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Rache ist nicht alles

GeschichteAllgemein / P18 / MaleSlash
Xena
24.12.2011
05.11.2017
28
24.060
 
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
17.05.2015 1.136
 
Nach einer halben Ewigkeit habe ich es nun endlich geschafft ein neues Kapitel zu schreiben. Dieses Mal ist es auch ein wenig länger als die bisherigen Kapitel :D
Wieder einmal ein riesengroßes  Dankeschön an CsiMiamiLover, DeinUntergang  und frozenB für eure lieben Reviews :D

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„Sollten wir nicht eigentlich schon längst bei deinen Männern sein?“, fragt Anna, die hinter Xena auf Argo sitzt.
„So war der Plan, aber Pläne ändern sich.“
„Und was hast du vor?“
„Ich wüsste nicht, warum ich meine Pläne mit meiner Sklavin teilen sollte.“, gibt die Kriegerprinzessin zurück, woraufhin Anna den Kopf hängen lässt.
Seit ein paar Tagen hat Xena sie schon nicht mehr ihre Sklavin genannt und auch nicht so behandelt. Doch anscheinend war die Zeit nun vorbei.
Wie konnte sie auch nur denken, dass sich daran etwas ändern würde?
Für eine ganze Weile reiten die Beiden schweigend weiter, bis Xena tief durchatmet: „Das kam falsch heraus. Meine Männer haben ihre Befehle und ich bin mir sicher, dass sie auch noch zwei, drei Tage ohne mich zu recht kommen. Lass sie uns einfach für eine Weile vergessen. Was hältst du davon?“
„Klingt super.“, sagt Anna leise und ein Lächeln stiehlt sich auf ihr Gesicht. Die Brünette schlingt ihre Arme noch etwas enger um die Kriegerin, was diese ebenfalls lächeln lässt.

Gemeinsam laufen Xena und Anna über den Markplatz des Dorfes. Auch wenn sich das nebeneinander herlaufen bei den vielen Menschen eher etwas schwer gestaltet. Um Anna nicht zu verlieren hat die Kriegerin sie bei der Hand genommen.
Doch als die Beiden an einer Gruppe Männer vorbei gehen, die unbarmherzig auf einen kleinen Jungen einschlagen, bleibt Anna stehen.
Xena schaut über ihre Schulter zu der Brünetten: „Was ist?“
„Sie werden ihn noch umbringen. Wieso hält sie denn niemand auf?“
„Es wird schon seine Gründe haben. Komm schon.“, sagt Xena nur und zieht an Annas Arm, um sie dazu zubringen weiter zu laufen.
„Aber er ist doch noch ein Kind.“, erwidert die Brünette und lässt Xenas Hand los um den Jungen zur Hilfe zu eilen.
„Verdammt.“, flucht die Kriegerprinzessin leise und geht schließlich Anna nach.
Die Brünette versucht sich zwischen den Männern in die Mitte durch zudrängeln, doch wird dabei von einem der Männer niedergeschlagen.
Nur einen Moment später steht die Kriegerin neben ihr und schaltet Einen nach dem Anderen aus. Benommen und stöhnend liegen die Männer nur wenig später verteilt auf dem Marktplatz und während Xena sich umsieht, kriecht Anna zu dem Jungen um zu sehen, wie schwer er verletzt ist. Langsam geht die Kriegerin zu Anna und hockt sich neben sie.
„Er wird wohl durch kommen. Blaue Flecken und für ein paar Tage Schmerzen, aber nichts lebensbedrohliches.“, meint Xena, nach dem sie ihn genauer betrachtet hat.
Hoffnungsvoll schaut Anna sie an: „Bist du dir sicher?“
„Ja, aber ich glaube kaum, dass die ihn in Ruhe lassen werden.“, meint die Kriegerprinzessin und deutet auf die am Boden liegenden Männer.
„Dann müssen wir dafür sorgen, dass sie ihn in Frieden lassen.“
„Und wie genau stellst du dir das vor?“, will Xena wissen.
„Du bist die mächtige und gefürchtete Kriegerprinzessin. Ich bin mir sicher, dass dir da irgendetwas einfällt.“
„Wir können seine Verletzungen versorgen, aber das war es dann auch.“, damit ist die Unterhaltung für Xena beendet und sie richtet sich wieder auf.

