Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

~Bus Trip~

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteDrama, Freundschaft / P12 / Gen
Alice Raven (Gilbert Nightray) Vincent Nightray
27.12.2011
27.12.2011
1
2.139
 
Alle Kapitel
7 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
 
 
27.12.2011 2.139
 
Hallo und herzlich willkommen zu meiner Pandora Hearts FF :)
1.: Ich habe die Charas (leider!) nicht erfunden sondern Jun Mochizuki-sensei!!
Bin nur ein rießen Fan ;DD
2.:Die Story spielt im Jahr 1980 oder zumindest so ungefähr ;)
3.:Ich fürchte die Charaktere sind etwas OC, also nicht wundern >___<
Ansonsten viel Spaß beim Lesen!! *Keksteller rumreich*

Ein blonder Junge lies sich langsam auf seinem gewohnten Sitzplatz nieder. Jeden Morgen fuhr Vincent mit demselben Bus, auf demselben Sitzplatz zur Schule. “Sein Platz” befand sich vorne links, direkt hinter dem Fahrer. So vermied er Blickkontakt zu jeder Person, die noch mitfuhr. Da es zwei Plätze waren, hatte er auf den anderen demonstrativ seine Tasche platziert. Niemand beachtete ihn, beziehungsweise wollte ihn beachten. Wer wollte schon etwas mit einem Jungen zu tun haben, der zwei verschiedenfarbige Augen hatte? Das eine rot, das andere grün. So etwas war nicht “normal”. So etwas durfte es nicht geben! Aber so waren die Menschen. Alles Ungewohnte betrachteten sie, ja mehr noch mit Abneigung und Verachtung. Manche sogar mit Furcht. “Unglückskind” wurde er genannt, Geschichten rankten sich um ihn, dass er einst einen Pakt mit dem Teufel geschlossen habe. Das seine Eltern früh gestorben waren, trug nicht gerade zu einer Besserung der Situation bei. Doch inzwischen hatte er sich daran gewöhnt, verabscheut zu werden. Obwohl er fand, dass man hier nicht von “gewöhnen” sprechen konnte. Er hatte sich angepasst und sich seine eigene kleine Welt geschaffen.
Unauffällig lies er seinen Blick umher schweifen. Ein Junge, der auf dem Zweierplatz rechts von ihm saß erregte seine Aufmerksamkeit. Natürlich setzten sich die Leute nicht immer auf dieselben Plätze, doch dieser Platz wurde grundsätzlich gemieden, da man sich sonst mit ihm auf einer “Ebene” befand. Doch nun belegte ein schwarzhaariger Junge, der ungefähr so alt zu sein schien wie er selbst, genau diesen Platz. Er schien sich nicht einmal unwohl zu fühlen!
Seine Verwunderung blieb nicht lange unbemerkt. Der Junge drehte sich zu ihm und lächelte ihm freundlich zu, dann wandte er sich erneut ab. Nein, was war das heute aber auch für ein seltsamer Tag! Angestrengt versuchte er nicht rot zu werden. Es war ihm peinlich dabei erwischt zu werden, wie er heimlich jemanden beobachtete. Vincent krallte seine Finger in seine abgewetzte Hose und betrachtete angestrengt den Boden.

In den nächsten Tagen verschwand der Neuling nicht von seinem Platz. Selbst wenn er erst hierher gezogen war, musste ihm bereits von Vincent erzählt worden sein. Wieso saß er also noch da? Selbst bei den anderen Fahrgästen erregte das allmählich die Aufmerksamkeit und ein paar Neugierige fragten ihn sogar, doch er antwortete nur: “Mir gefällt der Platz hier. Man hat eine tolle Aussicht!”
Jeden Tag lächelte er Vincent freundlich zu und dieser schien sich auch daran zu gewöhnen. Schließlich gelang es ihm sogar schüchtern sein Lächeln zu erwidern.

