Wichtel-Hähnchenkeule

von Epistula
KurzgeschichteParodie / P12
26.12.2011
26.12.2011
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Wie schon gelesen, ist das ein Wichtelgeschenk an die liebe ametista, die sich Dean Winchester, Oliver Wood, Edward Cullen und Mortimer Folchart in einem OS gewünscht hat. Zufrieden bin ich nicht ganz damit, aber es war dann doch schwer, alles zusammen in einen OS zu packen. Falls es jemandem gefallen sollte ... viel Spaß damit!:)


MULTICROSSOVER
Supernatural, Bis(s), Harry Potter und Tintenherz


''Wichtel-Hähnchenkeule"


~   ~   ~   ~


Verwirrt schaute Dean Winchester sich um. Wo war er? Und weshalb war er hier? Als er an sich herunter schaute, blieb dem Dämonenjäger fast das Herz stehen. Wieso zur Hölle hatte er eine Schuluniform und einen Umhang an? Eine fein säuberlich geknotete rot-gelbe Krawatte zierte ihn außerdem.

„Gabriel, wenn das wieder eins deiner beschissenen Streiche ist, dann bring ich dich um!“, fluchte Dean und schaute sich hilflos um. Wo war Sam?
„Sam?!“, rief er deswegen sogleich und drehte sich einmal um seine eigene Achse. Nichts. Also, was machte ein Jäger, wenn er sich irgendwo befand und er nicht wusste, wie und wo er war? Genau. Die Lage analysieren und den Ort abchecken. Also ließ Dean seinen Blick schweifen. Er stand in einem langen Korridor, welcher durch das helle Sonnenlicht, welches durch die hohen Fenster fiel, erleuchtet wurde.

Erst jetzt bemerkte der Winchester, dass er ein Buch in der Hand hielt. Da das seine einzige Information bis jetzt war, besah er es sich näher.
„Was zur Hölle …?“, murmelte er, als er den Titel des Buches laß: Zaubertränke
„Ehrlich, Gabriel! Du hast mich schon oft genug verarscht, aber Bekanntschaft mit Harry Potter will ich nicht machen!“, knurrte Dean und klemmte sich das Buch unter den Arm, um sicheren Schrittes den Korridor entlang zu laufen. Er verstand den Sinn dahinter nicht. Es konnte doch nur wieder so ein beschissener Scherz von diesem Scherzengel sein, der meint, er wäre lustig.
Fluchend und sich Mordpläne überlegend trat Dean irgendwann durch einen großen Torbogen und fand sich auf einer großen Wiese wieder, welche durch Burgmauern von der Außenwelt getrennt wurde.
„Nicht ernsthaft, oder?“, fragte er sich gequält und schaute sich um. Als er eine Gestalt erkannte, die sich gerade über irgendeine Kiste beugte, lief er auf diese zu.

„Hey du!“, rief Dean und blieb überrascht stehen, als der junge Kerl sich aufrichtete und ihn fragend musterte, ehe ein Grinsen sein Gesicht zierte. „Hey Dean! Ich habe auf dich gewartet. Das da ist die Kiste mit den Quidditchbällen, da ich dir versprochen habe dir zu zeigen, wie das alles geht“, erklärte er fröhlich und schnappte sich das Buch unter Deans Arm, um es dann achtlos auf den Boden zu werfen.

Der Dämonenjäger stand einfach da und das große Fragezeichen in seinem Gesicht war mehr als deutlich zu erkennen. Er wollte zu einer Antwort ansetzen, doch es brauchte einige Anläufe, da er anfangs einem nach Luft schnappenden Fisch glich. „Qu … Quidditch?“, fragte er ungläubig und durchwühlte seine Gehirnzellen nach dem Namen des Typen. Dean erinnerte sich an ihn. Es hatte schon einige langweilige Fernsehabende gegeben, an denen Harry Potter und der Stein der Weisen in der Glotze gelaufen ist.

„Ehm, hör zu … Olaf“, versuchte Dean, woraufhin er einen verwirrten Gesichtsausdruck seines Gegenübers erhielt.
„Oliver … Oliver Wood, Dean. Was ist los mit dir?“, hakte dieser nach. Dean schüttelte den Kopf. „Nichts, tut mir Leid. Aber mir ist gerade nicht nach … Quidditch. Das ist nicht meins, ehrlich nicht. Also tu mir einen Gefallen und steck die Dinger wieder in diese Kiste und dann lass uns was essen gehen“, sagte Dean und ließ seinen Blick suchend wandern. Er erwartete jeden Augenblick, dass etwas passierte, oder sogar Gabriel am Ende auftauchte. Irgendwas in der Art.

