Avatar - Aketuans Geschichte (pausiert)

GeschichteSci-Fi / P12
12.12.2011
03.05.2012
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Es sind jetzt knapp 3 Jahre her, dass die Menschen den Planet Pandora verlassen haben. Es ist Frieden und Harmonie in den Mond eingekehrt. Die Omaticaya, haben einen neuen Heimatsbaum gefunden. Trotzdem hat der Krieg tiefe Narben hinterlassen. Viele Familien wurden auseinander gerissen. Kinder verloren ihre Eltern und manche auch ihr Leben. Und so kommt es, dass auch viele Waisen im Heimatsbaum leben. Einer davon trägt den Namen Aketuan. Und so fängt seine Geschichte an.

Ich war schon immer ein Frühaufsteher, so bestätigen mir die Na’vi der Omaticaya jeden Tag auf’s neue. Meist mit genervter Miene. Aber das war mir eigentlich egal. Ich liebte es mein Volk zu ärgern. Toruk Makto sagte ich sei das schlimmste gewesen, was nach dem Himmelsmenschen je geschehen ist. Er musste dabei immer lachen. Dann hob er mich immer hoch und warf mich ins Wasser. Eines Tages wollt ich unseren Olo’eyktan wieder nerven, doch diesmal war er nicht da.
„Wo ist Jake?“, fragte ich Neytiri.
„Er ist auf der Jagd.“, antwortete diese lächelnd.
„Oh, ach so.“, sagte ich betrübt, da ich nicht wusste mit wem ich sonst meine Zeit verbringen könnte.
„Geh doch mit den anderen Spielen.“, sagte Neytiri,  als sie mein enttäuschtes Gesicht sah.
„Nein lieber nicht.“, sagte ich und trottete davon.
Neytiri schaute mir einige Zeit nach, hatte sie mir irgendwann mal erzählt.
Ich lief in den Wald. Ohne auf Gefahren zu achten. Wenn die Omaticaya auf der Jagd waren, waren alle Tiere schon geflohen. Irgendwann, hatte ich mir vorgenommen, wollte ich auch so ein guter Jäger sein, so wie Jake. Ohne mich nochmal nach dem Heimatsbaum umzudrehen, lief ich zu einer Wasserstelle. In diese warf mich Jake immer hinein. Ich setzte mich hin und ließ meine Füße im seichten Wasser baumeln. Ich versuchte mich an mein Leben früher zu erinnern. An das was vor dem Krieg war und was mitten drin. Doch es gelang mir nicht, ich hatte keine Erinnerungen an früher. Ich wusste nur, dass ich mein Eltern im Krieg verloren hatte. Bei den Gedanken an meine Eltern, stiegen mir  Tränen in die Augen. Ich schaute ins Wasser und in mein Spiegelbild. Manche sagte ich komme ganz nach meinen Vater, bloß das Verhalten habe ich von meiner geerbt. Ich hatte wie jeder Na’vi blaue Haut und die gelben Augen. Meine Muster waren dunkler als meine Haut, bloß die Umrisse waren heller gekennzeichnet. Auf beiden Seiten meines Gesichtes hatte ich die gleiche Anzahl an weißen Punkten. Ich musste lächeln. Alle sagten ich sei etwas Besonderes. Sie sagten ich sei verrückt, außer Jake und Neytiri, die sagten immer ich sei nicht verrückt, sondern so wild wie Palulukan. Jake meinte auch immer, dass aus mir ein hervorragender Jäger werden würde. Ich war wirklich wild wie ein Palulukan. Ich machte was ich will. Und das führte auch zu meinem Schicksal. Ich schaute weiter hin ins Wasser und betrachtete mein Spiegelbild. Auf einmal sprang ich ins Wasser. Ich tauchte unter. Die Unterwasserwelt von Pandora war ein Traum. Man sah leuchtende Wasserpflanzen, Wesen die Leuchteten. Es war einfach traumhaft. Nach einer Weile bekam ich keine Luft mehr. Ich musste auftauchen. Trotzdem blieb ich noch in dem kühlen, aber auch erfrischenden Nass. Ich begann schwimmen. Auf einmal schien mir die Wasserstelle riesig zu sein, schon fast unendlich. Anscheinend, hatte sich das Wasser in der Regenzeit ausgebreitet. Auf jeden Fall schwamm ich und schwamm.  