Bis das der Tod uns scheidet ...

von Jelibaer
GeschichteRomanze / P12
Ares Xena
28.12.2011
28.12.2011
1
2521
 
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
 
 
 
Ares war auf dem Weg zum Bauernhof, auf den Xena ihn damals zurückließ, und hörte plötzlich den Lärm eines Kampfes. Sein Blut bagann zu kochen, und seine Hand erfasste den Griff seines Schwertes. Er rannte los, um sich ins Kampfgetümmel zu stürzen. Als er dort ankam, sah er eine Schlägergruppe, die eine große dunkelhaarige Frau und ihre blonde Begleiterin bekämpften. Mehrere Schläger lagen bereits ausgestreckt auf dem Boden. Auf der Straße konnte Ares die Gruppe von verängstigten Dorfbewohner sehen.

"Xena", flüsterte Ares leise.

Er war überrascht, sie zu sehen. Er hatte sie nicht mehr gesehen, seit sie ihm das letzte Mal geholfen hatte und auf dem Bauernhof zurückließ. Er fragte sich, was sie hier machen würde. Irgendwie vermutete er, dass sie nicht gekommen war, um ihn zu sehen. Sie half wohl den Leute sicher durch die Gegend zu bringen. Jeder wusste, dass dieser Weg nur so von Banditen wimmelte. Er liebte sie, und ein kleiner Teil in ihm war froh, dass sie seine Liebe nicht erwidert.

Als er seine Gedanken beiseite gedrängt hat, stürzte er sich mit gezogenem Schwert blindlinks ins Kampfgetümmel. Sofort prallte sein Schwert mit dem eines anderen zusammen. Ares wimmelte schnell seine Angreifer ab, und blockte gleichzeitig einen weiterer Schlag ab, denn Fehler kann er sich nicht leisten. Der Kämpfer war gut, und Ares verteidigte sich müsam. Die anderen Kämpfer bemerkten es, und bevor Ares wusste, was ihm geschah, wurde sein Schwert aus der Hand geschlagen und fünf Kämpfer stürzen sich auf ihn. Sie schlugen gnadenlos auf ihn ein.

Xenas Schwert schneidet sich durch die Scharen von Banditen. Sie hat kaum bemerkt, dass Ares sich in den Kampf begeben hatte, aber jetzt war ihr bewusst, dass er in Gefahr war. Sie hob ihr Chakram, das ein schnellen Tod den Angreifern bescheren würde. Dann wandte sie sich zu den Männer um. Sie starrte sie finster an, und sie zogen sich zurück. Xena sah ihnen nach und wandte ihre Aufmerksamkeit dann Ares zu. Sie half ihm auf und Gabrielle reichte ihm sein Schwert. Ares war verletzt, aber er war in Ordnung.

"Hallo, Xena. Es ist schön, dass du hier bist", grinste er. "Lass mich raten. Du nimmst diese Menschen in die nächste Stadt mit, weil der Weg gefährlich für sie allein ist. Nun, die Gefahr hast du nun gebannt."

Xena nickte. "Und du? Was machst du hier?"

"Oh, nur auf der Jagd. Ich war auf dem Weg zurück nach Hause, als ich diesen Lärm hörte. Nenn es von mir aus Instinkt, aber ich hatte Lust da mitzumachen. Wie du siehst, habe ich niemanden getötet."

Gabrielle lächelte ein wenig und wollte etwas sagen, als einer von den Schlägern aufstehen wollte. Er hat sein Schwert erhoben und lief zu den Dorfbewohnern rüber. Ohne nachzudenken, warf Ares sich vor ein kleines 9-jähriges Mädchen, um sie zu schützen. Das Schwert des Schlägers durchbohrte tief seine Brust, und Ares sackte zu Boden. Das Blut fließt hemmungslos aus seiner Brust. Xena gab ihm sofort Rückendeckung, und zerschlug den Bösewicht. Dann war sie an seiner Seite.

"Gabrielle?"

"Ja."

"Bring diese Menschen nach Naxos in Sicherheit, machst du das? Ich kümmern mich um ihn."

"Bist du sicher, Xena?"

"Auf jeden Fall. Du wirst mich in ein paar Tagen am Haus antreffen, wenn du zurück kommst. Ich zähle auf dich, Gabrielle."

"Okay. Viel Glück, Xena."

"Dir auch."

Gabrielle bedeutete die Menschen ihr zu folgen. Nach einer Weile taten sie´s auch. Die Mutter und das Kind, das er gerettet hatte, hielten an, um Ares zu danken. Xena jedoch war damit beschäftigt, seine Wunde zu versorgen, als er dann vor Schmerz aufstöhnte. Als die Gruppe schließlich außer Hörweite war, begann sie mit ihm zu reden.

