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Die drei Musketiere....wie animalisch !

von RobinHood
GeschichteAbenteuer / P12
Aramis Athos D'Artagnan Graf Rochefort Kardinal Richelieu Porthos
21.12.2011
28.02.2013
10
17.913
 
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21.12.2011 1.103
 
„Schau dir das an, Catharina! Die Landschaft ist wunderschön. Wo genau sind wir hier? Seit 3 Stunden sind wir unterwegs. Es muss aller mindestens schon nach Worms sein!“
Fast wäre mir 'Robinson Crusoe' aus der Hand gefallen, so hoch hatte mich Ophélie aus meinem Roman geholt. Ich schaute aus dem Fenster und sah wunderschöne Landschaften, die mich aber leider nicht sehr interessierten. Bücher zog ich dem definitiv vor. Aber um sie nicht zu kränken ging ich wenigstens darauf ein: „Du hast Recht. Ist wirklich schön hier. Frag doch den Kutscher wo wir sind. Der müsste es wissen.“
Wie auf ein Stichwort ritt, nicht der Kutscher aber ein Ritter, an unserem Fenster:“ Meine Damen. Wir sind bei Saarbrücken. Also doch schon ein großes Stück von Worms weg. In ein oder zwei Stunden werden wir die französische Grenze überqueren. Dort werden wir rasten und etwas Essen. Ich nehme doch an, dass die Damen nach fast 4 Stunden Fahrt hungrig sind?“
Ophélie und ich schauten uns verstohlen an. Wir wussten genau, welcher Ritter es war. Einer dieser 'Oh-ich-rette-dich-du-holde-Maid-auf-meinem-weißen-Ross-denn-ich-bin-so-stark-und-gutausehend-dass-mir-keine-Frau-der-Welt-widerstehen-kann'-Ritter. Auch wussten wir genau, wie wir mit diesem gerne umgingen. Wie auf ein Stichwort lehnten wir uns beide zum Fenster raus und zeigten unser Dekoltée.
„Was wird es zu essen geben?“
„Wird es von ihnen zubereitet?“
„Werden sie mit uns speisen,edler Herr?“
„Oh bitte speist mit uns!“
„Werden sie in Frankreich bei uns bleiben?“
„Wenn nein, kommen sie uns besuchen?“
Er fühlte sich sichtlich stolz. Man sah förmlich, wie sein Ego wuchs und wuchs.
„Aber aber meine Damen. Nicht so hastig.“
Er wendete den Blick nicht von unserem gepuderten,weißen Ausschnitt.
„Ich habe das Essen nicht zubereitet und demnach weis ich auch leider nicht was es geben wird. Wenn meine Damen es wünschen speise ich gerne an ihrer Tafel. Und was Frankreich betrifft werde ich leider nur zwei Tage bleiben können. Der König selbst verlangt nach meiner Anwesenheit. Er bekommt Besuch von seiner Tochter aus England. Ich diene dem Schutz dieser schönen Frau.“
Seine Augen wurden bei dem Gedanken an noch mehr offene Kleider ganz glasig.
Das war der perfekte Augenblick. Ich strich ihm über die eiserne Brust und redete mit verführerischer Stimme auf ihn ein: „ Findet ihr die königliche Tochter denn soviel schöner als mich und meine Zofe? An uns habt ihr doppeltes Glück. Sie jedoch ist älter und hat keinen so wohlgeformten Körper, meint ihr nicht?“
Seine Zügel glitten ihm aus der Hand und das Pferd buckelte, weil es seinen Herren wohl auch loswerden will.
Mein Ritter flog im hohen Bogen durch die Luft und landete auf seinem stählernen Hinterteil. Die ganze Bagage stoppte und viele Pferde scheuten. Ophélie hatte den Kutscher aufgefordert einfach weiter zu fahren. Er war ein Mann mitte zwanzig und kannte dieses Spiel. Nur in seiner Kutsche vollführten wir dies. Er lachte sich krumm.
„Passen sie bloß auf, dass ihnen die Zügel nicht auch aus der Hand rutschen.“
Ich hatte den Verdacht, dass Ophélie ihn ein klein wenig mochte. Er hatte auch ein sehr schönes Antlitz. Wir schmissen uns in die samtenen Bänke und lachten so laut wie seit Tagen nicht mehr.