„Na gut. Du siehst auch gerade echt nicht gut aus, vielleicht würde dir ein Happen zu essen gut tun. Dann lass uns mal in die große Halle gehen! Jetzt dürfte sowieso das Mittagessen serviert werden!“, stimmte Oliver übertrieben fröhlich zu und schloss die Kiste ab. „Die lasse ich hier stehen, wir können uns später noch mal hierher begeben und sie uns besehen!“

Dean holte tief Luft. Dieser aufgedrehte Heini ging ihm jetzt schon auf die Nüsse, mit seinem Zahnpastalächeln und diesen Augen, welche jede Schwiegermutter lieben würde. Aber wie war das immer? Gute Miene zum bösen Spiel, also freundlich zu dem Kerl sein und mitspielen.
Aufmunternd klopfte Oliver Dean auf die Schulter. „Na dann los geht’s! Ich bin gespannt, was es zum Essen gibt. Ich mag ja die Variante mit den Zauberwaldsalatköpfen und Besenmohrrüben. Meistens gibt’s diese wunderbare, seltene Hippogreifsauce dazu … auch wenn ich mich damit bei Hagrid unbeliebt mache, aber hey – es schmeckt mir, warum sollte ich verheimlichen was ich mag? Ich denke, jeder sollte seine eigene freie Meinung haben und man sollte den anderen akzeptieren, so wie er ist, stimmt’s?“, plapperte Oliver drauf los, als sie die Wiese überquerten und den Torbogen passierten.

Erneut holte Dean tief Luft. Wenn der Kerl weiterhin so labern würde, würde er ihm definitiv seine vorlaute Gosche mit einem dieser Besenmohrrüben stopfen. Aber er ließ sich nichts davon anmerken, sondern antwortete auf Olivers Frage.
„Doubblecheeseburger mit extra Zwiebeln und Speck. Ein gekühltes Bier dazu und schon habe ich mein persönliches Fünf-Sterne-Dinner.“

Verwirrt runzelte Oliver die Stirn. „Das hört sich ziemlich nach dem an, was Muggel essen, oder?“
„Hey – es schmeckt mir, warum sollte ich verheimlichen was ich mag?“, wiederholte der Winchester die Worte des Jüngeren und schaute sich erneut unauffällig um. Das konnte doch nicht sein, dass alles so ruhig blieb! Dean wartete immer noch auf den großen Knall, der bald kommen musste. Alles andere wäre sonst … nun ja, unnormal! Wobei, was war denn in Deans Leben schon normal?

„Du lernst schnell, mein Freund!“, erwiderte Oliver freudig und sprang einige Stufen hinab, als sie um eine Ecke bogen. Sie fanden sich in einer Art großem Vorraum wieder und am deutlichsten waren die großen Türen. Zielstrebig lief  der Quidditchspieler darauf zu und öffnete die Türen energisch. Gespannt lugte Dean dem Kleineren über die Schulter und stellte erstaunt fest, dass das hier alles wirklich aussah, wie im Fernseher. Vier lange Tischreihen, an denen einige Schüler saßen und lernten, zu Mittag aßen oder sich einfach unterhielten.
Ein paar von ihnen blickten auf, ließen ihre Blicke aber wieder desinteressiert sinken, als sie sahen, dass es nur Oliver und Dean – den sie alle zu kennen schienen – waren.

„Was ist denn dort schon wieder los?“, fragte Oliver und deutete auf eine kleine Gruppe am Ende eines der Tische, die heftig diskutierte. Dean folgte seinem Blick, konnte aber Näheres nicht in Erfahrung bringen, aber interessieren tat es ihn sonderlich auch nicht. Irgendwelche nervigen, pubertierenden Teenager, die sich wahrscheinlich um irgendetwas Unnötigem stritten. Was weitaus wichtiger war, war hier wieder heraus zu finden und zurück zu Sam zu gelangen. Schließlich mussten sie Luzifer zurück in den Käfig sperren, weswegen er für diesen Schwachsinn keine Zeit hatte!
Und er hatte Hunger.

