Die Unsicherheit der Genies

GeschichteRomanze, Freundschaft / P12
Elizabeth Hawke Toby Johnson
27.11.2011
27.11.2011
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Jack nutzt Elizabeth aus um hinter das Warum ihres Geheimnisses zu kommen.  Doch sie bleibt  stur und will nicht erkennen, was wirklich geschieht.

Unabhängig von der Serie. Nikki und Toby sind schon wieder getrennt.

Habt Mut zu kommunizieren und sagt mir bitte, was ihr davon haltet! :)



Die Unsicherheit der Genies



Das Schulgebäude war fast leer. Nur ein einziger Raum wurde von zwei Personen in Beschlag genommen.

Sie hatten sich darauf geeinigt, sich am späten Nachmittag in genau diesem leeren Gebäude zu treffen.

In dem Raum wo alles vor einigen Jahren begann. Zuerst war es ein normales Gespräch gewesen. Dieses artete ziemlich schnell in einen Streit aus. Nun standen sie sich gegenüber. Zwischen ihnen nur noch die leere Schulbank.

„Jack nutzt dich aus.“ Toby schrie beinahe.  Aber es verfehlte seine Wirkung.

Elizabeth zuckte zwar merklich zusammen, sah ihn danach aber wieder fest und kalt an.

„Glaubst du wirklich, dass ich das nicht merken würde?“, schrie sie zurück.

Toby zählte leise bis drei um sich zu beruhigen, leiser sprach er dann weiter. „Er ist hinter unser Geheimnis gekommen und will mich mit deiner Hilfe zu einem Forschungsobjekt machen.“

„Und Nikki vertraust du? So wie du ihr vertraust, vertraue ich auf Jack.“ Sie wusste, dass sie es nur erwähnte um seine Reaktion auf Nikki zu testen.  Sie waren schon seit einiger Zeit kein Paar mehr, aber sie wollte wissen, wie Toby darauf reagierte.

„Das hat überhaupt nichts damit zu tun“, bestritt er sofort.

Noch immer beschützerisch, Tobs?, dachte sie.

„Sie sind Geschwister. Eine engere Bindung  ist kaum möglich.“ Nun zischte sie fast.  Sie hatte sich geschworen, sich nicht von ihm provozieren zu lassen.

„Weiche nicht vom Thema ab. Du bist Jacks Mittel zum Zweck.“ Seine Tonlage passte sich ihrer an.

Entrüstet holte Elizabeth Luft. Sie brauchte eine neue Strategie. Einen Geistesblitz. Aber diese kamen nie, wenn sie sie brauchte.

Irgendwo im Korridor wurde eine Tür zugeschlagen. Schnelle Schritte ertönten. Sie wurden lauter.

Als ob es ein Zeichen gegeben hätte, veränderten beide plötzlich ihre Haltung.  Toby wich zurück, in die Nähe eines hüfthohen Schrankes.

Elizabeth nahm augenblicklich und unbewusst neben dieser kleinen Holzkonstruktion Stellung.

Die Schritte verstummten vor der Tür.

Ein kurzer Blick huschte zwischen beiden hin und her.

Toby duckte sich, als ein Schlüssel im Schloss gedreht wurde. Er hatte vorsorglich von innen abgeschlossen, damit Elizabeth seiner Standpauke nicht entweichen konnte. Nun sah er, dass sie noch immer neben seinem Versteck stand.

Reflexartig hielt er sich mit einer Hand am Heizungsrohr fest, warf sich nach vorn und zog Elizabeth mit Schwung hinter den Schrank.

In dem Moment öffnete sich langsam die Tür.

Elizabeth wollte sich beschweren, dass er die Frechheit besaß, sie fast gegen die Heizung zu knallen und warum er das alles überhaupt getan hatte, doch Toby hielt ihr, wohlweißlich, den Mund zu.

„Nachher, okay?“, hauchte er.

Ihr blieb nichts anderes übrig als zu nicken.

Ihr einschärfend, dass, wer auch immer ihren Streit unterbrochen hatte, sie nicht sehen sollte, legte er ihr kurz einen Finger auf die Lippen und deutete mit seinem Blick nach oben.

Das weiß ich selber.

Vorsichtig kniete sie sich hin um hinter dem Schrank, auf dem alle möglichen Fläschchen standen, hervorzusehen.

Schweigend beobachtete sie wie Jack durch den Raum schlich und nach etwas suchte. Sie wusste nicht was schlimmer war, die Tatsache, dass Toby recht hatte, oder, dass sie nicht in der Lage gewesen war Jacks Handeln richtig zu interpretieren. Sie hatte wirklich geglaubt, dass er, Jack, in sie verliebt gewesen sei.

Hab ich's dir doch gesagt. Las sie aus Tobys kurzen Blick.

