Faust - Des Wahnsinns erster Teil

von Chukun
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16
17.12.2011
19.12.2011
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eine story zu den Faust-Adaptionen von Goethe und Kai Meyer.....hab ichvor ner weile mal geschrieben, jetzt umgeändert damit ich jeden tag(ausser sonntag xD) ein neues kapitel hochladen kann =) ich hoffe es gefällt euch =)

-1- Von Blut und Doktoren

„Auch wenn er noch so blau ist, vermag mich dieser Himmel nicht aufzumuntern!“ Faustens Blick wandte sich gen Himmel. Der Mann neben ihm lächelte ihn verstohlen an. Nach einer geraumen Weile wandte Faust seinen Blick wieder dem Weg zu, auf welchem er sich befand. Er verengte die Augen zu Schlitzen. Wie konnte ihn dieser Himmel auch aufmuntern? Die Kirche verfolgte ihn wie einen Ketzer. Laut ihnen war ihm der Eintritt in die heiligen Hallen des Herren verwehrt. Die Inquisition ließ nichts unversucht, um sich seiner zu bemächtigen. Faust lachte kurz und höhnisch auf. Wie konnte man es ihnen auch verübeln? Immerhin war er sogar einen Pakt mit dem Teufel eingegangen!

Ein Pakt, besiegelt mit Faustens eigenen Blute. Ein Pakt, durch dem ihm sämtliche Türen und Tore offen standen, in Erwartung seines Eintretens. „Meister!“, meldete sich der Mann an Faustens Seite unerwartet zu Worte. Aus seinen bitteren Gedanken gerissen, wusste Faust nicht so recht, wo er sich gerade befand. Außer auf dem Rücken eines pechschwarzen Pferdes. Er hatte die Orientierung verloren. Dennoch wandte er seinen Blick nach rechts. Direkt in das Gesicht des dämonisch anmutenden Mannes. Ein böses Lächeln zierte dessen Lippen. Faust ahnte sofort, dass er nichts Gutes im Sinne hatte. Er hatte es von Anfang an gewusst. Und doch ließ er ihm in fast allem, was er tat, freien Lauf. „Ich wollte Euch nicht stören, wäre dies nicht so ungeheuer wichtig!“, sagte er in einem Tonfall, der schon fast übertrieben freundlich wirkte.
Die Augen des Mannes glühten rot im Schein der langsam untergehenden Sonne. Sie allein bezeugten seine Abstammung. Das und sein ungeheurer gutes Aussehen. Das war vom ersten Augenblick an das gewesen, was Faust am meisten gestört hatte. Besonders da sein Knecht so eine schiere Anziehungskraft auf ihn ausübte. „Was ist so wichtig, dass es nicht bis zu unserer Ankunft warten kann?“, fragte Faust und klopfte ungeduldig auf die Zügel seines Pferdes. Wieder zierte ein breites Lächeln die Lippen seines Knechtes. Mit einem beinahe beiläufigen Wink deutete er auf den Weg hinter ihnen. Faust zog verwundert eine Augenbraue in die Höhe. Das war der Weg, den sie gekommen waren!

„Unsere Verfolger haben entgegen allen Erwartungen keine Rast eingelegt. Somit konnten sie einen gewaltigen Aufschub erlangen. Mit Eurer Erlaubnis würde ich mich ihrer annehmen!“ Der Mann beugte sich aus seinem Sattel und deutete damit eine leichte Verbeugung an. Kurz schweiften Faustens Gedanken in ferne Gefilde ab. Dann fand er sich auf dem Waldweg wieder, wandte das Wort an seinen Knecht und nickte schließlich. „Tu das, Mephisto! Aber verschwende nur soviel Zeit wie nötig mit ihnen!“, verlangte Faust im herrischen Tonfall. Mephisto legte den Kopf schief, lächelte und nickte dann zustimmend. Er zog an den Zügeln seines Pferdes und lenkte es entgegen Faustens Richtung. Dieser seufzte schwer und trieb seinerseits sein Pferd weiter an.

Im Trab führte Mephisto sein Pferd über das bereits niedergetrampelte Gras. Er konnte seine Feinde bereits riechen. Der Gestank der heiligen Brut wehte zu ihm hinüber und lies seine Augen tränen. Unbewusst krallte er sich in das geschmeidige Fell seines Pferdes. So fest, dass es anfing, schmerzerfüllt zu schnauben. Mephisto schüttelte verwirrt mit dem Kopf. Was hatte er denn da gerade gedacht? >Hoffentlich geht es Faust gut? Mephisto, was zum Geier ist nur los mit dir?<
In der Ferne konnte er bereits einen Trupp Hexenjäger erkennen. Ein hämisches Grinsen stahl sich auf sein Gesicht. Er brachte sein Pferd zum Stehen und wartete, bis der Trupp in seine Reichweite kam. Das Grinsen auf Mephistos Lippen wurde immer breiter und immer gehässiger. Ein großer, gut gebauter Mann in roter Robe blieb als Erstes stehen. Mephisto konnte hören, wie er schwerer und lauter atmete.