„Oliver, ich glaube, dass wir uns um die später kümmern sollten, ich habe gerade ein … anderes Anliegen!“, eröffnete Dean ihm und versuchte den Anderen davon abzuhalten, zu der Gruppe hinüber zu gehen, doch leider ohne Erfolg. Deswegen folgte er ihm mit hängenden Schultern und Augen verdrehend. Er hatte keine Zeit, Teenager bei ihren Problemen zu helfen, er hatte selbst genügend Probleme!

„Was ist los?“, fragte Oliver laut und trat an die Gruppe heran. Neben ihm blieb Dean stehen, dem der Kinnladen aufgeklappt war, schnell jedoch schloss er den wieder. Der Jäger drehte sich um, holte tief Luft und stampfte einmal wütend auf, woraufhin er sich verwunderte Blicke der Anderen einheimste, was ihm jedoch völlig egal war.
„Verfluchte Scheiße, Gabriel du bist ein frittierter Engel!“, knurrte Dean und drehte sich langsam wieder um.

„Edward schiebt wieder Stress, weil er die Hähnchenkeule nicht essen will, obwohl er sie sich auf den Teller gelegt hat!“, antwortete ein blondes Mädchen spottend, welches neben besagtem Edward saß.
Ein weiterer dunkelhäutiger Junge stand daneben und hatte sich eine Sonnenbrille auf die Nase gesetzt, um sich vor dem Glitzern des blassen Kerls zu schützen, da er gerade von den hellen Sonnenstrahlen beschienen wurde. Der Rest ignorierte es entweder geflissentlich oder es machte ihnen nichts aus.
Dean dagegen blinzelte einige Male und versuchte nicht direkt in das Glitzern hinein zu schauen.

Oliver schien einer von der Sorte zu sein, dem es nichts ausmachte. Er klopfte ihm aufmunternd auf die Schultern. „Warum willst du es denn nicht essen, Edward? Was ist passiert?“
Dieser hatte stark konzentriert gerade aus gestarrt, ehe er langsam seinen Kopf drehte und mit roten Augen zu Oliver schaute.
Dean hob eine Augenbraue und wusste nicht, ob er lachen oder weinen sollte. Das sollte wohl wirklich alles nicht nur ein Scherz sein, sondern ein ziemlich übler und schlechter. Dass der Winchester durch unerklärliche Weise in Hogwarts gelandet ist – schön und gut. Gerade noch so ertragbar. Dass er hier Schüler war, was auf die Uniform, die er trägt, zu schließen ist – okay, ebenfalls noch gerade so mit sich selbst zu vereinbaren.
Aber dass hier noch Edward Cullen herum lief, ließ das Fass nun aber wirklich zum Überlaufen bringen!

Dean wurde aus den Gedanken gerissen, als Edward mit stoischem Blick Oliver antwortete:
„Ich kann nicht. Ich weiß, dass hier in dieser Welt ich kein Blut brauche, Oliver. Aber dieses arme Tier hier. Es ist wegen mir gestorben. Ich kann es nicht essen. Ich kann das nicht mit mir vereinbaren, Oliver. Ich will kein Monster sein.“
Die Runde – samt Dean – stöhnte genervt auf.
„Seit du bei uns bist, hören wie immer dieses Gejammer!“, sagte der Kerl mit Sonnenbrille und winkte ab.

„Edward. Das ist Unsinn. Das Tier ist nicht wegen dir gestorben. Wenn du es nicht isst, dann isst es sowieso ein anderer“, versuchte Oliver diplomatisch zu überzeugen, doch ohne gewünschten Effekt.
„Dann ist der Andere der Schuldige und nicht ich“, erwiderte Edward immer noch stur und starrte gerade aus.
„Mir reicht euer Rumgeheule!“, schaltete Dean sich ein, griff über die Schulter von dem Vampir und schnappte sich die Hähnchenkeule, welche auf dessen Teller lag. Fast schon gewalttätig biss er hinein.
„Bin isch eben der Schuldige, mir auch wurscht!“, sagte er genervt mit vollem Mund. Das durfte wohl nicht wahr sein, wo war der Winchester hier gelandet? Er wollte zurück in seine Welt, wo irgendwelche monsterlichen Spinner Amok liefen, er wollte dorthin zurück, wo sein idiotischer Bruder die Apokalypse ausgelöst hatte, er wollte dorthin zurück, wo sein Schutzengel zu dämlich war, ein Handy zu benutzen, er wollte zurück in irgendein schäbiges Motel und vor allem wollte er sein fettiges Fastfood haben.
Aber besonders wollte Dean zu seinem Baby.
Zu seinem Impala.