"Ares, was bei Tartarus hast du dir dabei gedacht?"

"Ich habe für einen Moment vergessen, dass ich sterblich bin. Diese Sterblichkeit stinkt mir." Seine Stimme überschlug sich vor Schmerzen.

Xena begutachtete das Schwert, bevor sie wieder sprach und ein Schatten huschte über ihr Gesicht. "Gift."

Die Farbe glitt aus Ares' Gesicht. "Gift?", wiederholte er. "Wie schlimm ist es?"

Xena gab keine Antwort.

"Muss schlimm sein", sagte er.

"Es gibt kein Gegengift dafür."

Ares nahm dies für einer Minute hin. "Und was machen wir jetzt? Es muss etwas - OW!" Er schrie, als Xena die Wunde reinigen wollte.

"Die einzige Möglichkeit dafür wär zu riskant. Du wirst sterben. Das Gift wird neutralisiert, wenn du mit totem Gewebe in Berührung kommst."

Einige Zeit später, brachte Xena Ares schließlich zurück auf dem Bauernhof. Sie half ihm ins Bett und bot ihm eine Hühnerbrühe an. Er nahm es dankbar an. Er war erschöpft vom Kampf und wegen dem Gift.

"Ares", sagte Xena vornehmhaft. "Ich kann die Prozedur beschleunigen, wenn du willst. Du brauchst es nicht abzuwarten, aber wir sollten es bald tun."

Ares schüttelte den Kopf. "Noch nicht. Ich bin nicht bereit."

"Ich verstehe. Jetzt ruh dich aus", sagte sie, als sie sein Kissen aufgebauscht hatte.

Ares lehnte sich nach hinten und schloss die Augen. Nach ein paar kurzen Momente, schlief er erschöpft ein.
Xena sah ihm ein wenig dabei zu und ging dann ins Wohnzimmer. Sie zündete den Kamin an und setzte sich in einem alten Schaukelstuhl ihrer Großmutter. Sie starrte in die Flammen. Ihre Gedanken waren schnell wieder beim voringen Kampf. Sie konnte kaum glauben, dass Ares sein Leben in Gefahr gebracht hatte, um das kleine Mädchen zu retten.
Aber jetzt war er im Nebenzimmer, und lag im Sterben, weil er sich so sehr bemüht hatte.

Wenigstens schläft er jetzt. Xena hat endlich Zeit ihre Gefühle in Klarheit zu bringen. Sie konnte nichts gegen das überwältigende Gefühl des Kummers tun, dass sie ihn verlieren könnte. Sie war nicht sicher, was sie ohne ihn tun würde. Nein, dachte sie, ich werde das nicht zulassen. Stattdessen überlegte Xena, wie sie ihm helfen könnte, es durchzustehen. Ihr Geist aber hatte was anderes mit ihr vor, und schon war sie auf einer Reise tief in ihrer Erinnerungen.
Sie entlastet ihre lange und seltsame Beziehung.

Ares war ein großer Teil von Xenas Leben geworden, und das schon seit sie ein kleines Mädchen war. Ihr Vater war dem Gott des Krieges hörig, und war sogar dazu bereit, ihm Xena zu opfern. Ihre Mutter konnte das nicht hinnehmen, und tötete kurzerhand Atrius, bevor er Xena schaden konnte.
Als Xena älter geworden war, wurde Ares ein noch größerer Teil von ihr. Sie hatte sich den Krieg als ihre Lebensweise ausgesucht und wurde von Ares darauf angesetzt, Hercules zu töten.
Aber Hercules hatte ihr eisig kaltes Herz verändert und gestand ihre Liebe zu ihm. Xena hat dann ihr grausames Dasein hinter sich gelassen und wendete sich von da an nur noch dem höheren Wohl zu.
Aber Ares wollte das einfach nicht akzeptieren und gab dann sogar seine Liebe ihr gegenüber zu. Anfangs hatte sie sich dagegen gewehrt, und glaubte, er würde nur versuchen, sein eigenes Leben vor der immer näher kommenden "Götterdämmerung" zu schützen. Aber auch jetzt beteuert er seine Liebe zu ihr. Sie fing an, ihm zu glauben, und erwiderte allmählich seine Liebe.
Sie begann sich tief in ihn zu verlieben, und das seit ihrer Schwangerschaft mit Eve. Sie glaubte, es wären nur die Hormone gewesen, aber dann hatte sie gewusst, dass es mehr war. Nun seit er ein Sterblicher wurde, hat sie sich mehr in ihn verliebt als je zuvor. Sie konnte ihn nicht verlieren!