Auch an diesem Tag saß er wieder auf seinem Platz. Vincent beobachtete wie ein altes Ehepaar einstieg. Sie schienen neu zu sein, doch ihre Blicke sagten ihm genau, dass sie ihn bereits kannten, zumindest wussten sie wer, besser gesagt was er war. Doch der blonde Junge schenkte ihnen keine weitere Beachtung. Erst ein verächtliches Schnauben lies ihn aufblicken. “Die Jugend von heute ist ja so unhöflich!”, keifte die ältere Dame und funkelte ihn bösartig an. Nun schalltete sich auch ihr Ehemann ein. “Ja, dich meint sie, du Teufelskind!”
Vincent konnte einen Schluchzer nur schwer unterdrücken. Das hatte wehgetan. Egal wie oft die Leute ihm solche Spitznamen gaben, der Schmerz wurde nicht weniger. Mit jedem Mal machte man ihm damit deutlich, wie Verabscheuenswert er war und jedes Mal schien sich eine weitere Nadel tief in sein Herz zu bohren. Er hasste sie, diese verdorbene Welt!
Langsam stand er auf und nahm seine Tasche. Das Ehepaar setzte sich ohne ein Wort des Dankes auf SEINEN Platz und niemand kam ihm zu Hilfe oder versuchte ihn zu trösten. Im Gegenteil! Hier auf dem Gang war er ihren Blicken schutzlos ausgeliefert. Einige begannen dem Ehepaar sogar zu applaudieren. Ein Mädchen stand auf und meinte frohlockt: “Endlich hat ihm mal jemand gezeigt wo er hingehört!” Gelächter folgte, das mit einem Mal verstummte als eine Stimme rief: “Lasst ihn in Ruhe!”
Verwirrt sah Vincent auf, zu dem schwarzhaarigen Jungen, der ihm immer zulächelte. “Was willst du denn?”, die Stimme des Mädchens, das schon kurz zuvor so vorlaut gewesen war, triefte nur so vor Hohn. Alice. Vincent kannte sie aus der Schule. Ihre roten Augen funkelten ihn meist mit solcher Boshaftigkeit an, dass er sie so gut es ging mied. Bereits wenn er ihren schwarzen Haarschopf in der Menge erblickte, ergriff er die Flucht. Doch dieser Junge ignorierte sie einfach! Stattdessen streckte er ihm, Vincent, die Hand hin und fragte: “Willst du nicht neben mir sitzen?” Die Andeutung eines Lächelns schlich sich auf Vincents Gesicht und ergriff die dargebotene Hand.
“Ok.” Der Schwarzhaarige lächelte zurück. Seine ruhigen schwarzen Augen streiften über Vincent. “Schön dich kennenzulernen, ich bin Gilbert.” “Oh, ich bin Vincent!” Ihm wurde bewusst, dass die anderen Leute sich nicht weiter für ihn zu interessieren schienen, selbst Alice lies ihn in Ruhe. “Vincent, sollen wir Freunde sein?”, fragte Gilbert fröhlich. “Was du willst mit mir-...?” “Ja klar! Ich bin neu hier und kenne noch niemanden also! Was sagst du?” “I-ich..”, verdutzt sah der Blonde ihn an, “J-ja klar!” “Toll, wo gehst du zur Schule?” Vincent sah auf. “Da! Dort vorne ist sie, siehst du sie?” Gilbert grinste. “Ja klar, da geh ich auch hin! Vielleicht sehen wir uns mal in der Pause?” Die beiden lachten und zum ersten Mal fühlte Vincent sich wirklich glücklich.

