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Rache ist nicht alles

GeschichteAllgemein / P18 / MaleSlash
Xena
24.12.2011
05.11.2017
28
24.060
 
Alle Kapitel
24 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
05.10.2015 951
 
Das Kapitel ist zwar mal wieder ein bisschen kürzer geworden, aber ich hoffe es gefällt euch trotzdem :)
Und noch einmal vielen Dank an CsiMiamiLover für dein Review :)

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„Guten Morgen.“, begrüßt Anna die Anwesenden in der Taverne und setzt sich neben einen strahlenden Silas. Sie fährt dem Jungen durch die kurzen Haare. „Na, gut geschlafen, Süßer?“
Silas, der den Mund voller Frühstück hat nickt nur.
„Von wegen geschlafen.“, sagt Sofia, die Tavernenbesitzerin und schaut die beiden Kinder tadelnd an. „Ich musste immer wieder ins Zimmer kommen. Fast hätte ich die Beiden in verschiedene Zimmer gesteckt.“
Die Eingangtür zur Taverne geht auf und Xena tritt ein. Sofort verschwindet das Lächeln auf Annas Gesicht und sie wendet ihre Aufmerksamkeit nach einem kurzen Blick zu der Kriegerprinzessin auf einen Punkt auf dem Tresen vor sich.
Ohne ein Wort zu verlieren durchquert Xena den Raum und steigt die Treppen zu ihrem Zimmer hinauf. Es dauert nicht lange, da kommt die Kriegerin mit ihrem Brustpanzer, Schwert und Chakram wieder herunter.
Sie ist schon fast aus der Tür hinaus, da fragt Anna: „Wo willst du hin?“
„Nach Amphipolis.“, antwortet Xena ohne sich umzudrehen.
„Und verrätst du mir auch was du dort willst? Ich dachte zu deiner Festung müssen wir in die andere Richtung.“
„Ein wir gibt es nicht mehr oder hast du dich anders Entschieden?“, Xena dreht ihren Kopf zur Seite und blickt Anna an.
Diese übergeht die Frage jedoch einfach: „Was willst du in Amphipolis?“.
Für einen kurzen Moment herrscht Schweigen, bevor die Kriegerin knapp antwortet: „Cortese.“, und damit ist Xena auch schon verschwunden.

„Wer zur Hölle ist Cortese?“, fragt Anna, immer noch auf die Stelle starrend, wo Xena gerade eben noch stand.
„Das ist ein Kriegsherr. Ein paar Männer haben gestern erzählt, dass er über Amphipolis hergefallen ist.“, informiert Sofia die Brünette.
„Aber was ich nicht verstehe ist, warum Xena jetzt auf dem weg dahin ist. Und das allein. Ich meine, dieses Dorf gehört ja nicht mal zu ihrem Reich.“
„Sie hat es dir wohl nicht gesagt.“, meint Sofia.
„Was gesagt?“, Anna dreht sich zu ihr und schaut sie abwartend an.
„Alle hier kennen Xena, viele kennen sie schon seit vielen, vielen Jahren. Allerdings ist es schon ewig her, als sie das letzte Mal hier in der Gegend war. Die kleine Xena aus dem Nachbardorf.“, nun starrt Sofia mit einem abwesenden Blick in Richtung der Tür.
„Warte mal, willst du mir gerade sagen, dass sie aus Amphipolis ist?“
Sofia nickt: „Ich hätte sie fast nicht mehr erkannt, aber als du gestern ihren Namen gesagt hast…“
Was hat sie nur vor? Will  sie ihre Heimat selbst erobern oder hat sie etwa vor die Leute vor diesem Cortese zu retten?
„Sofia, hättest du etwas dagegen, wenn ich Silas hier lassen würde? Ich beeil mich auch.“, schon fast flehend schaut die Brünette sie an.
„Nein, kein Problem, aber bitte sei vorsichtig.“
„Danke.“, Anna gibt Silas noch einen Kuss auf die Haare und ist dann auch schon aus der Taverne verschwunden.

Nach einer Ewigkeit ist Anna endlich in Amphipolis angekommen, doch wie es scheint ist sie zu spät. Überall liegen reglose Körper und die Häuser sind fast alle schon niedergebrannt. Von einem naheliegenden Soldaten schnappt sie sich das Schwert und bahnt sich vorsichtig ihren Weg durch das Dorf und vorbei an den toten Körpern. Irgendwann sieht die Brünette eine Person einfach nur da knien.
„Xena?“, Anna senkt das Schwert und stellt sich neben die Kriegerin. Ihr Blick wandert zu dem Körper in ihren Armen. „Xena.“, wiederholt sich Anna leise und kniet sich neben die Kriegerin.
„Sie haben alle getötet.“, flüstert Xena nach einer Weile der Stille. „Alle sind tot.“
Nur zu gut kann Anna nachfühlen, was in der Kriegerprinzessin vor geht. Vor einem Jahr war sie an ihrer Stelle, auch wenn sie nicht genau wusste in welcher Verbindung sie zu dem Toten in ihrem Armen steht. Aber eines ist sicher, er hat ihr viel bedeutet.
Anna legt einen Arm um Xena um sie zu trösten, um ihr zu zeigen, dass sie für sie da ist.
„Das wird er mir büßen.“, sagt Xena voller Zorn und Hass. „Er bringt nicht einfach meine ganze Familie um und kommt einfach so davon.“
Die Kriegerin legt den Mann vorsichtig auf den Boden und erhebt sich, sie schnappt sich ihr Schwert, welches sie eisern umgreift. Völlig fokussiert stampft sie davon und lässt eine perplexe Anna zurück.
„Was?...“, als die Brünette endlich begreift, was gerade vor geht, springt sie auf und folgt der Kriegerprinzessin, doch ehe sie Xena erreichen kann hat diese Argo schon die Sporen gegeben und ist auf und davon.
Ohne weiter nach zudenken steigt Anna auf ihr Pferd und versucht der Kriegerin zu folgen, auch wenn die schon Nirgendwo mehr zu sehen ist.

Rote Erde, tote Körper, gurgelnde Geräusche, Sterbende die ihre letzten Atemzüge tun…Xena scheint das Lager vor ihr gefunden zu haben. Das Bild welches sich Anna bot unterscheidet sich eigentlich nur darin von vorhin, dass das hier nur Soldaten waren und keine Bauern.
Im Grunde braucht Xena ihre Männer gar nicht. Das Chaos, was sie allein anstellt, reicht völlig aus. Wie kann ein Mensch allein nur so grausam sein? Okay, sie hat gerade ihre Familie verloren, aber dieses abschlachten geht trotzdem zu weit. Die Xena, die Anna in letzter Zeit kennengelernt hat, scheint wieder tief begraben zu sein.
„Halte sie auf, Anna.“, hört die Brünette eine Stimme. Sie dreht sich um ihre eigene Achse und versucht herauszufinden, woher die Stimme kommt. Doch sie kann absolut Niemanden finden.
„Was zur Hölle…“, murmelt Anna und sucht weiter ihre Umgebung ab.
„Rette sie.“, ertönt die Stimme wieder, doch dieses Mal durchströmt sie Wärme…und Liebe.
Dies hat Anna bisher nur einmal gefühlt und es lässt sie in den Himmel blicken: „Aphrodite?“
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