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Rache ist nicht alles

GeschichteAllgemein / P18 / MaleSlash
Xena
24.12.2011
05.11.2017
28
24.060
 
Alle Kapitel
24 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
07.06.2015 1.169
 
Großes  Dankeschön an CsiMiamiLover, Nachtschatten  und Drachenkid für eure lieben Reviews :D

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Irgendwie hat Anna die Kriegerprinzessin überreden können, den Jungen mit zu nehmen. Zumindest bis sie Jemanden gefunden haben, der sich um ihn kümmert. Und zu dem muss nun die große Kriegerprinzessin neben ihrem eigenen Pferd her laufen, während Silas und Anna auf Argo sitzen.
„Ich kann es immer noch nicht fassen, dass ich mir das wirklich antue.", murmelt Xena und schaut zu ihren beiden Begleitern auf, die Zügel fest in der Hand.
Anna, die den schlafenden Silas fest hält, dass er nicht herunterfällt, blickt mit einem Lächeln von dem Kleinen zu Xena: „Was meinst du?"
„Was werde ich wohl meinen? Ich versteh einfach nicht, wieso er nun doch mit uns unterwegs ist."
„Vielleicht steckt in dir doch noch mehr als die böse, starke, herzlose und unbarmherzige Kriegerprinzessin."
„Glaubst du das wirklich? Nach allem was ich dir angetan habe?", fragt Xena und beobachtet die Brünette ganz genau.
"Wenn du mich das noch vor ein paar Tagen gefragt hättest, dann würde ich das ohne zu zögern verneinen. Aber mittlerweile habe ich eine andere Seite von dir kennen gelernt und in dir steckt wesentlich mehr."
Xena bleibt stehen und dreht sich zu Anna: „Wenn ich an deiner Stelle wäre, dann würde ich mich hassen. Ich meine, nach allem was ich dir angetan und genommen habe...wie kannst du da sagen, dass ich nicht nur diese...unbarmherzige Kriegerin bin?"
„Glaub mir, ein Teil von mir, sogar ein ziemlich großer Teil, hasst und verabscheut deine Taten immer noch. Aber jetzt mal ehrlich, die Frau die mein Dorf überfallen und jeden getötet hat, hätte sich niemals überreden lassen, einen kleinen Jungen mit zu nehmen."
In Gedanken versunken legt Xena den Kopf in den Nacken und sieht für eine Weile einfach nur in den Himmel, bis sie schließlich sagt: „Wie auch immer.", sie dreht sich wieder von Anna weg und läuft ohne ein weiteres Wort zu verlieren weiter.

Silas und Anna sitzen am Rand eines Flusses und haben ihre Füße im Wasser hängen, während Xena für das Mittagessen sorgt. Wobei sie sich nicht so geschickt anstellt wie gewöhnlich. Immer wieder flutschen ihr die Fische durch die Hände, was den kleinen Jungen freudig lachen lässt und auch Anna kann das Lachen irgendwann nicht mehr verkneifen.
Doch irgendwann hat die Kriegerin dann doch endlich genug Fische gefangen, dass alle drei satt davon werden. Nach dem sie die Fische über dem Feuer gebraten und gegessen haben, legt die Brünette Silas zum Schlafen hin.
„Das war vorhin wirklich nett von dir.", sagt Anna, während sie Silas über die Haare streicht.
„Was meinst du?", will Xena wissen.
„Das Fischen, sonst stellst du dich nicht so...unbeholfen an.", lächelt Anna.
„Ich weiß gar nicht, von was du redest.", ein kurzes Lächeln stiehlt sich auf Xenas Gesicht.
„Wie du meinst.", grinst Anna und will aus ihrer Feldflasche trinken, doch merkt, dass Diese leer ist. Als sie sich auf ihre rechte Hand stützt um aufzustehen, holt sie scharf Luft.
„Hey, was ist los?", fragt die Kriegerin besorgt.
„Nichts, ich bin gestern, als mich einer der Männer erwischt hat, wahrscheinlich nur dumm aufgekommen."
Xena schaut sich Annas Arm mit Vorsicht an, bevor sie ihren Kopf hebt und der Brünetten in die Augen blickt: „Wieso hast du mir das nicht schon eher gezeigt?"
„Mir war nicht klar, dass es dich interessiert.", murmelt Anna und versucht ihren Arm weg zu ziehen, doch die Kriegerprinzessin hält ihn weiterhin eisern fest, ohne Anna dabei weh zu tun.
„Dass es mich nicht interessiert? Wie kommst du denn da darauf?"
„Ist das dein ernst? Vor nicht all zu langer Zeit hast du mich noch an dein Pferd gefesselt und mich hinter her gezogen. Und jetzt interessiert es dich plötzlich wie es mir geht?", braust die Brünette auf und befreit ihren Arm aus Xenas Griff. Die Kriegerin weiß nicht, was sie darauf antworten soll und schaut nur zu wie Anna aufsteht und zum Fluss geht um ihre Flasche zu füllen.