„Hier, trink etwas Wasser.“, Anna hält dem Jungen einen Becher, welchen er ihr mit zittrigen Händen abnimmt und kleine Schlücke trinkt.
Anna schenkt ihm ein Lächeln und stellt sich schließlich neben die Kriegerprinzessin, die auf der anderen Seite des Raumes mit verschränkten Armen steht.
„Wir sollten schon längst im nächsten Dorf sein.“
„Aber wir konnten ihn nicht einfach so dort liegen lassen.“
„Du konntest es scheinbar nicht, ich hätte kein Problem damit gehabt.“
„Und warum hast du mir dann geholfen ihn in das Zimmer zu bringen?“, abwartend schaut Anna die Kriegerin an, doch diese gibt ihr keine Antwort auf ihre Frage.
Xena stößt sich von der Wand ab und geht ein paar Schritte auf den Jungen zu: „Wie ist dein Name?“
„Si…Silas.“, stottert dieser.
„Wieso haben die Männer auf dich eingeschlagen?“
„S…sie haben be…behauptet, dass i…ich einen Apfel ge…gestohlen hätte.“
„Hast du?“
„Nein, hab…habe ich nicht. Aber…der Junge mit…mit dem ich ge…gespielt habe.“, antwortete Silas eingeschüchtert.
Bevor Xena die Chance hat noch eine weiter Frage zustellen, setzt sich Anna neben den Jungen und fragt: „Wenn du uns sagst, wo du wohnst, dann bringen wir dich nach Hause.“
Silas lässt seinen Kopf hängen und murmelt: „Ich habe kein zu Hause mehr.“
„Wie meinst du das?“
„Mein Vater wurde vor ein paar Jahren umgebracht und meine Mutter…sie war schwer krank. Ich habe niemanden mehr.“
„Gibt es denn wirklich Niemanden der dich aufnehmen würde?“, will Anna wissen, doch der Junge schüttelt nur mit dem Kopf. Anna fährt ihm durch seine blonden Haare: „Wieso ruhst du dich nicht erst einmal aus, hm? Wenn etwas ist, wir sind unten.“
Die Brünette nimmt Silas den Becher ab und nach dem er es sich bequem im Bett gemacht hat, deckt sie ihn noch zu.

„Vergiss es.“, sagt Xena und trinkt einen Schluck Wein aus ihrem Becher.
„Aber wir können ihn doch nicht so einfach zurück lassen. Er kann nicht älter als vier sein.“, versucht Anna weiter die Meinung der Kriegerprinzessin zu ändern. „Er hat alles verloren und ist völlig allein. Wie kannst du da auch nur daran denken, einfach weiter zu reisen und ihn allein zu lassen?“
„Weil ich eine Kriegerin bin und keine Mutter. Ich führe eine Armee an und Kinder kann ich da nun wirklich nicht gebrauchen.“
„Dann werde ich mich halt um ihn kümmern.“
„Ich sagte nein.“
„Aber wieso nicht?“
„Hör zu, ich muss mich und meine Entscheidungen vor dir nicht rechfertigen.“
„Ja, da hast du recht. Ich bin doch nur deine kleine, erbärmliche Sklavin.“, kontert Anna verärgert.
„Ich wünschte es wäre so.“, murmelt Xena in ihren Becher.
„Wie bitte?“, fragt die Brünette nach, doch die Kriegerin schüttelt nur mit dem Kopf.
„Nichts.“
Hat sie da gerade richtig gehört? `Ich wünscht es wäre so?´ Was soll das heißen? Sieht die Kriegerprinzessin sie nun doch nicht mehr nur als ihre Sklavin? Wenn Anna ehrlich war, dann fühlt es sich mittlerweile eher an wie zwei Freundinnen, die umher reisen. Keine sehr guten Freundinnen, aber doch Freundinnen.
Für eine ganze Weile sitzen sich die Beiden schweigend gegenüber, während die Brünette Xena die ganze Zeit mustert.
„Weißt du was ich nicht verstehe?“, durchbricht schließlich Anna die Stille.
Xena verdreht unbemerkt die Augen: „Du wirst es mir sicher gleich sagen.“
„Wenn ein unschuldiger, kleiner Junge fast zu Tode geschlagen wird, dann stehst du nur da und schaust zu. Aber wenn einer von denen auf mich los geht, dann bist du sofort zur Stelle…Ich werde einfach nicht schlau aus dir.“
„Gut, dann belassen wir es auch einfach dabei.“
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