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Geburtstagsprobleme, Poker und die absolute Apocalypse

von -Julie-
GeschichteHumor / P12
31.12.2011
31.12.2011
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1.812
 
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Die agierenden Akteure gehören Marvel und Fox.



„Logan hat bald Geburtstag. Was schenken wir ihm?“
Mystique schaute Azazel fragend an. Dieser strich über seinen Spitzbart.

„Wie wär’s mit einer Waffe mit Amarantkugeln und einer Flasche medizinischem Alkohol?“

Mystique verzog das Gesicht. „Amarant? Wie soll ich das verstehen?“

„Äh, ich meine Adamantium. Na ja, Logan ist ein Säufer, der nicht betrunken werden kann. Er könnte sich ein paar Kugeln verpassen und dann den Alkohol trinken. Das würde es bestimmt bringen.“

„Besser nicht. Am Ende verliert er noch sein Gedächtnis oder so …“

„Überleg dir was. Ich frag mal die anderen, was die ihm schenken.“

Azazel teleportierte sich zur „Schule für junge Begabte“.

Logan rannte, völlig fertig, auf ihn zu. „Ich muss dir was erzählen!“

„Bist du der Kotletten-Mafia beigetreten?“

„Hä? Das ergibt noch nicht einmal Sinn.“

„Scheiß drauf … schieß los.“

Logan schaute sich verängstigt um. „Apocalypse ist zurück. Er wird uns alle umbringen!“

Azazel war verwirrt. „Logan, Apocalypse ist schon die ganze Zeit zurück. Er sitzt immer im Garten und spielt Halma mit Deadpool.“

„Ist das dein Ernst?“

„Ja, er war sogar auf der Halloweenparty. Ich hänge dauernd mit ihm rum.

Logan sah verstört aus. „Ich ruf mal das Swat-Team zurück, das ich gerade bestellt habe. Bis dann.“

Magneto lief an ihm vorbei. Vielleicht sollte ihm mal jemand sagen, dass man kein blaues Hawaiihemd auf eine grüne Hose mit Hawaiimuster tragen sollte.
Azazel räusperte sich.

„Magneto...?“

Er drehte sich um und strahlte Azazel an.

„Ach nichts...“

Seit Azazel seine Erinnerung an die Einweihungsparty verloren hatte, war er vorsichtig gegenüber Magneto. Man wusste nie, was dieser Mann als nächstes tun würde. Vielleicht ein Modegeschäft eröffnen? Da fiel Azazel sein eigentliches Anliegen wieder ein.

„Warte mal Erik, was schenkst du Logan zum Geburtstag?“

„Einen Modelvertrag für meine neue Modekollektion. Er wird das toll machen.“

„Äh, da freut er sich sicher.“

Azazels schlimmste Albträume waren wahr geworden.

Beast kam mit einem traurigen Gesichtsausdruck auf ihn zu und betrat mit einem genuschelten „Die Beastie-Boys brauchen kein viertes Mitglied“ die Schule.

Azazel schüttelte den Kopf. Storm kam im Business-Outfit heraus. Sie telefonierte.

„Schieb mir jetzt nicht dieses Paar Schuhe zu! Das ist ein anderer schwarzer Peter!“

Sie legte auf, seufzte und lies sich neben Azazel fallen. Ihr Blick verdunkelte sich sichtlich.

„Kann ich dir helfen, ´Ro?

„Ich bin am Ende. Der ganze Scheiß hier geht mir auf den Wecker!“

„Storm? Bist du das?“

Sie verwandelte sich und Mystique saß neben ihm und kicherte.

„Nein, wollte nur gucken wie du reagierst.“

Azazel atmete lautstark aus.

„Wo ist Kurt?“

„Tja, keine Ahnung. Muss er denn in jeder Story irgendwo sein?“

„Ja, verdammt! Du kannst ihn doch nicht einfach allein lassen! Er ist nicht einmal ein Jahr alt!“

„Beruhig dich. Er ist bei irgendeinem lahmen Statisten.“

„Mystique? Ist alles in Ordnung?“

Sie verwandelte sich wieder und wurde zu Apocalypse. Er lachte dröhnend.

„Haha. Wie in der Handywerbung, in der der Typ gar nicht der Typ ist!“

„Amüsant. Aber du bist es doch jetzt, oder?“

„Jap, ich bin’s, Apocalypse. Der heißeste Typ des Universums.“

Apocalypse leckte über seinen Zeigefinger, berührte damit seine Brust und gab einen zischenden Laut von sich. Azazel schaute ihn fassungslos an.

