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Die drei Musketiere....wie animalisch !

von RobinHood
GeschichteAbenteuer / P12
Aramis Athos D'Artagnan Graf Rochefort Kardinal Richelieu Porthos
21.12.2011
28.02.2013
10
17.913
 
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Dieses Kapitel
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21.12.2011 1.999
 
Zwei Tage habe ich an diesem Mega-Kapitel geschrieben. Ich hoffe es gefällt euch ;)
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Als ich langsam wach wurde, schien mir die Sonne direkt ins Gesicht. Das wird mich wohl geweckt   haben. Ophélie war nicht in der Kutsche zu sehen und draußen konnte sie nicht sein, denn wir fuhren noch. Ich streckte den Kopf aus dem Fenster und sah sie neben Albert auf dem Kutschbock sitzen. Erst überlegte ich mir ihnen einen neckenden Spruch an den Kopf zu werfen, aber als ich Ophélies Seitenprofil sah, besann ich mich eines besseren und ließ sie in ihrer trauten Zweisamkeit. Selbst setzte ich mich zurück, schaute aus dem Fenster und dachte an meinen Retter. Es wurmte mich so sehr, dass ich seinen Namen nicht kannte, also beschloss ich mir einen auszudenken, damit meine Gedanken persönlicher waren. Was würde zu ihm passen? Ein aristokratischer, junger Mann.
Maximilian? Nein, er war doch Franzose. Jean-Pierre? Das war viel zu stereotypisch. Mein Blick fiel auf „Robinson Crusoe“. „Ich habs! Ich nenne ihn Robinson Crusoe. Franzose oder Brite ist doch egal. Ich gab mich wieder meinem schmachten hin und dachte an jede Einzelheit seines Gesichtes. Diese Augen...dieses Haar...dieser Mut. Und sein Körper erst. Wenn er unter Kleidung schon so gut aussah, wie sieht er dann wohl nackt aus? Oh, Catharina. Hüte dich! Du kennst ihn doch gar nicht und lässt dich so einwickeln. Was, wenn er ein Herzensbrecher ist? Wenn er nur auf meinen Adelstitel aus ist? Das wäre schrecklich. Ich schloss die Augen und schüttelte den Kopf. Eine so vollkommene Person wie mein Robinson kann einfach nicht falsch sein. Er muss der edle Ritter sein, der einer hilflosen Maid aus jeder Problemsituation befreite.
„Cathi? Bist du wach? Schau mal! Da vorne ist Paris. Wir sind in einer halben Stunde da!“
Was Paris? Wir waren endlich da! Erst jetzt merkte ich, wie sehr ich mich auf Paris freute. Auf meine, Gesicht breitete sich automatisch ein Lächeln aus und ich schaute aus dem Fenster. Tatsächlich. In der Ferne konnte man schon die ersten grauen Häuser von Paris ausmachen.
Die halbe Stunde verging wie im Flug und schon fuhren wir in die Stadt hinein.
„Wo werden wir eigentlich übernachten? Bitte nicht nochmal in einem Wirtshaus!“ fragte ich neugierig Albert.
„Weißt du denn nicht, dass wir bei König Louis höchstpersönlich bleiben werden? Er erfuhr von deiner Reise und wollte den deutschen Adel unbedingt bei sich haben. Also kannst du dich ruhig glücklich schätzen.“  Albert verschaukelte mich doch gerade. Direkt beim König? Das hätte ich mir niemals träume lassen! Wunderbar. Wirklich wirklich wunderbar! Saubere, bequeme Betten und wunderschöne Zimmer. Tanzbälle und  den Gerüchten nach zu Urteilen, wird der König uns bestimmt in die neueste Mode stecken wollen. Traumhafte Kleider aus Samt und Brokat mit den feinsten Mustern darauf.  Die Kutsche hielt an und ich wollte gar nicht warten, bis Albert mir raus half. Ich riss die Tür auf und stieg aus der Kutsche. Natürlich blieb mein Kleid irgendwo  hängen und ich fiel raus aus der Kutsche direkt vor die Füße eines adligen Mannes. „ Merde! Zut!“ Ich rappelte mich auf und merkte dass alle Blicke des königlichen Hofes auf mich gerichtet waren. Empörte, anklagende Blicke.