Die nächsten Tage vergingen wie im Flug. Mit Gilbert schien das Leben für ihn wieder einen Sinn zu haben. Er wechselte sogar die Klasse und nannten sich Brüder (Gilbert der große, Vincents der kleine Bruder!), selbst wenn sie sich nicht sehr ähnelten. Doch eine Person wollte ihn trotz allem nicht in Ruhe lassen. Alice. Ihre Streiche wurden noch boshafter als sie es ohnehin schon gewesen waren.
Schließlich sprach Gilbert ihn darauf an. “Was ist eigentlich mit dir und Alice?” “Ach Alice...naja sie scheint mich nicht sonderlich zu mögen...”, meinte Vincent nur. “Ja das merkt man! Aber wieso?” Vincent sah ihn verwirrt an. “Siehst du meine Augen?” “Ja, was soll da sein?” “Na sie haben zwei verschiedene Farben! Und dann auch noch rot und grün! Auffälliger gehts ja wohl nicht!” “Ja, aber das ist doch kein Grund”, Gilbert hob tadelnd den Finger, “lass dich von ihr nicht so runterziehen!” Vincent sa zu Boden. Wie sollte er daran bitte etwas ändern. “Otouto-chan! Hör mir gut zu. Da wo ich herkomme würden dich die Menschen bewundern! Sie würden dich einen Engel nennen!” Der Junge sah Gilbert misstrauisch an. “Was, wieso das denn?!” “Wegen deiner Haarfarbe! Deine Augen wären Nebensache. Weißt du ich wurde auch oft ausgelacht, weil ich meine schwarzen Haare gemocht habe und nicht wie die anderen versucht habe sie zu färben! Aber ich war nun mal zufrieden mit ihnen!” “A-aber das ist doch verrückt!”, rief Vincent entsetzt. “Ja und was ist das dann mit deinen Augen?” Der Blonde schluckte. “Na ja...” “Ach komm schon seien wir doch mal ehrlich: Alice ist da nicht viel besser dran als du! Ich meine rot ist auch nicht sehr beliebt!” “Aber sie wird nicht ausgelacht!” Gilbert sah ihn erstaunt an. “Woher willst du das wissen? Glaub mir ihr ist es genau so ergangen wie dir! Indem sie dich zur neuen Zielperson gemacht hat, ist sie beliebt geworden! Aber was glaubst du würde passieren, wenn ich sie bloß stellen würde?” “Was?” “Vincent, soll ich zu ihr hingehen und mich über ihre Augenfarbe lustig machen? Wäre doch super, dann wärst du aus dem Schneider und alle würden Alice ärgern, oder?” Vincent dachte nach. // Dann würden mich alle mögen.. Und Alice würde ihre gerechte Strafe bekommen...aber dann-//
“NEIN!”, antwortete er entschieden, “Denn dann...Denn dann wäre ich nicht besser als sie selbst!” Gilbert grinste. “Siehst du, du hast es doch verstanden!”


Es vergingen einige Monate bis Vincent eines Tages wieder allein im Bus saß. Gilbert war nicht eingestiegen und der Junge begann sich Sorgen zu machen. //Wahrscheinlich ist er krank...hoffentlich nicht allzu lange../, überlegte er. Doch dann dachte er daran, dass sie versprochen hatten den anderen anzurufen, wenn sie nicht kommen konnten. “Wenn einer nicht kommen kann, schwänzt der andere eben!”, hatten sie sich geschworen. Ob ihm vielleicht etwas zugestoßen war? Unruhig rutschte er auf seinem Platz hin und her. Schließlich beschloß er den Busfahrer zu fragen. Mehr als der kam wohl niemand in der Stadt herum.
“Ähm...entschuldigen sie?” Der mann antwortete ohne sich umzudrehen. “Was gibts?” “Haben sie zufällig was von Gilbert gehört?” “Mit quietschenden Reifen hielt der Bus. Erschrocken sah Vincent auf und sah, dass sie vor einer roten Ampel zum Stehen gekommen waren. Der Busfahrer drehte sich um. “Und ich hab mich schon gewundert, wieso du so gut drauf bist”, murmelte er kopfschüttelnd, “ tut mir Leid, dass du es jetzt erst von mir erfährst, aber dein Bruder...”, er hielt inne und senkte den Blick, “..wurde gestern von einer Bahn überfahren...”
“Er ist..tot....?”, eiskalt durchzuckte ihn die Erkenntnis und er keuchte auf. “Nein, nein...nicht Onii-san!”, schluchzte er. Seine Hand krallte sich in seine Brust, dort wo sein Herz schlug. “Nein, sie lügen!”, schrie er. Glücklicherweise hielt der Bus gerade an einer Haltestelle und Vincent rannte Hals über Kopf hinaus. Seine Tasche lies er zurück. “Hey! Junge, warte!”, rief der Fahrer, doch Vincent hörte ihn bereits nicht mehr.
“Onii-san, Onii-san...nein das kann nicht sein..das ist eine Lüge..das kann nicht sein, das darf nicht sein!” Er rannte die Straße entlang, bog in irgendeine Gasse und rannte und rannte. “Gilbert, GILBERT!”, rief er aus purer Verzweiflung. //Vielleicht kommt er gleich hinter einer Ecke hervor...lachend und...am Leben...// Keuchend hielt er inne. Es hatte begonnen zu regnen und weit und breit war kein Unterschlupf zu sehen. Vincents Beine gaben nach und er stürzte auf das nasse Kopfsteinpflaster, irgendwo in einer schmalen, verlassen Gasse. Seine Finger krallten sich in den Boden, als er plötzlich ein schmuddeliges Blatt erblickte. “Eine Zeitung?” Er hob es auf und erkannte auf dem Titelblatt seinen Freund. Er machte sich gar nicht erst die Mühe es zu lesen. Das schwarzweiß Foto mit einem kleinen Kreuz darunter und ein Bild von der Straßenbahn, machten ihm nur allzu deutlich, dass der Fahrer unmöglich gelogen haben konnte. Pitschnass und zitternd saß Vincent auf der Straße und zerstrubbelte sich das Haar bis das schöne Gold sich durch den Schlamm an seinen Händen in ein dreckiges blond verwandelte.
Irgendwann stand er auf und ging nach Hause, doch die quälende Frage lies ihn nicht los. Wieso Gilbert? Wieso ein Junge, der so viel gutes für ihn getan hatte? //Wieso er und nicht ich...?//