Nach einer Weile gesellt sich Xena zu Anna, die am Flussufer sitzt und setzt sich neben sie.
„Du hast recht.", durchbricht die Kriegerprinzessin irgendwann das Schweigen zwischen ihnen.
„Was?"
„Ich hab dir absolut keinen Grund gegeben, mir zu vertrauen. Und doch tust du es. Das ist etwas, was ich an dir nicht verstehe. Nach allem was ich dir angetan, nach allem was ich dir genommen habe...glaubst du trotzdem, dass noch etwas Gutes in mir steckt."
„Vergiss es einfach."
„Ann...", setzt Xena an, doch wird von Silas unterbrochen, der augenreibend auf sie zu kommt.
„Anna?"
„Hey Kleiner, hast du gut geschlafen?"
„Ich hatte schon Angst, ihr wärt ohne mich weiter.", Silas setzt sich auf Annas Beine.
„Keine Sorge, wir werden dich sicher nicht im Nirgendwo zurück lassen."
„Gut.", lächelt er und lehnt seinen Kopf gegen Annas Oberkörper.
Xena beobachtet die Beiden für eine Weile bevor sie aufsteht: „Da der Kleine jetzt wach ist sollten wir weiter."
„Kann ich vorher vielleicht noch einmal kurz ins Wasser? Mir ist so warm.", fragt der Junge vorsichtig und schaut Anna mit seinen braunen Rehaugen an.
Die Brünette lächelt ihn an und fährt ihm durch die Haare: „Natürlich darfst du."
Freudig springt der Kleine auf und bevor er lachend in das kühle Nass springt, entledigt er sich noch seiner Sachen.
„Na toll, jetzt kommen wir gar nicht mehr weiter.", atmet Xena schwer und setzt sich wieder hin.
„Du hast doch selbst gesagt, dass deine Männer auch ohne dich zurecht kommen und wir uns nicht beeilen müssten."
„Aber ewig Zeit haben wir nun auch nicht.", brummt die Kriegerin.
Für ein, zwei Minuten beobachten die Beiden Frauen den Jungen in Stille, bis Anna aufsteht und anfängt sich ebenfalls die Sachen auszuziehen.
„Was hast du vor?", will Xena wissen und visiert dabei Annas Hände, die sich gerade daran machen ihr Oberteil zu öffnen.
„Silas hat ganz recht, es ist fürchterlich warm. Ich brauch auch eine Abkühlung."
„Verdammt.", murmelt Xena, als sie Anna dabei beobachtet, wie sie Silas Gesellschaft leistet.
Selbst sie muss zugeben, dass sie sich verändert hat. Die Brünette durchbricht Stück für Stück ihr errichtetes Schutzschild. Sie ist nur froh, dass keiner ihrer Männer in der Nähe ist und das alles mit bekommt. Wer von ihren Soldaten würde ihre Befehle dann schon noch ausführen? Niemand würde sie mehr ernst nehmen. Aber so zufrieden und...glücklich war sie schon lange nicht mehr. Seit ihrer Kindheit in Amphipolis, als sie mit ihren Brüdern und ihrer Mutter Zeit verbracht und zusammen mit ihnen gespielt hat. Am Anfang hat sie sich noch eingeredet, dass sie Anna am Leben gelassen hat, weil die Götter großes Interesse an ihr gezeigt haben, doch eigentlich hat sie von vornherein gesehen, dass Anna etwas ganz Besonderes ist.
Mit einem Lächeln beobachtet sie die Beiden, wie sie im Wasser spielen und ihren Spaß haben.
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