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Shanin.

von Almaa
Kurzbeschreibung
KurzgeschichteAbenteuer, Drama / P12 / Gen
20.12.2011
20.12.2011
1
1.943
 
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20.12.2011 1.943
 
Diesen OS widme ich einer bestimmten Person. ;)
(Aus WoW.)
(Das kursivgeschriebene sind entweder immer Gedichte oder momente aus der Vergangenheit.)
Viel spaß. <3



Am Beginn des Krieges stand ein Regenbogen.
Vögel schwarz vor grauen Wolken schnitten Kreise.
Silbern glänzten Tauben, wenn auf ihrer runden Reise
sie durch einen schmalen Streifen Sonne bogen.
Und meine schnellen Boten hier bei mir.
Grad kommen sie und melden mir bestimmt:
Sie würden kommen.


Wenn du auf die Erde gesandt wirst, ohne irgendwelche Erinnerungen an den Himmel, kommt dir alles bestimmt riesig vor. Sei es der Wald von Elwynn oder Teldrassil. Jedoch kommt es nicht darauf an, ob die Welt wirklich so groß ist wie sie scheint. Sondern mit welchen Augen man sie betrachtet. Mhm? Hab ich nicht recht?
Gedankenverloren betrachtete sie Sturmwind, die sich vor ihr mit all ihrer Pracht entgegenstreckte. Welch anmutiges Gebäude. Selbst das grau verlieh der riesigen Festung ein graziles Ansehen. Hier hatte alles angefangen.
Ein sanftes Lächeln umspielte ihre schmalen Lippen als sie durch das Tor schritt. Unauffällig griff sie nachdem Zipfel ihres Umhangs und zog ihn hinter sich an den Rücken, als jemand an ihr vorbei ritt. Ja, hier war ganz schön was los. Hier trafen die wildesten Charaktere zusammen.
Das klacken ihrer Fußsohlen wenn sie auf den harten Boden trafen, drang an ihr spitzes Ohr. Vorsichtig strich sie sich eine schwarze Strähne aus dem Gesicht.
Ja hier konnte man viel erleben.
Das Knurren der wilden Reittiere war zu vernehmen als sie fast im Handelsdistrikt angekommen war. Stimmen unterschiedlichster Menschen. Lachende, weinende, sogar tanzende Wesen traten in ihr Augenfeld. Ein Mensch zwinkerte ihr zu.
Schüchtern lächelnd verschränkte sie ihre Hände hinter ihrem Rücken und zog die Schultern hoch. Sie war nicht einmal so unbeliebt hier. Es gab selten jemanden den sie nicht mochte. Schließlich war sie Shanina und wichtig für die Verteidigung von Sturmwind.
Das laute Wiehern eines Pferdes war zu hören als sie kurz vorm Aktionshaus zum stehen kam. Ihr Lächeln wurde breiter.
„Tarelos …“, murmelte sie leise.

„Ganz schön viel los was? Hordler geben halt nie Ruhe.“, lachte ein Nachtelf plötzlich neben ihr laut auf.
„Stimmt.“, entgegnete sie.


Hier hatte sie auf einen ihrer Gefährten und allerbesten Freund getroffen. Lächelnd schwelgte sie in Erinnerungen. Wie oft sie dagesessen hatten. Stunden über Stunden. Die Zeit hatte an diesem Ort keine Bedeutung mehr gehabt. Sie war irrelevant geworden. Und wenn man das erst einmal erreicht hat, hat dieser Ort einfach etwas Magisches an sich.
Nachdenklich fuhr sie mit ihrer Fußspitze über den staubigen Boden.

"Maaann! Ich hab den Hordler nicht geschafft.“, schmollte ein zutiefst beleidigender Nachtelf und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Nächstes Mal schaff ich ihn!“, entschlossen ballte er seine Hand zu einer Faust, ehe er noch einmal auf den Gegner zuschnellte.
Kichernd sah Shanina zu.