Als ein erschrockenes Raunen durch die Runde ging, fand Dean ins Hier und Jetzt zurück. Schnell schluckte er den Bissen herunter und schaute fragend zu den Anderen, doch zu spät. Schon fast in Zeitlupentempo erhob sich Edward und blieb dicht vor Dean stehen. Aus seinen leuchtenden Augen funkelte der Vampir Dean an.
„Edward, hör auf, er hat es nicht so gemeint!“, ertönte eine Mädchenstimme.

Ohne Furcht blickte Dean ihm entgegen. Für ihn war diese Glitzerkugel, welche sich Vampir nannte, ein Witz.
„Ich bin kein Monster. Ich will es wirklich nicht sein. Aber ich will Respekt haben. Und wenn du mir mein Essen stiehlst, dann hast du keinen Respekt vor mir. Ich kann das nicht dulden. Leg die Keule zurück, ich will dir nicht weh tun, aber wenn ich es tun muss, dann tu ich es auch“, erwiderte Edward stoisch und seit Dean ihn gesehen hatte, hatte sich kein einziger Muskel im Gesicht des Vampirs geregt.

„Jungs, hört schon auf …“, ertönte die Stimme von Oliver, Dean jedoch hob die Hand und brachte ihn somit zum Schweigen. Mit der Anderen hob er die Keule in die Höhe und fuchtelte damit vor Edwards Gesicht herum.
„Ach, meinst du die Keule, Glühauge?“, fragte der Winchester provokant und biss dann noch einmal extra hinein. Immer mehr Augenpaare richteten sich auf die Streithähne und beobachteten interessiert das Schauspiel.

Edward holte tief Luft. Seine mit Gel stark fixierten Haare erbebten und seine roten Augen funkelten den Mann vor sich wütend an.
Niemand stahl ihm sein Essen! Er hatte nur Blut trinken dürfen, doch seit er hier war, durfte er alles essen – auch wenn er jedes Mal Stunden lang Gewissensbisse hatte – und deswegen ließ er sich sein Essen auch nicht nehmen!

„Genau diese Keule. Ich glaube, du solltest damit besser aufhören. Du weißt nicht, mit wem du dich anlegst“, warnte Edward mit leiser und kühler Stimme. So kühl, das selbst die Sonnenstrahlen zu Eiszapfen gefrieren würden, wäre es physikalisch möglich, auch wenn sie sich alle in Hogwarts befinden und Physik in dieser Welt eigentlich scheiß egal war.

Spöttisch hob Dean eine Augenbraue in die Höhe und tippte mit der Keule, welche vor Fett triefte, auf die Brust des glitzernden Jünglings.
„Hör mal zu, du Discokugel. Ich weiß sehr wohl, dass du ein persönlichkeitsgestörter Vampir bist. Hey, kein Problem, wäre ich auch, wenn ich wie die letzte Schwuchtel auf einem Karnevalsumzug glitzern würde. Von deinen gruseligen Augen will ich gar nicht anfangen, kein Wunder, dass Bella dich scheiße findet und dem nackten Indianer Jacob dauernd am Fell hängt – wortwörtlich sogar. Also tu mir ein Gefallen und nerv mich nicht. Außerdem machst du mir mit deinem komischen vampirmöchtegern Gehabe keine Angst. Mal ehrlich, hast du überhaupt Eier in der Hose? Schon mal einen richtigen Vampir gesehen? Kumpel, ich habe schon hunderte von Vampiren erledigt und du bist der größte Loser von allen“, schloss Dean und holte tief Luft.
Das fühlte sich gut an. Das hatte er diesem Deppen von Vampir schon immer Mal sagen wollen, aber der Einzige, der dies bis jetzt gehört hätte, wäre der Fernseher und Sam gewesen.
Lohnt sich dieser kleine seltsame Ausflug in diese Welt doch noch.