„Oh oh Cathérine. Ha ha ha. Hast du dich verletzt?“ Ophélie schaute verlegen rum und nahm meine Hand. „Was ist los?“ Während ich diese Worte sage, wurde mir mein Tun bewusst. Ich hatte auf  Französisch geflucht. In Frankreich! Oh Merde! Ich hatte mir zu Hause angewöhnt auf Französisch zu fluchen, weil es dort keiner verstand. Aber hier? Die Leute schüttelten den Kopf und gingen ihre Wege.
„Wow. Das fängt ja schon mal gut an. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass dieser Urlaub nicht ganz so erholsam werden wird, Ophélie.“
Albert hatte in der Zwischenzeit Hilfe von der königlichen Garde bekommen, den überall bekannten Musketieren. Sie hatte unser Gepäck raus geholt und liefen ins Schloss.
„Ah. Mademoiselle d'Heidelberg. Schön sie zu sehen.Willkommen im wunderschönen Frankreich! Hattet ihr eine angenehme Anreise?“
König Louis hatte sich mit ausgebreiteten Armen vor uns hingestellt und plapperte heiter drauf los.
„Vielen Dank, König Louis. Unsere Reise verlief sehr ruhig und zu unseren Gunsten hielt sich auch das Wetter.“ Er lächelte und musterte nun auch Ophélie. „ Ah sie sind in hübscher Begleitung gekommen? Natürlich seid ihr alle beide ein Augenschmaus.“
„Oh, entschuldigt mich. Das ist Ophélie. Sie ist eine gute Freundin und meine Französischlehrerin. Eine aus ihren Reihen also.“
Ophélie machte einen Knicks und Louis verbeugte sich leicht. „Auch ihnen ein Willkommen zu Hause, Mademoiselle Ophélie. Wenn ich ihnen das so sagen darf, Cathérine d'Heidelberg, ihr Französisch ist wirklich perfekt. Ohne Akzent oder Sprachfehler. Wie lange lernen sie schon Französisch?“
Er hatte mir den Arm leicht um die Taille gelegt und führte mich ins Schloss rein.
„Es jährt sich jetzt zum fünften mal. Das ist sozusagen die Jubiläumsreise um mein Französisch zu testen, mein König.“
„Bitte. Nennen sie mich Louis. Unter Freunden benutzt man doch keine Titel. Und ich nehme an, wir sind doch schon so was wie Freunde, nicht wahr?“
„Natürlich, mein König. Ich meine Louis. Doch dann bestehe ich darauf, dass sie mich ebenfalls mit meinem Vornamen ansprechen.“
„Die Deutsche oder die Französische Aussprache,meine Liebe?“
Ich lächelte. Mit diesem Mann konnte man einfach gut reden. Er war so ein richtiger Kumpeltyp.
„Das will ich dir überlassen, Louis. Was gefällt dir denn besser?“
Er überlegte kurz und antwortete dann: „Ich glaube ich nehme die Französische. Das klingt in meinen Ohren viel schöner, Cathérine.“
Wir traten in einen riesigen wunderschönen Ballsaal. Glitzernde Kronleuchter hingen an der Decke und Lichter säumten die cremefarbenen Wände. Eine Glasfront öffnete sich auf den riesigen Schlossgarten.
„Gefällt es dir? Die Kronleuchter sind übrigens aus Deutschland.“
Ich schaute mich ehrfurchtsvoll um und nickte: „ Es ist atemberaubend! Wie viele Leute passen hier rein, wenn du einen Ball veranstaltest?“
Er verschränkte die Hände hinter seinem Rücken und schaute mich von unten an.