Ein paar Monate später. Vincent hatte sich wieder erholt. Zu seinem Glück hatte Gilberts Tod auch die Sichtweise der anderen Ihm gegenüber verändert. Sie ärgerten ihn nicht mehr, sondern versuchten ihn zu trösten und einige fragten ihn sogar, ob er mit ihnen befreundet sein wolle, doch er lehnte das Angebot freundlich ab. Eines Tages kam sogar Alice zu ihm und bat ihn um Verzeihung. Sie zeigte ihm ihre freundliche Seite und Vincent wurde bewusst, dass sie gar nicht so böse war. Schließlich wurden sie sogar Freunde. Nur eines änderte sich nicht. Im Bus saß Vincent immer alleine. Immer auf demselben Platz: Vorne rechts. Dort wo Gilbert immer gesessen hatte und niemand durfte sich neben ihn setzen.

Als er wieder einmal dort saß und zur Schule fuhr, fiel ihm auf dem Zweierplatz links von ihm ein Junge auf, der in sich zusammengesunken zu Boden starrte. Sein Pony war so lang, dass es ihm über seine runden Brillengläser fiel und die Augen verdeckte. Insgesamt war sein schwarzes Haar zerstrubbelt und hätte wohl mal wieder ein Bad nötig gehabt. Lächelnd blickte Vincent nach vorne. Genau so hatte er früher immer dort gesessen.
Als er nach einiger Zeit zu ihm drehte, bemerkte er, dass der Junge ihn die ganze Zeit angestarrt hatte. Vincent lächelte ihm zu und dieser drehte sich hastig wieder weg.
Auch am nächsten Tag saß er wieder da. Als sich die Prozedur vom vorherigen Tag wiederholte, beschloss Vincent zu handeln.
“Hey, du da!”, rief er ihm zu. “W-was? I-ich?”, fragte der Schwarzhaarige schüchtern. “Ja, du! Willst du dich neben mich setzen? Du siehst ein bisschen einsam aus.” Der Junge sah ihn erstaunt an. (Soweit er das wegen dem langen Pony beurteilen konnte). Freundlich lächelnd streckte er ihm die Hand hin und der andere ergriff sie. “Ich bin Vincent und du?” “...Leo..Ich bin Leo”, ein Lächeln stahl sich auf Leos Lippen, “danke für den Platz!” Vincent grinste. //Ich hoffe du kannst das sehen, Onii-san. Ich hoffe du bist stolz auf mich!//

ENDE

Würde mich über Reviews freuen ;)

LG
     MissSayuri
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast