Weihnachten bei Guy und Marian

von jinkizu
KurzgeschichteHumor, Romanze / P16
Maid Marian Sir Guy of Gisborne
18.12.2011
18.12.2011
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„Madam, lasst diesen Unfug! In Eurem Zustand wäre es angemessen Euch nahe am Kamin auszuruhen!“, befahl Guy ihr besorgt. Er war von Nottingham Castle gerade rechtzeitig zurückgekommen um seine Frau dabei zu erwischen, wie sie ausgelassen mit den Dorfkindern eine Schneeballschlacht veranstaltete. Man könnte meinen die Schwangerschaft würde sich beruhigend auf sie auswirken, doch das Gegenteil schien der Fall zu sein. Mit zunehmendem Umfang wurde sie wilder und unberechenbarer und von Tag zu Tag immer schöner, sofern das möglich war. Strahlend lächelnd drehte sie sich zu ihm um und sah ihn herausfordernd an.

„Das wagt Ihr nicht!“, warnte er sie, aber es war zu spät. Ein dicke Ladung Schnee in Form eines Schneeballes ergoss sich über sein Gesicht. „Das werdet Ihr mir büssen!“, rief er, schnallte sich noch schnell sein Schwert ab und nahm die Verfolgung auf. Laut quietschend hob sie ihre Röcke und versuchte zu fliehen. Doch Guy war schneller, umfasste mit beiden Händen ihre Taille und hob sie hoch. „Madam würdet Ihr nicht meinen Erben in Euch tragen, so würde ich Euch jetzt übers Knie legen!“, knurrte er gespielt zornig in ihr Ohr.

Wild strampelnd und laut lachend versuchte sie sich zu befreien, doch plötzlich hielt sie ganz still und drehte sich in seinen Armen zu ihm um. Sie legte ihm eine Hand an seine Wange und sah ihn liebevoll an. „Nein, das würdest du nicht!“, widersprach sie ihm und wippte auf die Zehenspitzen um ihn zu küssen. „Was hat dich solange von mir ferngehalten, mein Gemahl?“, flüsterte sie dicht an seinem Ohr. Scharf sog Guy die Luft in seine Lungen. Seit knapp einem Jahr waren sie nun ein Paar. Ein richtiges Paar.

Ihre Ehe stand unter keinem guten Stern und beinahe wäre sie gescheitert. Zu viele Missverständnisse, Ängste und Verachtungen lagen zwischen ihnen. Guy of Gisborne hatte bereits jegliche Hoffnung verloren jemals ihre Liebe erringen zu können, doch das Wunder geschah. Er hatte nicht nur ihre Hand, sondern auch ihr Herz gewonnen. „Ihr seid Euch meiner viel zu sicher!“, sagte er rau, neigte sein Haupt um seine Frau ausgiebig zu küssen. Energisch drückte sie ihn fort von sich. „Nicht vor den Kindern!“, wies sie ihn streng zurecht. „Dann kommt mit mir ins Haus und ich zeige Euch wie sehr ihr mir gefehlt habt!“, flüsterte er heiser an ihr Ohr und brachte damit ihr Blut in Wallung.

„Guy …“ Heftig sog sie die Luft in ihre Lungen und errötetet tief. „Ihr versetzt mich immer wieder in erstaunen.“ Kopfschüttelnd betrachtete er sie. „Madam, Ihr seid meine Frau und nichts was wir miteinander teilen sollte Euch in Verlegenheit bringen, auch wenn Euer Erröten wie immer bezaubernd ist!“


Die Kinder kicherten über ihr Verhalten, riefen ihnen noch einen Gruß zu und trollten sich hinab ins Dorf. Es war spät geworden und würde bald dunkel werden. Guy zog Marian mit sich ins Haus, dabei erzählte er ihr von seinem Tag. Heute hatte er mit ihrem Vater die Steuern für das kommende Jahr festgelegt und besprochen welche Familien am Bedürftigsten waren. Diese sollten jetzt zu Weihnachten Unterstützung erhalten. Das war etwas, was es unter dem Sheriff nie gegeben hätte. Dieser schmorte immer noch sicher verwart im Kerker und würde diesen auch so schnell nicht mehr verlassen, dafür würde Guy persönlich sorgen.

Im Inneren ihres Hauses erwartete sie eine Überraschung. Guy hatte im Wald einen großen Baum gefällt und ihn im Haus aufgestellt. Begeistert eilte sie um diesen herum und kam dann wieder auf Guy zu. „Ich liebe dich!“, sagte sie und warf sich ihm stürmisch in die Arme. „Vorsichtig!“, warnte er. „Guy, Ihr macht Euch zu viele Sorgen! Dem Kind geht es gut. Uns geht es gut. Ich bin schwanger, nicht krank!“ Sie hatte ihre Hände auf sein Gesicht gelegt und blickte ihn tadelnd an.

Ständig schwirrte er um sie herum wie eine Glucke, seit er wusste dass sie ein Kind erwartete. Nächstes Jahr würden sie bereits zu dritt Weihnachten feiern. Diese Erkenntnis durchströmte Marian plötzlich und brachte ihr das Wunder zugleich wieder deutlich vor Augen. Sie wurden schon bald Eltern. „Dennoch finde ich Ihr sollte Euer ungestümes Temperament zügeln!“, widersprach er. „Ich habe bereits das Reiten aufgegeben, wollt Ihr mir den all meine Freuden nehmen?“, fragte sie und begann zärtlich an seinem Hals zu knabbern. „Der Sheriff hatte keine Ahnung von richtig schlimmer Folter! Was Ihr mit mir tut, raubt mir den Verstand, Mylady!“, zischte er heftig ausatmend.

„Weihnachten ist ein Fest der Liebe, vergesst das nicht!“ Marians Hände wanderten über seine breite Brust und machten sich an den Schnallen seines Wamst zu schaffen. „Findet Ihr nicht, dass es viel zu warm ist für solch dicke Kleidung die Ihr da tragt?“ Ihre Stimme klang verführerisch und verfehlte ihre Wirkung auf Guy nicht. Er war ihr hoffnungslos verfallen. Es gab eine Zeit, da lebte er in tiefster Finsternis, aber diese war nun vorüber, denn er hatte das Glück, das so unmöglich für ihn schien, gefunden. Marian brachte das Licht in sein Leben.

„Wir sollten das hier in einem würdigeren Rahmen fortsetzten.“, schlug er vor, fasste nach Marians Hand und zog sie mit sich. Niemals zuvor feierte er Weihnachten, doch heute schwor er sich, würde es ein ganz besonderes Fest werden, denn er teilte sein Leben mit der Frau die er liebte.
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