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Rache ist nicht alles

GeschichteAllgemein / P18 / MaleSlash
Xena
24.12.2011
05.11.2017
28
24.060
 
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20.09.2015 1.438
 
Zusammen mit Xena sitzt Anna an einem etwas abgelegenen Tisch und während sie essen beobachtet sie Silas dabei wie er mit der Tochter der Tavernenbesitzerin spielt. Wohingegen die Kriegerin ihren Blick nicht einmal eine Sekunde von ihrer Begleiterin abwendet.
„Silas scheint Spaß zu haben.", meint Anna nach einer Weile mit einem Lächeln.
Nun schaut Xena doch kurz zu den beiden Kindern, bevor sie ihre Aufmerksamkeit wieder ganz Anna widmet: „Wer kann es ihm verübeln? Die letzten Tage waren für ihn sicher super langweilig mit uns Beiden."
Anna sieht zu Xena bevor sie ihren Blick senkt und mit ihrem Becher spielt.
„Was ist?", fragt die Kriegerprinzessin.
„Das ist ja auch kein Leben für ein Kind. Er sollte ein zu Hause haben, jede Nacht in dem selben Bett schlafen und nicht irgendwo im Nirgendwo.", Xena legte ihre Hand auf Annas und lächelt sie an.
„Wir haben es bald geschafft. Nur noch ein paar Tage und dann sind wir in meiner Festung."
Anna hebt ihren Kopf schaut schließlich zu Xena: „Und was dann? Denkst du wirklich, dass das ein gutes zu Hause für ein Kind ist? Mit all den Kriegern..."
„Und was schlägst du stattdessen vor?", die Kriegerin zieht ihre Hand zurück trinkt einen Schluck Wein.
„Keine Ahnung.", antwortet Anna Gedankenversunken, während ihr Blick wieder zu Silas wandert.

Völlig in ihren Gedanken verloren liegt Anna in dem Bett und starrt in die Dunkelheit. Irgendeine Lösung muss sich doch finden lassen. Denn dieses Leben will sie auf keinen Fall für den kleinen Jungen. Er soll nicht umgeben von Kriegern und Waffen aufwachsen. Natürlich gibt es dies alles auch in den Dörfern, doch dort gibt es auch noch andere Dinge, erfreulichere Dinge. Jemand der wie ein Vater oder eine Mutter für ihn sein kann, andere Kinder mit denen er Spielen und Spaß haben kann.
„Vielleicht...", setzt Xena leise an und holt Anna damit aus ihren Gedanken, doch verstummt sofort wieder für eine ganze Weile, „...er scheint sich gut mit Thalia und auch mit ihrer Mutter zu verstehen. Eventuell wäre sie bereit Silas bei sich aufzunehmen."
„Da wäre ich mir nicht so sicher. Sie sah aus, als wenn sie auch so schon genug zu tun hätte."
Wieder herrschte Stille in dem nur vom Mond beleuchteten Zimmer, bis die Kriegerin erneut das Schweigen bricht: „Oder du...du könntest mit ihm hier bleiben oder in ein anderes Dorf ziehen. Immerhin ist er total verrückt nach dir und wenn ich mich nicht irre...ist er dir auch schon ans Herz gewachsen."
Anna öffnet den Mund um etwas zu erwidern, doch weiß beim besten Willen nicht was.
Hat sie da gerade richtig gehört? Hat die Kriegerprinzessin, ihre Herrin, wirklich gerade vorgeschlagen, dass sie mit Silas hier bleiben soll? Ohne sie?
Schließlich findet Anna ihre Stimme doch wieder und fragt: „Und was willst du deinen Männern erzählen, wenn du ohne deine Sklavin ankommst?"
„Da wird mir schon etwas einfallen. Vielleicht sage ich einfach, dass du es irgendwie geschafft hast zu entkommen. Markus wird das sicher nur zu gern hören. Obwohl er garantiert lieber der Held gewesen wäre, der dich aus meiner Gewalt befreit."
„Als wenn ich ihm je wieder vertrauen würde.", schnaubt die Brünette und dreht sich auf die Seite.
„Du scheinst ihm...viel zu bedeuten."
„Das hätte er sich eher überlegen sollen. Nach allem was er getan hat, ist er für mich gestorben."
„Er hat nur meine Befehle ausgeführt.“, nimmt die Kriegerin ihn in Schutz.
„Das macht das alles aber auch nicht besser.“, und damit herrschte wieder Schweigen.

„Xena?", flüstert Anna nachdem eine ganze Weile Totenstille in dem dunklen Zimmer herrscht.
Es dauert ein paar Augenblicke, doch schließlich vernimmt Anna ein genau so leises: „Ja?"
„Da Silas mit bei Thalia schläft...ich meine das Bett, es ist groß genug...willst du...möchtest du nicht...shit...", flucht und stottert die Brünette, was Xena nur lächeln lässt. „Wir haben in letzter Zeit genug Nächte auf hartem Boden geschlafen...du hast zwar das Rennen verloren, aber...aber wenn du..."
Anna kommt nicht dazu ihren Satz zu beenden, da hebt die Kriegerin auch schon die Decke an und legt sich neben sie.
„Ich habe schon befürchtest, du würdest nie fragen."
Anna lacht leise, bevor sie sich zur der Kriegerin dreht: „Schlaf gut, Xena."
„Du auch.", flüstert diese, doch im Gegensatz zu der Brünetten, schließt sie nicht ihre Augen, sondern betrachtet Anna im schwachen Mondschein und legt einen Arm um sie.