„Was tust du hier? Hast du nichts zu tun? Völker versklaven, irgendwas kaputt machen, in die Luft sprengen...“

„Nein, mein Freund. Ich dachte wir könnten mal was gemeinsam machen. Die Weltherrschaft an uns reißen oder so.“

„Klar. Nächste Woche Freitag hätte ich Zeit. Was schenkst du Logan eigentlich zum Geburtstag?“

„Ich weiß noch nicht, ich dachte du hättest etwas, bei dem ich mitmachen kann.“

„Fuck. Ich überleg mir noch was und lass es dich dann wissen.“

„Hey, gestern war ich übrigens…“

In dem Moment lief Gambit vorbei. Azazel sah seine Chance, einer endlos langen Story von Apocalypse zu entgehen und sprang auf. Er legte einen Arm um Remy und schob ihn unsanft Richtung Schuleingang.

„Hey, Gambit. Mein allerbester Freund von allen. Was ist mit unserem Pokerabend? Hast du Logan Bescheid gesagt, dass wir ihn auf Morgen verschieben? Und was ist mit Charles? Hast du die Helme bestellt, damit er nicht über unsere Gedanken in die Karten schauen kann?“

Mittlerweile hatten sie die Schule betreten und Azazel nahm den Arm runter.

„Welcher Pokerabend? Außerdem: Du hasst mich, Mann.“

„Ja, ich wollte nur dem Gespräch mit Apocalypse entgehen. Überleg dir das mit dem Pokerabend, dass ist gar keine schlechte Idee.“

Azazel lief weg, bevor Gambit noch etwas erwidern konnte.
Es verschlug ihn in die Küche, wo Deadpool stand und Lasagne machte.

„Hey, wie war dein Tag?“, fragte Azazel desinteressiert.

Deadpool schaute ihn verwirrt an. Er deutete auf seinen Hals.

„Ich hab keine Stimme mehr und dachte, wenn ich euch schon keine Gespräche halten kann, mach ich Lasagne.“, flüsterte er.

„Heb mir was auf, Schatz.“

Wade verzog das Gesicht und wollte etwas erwidern, aber er bekam einen Hustenanfall und drehte sich deprimiert in die andere Richtung.

Azazel streckte sich. „Ich bin dann mal weg. Immer cremig bleiben!“

Danach landete Azazel im Labor, in dem Jean saß und einen Hamburger verdrückte. Sie lächelte, mit Ketchup in den Mundwinkeln, als sie ihn sah.

„Hey, Azazel, was geht ab?“

„Ich habe seit Wochen nicht mehr gut geschlafen und ich verbringe meine Zeit damit, über meine eigenen Witze zu lachen. Und dass war das Ehrlichste, was ich seit langem gesagt habe.“

Er seufzte und lies sich auf einen Laborhocker fallen. Jean zog die Augenbrauen hoch.

„Meine Güte, Azazel. Die richtige Antwort auf diese Frage ist: Nicht viel.“

„Sag mal, was schenken du und der Fleischklops Logan zum Geburtstag?“

„Ein Gutschein für einen Barbier.“

Azazel lachte.

„Hey, das ist echt witzig. Schade, dass ich nicht drauf gekommen bin.“

„Kann man nichts machen.“

„Hmm. Ich werde mich jetzt auf eine dieser sterilen Liegen legen und darauf warten, dass es vorbei ist.“

„Was vorbei ist?“

„Der Weltuntergang, dieser böse Traum, das Jankees-Spiel das gerade läuft. Was gerade eben so anliegt.“

„Gut.“

Zwei Stunden später ... vielleicht auch zweieinhalb ....

Azazel wachte auf. Sein Blick war verschwommen. Als er wieder klar sehen konnte, bemerkte er Kurt, der auf seiner Brust saß. Er hob ihn hoch und setzte sich auf.
Mystique saß vor der Liege und unterdrückte ein Lachen.

„Hey, Schatz. Wieder unter den Lebenden?“

Azazel gähnte.

„Wie lange hab ich geschlafen?“

„So … drei Stunden.“

„Tut mir leid. Ich wollte mich eigentlich nur kurz hinlegen.“

Er fuchtelte mit den Händen durch die Luft. Sie nickte resigniert-verständnisvoll.

„Schon okay. Lass uns nach Hause gehen.“

Sie verließen das Labor und standen nun auf dem Flur. Mystique konnte sich nicht mehr beherrschen und lachte laut los.

„Hm?“ Azazel schaute sie fragend an.

„Wenn ich du wäre, würde ich mir das Gesicht waschen.“

„Hä?“

Mystique deutete auf die Glasscheibe des Labors, in der sie sich undeutlich spiegelten. Azazels Gesicht war voller schwarzer Punkte und Striche. Außerdem hatte er eine runde Brille und zusammengewachsene Augenbrauen.

„Was hast du getan?“

„Ich war nur die Brille und die Augenbraue. Der Rest ist von deinem Sohn.“

Kurt gab vergnügte Laute von sich. Azazel strich sich über die Augen.

„Gehen wir nach Hause.“

Um seine Lippen spielte ein Lächeln. Gerade war ihm das perfekte Geschenk für Logan eingefallen. Es war kosteneffizient und gleichzeitig spaßig.


