Rache ist nicht alles

GeschichteAllgemein / P18 Slash
Xena
24.12.2011
05.11.2017
28
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„Verdammt!“, flucht die Brünette. Sie erhebt sich von dem Fleck Erde, auf dem sie gerade gefallen ist und versucht sich so gut es geht, von dem Dreck zu befreien.
Eigentlich sollte sie schon lange in ihrem Dorf, bei ihrer Familie, sein. Aber irgendwie sind die Götter ihr nicht wohl gesinnt. Erst haut ihr Pferd ab, dann gerät sie in eine Falle, wo ihr all ihre restlichen Sachen gestohlen werden, auch wenn die Diebe nicht mehr wirklich viel Beute machen konnten. Und dann stolpert sie über jede Wurzel, jeden Ast und über den noch so kleinsten Stein.
Sie hat schon fast die Hoffnung aufgegeben, ihr Dorf jemals wieder zu sehen, aber dann macht sich ein heimeliches Gefühl in ihr breit.
Um sie herum befinden sich nur Bäume und Büsche, doch sie kennt jeden einzelnen von ihnen. Hier hat sie als sie klein war immer mit den anderen Kindern aus dem Dorf Verstecke und Fange gespielt.
Ohne auch nur an die unzähligen Stolperfallen zu denken, rennt sie los. So schnell sie nur kann, durchquert sie den Wald. Ohne auch nur einmal das Gleichgewicht zu verlieren.

Vor ihr taucht das lang ersehnte Dorf auf, doch das Bild welches sich ihr bietet, lässt sie sofort abstoppen und raubt ihr den Atem.
Über dem Dorf ist eine riesige Rauchwolke. Jede Hütte brennt. Die Menschen rennen schreiend durch die Gegend. Versuchen sich und die Menschen die sie liebern vor den lodernden Flammen zu retten.
Ein wenig entfernt sieht sie einige Pferde mit Reitern und auch normale Krieger. Sie genießen den Anblick.
Das Chaos und Verderben, welches sie geschaffen haben.
Eine einzelne Reiterin löst sich aus der Gruppe und gibt einen Kampfschrei von sich. Die Männer um sie herum rufen einen Namen.
„Xena!“
Immer und immer wieder.
Beides sollte sie bis in ihre Träume verfolgen und nie vergessen.

Schweißgebadet schreckt die Brünette auf. Vor ihr züngeln die kleinen Flammen des Lagerfeuers.
Es ist jetzt schon fast ein Jahr her, dass ihr Dorf niedergebrannt wurde. Dass sie all die Menschen, die sie liebte, verloren hat. Doch sie hat jede Nacht wieder aufs Neue diesen Traum und das Gefühl, es wäre gerade mal vor einer Stunde passiert.
Seit damals ist sie auf der Suche nach dieser Frau und ihren Männern. Nicht dass sie sich einbildet, sie könnte diese Armee bekämpfen. Aber irgendwann, wird sie die Leute finden und dann wird sie wissen, was sie zu tun hat.
Sie ist keine Kriegerin. Sie wird auch nie eine sein, aber sie wird der bekanntesten, gefürchteten und wohl größte von ihnen gegenüber treten und ihre Familie Rächen.
„Hattest du wieder einen Alptraum?“, wird sie von einem Mann gefragt, der die ganze Nacht in die Flammen gestarrt hat.
„Ja.“, antwortet die Brünette kurz. „Es war der übliche. Ich bekomme die Bilder einfach nicht aus meinem Kopf.“, feuchte Tränen rollen über ihre Wange. „Sie fehlen mir so.“
„Hey Kleine, komm her.“, er nimmt sie in den Arm und tröstet sie. „Mir fehlen Mom und Dad auch.“
„Wieso trifft es immer die guten?“, fragt sie verzweifelt.
„Ganz ruhig, Anna. Weißt du noch was Mom immer gemacht hat, wenn wir traurig waren?“
Wie könnte sie das vergessen. Ihre Mutter hat sie in den Arm genommen, fest an sich gedrückt und eines ihrer Lieder gesungen.
Nie wieder wird sie für ihre Kinder singen können.
„Ja.“, antwortet sie leise.
Der Mann neben Anna fängt leise an zu summen und es dauert nicht lange, da ist sie auch schon wieder fest in Morpheus Armen.
Doch anstatt erneut von dem schlimmsten Tag in ihrem Leben zu träumen, beschenken die Götter sie mit Erinnerungen an ihre Familie.

Ein rascheln lässt Anna aufschrecken. Schnell wischt sie sich den Schlaf aus den Augen und sieht sich um. Bereit dazu einen Angreifer in die Flucht zu schlagen. Langsam greift sie nach einem Ast in ihrer Nähe. Hinter ihr hört sie erneutes Rascheln. Mit einmal richtet Anna sich auf und holt zum Schlag aus.
„Woah! Mach langsam. Du verletzt nur noch jemanden mit dem Teil.“
„Jason, wie oft habe ich dir schon gesagt, du sollst dich nicht immer so anschleichen.“, sie schmeißt den Ast weg. Der Mann geht an ihr vorbei zu seinem Schlafplatz.
„Nicht weit von hier ist ein kleines Dorf. Ich werde hingehen und versuchen etwas Essbares zu kaufen.“
„Kaufen?“, sie betrachtet ihn mit einem schiefen Blick. „Und wo von?“
„Hey, du kennst mich doch. Ich lass mir schon was einfallen. Kommst du mit?“, fragt Jason.
„Nein, ich versuch selbst an etwas ran zu kommen.“, lehnt Anna ab.
„Gut, wie du willst. Pass auf dich auf, Kleine.“, Jason schnappt sich all seine Sachen und umarmt Anna noch einmal, bevor er sich aufmacht.
Auch Anna packt ihre Sachen ein und macht sich in die andere Richtung auf.
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