Mein Vater hatte anscheinend besonders darauf geachtet, dass wir eine bequeme Reise hatten. Fast genau auf der Grenze wurde ein großes, schönes zelt für uns aufgestellt mit einer kleinen aber trotzdem prächtigen Tafel und farblich abgestimmten Stühlen. Albert, unser Kutscher, aß mit mir und Ophélie zusammen. Der arme Wilhelm aber durfte als Strafe überhaupt nichts essen, weil sein Leichtsinn soviel Zeit gekostet hatte. Aber als Krönung durfte er auch nurt noch ganz hinten reiten, weil er so ganz dreißt log, dass wir in hatten verführen wollen. Alle , außer Wilhelm, wissen wie wenig ich ihn mag. Außerdem war ich Tochter des Grafen. An sowas würde ich nicht mal denken, geschweige denn es tun!
Das Essen war köstlich. Spanferkel mit Gemüse und süßen Wein. Als Nachtisch gab es dann, passend zu unserer Reise, eine französische Creme brulee.
„Dein Französisch ist zwar schon perfekt, Cathi ,aber du wirst die Leute und ...ach einfach ganz Frankreich lieben! Versprochen!“
Ophélie war ursprünglisch aus Frankreich. Ihr Vater war reicher Kaufmann und hatte sie nach Deutschland geschickt, damit sie die deutsche Sprache lernt und vielleicht mal Übersetzerin werden konnte. Sowie ihre Mutter.
„Da bin ich sicher Ophélie. Wenn die Leute nur annähernd so sind wie du.“
Albert scherzte noch mit uns über Wilhelm und bald kam dann die Zeit weiter zu fahren. Wir sollten vor Einbruch der Dunkelheit soweit wie möglich kommen. Ausdrücklicher Wunsch meines Vaters. Es kam mir komisch vor, dass er es so eilig hatte uns in Paris zu wissen, aber ich dachte nicht weiter darüber nach.

„Cathi. Steh auf , du Schlafmütze. Wir machen Rast. Es ist dunkel und wir werden in einem Wirtshaus unterkommen. Steh auf meine Liebe.“
Ich musste eingeschlafen sein, als ich Crusoe weiter gelesen hatte. Ich musste ja richtig müde gewesen sein, um bei Crusoe einzuschlafen!
„Bin ja wach. In einem Wirsthaus? Hast du unsere Sachen, Ophélie?“
„Außer das Kissen und dein Buch ist alles in der kleinen Tasche.“
Die Tür ging auf und Albert lächelte rein: „Braucht ihr Hilfe?“ Er hielt uns die Hand hin und half uns aus der Kutsche.
„Wie lange müssen wir morgen noch fahren bis Paris,Albert? Mein Po schmerzt so sehr von der Kutschfahrt! Wo sind wir überhaupt?“
„Wir sind auf halber Strecke. Morgen fahren wir nochmal dreineinhalb Stunden und dann werden wir endlich ankommen.“
„Nochmal drei Stunden? Natoll“ Das würde die Hölle für meine sowieso schon tauben Beine sein.
Ophélie's Sicht ließ sich durch nichts trüben: „ Cathèrine,“ so nannte sie mich nur ,wenn sie etwas belehrendes sagen wollte,“ du sollst nicht immer alles so negativ sehen! Denk an die wunderschönen Landschaften,die wir sehen werden! Den Spaß den wir noch haben können.“
Gerade in diesem Moment lief Wilhelm mit finsterer Mine an uns vorbei und wir alle drei mussten lachen, was uns noch böserer Blicke seinerseits einbrachte. „Okay okay. Du hast mich. Lasst uns ins Haus gehen.“

Drinnen herrschte eine Stimmung wie in einer Kneipe. Männer die zu laut lachten und Kellnerinnen, die zwischen den Tischen rumflitzten. Als wir reinkamen sank der Geräuschpegel auf Null. Willkommen, liebe weibliche Menschen. Sowas sieht man hier selten. Habt Spaß unter den gaffenden Blicken der alten Männer. Wir wünschen ihnen einen angenehmen aufenthalt. Ganz so waren die Worte zwar nicht, aber ich wette das hatte ich zwischen den Zeilen rausgehört, als uns ein kleiner schmutziger Mann begrüßte und uns seine prachtvollsten Zimmer zeigte.
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