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Die drei Musketiere....wie animalisch !

von RobinHood
GeschichteAbenteuer / P12
Aramis Athos D'Artagnan Graf Rochefort Kardinal Richelieu Porthos
21.12.2011
28.02.2013
10
17.913
 
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21.12.2011 1.465
 
Kurzes Vorwort: Tut mir Leid und viel Spaß!
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Müde und mit schweren Lidern wachte ich morgens auf. Viel zu viele Gedanken hatten mich vom Schlafen abgehalten. Bis tief in die Nacht hatte ich darüber spekuliert was wohl wäre, wenn und wenn nicht. Wie meine Zukunft aussehen würde und was die Leute reden würden. Und wieder nahmen dieselben Worte von meinem Kopf besitzt und brachten ihn zum rauchen.
Die Beine übers Bett schwingen versuchte ich die einnehmenden Sätze zu vertreiben und spritze mir dann kaltes Wasser ins Gesicht. Ich fühlte mich gleich viel wacher und frischer.
„Lächle, Catharina. Es ist ein sonniger Tag und nichts kann dir heute die Laune verderben. Wenn du D'Artagnan triffst wirst du gut daran tun ihn zu ignorieren. Er soll nicht den Eindruck haben du würdest dich nach ihm verzehren. Nimm dir Ophélie und macht einen Ausflug in das innere von Paris. Neue schöne Kleider werden das Leben ein klein wenig erhellen.“
Ich zog mich also schnell um und steckte mir die Haare zu einem einfachem Zopf hoch.
Als ich an der Klinke zog, zischte eine Faust an meinem Gesicht vorbei.
„Oh! Entschuldige. Ich...ich wollte nur mal nach dir sehen.“
Louis stand mit ein paar Leibwächtern in der Tür und sah ein klein wenig verlegen aus.
Ich lächelte. Er war doch zu süß! „Nein. Es passt alles. Mir geht es gut, ich wollte gerade Ophélie aufsuchen und sie zu einem Stadtbummel verurteilen.“
Er nickte nur und lächelte. Die Stille war unerträglich und nur um sie zu brechen fragte ich ihn dann: „ Hättest du nicht Lust uns zu begleiten? Eine starke männliche Meinung bei der Kleiderwahl kann nur von Nutzten sein.“
Seine Augen leuchteten und er nickte hastig. „Aber jaja! Das ist eine sehr amüsante Idee! Ich werde die Kutsche in einer halben Stunde vorfahren lassen. Ist das genug Zeit?“
Er war wohl Feuer und Flamme für den Bummel. Wen wundert es?
„Das reicht vollkommen. Ich suche nur nach meiner Hofdame und werde zu gegebener Zeit da sein.“
Er lächelte und drehte sich auf dem Absatz um, um im Gang zu verschwinden und ich machte mich auf den Weg zu Ophélies Gemächern.
Sie war nicht da. Erst hatte ich dreimal geklopft und mehrere Minuten gewartet und als sie nicht öffnete, hatte ich die Tür geöffnet um nachzusehen ob sie nicht schlief. Fehlanzeige. Wahrscheinlich war sie draußen irgendwo und turtelte mit Albert rum. In dem ganzen Trubel, der seit unserer Ankunft geschehen war, hatten die beiden kaum Zeit füreinander gehabt. Die Armen und Glücklichen.
Unten angekommen trat ich seit Tagen wieder auf den zauberhaften Kiesweg auf den schönen Springbrunnen zu, der in der Mitte eines schönen Platzes stand. Ich lief darauf zu und steckte erst meinen Finger und dann die ganze Hand in das angenehm kühle Wasser.
Hinter mir knirschte der Kies und als ich mich umdrehte, erblickte ich meinen Vater.
Wir umarmten uns und lächelten.
„Wie geht es dir, Catta? Hast du dich erholt und bist gesund? Und wie gefällt dir Frankreich so?“
Ich senkte lächelnd den Kopf. „Mir geht’s wieder gut. Frankreich ist wunderschön! Heute fahr ich in die Stadt und mache einen Bummel. Ich suche nur nach Ophélie, um ihr bescheid zu geben.“
Vater kicherte: „Ich habe sie mit Albert bei den Ställen gesehen. Hast du geahnt, dass sich zwischen den beiden etwas entwickeln würde?“
Mir ging das Herz auf bei seiner Sorglosigkeit. Doch er machte alles schlagartig zunichte.
„Hast du morgen Abend schon was vor? Ich dachte wir könnten zusammen essen, bevor ich wieder nach Heidelberg fahre.“
Ich riss die Augen auf: „Du fährst nach Heidelberg? Warum und Wann?“
Er nahm meine Hände und sagte:“Das hatte ich befürchtet. Ich muss Übermorgen fahren. Meine Leute brauchen mich, Catharina. Ich habe leider nicht die Zeit für einen Frankreichaufenthalt. Bitte versteh doch.“
Ich entzog ihm meine Hände und fuhr ihn an: „Ich soll es verstehen? Du wärest jetzt vielleicht tot und ich soll verstehen? Das kannst du nicht von mir erwarten, Vater.“
„Wie gesagt: Die Probleme lösen sich nicht von alleine. Das Volk braucht seinen Grafen.“
Was?!
„Da hast du recht. Es braucht seinen Grafen. Nur wo war der die letzten acht Jahre gewesen,hm?
Was hat er getan, während die Männer keine Arbeit und die Kinder kein zu Hause hatten? Wer hat die Waisenhäuser besucht und neue Arbeitsplätze geschaffen?“
Er seufzte: „Bitte, Catharina...“
Ich hob die Hand, um ihn zum Schweigen zu bringen.
„Wer war das denn gleich nochmal? Ach stimmt ja: Ich! Ich habe gerechte Steuern eingetrieben und den Frauen und Bauern gezeigt, wie man richtig wirtschaftet. Nicht du oder einer deiner treuen Berater. Ihr habt alle auf der faulen Haut gelegen! Geh ruhig wieder hin. Aber du wirst mich so schnell nicht wieder sehen,Vater. Ich werde meinen Urlaub unbefristet weiterführen und vielleicht werde ich nicht in Frankreich bleiben. Es gibt so viele schöne Länder, die es wert sind besucht zu werden. Und falls meine Laune es erlaubt werde ich dir Nachricht geben.
Einen schönen Tag noch, Graf von Heidelberg.“
Ich knickste und lief zu den Ställen. Schon von weitem rief ich nach Ophélie. Sie eilte heraus und man sah ihr an, was zwischen den jetzt traumatisierten Pferden geschehen ist, als ob sie ein Schild tragen würde auf dem steht: 'Ich habe einen Geliebten'.
„Mach dich frisch. In zwanzig Minuten fahren wir in die Stadt, um zu bummeln.“
„Was ist los, Ina?“  Ich hatte ihr sehr kühl befohlen. Ich befiel ihr eigentlich nie was. Es nahm mich wohl mehr mit, als gedacht.
„Frag nicht, meine Liebe. Ich erzähle es dir, wenn sich die Gelegenheit bietet.“