„Du kannst es ja morgen Abend herausfinden....wenn ich den Ball zu deiner Ehren geben werde.“
„Hm-mh. Was?“ Ich hatte nur halbherzig zugehört.
„Ganz recht. Ich gebe morgen einen Ball. Der ganze französische Adel wird zugegen sein. Außerdem ein Paar Leute aus Groß Britannien. Ich werde meinen neuesten Anzug tragen können und  die neueste Mode wird Bekannt gegeben. Es wird herrlich. Hast du ein angemessenes Kleid dabei? Entschuldige, dass ich dich frage. Natürlich werde ich noch heute meine Schneider zu dir schicken, um dir ein wunderschönes Kleid machen zu lassen. Deinem Typ nach zu Urteilen wäre ein Nachtblau toll. Das passt perfekt! Momentan ist blau nämlich das neueste Schwarz. Oh du wirst wunderschön aussehen.“
Ich lächelte, war aber eher vom Saal eingenommen.
„Cathérine. Darf ich dir meinen ganz persönlichen Leibschutz vorstellen. Das sind die 4 obersten Musketiere von Frankreich. Bitte meine Herren. Stellt euch unserem schönen Gast vor.“
Jeder einzelne von ihnen trat vor und küsste meine Hand.
„Mein Name ist Athos, Mademoiselle. Ich werde ihnen ein Paar unserer Musketiere zum Schutz zu Seite stellen.“ Er war hochgewachsen und von einer guten Statur.
„Sehr erfreut, Sir Athos. Ich kann mich glücklich schätzen von ihren Männern bewacht zu werden.“
Er verbeugte sich und machte dem nächsten Platz,
„Mit mir an ihrer Seite wird ihnen niemals etwas zustoßen. Halten sie sich beim König auf und sie werden mit Adleraugen beobachtet werden. Mein Name ist Porthos.“
Dieser war schlank, aber nicht dürr und lang. Sehr lang.
Nun das war ja schmeichelhaft. Ich werde wohl meine Zeit ohne Louis verbringen müssen, sonst würde ich von seinen Blicken verrückt werden. Auch dieser machte dem Nächsten Platz.
„Nennen sie mich Aramis. Es ist mir eine Ehre ihnen zu dienen.“
„Ganz meinerseits, Sir Aramis.“
Als er zur Seite ging und den Blick auf den letzten und jüngsten freigab, stockte mir der Atem. Robinson Crusoe! Endlich würde ich seinen Namen erfahren!“
Er grinste mich wissend an und küsste meine Hand.
„Hatten sie eine gute Reise hierher? Die Straßen durch die Wälder sind voller Gefahren. Auch ich stehe ihnen zu Diensten.“
„Die Reise verlief Problemlos,danke. Ein paar namenlose, nicht nennenswerte Begegnungen liefen mir unter. Aber das war kaum was.“
Dieser Schelm. Er machte mich rasend! Warum konnte er mir einfach nicht seinen Namen verraten? Langsam wurde ich sauer und warf ihm auch einen entsprechenden Blick zu. Er grinste nur noch breiter.
„Werden die Herren morgen Abend denn auch auf dem Ball zugegen sein?“ fragte ich ganz unschuldig an die anderen Drei gewandt.
„Natürlich werden sie da sein“, kam es aus einer ganz anderen Richtung, „der König braucht den Schutz.“
„Ah. Kardinal Richelieu. Wie gut, dass sie kommen. Das hier ist Cathérine d'Heidelberg. Sie ist gerade Heute aus Deutschland angekommen.“
Wer war denn dieser Möchtegernaufpasser? Mit seinem Schnurrbart sah er aus, als hätte er sich eine Gossenratte ins Gesicht geklebt.Ich machte einen  Knicks vor ihm und er verbeugte sich nicht einmal. Eingebildeter Gockel.