Das war zu viel für den sensiblen Vampir. Zitternd ballte er seine Fäuste und starrte immer noch Dean entgegen. Doch diesmal erkannte man die Wut in dessen Gesicht. Dean hob eine Augenbraue und schmiss die Keule hinter sich, um dann auf sein Gegenüber zu zeigen. „Immerhin hat der Kerl mehr Emotionen als seine Alte, die während des ganzen, beschissenen Films kein einziges Mal ihr Gesicht verzieht. Kristen Steward ist sowieso eine drittklassige Schauspielerin.“

Bevor Edward etwas erwidern konnte, trat nun Oliver dazwischen. „Okay, jetzt reicht es aber, Leute! Hört auf damit und vertragt euch wieder, das bringt hier keinen weiter. Hogwarts ist ein Ort der Freude und Harmonie, wir wollen hier keinen Streit!“, erklärte er streng und schaute abwechselnd zu Edward und Dean. Letzterer verdrehte die Augen.
„Wenn ich in meiner Welt wäre, dann würde ich dich dort zerfetzten!“, erklärte Edward und wandte sich ab.

„Und wenn ich in meiner wäre … halt. Was hast du gesagt?“, fragte Dean plötzlich, schubste Oliver unsanft zur Seite und griff Edward an die Schulter. „In deiner Welt? Heißt das, du bist hier irgendwie hierher gekommen?“, fragte er hoffnungsvoll.
Edward nickte. „Ich bin plötzlich hier aufgewacht. Und es gefällt mir. Ich kann hier essen und muss kein Blut trinken und keine Menschen verletzen.“

„Ey, Streitschlichter“, rief Dean und winkte Oliver, der sich etwas beleidigt die Schulter rieb, zu sich. „Hör zu. Ich muss hier weg, das ist hier nicht meine Welt, und Glitzereddie ist hier auch falsch. Hilf uns in unsere andere Welt zu gelangen … wobei, den hier könnt ihr behalten, braucht eh keiner. Aber für mich ist es echt wichtig, ich muss den Weltuntergang verhindern!“, ereiferte Dean bittend und ignorierte den fassungslosen Gesichtsausdruck von Edward.

„Aber Dean. Du warst schon immer Schüler hier, genauso wie Edward!“, versuchte Oliver ihn zu überzeugen, doch als er die Drohgebärde des Winchesters sah, erwiderte er nichts, sondern nickte nur.
„Na gut … ich wüsste, wer euch da eventuell helfen könnte“, gestand der Hogwartsschüler und lief schon an Dean vorbei.
„Ey Glitzer, kommst du mit?“, fragte der Jäger und lief schon los, Edward jedoch winkte ab und sammelte die von Dean weggeschmissene Hähnchenkeule wieder ein.
Umso besser, befand der Winchester und holte dann Oliver schell ein.

„Du sagst also, du kommst aus einer anderen Welt. Inwiefern anders? Was für eine Aufgabe hast du dort? Gibt es dort auch Zauberer?“, löcherte Oliver ihn mit seinen Fragen und eilte durch die große Halle, um dann die großen Türen aufzustoßen.
Dean warf einen letzten Blick über die Schulter und hob eine Augenbraue. Das würde Sam ihm niemals glauben!
„Ja normale Welt eben … nur ohne den ganzen Zaubererkrimskrams. Dafür gibt’s Dämonen, Engel, Gott, Vampire, Werwölfe … alles eigentlich. Und ich kämpfe dagegen zusammen mit meinem Bruder. Nebenbei ist Satan persönlich der Hölle entstiegen und will jetzt die Welt untergehen lassen und mein Bruder und ich verhindern das ganze alles. Hier und da bisschen mit himmlischer Hilfe", erzählte Dean und schaute verwundert einem Geist hinterher, der kichernd aus einer Wand aufgetaucht war und in der nächsten verschwand.

„Sehr interessant mein Freund. Willst du auch etwas über uns hier erfahren?“, fragte er hoffnungsvoll und bastelte sich geistlich schon einen ganzen Vortrag über das Schloss, Muggel und Zauberer zusammen.
„Ne lass mal, ich weiß schon alles. Ich will lieber wissen, wer mir helfen kann!“, sagte Dean und zupfte genervt an seiner Krawatte herum, um sie dann wütend gänzlich vom Kragen zu reißen und in eine Ecke zu pfeffern. Das scheiß Ding hat aber auch gejuckt.

