat sie auf dem Thron nichts zu suchen“, gab ich meinen Unwillen kund.
Seitens Tiberias war nur ein belustigtes Schnauben zu hören. Innerlich bis zwanzig zählend, versuchte ich meinen Zorn in Zaun zu halten.

„Warum bist du hier? Wenn du gekommen bist, um dich über mich lustig zu machen, dann kannst du gleich wieder gehen“, erhob ich mich nunmehr von dem kalten, harten Steinboden.

Tiberias folgte mir und stand mir schließlich gegenüber, kloppte seine Uniform ab. „Aus diesem Grunde bin ich nicht hier. Der König schickt mich“, und schaute mir geradewegs in die Augen.

Sofort hatte er meine ungeteilte Aufmerksamkeit. „Wie steht es um seine Gesundheit? Kann er bereits das Bett verlassen?“, wollte ich umgehend wissen.

Mir ein wohlwollendes Lächeln schenkend, trat Tiberias auf mich zu, legte einen Arm um meine Schulter und führte mich mit den Worten „Balduin möchte dich sehen“, durch die offene Zellentür, hinaus aus diesem dunklen Gemäuer zurück in das sonnengezeichnete Jerusalem.

„Der König erwartet euch“, wies mich Tiberias mit einem Hand wink an, die Gemächer Balduins zu betreten. Einen Moment zögernd, da ich schließlich das letzte Mal direkt in den Kerkern für meine Unverfrorenheit gelandet war, bekam ich einen Stoß in den Rücken, der mich durch die Tür taumeln ließ.

Empört drehte ich mich um, um ihm zu sagen, was ich von dieser unsanften Behandlung hielt, doch da schloss sich die große aus starkem Holz gearbeitete Tür bereits hinter mir. Ich schaffte es noch einen kurzen Blick auf Tiberias zu werfen, der mir ein aufmunterndes Lächeln schenkte.

Dann wurde mir der Blick auf ihn verwehrt. Mit angespannten Nerven lenkte ich meine Aufmerksamkeit auf den vor mir liegenden Raum.

Das weich gepolsterte Bett stand mir gegenüber, die dunklen Vorhänge zugezogen, so dass mir ein Blick auf den König verwehrt wurde. Doch die leisen, angestrengten Atemzüge verrieten mir mehr, als mir lieb war.

Es musste ihm immer noch sehr schlecht gehen, wenn er weiterhin das Bett hütete. Ein unangenehmer, kalter Schauer lief mir den Rücken hinunter. „Tretet näher“, ertönte Balduins schwachklingende Stimme.

Ohne mein bewusstes Zutun befand ich mich in der nächsten Sekunde an seiner Seite, schob den Vorhang mit Hilfe meiner Hand beiseite und legte somit den Blick auf ihn frei. Fast wäre ich vor seinem Anblick zurückgeschreckt.

Mir war bewusst, dass seine Krankheit ihn viel Kraft abverlangte, aber so krank hatte er noch nie, seit ich in seinen Diensten stehe, ausgesehen. Völlig entkräftet schaffte Balduin es kaum aufrecht zu sitzen, musste mit Unmengen von Kissen im Rücken gestützt werden.

Es zerriss mir fast das Herz. „Mein König“, senkte ich demütig den Kopf, was ihn zu belustigen schien, da der König leise lachte. Dies ging jedoch sofort in einen Hustenanfall über, der mich alarmiert aufsehen ließ.

Nach vorne gekrümmt versuchte er genügend Luft in seine Lungen zu ziehen, dass ihn anscheint gründlich misslang. Sofort kniete ich mich an seine Seite, legte meine Hände auf einen ganz bestimmten Punkt auf seinen Rücken und drückte zu.

Dieser Griff sollte dafür sorgen, dass genug Sauerstoff in die Lungen strömen konnte. Beinahe sofort erhielt ich die gewünschte Wirkung, die sich dadurch auszeichnete, dass Balduin ein paar Mal tief Atem holte.