„Nun, sind sie nicht erschöpft von der langen Reise Mademoiselle d'Heidelberg?  Die Musketiere werden sie zu ihrem Zimmer geleiten. Meine Herren, ich bitte sie.“
Ohne ihn noch einmal zu mustern, lief ich aus dem Raum, flankiert von Athos, Porthos, Aramis und Robinson.
„Cathi! Da bist du ja!“
Ich erblickte Albert und Ophélie und sie gesellten sich zu uns. Wir liefen alle in denselben Flügel.
Unsere Wege führten aber in zwei verschiedene Gänge. Alberts Zimmer lag im selben Gang wie Ophélies. Ein glücklicher Zufall nehme ich an. Zu meinem Zimmer folgte mir nur noch Robinson. Die anderen Musketiere wurden zum König bestellt. Bis ins Zimmer hinein folgte er mir, dieser Heimlichtun!
„Ist ihnen das Zimmer angenehm, Mademoiselle?“ Ich mied es ihn anzuschauen und tat ganz sachlich. „Es ist akzeptabel. Vielen Dank.“
„Sie danken den Leuten oft, nicht wahr? Das ist eine schöne Angewohnheit.“
Versuchte er gerade mich in ein Gespräch zu verwickeln? Nicht mit mir!
„Nun. Ein Dankeschön muss nicht Ernst gemeint sein. Die Etikette verlangt es von einer Dame meines Standes. Viele Worte sind nur daher geredet, Monsieur. Das sollten Sie sich merken. Diese Worte aber sind Ernst gemeint: Ich würde jetzt gerne auspacken und mich erfrischen. Wenn sie so freundlich wären und mir diese Freiheiten geben würden.“ Halte den Kopf hoch, Cathi. Er soll schon sehen, wo ihn das hinführt. Er ließ sich nichts anmerken. Seine Miene wurde hart und unlesbar. Aha. Ich hatte es ihm also gezeigt. Ein Punkt für die hochnäsige Dame von blauem Geblüt. Ich sollte Schauspielerin werden.
„Wie sie wünschen. Guten Tag, Mademoiselle.“ Er verbeugte sich und verließ das Zimmer ohne sich noch einmal umzudrehen. Ich wartete kurz, um sicher zu gehen, dass er sich entfernt hatte und sagte dann :“ Namenlos heißt wohl auch Gefühllos, oder was?“
Während ich also auspackte, murmelte ich wütend vor mich hin.
Irgendwann ertönte ein Klopfen an meiner Tür.
„Herein.“  Ophélie kam grinsend und verwuschelt  herinkrein, lehnte sich kurz a die Tür und atmete hörbar aus. Ich schaute sie fasziniert an. Wo hatte sie sich wohl rumgetrieben? Wobei die Frage eher heißen sollte: WAS hatte sie so getrieben?
„Guck nicht so. Ich genieße die Zeit, solange ich kann!“ Sie kam tanzend auf mich zu. „Albert ist so ein guter Küsser! Und dieses Verbotene  hat so etwas romantisches!“
Ich kommentierte es nicht weiter und ging ins Bad um mich zu waschen.
„Ihr solltet vorsichtiger sein! Auch hier können euch die Leute sehen und Gerüchte verbreiten. Bitte Pass auf, dass ihr euch nicht blicken lasst,ja?“
Dieses Verhalten von ihr war sehr sehr unschicklich und riskant. Wenn das jemand erfuhr, würde das ihr restliches Leben negativ verändern.
„Ja ja. Ich Pass schon auf. Keine Sorge. Eigentlich bin ich nur gekommen, um dir zu sagen, das König Louis uns heute Abend zum Essen bestellt hat. Er will mit uns zusammen speisen. Ich geh dann aber mal wieder zu....in mein Zimmer. Bis heute Abend dann“
So schnell wie sie gekommen war, war sie auch wieder verschwunden. Ich sollte ein Auge auf sie haben, solange die beiden noch nicht verheiratet waren. Ich ließ mir Wasser ein und goss verschiedene Badeöle rein. Heute Abend werde ich mit dem König dinieren, da sollte man gut riechen.
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