Draußen war ein Sturm zu hören. Donnernde Wut dämmerten und Blitz erhellte den Himmel. Der Donner riss Xena aus ihren Gedanken. Wenigstens das neue Dach hält, dachte sie. Sie warf einen Holzklotz auf dem Feuer und schürte die Glut . Sie hatte nicht bemerkt, wie lange sie in Gedanken versunken war.

“"Xena", rief Ares vom Schlafzimmer aus.

"Ich komme", antwortete sie in seiner Richtung.

Mühevoll versuchte er sich aufzurichten. Xena schob ihn wieder nach unten und deckte ihn zu, dann half sie ihm, einen Schluck Wasser zu nehmen. Horaz, Ares' Hund ist auf dem Bett gesprungen und kuschelte sich an einen engen Ball an der Seite seines Herrchens.

"Du solltest dich ausruhen."

"Das kann ich nicht, Xena. Vorher muss ich noch mit dir reden."

"Ares", antwortete sie und legte eine Hand auf seine Stirn. Das Gift verbreitete sich schneller in seinen Körper, als sie erwartet hatte. Fieber überkam ihn. "Wir müssen es jetzt tun, wenn wir dein Leben retten wollen."

"Ich weiß. Deshalb habe ich dich hierher gerufen. Hör zu, bevor wir weiter machen, muss ich ... klar, die Differenzen zwischen uns beide beseitigen. Ich muss mich mit dir versöhnen, bevor ... ich heute abend sterbe."

"Ares", sagte Xena, besorgt über die Intensität seiner Stimme.

"Pssst", sagte er und legte den Finger auf ihre Lippen. "Bitte, Xena, ich muss das sagen. Ich habe über einiges nachgedacht ... über uns. Es tut mir so leid, dass ich mich wie eine Laus aufgeführt habe. Alles, was ich jemals tat, war nur zu diesem einen Zweck ... mit dir zusammen zu kommen. Ich habe nie daran gedacht, dass ich dich verletzen könnte. Ich wollte dich nur lieben. Die ganze Sache mit der Kriegerkönigin, auf was ich bestand, ... Es war nur, dich davon zu überzeugen, dass wir zusammen gehören. Xena, keine Sterbliche hat jemals mein Herz berührt ... außer dir.
Ich werfe dir nichts vor, weil du meine Liebe nicht erwidern kannst. Ich wollte mich nur ... für das, was ich tat, entschuldigen ... und, um dir mitzuteilen, dass meine Liebe für dich echt ist. "

"Es sprichst das Fieber aus dir. Du bist nicht klar im Kopf," versuchte Xena zu scherzen, um die Spannung zu besänftigen. Sie war nicht ganz sicher, was sie sagen sollte. Sie weiß immer noch nicht, ob sie ihn liebt oder nicht.

"Nein, das ist das erste Mal, dass ich klar im Kopf bin. Hör zu ..., wenn ich heute Abend sterbe ..."

"Ich werde nicht zulassen, dass das passiert, Ares. Ich lasse dich nicht sterben", sagte sie leise. "Ich liebe dich."

Für eine lange Zeit, stand die Zeit still. Ares konnte es nicht glauben, was er gerade gehört hatte. Xena konnte kaum glauben, dass sie diese Worte grade gesagt hatte - Worte, die sie seit langem laut sagen wollte. Ein strahlendes Lächeln huschte über Ares´ Gesicht.

"Wirklich?"

"Wirklich."

Sie beugte sich über ihn und küßte ihn leicht auf die Lippen. Er erwiderte den Kuss. Sie schmolzen in einem leidenschaftlichen Kuss dahin - ein Kuss, das schon lange überfällig war. Als sie sich von einander loskamen, starrte Ares Xena direkt in die Augen.

"Lass mich nicht gehen."

"Niemals."

Für einen Moment studierte Ares Xenas Gesicht. Das Bild wird in seiner Seele für immer eingraviert sein.
Sie war seine Heimat, sein Grund, um in diesem elenden sterblichen Zustand weiter zu leben. Er wollte das jetzt nicht verlieren. Xena kam näher und legte die Messerspitze auf seiner Brust. Sofort steigte Panik in ihm auf als der Blutfluss zum Gehirn verkürzt wurde. Sein Gesicht verzerrte sich vor Schmerz und er schlug wild um sich. Horaz bellte drohend Xena an. Plötzlich bewegte Ares sich nicht mehr. Er war noch nicht weg. Das wusste sie. Aber Horaz heulte traurig. Fünf, vier, drei ... Sie wollte, der Hund würde endlich die Klappe halten ... zwei, eins. Sie wartete. Nichts geschah.