Fröhlich ging sie weiter. Eine kleine Gasse führte direkt vor einen Friseur. Diesen Schleichweg hatte sie oft genommen. Außerdem traf man auf dem normalen Weg auf viele Menschen und diesen wollten sie auf keinen Fall Schaden zufügen. Schließlich war sie für Sturmwind eine Verteidigung und kein Feind. Ein aufgewecktes Menschenmädchen ritt dicht an ihr vorbei. Entschuldigend drehte sie noch Mal ihren Kopf, ehe sie voller Elan weiterraste.
>Irgendwann würde sie noch mal jemanden umrennen.<, schoss es Shanina durch den Kopf als sie weiter ging. Große Reittiere waren, nebenbei gesagt, nie ihr Fall gewesen. Sie verbrauchten viel Platz und stellten sich immer direkt vor den Händler sodass Shanina kaum die Chance hatte ihren Quest abzugeben. Jedoch ist das etwas womit sie jeden Tag zu leben hat. Außerhalb von Sturmwind und dem östlichen Königreich gab es schließlich viel schlimmere Gefahren! Und Shanina würde sie alle bezwingen sonst hätte sie sich nie dazu entschlossen auf die Erde zu kommen.

Keuchend parierte sie einen weiteren Schlag des Gegners mit ihrem Stab. Dieser sah zwar schwach aus aber war viel standfester als es den Anschein machte.
Ihr Mana war fast ganz aufgebraucht. Schnittwunden und tiefe Verletzungen zierten ihre Arme und Beine. Und sie würde noch mehrere davontragen wenn sie sich nicht bald was einfallen lassen würde. Das riesige Monster vor ihr kreischte auf. Als würde es bereits wissen, dass Shanina am Ende ihrer Kräfte war. Gerade wollte es ein weiteres Mal zuschlagen als etwas hinter der Nachtelfin hervorsprang und den Gegner zu Boden riss. Laut knurrend riss es den feindlichen Vogel  in Stücke. Mit einem Ruck warf er den bereits toten Körper zur Seite und sah zu Shanina auf.
Eine . . . Katze?
„Wie ich sehe brauchst du Hilfe.“, sprach die Katze mit einer dunklen Stimme. Sie war schneeweiß, zwischen seinen kräftigen Zähnen quoll Blut hervor, was sicher nicht sein eigenes war.
„Dankeschön.“, bedankte sich Shanina höflich.
„Wie heißt du?“
„Shanina und du?“
„Skalka.“
Kurz überlegte die Schwarzhaarige als sich eine unangenehme Stille über sie legte.
„Könntest du mir bei anderen Quests vielleicht helfen?“, fragte sie schließlich.
„Es wäre mir eine Ehre.“


Ein breites Grinsen hatte sich auf ihre Lippen gelegt als sie im Magierviertel angekommen war.
„Skalka . . .“, nuschelte sie und fuhr sich durch ihr Haar. Ihre dunklen Augen wanderten dabei über den kleinen Turm der im Magierviertel errichtet worden war. Eine Pracht. Obwohl jedes Gebäude in Sturmwind wunderschön war, gefiel ihr dieser Turm am meisten. Was auch wahrscheinlich daran lag, dass sie selbst Magierin war und dies hier ihr ‚Zuhause’ war. Hier hatte sie viele verschiedene Dinge gelernt und sich neue Fähigkeiten angeeignet.
Oft war es auch ganz schön Zeitaufwändig. Mit neuen Techniken wusste sie oft nichts anzufangen da jede auf ihre eigene Weise besonders war und anders Schaden zufügte. Aber sie hatte schnell gelernt! Mithilfe einiger Freunde und ihres Ehrgeizes war auch das schnell geschafft.
Ihr Lehrmeister war immer ein netter und freundlicher Mann gewesen. Er hatte Geduld mit ihr.
>Das erinnert mich an jemanden … <, dachte sie lächelnd.

