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Geliebte Jane

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteAllgemein / P12 / Gen
Jane Seymour
21.12.2011
21.12.2011
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21.12.2011 877
 
Ich mag Jane Seymour nicht, wirklich nicht. Sie hat für mich keinen ausgeprägten Charakter. Nicht dass sie ein dummer Mensch ist oder so, nein, sie ist wirklich freundlich finde ich!
Ich weiß auch, es gibt viele, die sagen, sie war Henry's einzige Liebe - aber ich bin nun mal auf Anne Boleyn's Seite. 
Trotzdem habe ich versucht, den Text sozusagen unparteiisch zu gestalten!

Geliebte Jane

Es war ihr schon von Anfang an klar gewesen. Von dem Moment an, als sie ihren kleinen Sohn in den Armen hielt, ahnte sie es. 
Bald würde es aus und vorbei für sie sein. 


Niemals hätte sie gedacht, je Königin von England zu sein! Und schon gar nicht die Frau, die dem König einen Thronfolger schenkte! 
Einzig und allein sie war in seinen Augen die wahre Königin, die gütige, sich im Hintergrund haltende, freundliche Königin. 
Die sich nicht einmischte. 
Die ihre Meinung nicht sofort offen aussprach. 
Die wusste, wie man sich keine Feinde macht. 
Die perfekte Königin. 


Schon seit mehr als 7 Tagen war sie bettlägerig und fühlte sich sehr schwach. Womöglich hatte sie sich eine Krankheit eingefangen, meinte der Medicus. 
Aber Jane befürchtete das Schlimmste, obwohl sie sonst nur auf das Gute hoffte. Ihre Hofdamen hatten mehrere Male über das allseits bekannte Kindbettfieber gesprochen und schienen nun etwas beängstigt, könnte ja sein, dass ihre Königin an genau dem selben Schicksal Leiden müsste…
So krank wie in diesem Moment fühlte sie sich noch nie, niemals war Jane so kaputt und ausgelaugt gewesen. 
Ihr war übel, furchtbar übel, ihr Kopf schmerzte, ihre Stirn glühte und sie fühlte sich nicht im Stande, etwas zu essen. 
Sie würde es sowieso nicht lange drinnen behalten. 

Nur noch einmal möchte sie ihren kleinen Sohn sehen, ihr einziges, geliebtes Kind. 

Der König war überglücklich gewesen, als er erfuhr, dass er nun endlich einen Thronfolger hatte. 
Jane war sofort klar, dass Edward sicherlich sehr verwöhnt werden würde. Man möge sich vorstellen, ein kleines Kind wird höher gestellt sein als ein edler Herr. 

Aber so war es eben, und sie war froh, dass ihr Sohn wenigstens eine ausgezeichnete Ausbildung bekommen würde, in allen wichtigen Dingen, die man als angehender König eben so brauchen wird. 

Die Schmerzen ließen nicht nach und sie schloss angestrengt die Augen, stöhnte kurz auf und drehte sich zur Seite. 
Sofort eilten ihre Hofdamen her, als ob sie nur so auf eine Reaktion von ihr gewartet hätten. 

"Mylady!" rief die kleine Braunhaarige, die Größere stimmte in ihre Besorgnis ein. 

"Mylady, was ist mit Euch? Sollen wir wieder den Arzt holen? Ich dachte es geht euch besser!"
Sie tupfte mit einem feuchten Tuch Jane's Stirn ab und tauschte mit der anderen einen kurzen Blick. 

"Nein", flüsterte die Königin. 
"Die Schmerzen sind nur schlimmer geworden…"

"Und Ihr seid euch sicher? Euch geht es nicht gut, Mylady!"

Jane schüttelte leicht den Kopf und drehte sich auf den Rücken. 
In der Tat, die Schmerzen wurden nun von Minute zu Minute schlimmer. Sie war so müde und das Reden schwächte sie zusätzlich. 
Am liebsten hätte sie sofort die Augen geschlossen, doch der Arzt meinte vorher, sie solle auf jeden Fall versuchen, wach zu bleiben. 

"Eure Majestät", tönte es plötzlich von allen Seiten und die Königin runzelte kurz die Stirn. 
Der König war gekommen und so besorgt wie jetzt hatte ihn wohl noch keiner gesehen. 
Er trat näher, blieb ein paar Schritte entfernt von ihrem Bett stehen und sagte: "Das Kindbettfieber. Ganz sicher. Ich kenne es, meine Mutter ist daran gestorben."

Er holte tief Luft und sagte: "Geht raus. Geht!"

Die Damen verließen den Raum, eine von ihnen schluchzte auf dem Weg nach draußen und der König ging zu Jane.

Er kniete sich neben ihr Bett und nahm ihre Hand ihn seine, während sie wimmerte. 

"Verlass mich nicht, bitte. Geh nicht, nur weil du alles getan hast, was du versprochen hast... Verlass mich nicht. Du bist die gütigste Person auf Erden, das Licht in meiner Welt."

Henry beugte sich leicht über sie und küsste sie, ein letztes Mal noch. 

Jane war zu schwach, um in irgendeiner Weise darauf zu reagieren. 

"Bitte Gott, in deiner Gnade, nimm sie mir nicht. Mein Sohn braucht seine Mutter, und ich brauche meine Königin."

Als ob er es wüsste, dass es jeden Moment vorbei sein könnte, betete er, in Hoffnung es würde noch helfen. 

Doch Jane war so müde, entsetzlich müde. 
Das letzte, was sie wollte,  war ihren König zu sehen. 
Und er war gekommen, um sich von ihr zu verabschieden. 
Von seiner geliebten Jane. 

Jane schloss ihre Augen und atmete ein letztes Mal aus und es trug sie fort, fort von hier. 



Phoenix Jana iacet, nato Phoenice ; dolendum,
Secula Phoenices nulla tulisse duas.

Soon as her Phoenix Bud was blown,
Root-Phoenix Jane did wither,
Sad, that no age a brace had shown
Of Phoenixes together.

+++++

So, das war's mit Jane. Ich finde es jetzt nicht spektakulär oder so, die Jane Anhänger hätten es  sicher besser hinbekommen. 
PS: Die Szene mit Henry kommt euch vielleicht bekannt vor - ich habe versucht, eine Stelle aus der Serie einzubauen, welche diese war :)


Hier Teil IV: http://www.fanfiktion.de/s/4ef36fe7000201850652cec0
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