28 Days later …

Azazel hatte beschlossen, die Idee mit der Waffe und dem medizinischen Alkohol zu verschieben und Logan stattdessen eine Gesichtsbehandlung bei seiner Lieblingskosmetikerin zu schenken.
Kleiner Scherz, er schenkte ihm einen Pokerabend.

Gambit saß am Tisch und mischte die Karten, was bei ihm, zugegebenermaßen, beeindruckend war. Azazel holte etwas zu trinken. Logan beobachtete Remy mit einem Blick zwischen Ehrfurcht und Belustigung.

„Wo bleibt Charles?“, fragte Logan, nachdem er sich von dem Anblick losreißen konnte.

Azazel zuckte mit den Schultern und lies sich auf einen leeren Stuhl fallen und warf Logan ein Bier zu.

„Keine Ahnung, er müsste längst hier sein.“

Gambit lächelte. „Wenn er nicht kommt, müssten wir nicht diese absolut
frisurzerstörenden Helme tragen.“

Azazel legte den Kopf schief.

„Welche Frisur?“

Gambit warf die Karten in Azazels Richtung, aber der konnte ausweichen.

In diesem Moment klingelte es. Azazel ging, um die Tür zu öffnen, Remy hob die Karten wieder auf den Tisch.
Charles kam herein. Er hatte eine kleine Schachtel dabei.

„Hey, Charles.“

„Hey, Mc Luzifer. Ich hab noch ein kleines Extra-Geschenk für Logan. Ich hoffe er freut sich.“

„Mh-hm.“

Sie gingen hinein. Charles lächelte breit.

„Hey. Logan, das ist für dich.“

Logan nahm das kleine Päckchen, das der Professor ihm gab. Er packte es aus.

„Blaubeeren?“

„Nicht nur Blaubeeren. 100% blaubeerfreie Blaubeeren.“
Azazel und Gambit lagen auf dem Boden vor Lachen. Logan war enttäuscht. Er nahm eine Beere und wollte sie essen. Der Professor gab einen schrillen Laut von sich.

„Aber Logan! Die sind doch nicht zum Essen. Ich hab sie als Deko gezüchtet.“

Azazel, Gambit und Logan gleichzeitig: „Hä?“

„Jaaa, die perfekte Herbstdekoration!“, erläuterte Charles.

Glücklicherweise kam in diesem Moment Apocalypse aus der Küche und sie konnten anfangen zu spielen. Azazel seufzte.

„Okay, was ich noch sagen wollte, der Pokerabend war ganz allein meine Idee.“ Azazel grinste breit. „Und das gilt auch als Geschenk von Mystique, auch wenn sie Poker hasst. Gut, dann lasst uns anfangen.“

Sie setzten sich alle an den runden Tisch, Gambit fing an die Karten zu verteilen.

Charles schaute fragend in die Runde. „Hey, wisst ihr eigentlich, wer Charles Darwin war? Ich hab irgendwas über ihn gelesen.“

Azazel legte sein Gesicht in seine Hände. Logan runzelte die Stirn.

„War das nicht der Kerl, der in Amerika die Indianer gefunden hat?“

Apocalypse schaute ihn entsetzt an. „Nein! Das war doch Napoleon!“

Azazel blieben zwei Optionen: Eine lange Rede über Evolution und die Entstehung der Arten halten oder sagen dass, Darwin sein Gärtner war. Er entschied sich für die zweite Alternative.

„Leute, Charles Darwin war mein Gärtner.“ Azazel machte ein wehmütiges Gesicht. „Er war ziemlich gut.“

Charles nickte verständnisvoll. „Ist er gestorben?“

Azazel tat traurig. „Ja, sehr tragisch. Er ist in eine Heckenschere gefallen.“

Alle nickten bedauernd. Azazel musste sich beherrschen nicht zu lachen: Das waren seine Freunde.

Alles in allen wurde es aber ein guter Abend. Logans Geburtstag war abgehakt und sie hielten einander keine weiteren Gespräche über verstorbene, schlaue Köpfe.  

Bevor alle gingen, wollte Charles noch ein paar Worte sagen. Er stand auf und klopfte gegen ein Glas.

Logan riss die Augen auf und brüllte: „Ein Wunder! Der Mann kann stehen!“

Charles setzte sich wieder und zischte etwas wie: „Das kannst du nicht beweisen. Denkst du die Schule finanziert sich von selbst? Oh Nein, ich finanziere sie allein von dem Geld, das ich von meiner Krankenkasse einstreiche.“

Dann fing er sich wieder und lallte in feierlichem Ton: „Wir haben uns heute hier versammelt, um den Geburtstag von Logan zu feiern. Party Hard! Aber nun, zu etwas völlig anderem: Ich suche immer noch Leute für meinen Schachclub. Es wäre schön, wenn sich jemand anmelden würde.“

Sie meldeten sich alle an. Selbst Apocalypse. Das würden sie alle bereuen. Sehr bereuen.
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