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Strip My Mind

von Exile
SongficLiebesgeschichte / P16 / Gen
Kurtis Trent Lara Croft
30.12.2011
30.12.2011
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30.12.2011 462
 
Sehr kurzes Werk zur guten Nacht. Bitte unbedingt "Strip My Mind - RHCP" dazu anhören.

Niemals, niemals würde sie das wieder tun. Sich aus Vorfreude auf einen Abend so verlieren, und am Ende an einer Bar enden, als wäre sie ein deprimierter, verrauchter Mittvierziger.
„Noch einen Martini, Lady?“
Der Barkeeper beugte sich, Gläser polierend, über die zerkratzte Holztheke.
„Nein.“

Die junge Frau drehte ein Glas zwischen ihren Händen, starrte gedankenlos hindurch und fixierte den verdreckten Boden. Wie viele Stunden war es jetzt her, dass sie, voller Spannung, eingetroffen war? Und jetzt? Sollte sie wie eine billige Artgenossin dem Barkeeper ihre Nummer geben und verschwinden? Ein Rest des verbliebenen Stolzes meldete sich. Also nicht.
Ihre Haare waren irgendwann am Anfang des Abends mal geflochten gewesen, soweit dachte Lara noch. Mittlerweile hingen sie in aufdringlichen Wellen über den schwarzen Kaschmirpullover. Verflucht sollte er sein...

Warum hatte sie sich überhaupt so etwas abwegiges ausgerechnet, warum sehnte sie sich in seine Nähe? Eine gute Frage, die nicht lösbar erschien.
Warum war er nicht gekommen?
Das Glas splitterte zwischen ihren Fingern. Der Stil brach in zwei Teile, der Kelch fiel unter leisem Scheppern zu Boden.
„Lady?“
Die Aristokratin erhob sich. Verwundert blickte der Kellner der Dame in schwarz hinterher, als sie mit langsamen Schritten und hängenden Schultern in Richtung Bühne lief.
Schatten tanzten langsam über die Fläche, nur noch wenige Menschen, die träge dem Takt der Musik folgten.
Fast nahmen die düsteren Gedanken, verstärkt durch alkoholische Genussmittel, überhand. Fast.

Kräftige Hände schlossen sich um ihre Taille, zogen sie sanft zu sich heran. Mit einem mal schienen die vielen Gläser sinnlos zu sein, was hatte sie überhaupt dazu gebracht, so schwach zu werden? Lara seufzte, während die sanften Akkorde des nächsten Stücks erklangen.
„Du bist spät“, flüsterte sie, sicher, dass er sie hören konnte.
„Ich weiß.“
Kurtis zog sie bestimmt in Richtung Tanzfläche, sacht jedoch, als könne er die starke Archäologin zerbrechen.
„Es tut mir Leid.“
Lara antwortete nicht, schloss die Augen, an den Oberkörper des anderen gelehnt, sich sanft zur Musik wiegend.
„Du siehst bezaubernd aus“, wisperte Kurtis, dicht an ihrem Ohr.
Lara schüttelte kaum merklich den Kopf, ein leises Lachen entwich ihr.
„Es geht schon.“ Durchdringende Akkorde. „Warum so spät?“

Kurtis seufzte, zeichnete sacht die Silhouette der jungen Frau mit den Händen nach.
„Es gibt immer irgendjemanden, der die perfekten Momente verzögert.“
Sie nickte, als wüsste sie die ganze Geschichte. Was zählte denn auch der ganze Rest, wenn er nun hier war?
Leichte Gänsehaut bildete sich an den Stellen, an denen seine Lippen ihren Nacken berührten. Noch immer spielte die Band. Laras Hände hielten die ihres Mittänzers fest umschlossen, erfühlten nur grob die unzähligen Narben. Wie sah das eigentlich aus, zwei grundsätzlich zerstörte Menschen an so einem Ort?
Sie seufzte.
Es tat gut, loszulassen.
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