Sie fing an, die Vitalfunktionen zu überprüfen, um festzustellen, dass er noch am Leben war. Eine Träne glitt über ihre Wange. Immer noch nichts. Sie begann die gleiche Technik anzuwenden, die sie vor langer Zeit angewand hatte, um Gabrielle wieder zum Leben zu erwecken. Sie beatmete ihn und versuchte, sein Herz zum Schlagen zu bringen.

"Ares, komm zurück zu mir. Hörst du mich? Verlass mich nicht. Ich liebe dich."

Ares wurde tiefer in die Dunkelheit hinein gezogen, die ihn umgab. Alle Schmerzen waren verschwunden, und er hatte das Gefühl, dass er das auch spürte. Etwas stimmte nicht. Und dann traf es ihn. Er war tot. Er geriet in Panik. Er wusste nicht, was er tun sollte. Das war als er die Stimme eines Engels hörte und ihm zu rief. Sie rief ihn beim Namen und bat ihn, zu ihr zu kommen. Sie drückte ... ihre Liebe zu ihm aus?!?! Sofort wurde er von der Stimme beruhigt und er kämpfte gegen die Dunkelheit an, um sein Leben zurückzugewinnen - und die Frau, die er liebte.

Für einen Moment geschah nichts. Xena wurde müde und ihr Herz sank. Als neue Tränen in ihren Augen aufkam, schnappte Ares nach Luft. Er öffnete die Augen.

"Hallo, Xena", murmelte er. "Bin ich tot?"

Ein kleines erleichtertes Lachen ließ sich von Xena verlauten.
"Nein, ich fürchte, du wirst im Land der Lebenden bleiben müssen. Du wirst wieder gesund werden."

Sie hielt ihn fest. Horaz leckte freudig seine Wange.

Die Sonne schien hell und eine warme Brise wehte. Nicht mal eine einzige Wolke bedeckte den Himmel. Gabrielle konnte es kaum erwarten, das Bauernhaus zu erreichen. Es waren ein paar Tage vergangen, als sie Xena verlassen hatte und Ares in einem schlechten Zustand da lag. Gabrielle war gespannt zu erfahren, wie es ihm nun geht. Sie bog um eine Ecke. Das Bauernhaus kam endlich in Sichtweite. Sie stieß einen erleichterten Seufzer aus. Es wäre schön, sich endlich zu entspannen - oder zumindest hoffte sie, dass sie dazu Gelegenheit kriegen würde. Sicher war sie dankbar, dass es keine andere Angriffe auf den Weg nach Naxos gab, aber sie war müde.

Sie erreichte die Tür und klopfte an. Zu ihrer Überraschung hörte sie Ares hinter der Tür antworten. Er war zwar ohne Hemd, aber seine Brust war mit Bandagen umwickelt. Er hatte seine Lederhose nicht an. Stattdessen trug er eine dunkle Baumwollhose, worüber er sich immer beschwert hatte. Aber dennoch, schien es sehr bequem zu sein.
Sein Gürtel hing auf einem Stuhl, und Xena setzte sich vor dem Kamin. Sie strechelte den Bauch von Horaz, und ihre Waffen lehnten gegen eine Wand. Ihre Rüstung lag auf den Fußboden neben den Waffen. Sie hatte ihr Leder-Outfit nicht mehr an. Alles, was sie trug, war ein weißes Baumwoll-Slip. Bei beiden war das Haar zerzaust. Gabrielles Herz rutschte ihr bis zur Kehle, als sie begriff, dass sie wohl zur schlechten Zeit kam.

Xena sah Gabrielle und stand auf. "Hallo Gabrielle. Wie ist es gelaufen?"

"Schön", sagte sie räuspernd. "Ich nehme an, dass auch hier alles glatt lief." Sie bemerkte, wie nahe Xena Ares stand, und sein Arm war um ihre Taille.

"Mehr als gut", grinste Ares. "Ich bin trotz allem am Leben."

Gabrielle nickte überzeugt. "Das sehe ich. Es war wirklich alles okay?"

"Oh, sicher. Es lief alles so, wie wir es wollten", sagte Xena mit einem Funkeln in ihren Augen - ein Funkeln erschien auch in den Augen von Ares.

Von dem Moment an dachte Gabrielle, dass sie Xena wohl mit einem anderen teilen musste.
Review schreiben