Immer wieder dreht sich Anna schweißgebadet hin und her. Xena, die dadurch aufwacht, braucht einen Moment um heraus zu finden, was los ist.
„Anna, hey...wach auf. Anna...", schüttelt die Kriegerin Anna, erst sanft, dann immer energischer, bis sie die Brünette endlich wach hat.
Diese setzt sich erschrocken auf und schaut sich panisch im Zimmer um.
„Hey, beruhig dich.", redet Xena auf sie ein, setzt sich ebenfalls auf und nimmt Anna in den Arm. „Alles ist gut."
Die Kriegerprinzessin streicht Anna beruhigend über den Rücken, bis sich ihre Atmung wieder normalisiert hat und sie sich gegen Xena lehnt.
Nach einer Weile fragt die Kriegerin: „Alles in Ordnung?"
„Wird schon wieder.", antwortet Anna knapp und entfernt sich etwas von Xena.
„Willst du darüber reden?"
„Darüber reden? Du meinst darüber, dass du mit deinen Männern über mein Dorf hergefallen bist und Alles und Jeden vernichtet hast?", Anna setzt sich auf die Bettkante, den Rücken zu Xena gewandt.
Lange Zeit herrscht Ruhe, bis die Kriegerprinzessin schließlich leise zu Sprechen beginnt: „Du wirst es mir wahrscheinlich nicht glauben, aber ich würde es gern ungeschehen machen."
„Da hast du hast recht, das glaube ich dir wirklich nicht.", gibt Anna zurück.
„Ich verstehe das ja selber nicht. Alles was für mich bisher gezählt hat war Chaos und Zerstörung und dann...dann kommst du daher und...verdammt...du hast nicht die geringste Ahnung was...eigentlich wären wir schon längst in meiner Festung, aber..."
„Aber was, hm? Ist das deine Art wie du die Männer auf deine Seite bekommst? Wie du sie dazu bekommst für dich wieder und wieder ihr Leben zu riskieren in deinen dämlichen Schlachten zu kämpfen?", wütend dreht sich Anna zu der Kriegerin.
„Nein, normalerweise gebe ich ihnen die Wahl. Der Tod oder für mich kämpfen."
„Dann bring es doch am Besten gleich hinter dich, denn niemals werde ich mich deiner Armee anschließen."
„Selbst wenn Ares persönlich das von mir verlangen würde, könnte ich es nicht.", gibt Xena flüsternd von sich und senkt ihren Kopf.
„W…wie...wie bitte?", fragt Anna nach einem Augenblick der Verarbeitung.
„All die Jahre, in denen ich Ares diene...ich habe immer darauf geachtet, dass ich niemand zu Nahe an mich heran lasse und dann...dann tauchst du wie aus dem Nichts auf. Du machst meinen Männern die Hölle heiß und auch vor mir hast du absolut keine Angst. Nach allem was ich dir genommen, was ich dir angetan habe...in den letzten Tagen hättest du mehr als nur eine Chance gehabt, mich zu erledigen und doch hast du es nicht getan. Wieso? So sehr wie du mich verabscheust, weshalb hast du es dann nicht zu Ende gebracht? Das willst du doch schon seit einer Ewigkeit."
„Weil ich nicht so bin wie du. Ich dachte, ich könnte es, aber da habe ich mich wohl getäuscht."
„Anna...", setzt Xena an und rutscht ein Stück zu der Brünetten, doch diese weicht zurück.
„Ich würde gern dein Angebot annehmen und mit Silas hier bleiben. Das heißt, wenn es denn noch steht."
„J...ja...wie...wie du willst.", geknickt senkt Xena wieder den Kopf und steht ebenfalls auf. „Das Bett ist viel zu weich, ich bevorzuge doch den Boden.", murmelt sie und legt sich auf die andere Seite des Zimmers.
Wie soll sie der Brünetten nur sagen, dass sie lieber für immer mit ihr umherziehen würde, als allein in ihre Festung zurück zukehren? Immerhin ist sie die große Kriegerprinzessin. Das passt so was von überhaupt nicht zu ihr. Doch ihre Männer warten auf sie und ihre nächsten Marschbefehle, aber Anna hat Recht. Für ein Kind ist das keine sichere Umgebung und auch Anna könnte sie nicht für immer vor diesen Schwachköpfen beschützen. Noch dazu, da sie jetzt beim besten Willen nicht mehr so grob mit ihr umspringen kann wie vorher. Allerdings möchte sie die Beiden auch nicht hier allein zurück lassen. Sie war nicht die einzige Kriegsherrin in Griechenland. Schon bald wird sicher der Nächste kommen und dann kann sie Anna und Silas nicht beschützen. Was soll sie nur tun?
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