Sie versuchte sich möglichst unbeteiligt zu geben. In einer schnellen Bewegung drehte sie sich um und setzte sich mit dem Rücken gegen den Schrank. Sie hatte genug beobachtet.

Toby versuchte seinen Blick auf Jack zu halten um zu sehen was genau er machte und wie viel er wusste, aber immer wieder warf er  einen kurzen Seitenblick zu Elizabeth.

Sie schien seltsam…verletzlich.

Ich wäre ehrlich zu dir gewesen. Seine Gedanken erschreckten ihn dermaßen, dass er zusammenzuckte und beinahe ein Reagenzglas umwarf.

Jack wühlte zwischen den Unterlagen umher. Es frustrierte ihn, dass er nichts fand. Als sein Handy klingelte fluchte er laut. Ein kurzer Blick auf das Display genügte und er verschwand aus dem Raum, ohne hinterher wieder abzuschließen.

Toby kniete noch immer hinter dem Schrank. Elizabeth war aufgestanden und schloß die Tür ab.

„Ein riesen Applaus für unser kleines Genie. Du hattest recht. Toll! Aber eine einfachere Demonstration der Dinge hätte ich auch verstanden.“ Auch wenn sie versuchte ihre Stimme zu kontrollieren, klang sie verbittert. Ihr Sarkasmus  ließ sie geradezu lächerlich erscheinen.

„Ich wusste nicht, dass Jack kommt. Wenn ich es gewusst hätte, dann…“

„Was dann?“, fragte sie ungeduldig. „Dann hättest du dafür gesorgt, dass ich mich richtig blamiere“, ergänzte sie für sich selbst.

„Dann hätten wir ihm eine Falle gestellt“, beendete Toby seinen Satz ohne ihren Einwurf zu beachten.

„Warum solltest du mir helfen?“

Gereizt fuhr er sich mit einer Hand durch die Haare.

„Warum?“, rief er. „Warum sollte ich es nicht tun?“ Er ging auf sie zu. „Jack hat dich hintergangen, verstehst du das nicht?“ Aus einem unerfindlichen Grund begann er sie zu schütteln.

„Das erklärt noch nicht, warum…“ Sie hielt inne.

„Du weinst doch nicht etwa?“ Er wich etwas zurück. Elizabeth und Tränen war so fern wie Sonne und Mond.

„Nein.“ Sie schluckte. „Was denkst du von mir?“

Aus einem plötzlichen Impuls heraus umarmte er Elizabeth fest.

„Ich weine nicht“, wiederholte sie. „Habe nur etwas Staub in die Augen bekommen.“

„So etwas passiert, Sabeth“, murmelte er  beruhigend und strich ihr langsam über den Rücken.

„Was ist das denn für ein blöder Name?“, fragte sie, lachend, obwohl ihre Stimme erstickt klang.

„Davon erzählen wir aber niemandem etwas“, sagte Toby, auf einmal wieder halbwegs ernst.

„Nein, das wäre peinlich.“ Sie sah auf, sein Gesichtsausdruck wirkte besorgt und nicht belustigt, wie sie es erwartet hatte. Mehr oder weniger unfreiwillig erwiderte sie etwas zaghaft  sein Lächeln.

Langsam löste Toby die Umarmung und trat einige Schritte zurück. „Wir…ehm...sollten gehen.“

Zu heftig nickte sie. „Sicher.“

„Gut, dann gehen wir.“ Aber er blieb stehen.

„Ja.“

Eine kleine, peinliche Stille entstand.

Mit einem Ruck öffnete Toby die Tür. „Äh…du zuerst.“

„Okay.“ Mit gesenktem Blick ging sie an ihm vorbei. Was für ein Debakel. Hm, Sabeth…klingt komisch... aber, es hat was... einzigartiges.

Ziemlich unbeholfen schloss Toby die Tür hinter sich und wollte, aus Gewohnheit, nach links gehen. Elizabeth ging aber nach rechts. So stießen sie einander an um zu der je anderen Seite zu gelangen. Schlussendlich blieben sie voreinander stehen.

„Tschuldingung.“ Toby lächelte unbeholfen.

„Nicht schlimm—bis Morgen.“

„Bis Morgen, genau“, wiederholte er und reichte ihr die Hand, zog sie aber sofort wieder zurück. Was bist du für ein Idiot, Tobs? Verabschiede dich und gehe! Das ist doch lächerlich.

Mit der Verzögerung einer Sekunde ahmte sie diese Geste nach.

Dasselbe Spiel ging noch einmal mit dem Vorbild einer Umarmung über die Bühne. Wieder wurde es nichts.

Dann beugte er sich einfach vor und gab ihr einen kurzen Kuss auf die Lippen.

„Bis Morgen.“
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