Zwanzig Minuten später saßen wir also mit Louis in der Kutsche und fuhren in die Innenstadt.
Es schien wie ein zwangloser Nachmittag. Wir redeten,lachten und probierten die verschiedensten Kleider an. Und wirklich, für diese paar Stunden hatte ich all meine Sorgen vergessen. Ich suchte schöne Abendkleider, für die vielen Veranstaltungen, die Louis angekündigt hatte.
In einem unauffälligem Moment sprach Ophélie, die mich seit Stunden mit bedeutungsschwangeren Blicken musterte, auf die bedrückenden Geschehnisse an: „Das ist die Gelegenheit. Unser Freund ist mit seiner eigenen Garderobe beschäftigt und wir sind allein. Erzähl es. Erzähl alles!“
Ich seufzte tief und ließ den Kopf hängen. Sollte ich Ophélie von mir und D'Artagnan erzählen? Aber was, wenn nichts aus uns werden würde? Was, wenn er sich für seine dürre,schöne Französin entschied und nicht für so eine plumpe deutsche Kartoffel? Ophélie würde mich bemitleiden und trösten wollen. Sie würde mich wochen- wenn nicht monatelang wie ein zerbrechliches Glas behandeln.
Und ich wollte nicht so behandelt werden. Ich wollte kein Mitleid haben. Ich wollte eine starke, unabhängige Frau sein. Wie all diese mutigen Frauen aus meinen Büchern.
Fürs erste musste ich Ophélie also etwas anderes bieten: „Es ist nichts großes. Vater möchte wieder nach Deutschland zurückkehren. Er ist kaum richtig genesen und will sich in Gefahr stürzen.
Was,wenn noch irgendwelche Anhänger von Gulliver dort lauern, um ihn zu rächen.
Weißt du, was seine Gründe waren, Lia? 'Meine Leute brauchen mich', sagte der Graf, dessen Tochter regiert hatte. Es macht mich so rasend!“
„Ich verstehe dich ja, Cathi. Aber du musst es doch auch mal aus seiner Perspektive betrachten: Er weiß dich hier in guten Händen und kann jetzt, nachdem er wachgerüttelt worden ist, endlich das tun, wofür er eigentlich bestimmt ist. Er kann um Verzeihung bitten und versuchen es wieder Gut zu machen. Warum freust du dich nicht für ihn?“
Ich schaute sie mit großen Augen an:“Auf wessen Seite stehst du denn?“
„Ich stehe auf gar keiner Seite. Auf meiner eigenen Seite. Du solltest mal die Seiten wechseln und es aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Sei nicht so dickköpfig wie sonst und erbarme dich uns armen Leuten, wie deinem Vater und mir.“
Ihre Worte machten so viel Sinn, dass ich mich für mein vorangegangenes Verhalten schämte.
„Du hast ja so recht. Mit meinem Kopf könnte ich echt Schlösser niederreißen. Oh Mann, was mach ich bloß jetzt?“
Und da kam Louis und hatte anscheinend den letzten Teil mitbekommen.
"Was für ein Problem beschäftigt dich denn so, meine Liebe?"
"Äh....Cathérine weiß einfach nicht welche Farbe ihr besser steht und ich bin auch ratlos! Was glauben sie, Majestät, Lavendel oder Nachtblau?"
Louis schaute mich kurz an und ich merkte, dass er wusste, dass etwas nicht stimmte. Aber Gott sei Dank wahrte er seinen Anstand und bohrte nicht nach.
"Ich glaube...nein, ich bin mir sicher, dass dir dieses tiefe Blau viel besser stehen wird, Cathi."
Zwinkernd verschwand er in die Herrenabteilung. Natürlich musste ich ihm irgendwann die Wahrheit sagen und ich gedenke, dass dies früher als später geschehen wird. Was für ein Drama! Da zog ich es wahrlich vor mich mit den Problemen der Charaktere in meinen Büchern zu beschäftigen!
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