„Du kämpfst gut.“, sprach sie zu dem jungen Druiden der gerade einen Gegner erledigt hatte.
„Danke! Ich werde auch noch viel stärker! Du bist auch nicht schlecht!“, grinste die Katze vor ihren Augen breit. Das schöne Band um seinen Hals klirrte dabei, als er zustimmend nickte.
„Wie wär’s wenn wir zusammen kämpfen? Wir würden gut zueinander passen.“, schlug die Schwarzhaarige ruhig vor. Im Gegensatz zu Skalka war diese Katze rabenschwarz.
„Du bist . . . Magierin, oder?“, fragend glubschte er sie an.
„Ja, du hast recht. Woher weißt du das?“
„Magier tragen immer solche Stäbe.“, erwiderte diese weniger intellektuell. Kichernd streichelte sie seinen Kopf.
„Gut dann sind wir ab sofort ein Team!! Ich werde irgendwann so stark werden, bis du nur mehr hinten stehst und gar nichts machen musst!“, sprach dieser voller Elan.


„Yümeji …“ Er war ein Fall für sich gewesen. Auch Skalka hatte es gerne Mal übertrieben. Yümeji war oft tollpatschig und stolperte über seine eigenen Beine. Tarelos wurde beim verlieren oft so wütend, dass er sein Schwert zur Seite warf und sich nicht mehr bewegte.
Uhm. Hier hatte jeder seine eigenen Eigenschaften und Fähigkeiten. Wenn man die positiven Eigenschaften und ihren Teamgeist dazuzählte waren sie ein unbesiegbares Team.

"Kommt ihr?“, rief Shanina.
„Ich bin ein mieser Druide. Ich schaffe so viele Gegner nicht.“, deprimiert wurden Yümeji’s Katzen Ohren weich und fielen ihm schlaf ins Gesicht. Selbst sein Schwanz der sonst aufgeregt nach oben stand, schlief jetzt am Boden.
„Ach komm schon!“, eine weiße Katze gesellte sich zu dem frustrierten Kämpfer.
„Das erfordert nur Übung! Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!“, fing er aufmunternd an und stupste ihn mit seiner Schulter.
„Irgendwann wirst du genauso stark sein wie ich!“, grinste Skalka breit.
„Meinst du?“
„Bestimmt!!“


_ _ _ _ _

„Jetzt müssen wir nach links!“, sprach Tarelos dominant und führte die Gruppe geradewegs in eine Saggasse.
„Wenn wir fliegen könnten wäre der Weg richtig gewesen, Tarelos.“, fing Skalka an, während Shanina schon die Wut beinahe aus den Ohren schoss wie Lava.
„Da sag ich einmal du sollst den Quest ansagen und du führst uns total in die Irre! Was ist daran so schwer die Karte zu lesen!?“, keifte sie unkontrolliert und riss ihm die Karte aus der Hand.
„Übung macht den Meister, Tarelos.“, sprach Yümeji genau wie Skalka vorhin und klopfte mit seiner schwarzen Pfote auf die Schulter des Kriegers.
„Wir müssen in die andere Richtung, jetzt haben wir doppelt so viel Weg vor uns und wir haben noch nicht mal ein Reittier!!“, jammerte die Schwarzhaarige genervt und stampfte voraus.
„Ständig dieses ewige Laufen. Hin und her und hin und her! Hätten sie die Aufträge nicht auf einen Fleck machen können!?“, schrie sie und tippte mit dem Zeigefinger auf die Karte.
„Dann wären sämtliche Hordler und Allianzler auf einem Fleck, Shanin, dass wäre unklug.“, wandte Skalka ruhig ein.
„Wär hat dich um deine Meinung gebeten!?“, antwortete sie laut.