„Verzeiht ehrenwerter Mann!“, wandte der Anführer des Trupps das Wort an Mephisto. „Habt Ihr zufällig diesen Mann gesehen? Wir suchen ihn auf Geheis der heiligen Kirche des allmächtigen Herren!“, sprach er und zog eine Zeichnung von Faust aus seiner Robe. Mephisto legte den Kopf schief und besah sich die Zeichnung genauer. Wer immer dieses Bild gezeichnet hatte, hatte nicht nur Stil, sondern auch Talent. Doch der echte Faust sah weitaus besser aus, als auf der Zeichnung zur Geltung kam. Mephisto biss sich schmerzhaft auf die Unterlippe. „Verzeiht, mein Herr! Aber ein solcher Mann ist mir auf meinen Reisen nicht begegnet! Wisst Ihr, wir Wandermusiker achten nicht sonderlich auf das genaue Aussehen unserer Zuschauer und…“,sagte Mephisto und wurde sogleich unterbrochen. „Ich verstehe! Verzeiht, dass ich Euch auf Eurer Reise behindert habe! Gehabt Euch wohl!“, erwiderte der Anführer und bedeutete seinen Untergebenen, dass sie weiter reiten sollten. Der Inquisitor selbst führte sein Pferd langsam an Mephisto vorbei. Dieser bewegte sich keinen Millimeter.
Er schloss die Augen und konzentrierte sich auf seine geistige Sicht. Jedes noch so kleine Detail konnte er erkennen. Vom Marienkäfer auf dem Grashalm neben dem rechten Huf seines Pferdes, bis hin zu den sich entfernenden Inquisitoren. Plötzlich unterbrach ein Schrei die Stille.  Ein reißendes Geräusch war zu hören und der Geruch von Blut erfüllte die Luft. Mephisto lächelte und leckte sich über die Lippen, als würde das Blut diese benetzen. Er öffnete die Augen und drehte sich um. Unbeirrt ob des grausamen Anblicks- die Körper der Inquisitoren lagen zerfetzt und ausgeweidet auf dem Boden, welcher vom Blut getränkt war- ritt er zurück in die Richtung, aus der er gekommen war.

Faust zuckte leicht zusammen. War dies ein Schrei gewesen? „Wo bleibt Mephisto nur?“, fragte er sich leise. Wie als wären seine Gedanken gelesen worden, stand plötzlich sein Knecht hinter ihm. „Meister, wir sind nun sicher! Jedenfalls für den Augenblick!“, wurde der Doktor unvermittelt angesprochen. Dieser drehte sein Pferd und erkannte, dass sein Knecht keine drei Fuß von ihm entfernt stand. Ein Lächeln zierte wie so oft Mephistos Gesicht. Faustens Gesichtsausdruck verfinsterte sich schlagartig. Mephisto brachte dies allerdings nicht aus der Ruhe. Er brachte sein Pferd direkt neben Faustens’.
„Lasst uns weiterreiten, Herr! Es wäre nicht klug hier ein Nachtlager aufzuschlagen!“, schlug Mephisto seinem Meister vor. Angesprochener nickte nur. Ein kalter Schauer überkam ihn, als er Mephistos Nähe spüren konnte. „Meister, Ihr wisst worauf Ihr Euch eingelassen habt?“, flüsterte er Faust fragend ins Ohr. Dieser schluckte schwer und verkrampfte die Finger so fest in den Zügeln seines Pferdes, dass seine Fingerknöchel weiß anliefen. Trotzdem antwortete er kühl und beherrscht: „Hätte ich dich gerufen, wenn ich nicht die Konsequenten bedacht hätte? Hätte ich mich dann auf dich eingelassen?“ Mephisto lachte kurz auf und entfernte sich dann von seinem Meister. „Ihr habt natürlich Recht, Herr!“, antwortete er und trieb sein Pferd wieder an. Faust schloss kurz die Augen und atmete tief und reinigend ein, bevor er Mephisto schließlich folgte. Sein Herz schlug so schnell, wie niemals zuvor.