Etwas enttäuscht ließ Oliver die Schultern sinken, antwortete jedoch sofort auf die Frage.
„Sein Name ist Mortimer Folchart. Er ist eine Zauberzunge, was bedeutet, er kann aus Büchern vorlesen und die Figuren aus dieser Welt in unsere befördern. Wenn jemand am besten über andere Welten Bescheid weiß, dann nur er“, erklärte Oliver


„Wer ist da?“, ertönte eine leise Stimme hinter der dicken Holztür.
„Ich bin’s, Oliver Wood und ich habe einen Freund mitgebracht, der Ihre Hilfe braucht, Mo!“
Erst jetzt kam Dean auf den Gedanken, seine Hosentaschen abzusuchen. Am liebsten hätte er seinen Kopf gegen die nächste Wand geschlagen. Was für ein Idiot er war! Normalerweise suchte man doch zuerst seine Taschen ab, um nach Hinweisen zu suchen.
Und tatsächlich befand sich sein Handy noch in seinem Besitz. Gespannt holte er es hinaus und öffnete es, um auf den Display zu schauen.
„Verdammte Scheiße!“, brummte er, als er sah, dass er keinen Empfang hatte. „Was ist das?“, fragte Oliver verwundert und lehnte sich an die Tür, um einen besseren Blick auf das kleine Gerät in Deans Händen zu haben.

„Ein Handy. Damit kannst du andere Leute anrufen, aber dazu brauchst du Netz und ich hab hier keins.“
„Ein Netz? So wie ein Spinnennetz?“, hakte Oliver nach und wäre fast nach hinten gekippt, als sich die Tür geöffnet hatte, doch wurde er durch einen schmächtigen Mann aufgefangen, welcher irritiert den Jungen und den Mann anstarrte.
„Der Kerl ist ja noch dämlicher als Cass …“, murmelte Dean und steckte das Handy weg.
Oliver rappelte sich schnell wieder auf und trat neben Dean.

„Wie kann ich euch helfen?“, fragte er und blickte vorsichtig auf den Gang.
„Ich bin aus einer anderen Welt und bin durch irgendwas hier gelandet und ich würde gerne wieder nach Hause“, sagte Dean kurz angebunden und verschränkte die Arme vor der Brust. Bekräftigend nickte Oliver.

Wissend nickte Mo und kratzte sich dann an seinem Kopf, woraufhin sein braunes Haar noch mehr verwuselte. „Ja natürlich. Und jetzt?“, fragte er dann.
Verwundert ließ Dean die Arme wieder sinken. „Was heißt hier und jetzt? Olaf …“
„Oliver …“
„ … Oliver meinte, Sie können mir helfen. Also dann will ich Ihre Hilfe jetzt auch haben!“, forderte Dean verzweifelt und würde am liebsten die Haare raufen. „Cass, hol mich hier raus!“, sagte er flehentlich und wie erwartet – es geschah nichts.
Verwundert blickten Oliver und Mo ihn an, erwiderten darauf aber nichts.

„Schön und gut, du kommst aus einer anderen Welt, aber wie soll ich dir da helfen? Ich kann dir etwas über Bücher erzählen, aber nicht mehr“, sagte Mo nüchtern und schaute Dean ernst in die Augen. Na super.

„Mo, sind Sie sich wirklich sicher, dass Sie ihm nicht helfen können? Ich meine, Sie können doch etwas vorlesen und die Charaktere zwischen den ganzen Geschichten … switchen lassen“, versuchte es Oliver erneut, dem es anscheinend nun wichtig geworden war, seinem neuen ’Freund’ zu helfen.
Dean wurde hellhörig. „Könnte man dann im Prinzip selbst etwas schreiben, Sie lesen vor und dann passiert es?“
Mo schwieg angestrengt, doch als er den bittenden Blick von Dean sah sowie den Hundeblick von Oliver, seufzte er. „Na gut … ja, du hast Recht. Das passiert dann. Kommt rein, dann bereden wir alles“, gab er schließlich nach und ließ den jungen und älteren Mann an sich vorbei treten.