Ja oft kam es zu Kraftausdrücken, roher Gewalt und vielen Nervenzusammenbrüchen aber jetzt waren sie so weit! Die höchste Kampfkraft hatten sie erreicht und nun würden sie ihre Feinde ohne Gnade in die Knie zwingen. Sie waren aufeinander eintrainiert wie kein zweites Team.
„Shanina!“, rief jemand plötzlich hinter ihr. Verwundert drehte sie sich um. Es war Tarelos. Hektisch ritt er auf seinem Pferd auf sie zu.
„Hordler stürmen gerade auf Sturmwind zu.“
Ein breites hämisches Grinsen legte sich auf ihre Lippen.
„Dann sollen sie doch kommen.“, energisch ließ sie ihre Finger knacksen.
„Pass aber auf dich auf.“
Ihre Energie war ihr oft zu Kopf gestiegen, was nicht unbedingt als Nachteil gewertet werden sollte.
Nein.
Ganz im Gegenteil. Grinsend hob sie ihre Arme. Ein grünes Leuchten erstrahlte in ihren Händen und vor ihr erstreckte sich ein prächtiger weißer Sebelzahntiger. Knurrend zeigte er seine Zähne, ehe er anmutig seinen Kopf vor Shanina neigte um zu signalisieren, dass sie aufsteigen durfte. Schwach lächelnd streichelte sie seinen Kopf. Sie liebte ihr Reittier.
Ein lautes Schreien riss sie aus ihren Gedanken.
Sie waren hier.
Blitzschnell stieg sie auf ihr Reittier und raste los. Tarelos direkt neben ihr.
„Wo sind Yümeji und Skalka?“, fragte Shanina.
„Gerade waren sie noch im Zwergendistrikt, sie werden auch schon bemerkt haben, dass sich Hordler in die Festung kämpfen.“
Flink sprang sie mit ihrem Tiger über eine Brücke. Rutschend kam er auf der anderen Seite auf und lief weiter. Sie hörte das kühle Metall einiger Schwerter wenn sie auf ein anderes trafen, was sie dazu brachte noch schneller zu reiten.

Hier alle . . . waren sie Wächter Sturmwind’s.
Und es wäre doch eine Schande, wenn sie ihrem Ruf nicht alle Ehre machen würden, oder?

Knurrende Katzen liefen plötzlich neben ihr her.
„Ungefähr 30 Hordler. Wir sollten uns beeilen.“, hörte sie Skalka keuchend.
„Hey Leute, schön euch zu sehen.“, grinste Shanina.
Blitzschnell sprangen sie auf das Dach des Aktionshauses. Der Mond schien in seiner vollsten Pracht auf den Platz herunter. Wie eine Art Scheinwerfer der das Schlachtfeld beleuchtete.
Schnell waren die Reittiere von Tarelos Shanina verschwunden während Yümeji und Skalka laut aufknurrten.
„Soll ich dir Deckung geben?“, flüsterte Tarelos unruhig und umfasste sein Schwert fester, als er schon sah wie eine Gruppe Blutelfen sie bereits im Visier hatten.
„Ich glaub das wird nicht nötig sein.“, grinste Shanina diabolisch und zog ihren Stab. Kräftig schlug sie mit dem Ende ihrer Waffe auf das Dach unter ihr. Nun sahen bereits die meisten hoch. Ihr Grinsen wurde breiter.
„Bis hierher und nicht weiter, ihr Monster.“, mit hochgehobener Augenbraue legte sie den Kopf schief. Knurrend sprangen die zwei Druiden mit einem kräftigen Ruck auf zwei Tauren und rissen sie zu Boden.
Auch Tarelos schnellte mit einem Windstoß nach vorne und war hinter einem Blutelfen wieder aufgetaucht.

Das klirrende Metall der Schwerter.
Die entschlossenen Schreie eines jeden einzelnen dieser Kämpfer.
Selbst das leise Geräusch des Blutes, wenn es vergossen wurde.
All das sagte schon von weiter Ferne an:

Hier wurde gekämpft.

Hierwurde entschieden über Leben und Tod.

Über Sieg und Niederlage.

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