Es war ein befreiendes Gefühl. Man fühlte sich so leicht. Ich hatte das Gefühl das ich schweben könnte. Es war einfach fantastisch. Plötzlich hörte ich es. Ein Geräusch. Ein quickendes Geräusch, als ob ein kleines Tier jammerte. Ich stieg aus dem Wasser und folgte dem Geräusch. Und das war es auch schon. Ein kleines Palulukan. Vielleicht ein Tag alt oder zwei. Aber was war geschehen. Auf einmal nahm ich ein Geruch war. Ich folgte ihm und sah es. Blut von einem ausgewachsenen Tier. Mir schoss nur ein Gedanken in den Kopf: Die Mutter. Sie war schon tot. Regungslos lag sie da und ihr kleines lag wenige Meter von ihr weg. Ich wusste nicht was ich tun sollte. Ratlos schaute ich von Mutter zum Jungen und wieder zurück. Dies tat ich einige Male. Dann kam mir der einzige gute Gedanke. Ich musste das Palulukanjunges  zum Heimatsbaum bringen. Ich nahm das Tier hoch und trug es mühsam von dannen. Anscheinend waren schon einige Jungen vergangen, denn die Jäger waren schon wieder da. Als sie mich sahen und das Junges auf den Arm, machten sie mir alle Platz. Am Häuptlings sitz traf ich auf Jake. Der ganze Clan war mir gefolgt. Jake sah erschrocken auf das Palulukan.
„Was ist das?“, fragte Jake zeigte auf das Junges und schaute mich an.
„Ich hab seine Mutter tot aufgefunden. Und das Junges daneben. Ich hielt es für die beste Lösung.“, gab ich zu.
„Für die beste Lösung. Der Junge ist ein Plage.“, sagte Na’vi.
„Sei still!“, zischte Jake den Na’vi an.
Dieser verschwieg sofort.
„Aketuan, du weißt, dass das Tier gefährlich ist?“, fragte  mich Jake ernst.
„Ja, Olo’eyktan. Aber er hat mir so leid getan. Er hat doch keine Mutter mehr.“
Das war das entscheidende Wort. Dieses kleine Tier erinnerte mich stark an mich selbst. Ich habe es niemanden erzählt, aber ich wusste, dass Jake und die anderen es wussten.
„Gut. Bist du dir sicher, dass du dich um ihn kümmern kannst?“, fragte mich Jake nun.
Ich antwortete  nicht, sondern nickte nur. Ich musst dabei schwer schlucken, denn alle starrten mich an.
„Na gut. Ich vertraue dir. Ist einer anderer Meinung?“, fragte Jake in die Runde.
„Nein?“
„Also darf ich ihn behalten?“, fragte ich mit strahlendem Lächeln.
„Aber natürlich.“, sagte Jake lächelnd, doch dann setzte er eine ernste Miene auf, „Aber du musst mir eins versprechen.“
„Und das wäre?“, fragte ich kleinlaut mit einen zögernden Lächeln.
„Das ich dir die Aufgabe anvertrauen kann.“
„Natürlich können Sie, Olo’eyktan.“, sagte ich grinsend.
„Nenn mich Jake.“, sagte er und musste lächeln.
„Okay.“, sagte ich und mein Grinsend wurde breiter.
Ich rannte davon. Die Omaticaya zogen von dannen.
Als alle weg waren fragte Neytiri an Jake gewannt: „Vertraust du ihn?“
„Ich. Ich würde ihn mein Leben anvertrauen.“, antwortete er, umarmte sie und gab ihr einen Kuss auf die Stirn.
„Er packt das schon."