Beruhigt zog ich mich zurück und half ihm sich zurück gegen die Kissen zu lehnen. Auf dem angrenzenden Beistelltisch füllte ich ein Glas mit kühlen, frischen Wasser aus einer Karaffe und reichte es dem König.

„Ich danke euch.“ Dann drehte er sich von mir weg, um seine Maske abzulegen, damit er ein paar Schlucke trinken konnte. Ich wandte mich meinerseits ab, um den mir so vertrauten Mann etwas Privatsphäre zu schaffen.

Trotz dessen, das ich schon lange in seinen Diensten stand, vertraute er mir längst nicht soweit in meiner Gegenwart seine Maske abzulegen. Er schämte sich für sein Aussehen, was ich durchaus nachvollziehen konnte und er hatte Angst.
Angst mich zu verschrecken.

Doch, was er nicht wissen konnte, war, dass ich bereits öfter als mir lieb ist mit dieser Krankheit in Kontakt gekommen bin. Jetzt stellt sich natürlich die Frage wie. Nun, meine Familie stammt ursprünglich aus den angrenzenden Dörfern um Jerusalem herum. Auch dort existiert diese Krankheit.

Ein guter Freund meines Vaters erkrankte an Lepra und erhielt keinerlei Hilfe, weder von unseren Ärzten, da ihnen die Heilung dieser Krankheit völlig unbekannt war, noch von den Ärzten der Stadt, da diese einfach zu teuer waren und sich ein gewöhnlicher Bauer dies nicht leisten konnte.

So musste mein Vater hilflos mit ansehen, wie sein Freund den Tod fand. Ich fasste den Entschluss mich genau auf diese Krankheit zu spezialisieren und verbrachte einige Jahre bei den besten Ärzten, die ich zu finden vermochte.

Als meine Ausbildung den Abschluss fand, begab ich mich nach Jerusalem und wurde schließlich als persönliche Ärztin bzw. Dienerin für den König eingestellt.

So lernte ich den vor mir liegenden Mann kennen und lieben, auch wenn diese Liebe keine Zukunft hatte, erleichterte ich Balduin das Leben, so gut ich es vermochte, bis es eines Tages soweit sein würde und er von dieser Welt Abschied nahm.

Doch dies sollte noch etwas dauern, solange ich an seiner Seite stand. „Womit habe ich dich nur verdient?“, holte mich seine Stimme aus meinen Gedanken und ließ mich aufblicken.

Er bedachte mich mit einem sehr sanften Blick aus klaren, blauen Augen, was mir ein Lächeln auf die Lippen zauberte.
„Wenn nicht Ihr, wer dann mein König?“, fragte ich beinahe neckisch und beobachtete liebevoll, wie etwas Lebensfreude in Balduin zurückkehrte und er sich mit bedachten Bewegungen aufrichtete.

„Es wird Zeit dieses Bett zu verlassen und meinen Pflichten nachzukommen. Hilfst du mir beim Aufstehen?“
Wie hätte ich dies verneinen können?

„Seit so gut und bleibt noch einen Moment sitzen. Ich werde einem Diener Bescheid geben, damit eure Gewänder geholt werden“, wandte ich mich bereits ab, als mich Balduins Stimme zurückhielt: „Zerina?“

Mitten im Schritt stoppend, wandte ich mich ihm erneut zu. „Ja, mein König?“ „Ich heiße Balduin.“

Augenblicklich spürte ich, wie mir das Blut in die Wangen schoss und ich errötete. Angenehm überrascht und gleichzeitig peinlich berührt senkte ich den Kopf, gab nur mit einem kurzen Nicken kund, dass ich ihn verstanden hatte. „Sag meinen Namen“, drängte er mich behutsam vorwärts.

Mit pochendem Herzen atmete ich tief ein und flüsterte den Namen, „Balduin“, schon fast nicht hörbar für die menschlichen Ohren und dennoch verständlich genug für den von mir geliebten Manne.

Danach wirbelte ich schon beinahe herum und flüchtete aus dem Gemach, während mich Balduins Lachen noch mehrere Korridore entlang verfolgte.
 
 
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