„Also wenn ich jetzt schreiben würde, dass ich zurück in meine Welt gelange und Sie es vorlesen, klappt es dann?“, fragte Dean hoffnungsvoll. Etwas zögernd nickte Mo. „Eigentlich sollte es funktionieren, ja.“
„Super, schreiben wir dann für dich eine Szene?“, fragte Oliver und grinste Dean an, welcher sich schon suchend nach Papier und Kugelschreiber umsah.
Doch Mo drückte ihm Pergamentrolle und Feder in die Hand. „Dort steht ein Tintenfass“, sagte er und zeigte auf den Schreibtisch.

Stirnrunzelnd schaut Dean auf die Feder. „Lebt ihr hier eigentlich im Mittelalter?“, fragte er und schüttelte dann den Kopf. Egal, Hauptsache er würde seine Gedanken notieren und verschwinden können.


Nach knappen zehn Minuten schaute Dean auf. Anfangs hatte er einige Versuche gebraucht, um mit der Feder schreiben zu können – was wesentlich leichter aussah, als es wirklich war – doch einigermaßen hatte er es hinbekommen.
„Ließ mal vor, so als Probe“, bat Mo und runzelte fachmännisch die Stirn. Selbstüberzeugt nickte Dean und räusperte sich.

“Dean stand in dem Büro von Mo. Er wartete darauf, dass er zurück nach Hause konnte. Doch das ging nicht so leicht. Er musste einen Weg zurück finden. Durch sein komplexes Denken hat er den Weg zu Mo gefunden. Weil dieser durch das Lesen von Geschichten andere in ihre Welt bringen kann. Also schrieb Dean das Ende, dass er zurück nach South Dakota zu Bobby ins Haus gelangt. Und als Mo das vorließt, geschieht dies auch und Dean verschwindet aus Mos Büro und findet sich in der Küche von Bobby wieder.“

Skeptisch wechselten Oliver und Mo einen Blick.
„Durch dein komplexes Denken? Ich habe dich zu Mo gebracht, das ist dir klar?“, hakte Oliver nachdrücklich nach und besah Dean tadelnd, welcher nur mit den Schultern zuckte. „Ach, auf die Details achtet doch sowieso niemand. Was habt ihr denn, es ist echt perfekt. Ich sollte Autor werden, oder nicht?“, grinste er selbstbewusst.

Oliver senkte nur den Blick und schüttelte den Kopf, während Mo sich räusperte.
„Ehm … natürlich. Wirklich erstklassig. Dann gib mal her, ich lese das vor“, befahl Mo und nahm das Pergamentpapier entgegen und überflog Deans Text.

Um Dean herum wurde plötzlich alles dunkel. Schwarze Schatten huschten vor seinen Augen, alles drehte sich in seinem Kopf. Sein Schädel hämmerte und mit einem Stöhnen vergrub er seine Hände in den Haaren, als er plötzlich fiel …

Und fiel …
Und fiel …

Und mit einem dumpfen Schlag aufkam. Vorsichtig öffnete er die Augen und das Erste, was er sah, war ein verstaubter Teppich vor seinen Augen. Er lag auf dem Boden.

„Du blöder Idiot, das kommt davon, wenn man am Abend säuft wie ein Loch und weder auf mich noch auf deinen Bruder hören will. Jetzt hast du einen fetten Kater, das geschieht dir Recht!“, schimpfte Bobby und half Dean auf die Beine, welcher sich verwirrt umschaute. Sam stand mit einer Tasse Kaffee am Schreibtisch angelehnt und schüttelte wegen des Anblicks von seinem Bruder nur tadelnd den Kopf.
„Was?“, krächzte Dean nur.

„Erinnerst du dich nicht daran? Gestern kamst du von einer Zechtour zurück, besoffen wie der letzte Penner und hast mir hier noch meinen Biervorrat leer getrunken. Das hast du jetzt davon!“, erklärte Bobby und drückte Dean zurück auf das Sofa, auf welchem er anscheinend geschlafen hatte und von diesem auf den Boden gefallen war.
„Dann war alles nur ein Traum?“, hakte er erschöpft nach und entschuldigte sich schon einmal innerlich bei Gabriel.

Sam nickte. „Ja, ich denke schon … auch wenn ich nicht wissen will, was du mit einer Hähnchenkeule und Edward angestellt hast …“
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