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??? Weihnachtsgeschichte ??

GeschichteHumor, Parodie / P6
Frankreich Preussen Spanien
24.11.2011
24.11.2011
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24.11.2011 953
 
Zwei Männer, in weite Gewänder gehüllt, saßen an einer kleinen Feuerstelle. Sie waren bereits seit Wochen unterwegs ohne ein direktes Ziel vor Augen zu haben, jedoch nach einem tieferen Sinn des Lebens suchend.
Während der silberhaarige von ihnen im Sitzen vor dem Feuer eingeschlafen war, schnitzte der Brünette aus einem Holzscheit eine rundliche Form. Als er seine Arbeit beendet hatte, hielt er sein Kunstwerk gegen das helle Licht, welches vom Feuer ausging. Ein aufrichtiges Lächeln legte sich auf seine Lippen als er folgende Worte formulierte: „Wäre dies ein Gemüse und es trüge die Farbe Rot, so könnte ich mir gut vorstellen…“
Er beendete seinen Satz nicht, da er von einem dritten Mann unterbrochen wurde. „Schaut gen 'immel ünd sagt misch, was ihr dort seht!“ Die blonde Haarpracht des Mannes kam zum Vorschein, als die Kapuze seines Gewands von seinem Kopf streifte, während er den Blick hinauf in den Himmel streckte und eine Antwort seiner Begleiter erwartete.
Während der silberhaarige Mann noch immer dem Schlaf erlag, starrte der Brünette gen Himmel, während aus seinem offenstehenden Mund kein einziger Laut zu vernehmen war.
„Antonio, antworte misch!“, drängte der Blondschopf.
„Sterne? Ich sehe nur Sterne, Francis“, mit seinen grünen Augen suchte Antonio den Himmel ab, konnte aber nichts anderes entdecken.
„Gil'bert!“, Francis stieß dem silberhaarigen Mann gegen die Schulter, dieser erwachte als er rücklings auf dem Boden aufkam.
Während sich Gilbert den Kopf rieb und den blonden Mann feindselig mit seinem Blick fixierte, glitten bereits unzählige Verwünschungen über seine schmalen Lippen.
In dem Moment, in dem sich Francis nach unten beugte um Gilbert den Mund zuzuhalten, streckte Antonio seinen Arm in die Luft: „Dort, seht! Einen solch hellen Stern habe ich noch nie am Himmel gesehen!“
Der Brünette hatte endlich entdeckt worauf Francis ihn bereits zuvor aufmerksam machen wollte, jedoch hatte der Blondschopf zuvor genau in der Sichtlinie des Brünetten gestanden, so dass dieser den Stern zuvor nicht hatte erblicken können.
„Oui, oui, Antonio!“, begeistert verschränkte Francis seine Hände ineinander.
Gilberts Augenbrauen hatten sich unterdessen tiefer zusammengezogen: „Ihr weckt mich wegen eines Sterns?“ Sein Ärger war unmissverständlich herauszuhören.
Francis legte einen Arm um den silberhaarigen Arm, während er mit seiner anderen Hand den Bartflaum an seinem Kinn streichelte. „Das, mes amis, ist un Zeischen!“
Während Gilbert zweifelnd die Stirn runzelte, lag es in Antonios Interesse mehr zu erfahren.
„Der Schtern wird uns den Weg weisen! Isch bin mir sischer, ein solscher Schtern leuschtet so 'ell damit wir ihn nischt überse'en!“
Während Gilbert die Worte seines blonden Kameraden als Schwachsinn abstempelte, war Antonio bereits eifrig dabei das Lager abzubauen und all ihre Sachen zusammen zu räumen.
Obwohl Gilbert kein Interesse hegte dieser Unternehmung zu folgen begleitete er die beiden, da er ansonsten allein zurückgeblieben wäre.

Keiner von den Dreien wusste mehr, wie lange sie schon unterwegs waren und obwohl sie alle Drei ein Hungergefühl quälte wurde Gilberts Wunsch, in einem Wirtshaus Rast zu machen, jedes Mal aufs Neue zerschlagen.
So setzten sie weiterhin einen Fuß vor den anderen, bis sie schließlich in einiger Entfernung eine alte Hütte ausmachten, über welcher ohne jeden Zweifel der Stern stand dem sie nachliefen.
„Wir gehen den ganzen weiten Weg, um an einer alten Hütte zu landen“, fluchte Gilbert leise, folgte den beiden aber auch weiterhin.
„Patience, mon ami“, ermahnte Francis seinen Freund, die Geduld nicht zu verlieren. „Es ist nischt alles Gold, was glänzt!“
„Außer dieser Stern am Himmel glänzt hier nichts“, bemerkte Antonio nüchtern und blickte gen Himmel zum Stern, während er weiterhin einen Fuß vor den anderen setzte.
„Oui, oui“
Als die Drei schließlich an der alten Hütte, welche scheinbar ein Stall war, ankamen war es Gilbert der mit einem Ruck die hölzerne Tür aufriss und im Rahmen stehen blieb.
Ihnen bot sich der Anblick zweier Hirten, einiger Schafe, einer Kuh, einem Esel und einem Mann, welcher seinen Arm um eine Frau gelegt an einer Krippe stand.
„Wir sind den ganzen Weg gelaufen um- “, Gilbert schwieg augenblicklich als er an der Krippe stand und das kleine Kind darin betrachtete.
„Guten Abend, meine Herren“, die Frau verneigte sich höflich etwas und sah sie alle drei fragend an. „Kann ich Ihnen weiterhelfen?“
Francis verneigte sich vor dem Herren, welcher bislang schwieg, griff nach seiner Hand und setzte einen federleichten Kuss auf dessen Handrücken.
Noch bevor der Blonde etwas entgegnen konnte spürte er einen stechenden Schmerz an seinem Hinterkopf und ging zu Boden.
Gilbert trat direkt einen Schritt von der Krippe zurück, woher hatte diese Frau die Bratpfanne genommen?
Scheinheilig lächelte die brünette Frau, während ihr Ehemann sich räusperte und das Wort ergriff. „Nun, ich nehme an ihr seid die Weisen aus dem Morgenland und wollt dem Neugeborenen eure Gaben überbringen?“
Gilbert und Antonio sahen sich verwirrt an, während sich Francis langsam wieder aufrichtete.
„Je suis désolé, aber kein'er von uns besitzt solsch kostbarre Gab'en wie Weihrauch oder Myrrhe, jedoch…“, Francis griff in das Gewand seines silberhaarigen Freundes und zog ein kleines Küken daraus hervor, „Nehmt dies Kük'en, sein Flaum gleischt der Farbe des Golds!“
Gilbert verzog entsetzt das Gesicht und tastete seinen Körper ab: „Woher hast du das Küken genommen? … Hey, das war in meinen Klamotten, also gehört es mir!“
Das Gesicht der scheinbaren Mutter verfinsterte sich und sie strich mit einer Hand über ihre gusseiserne Bratpfanne: „Mein Sohn, Feliciano, ist der Messias und wird die ganze Welt verändern, da ist diese kleine Gabe doch wohl nicht zu viel verlangt..“
Eine unheimliche Frau, darüber waren sich die drei Freunde einig, weshalb sie nicht mehr allzu lange in der Gesellschaft dieser Leute blieben.

„Der Stern ist ein Zeichen“, fluchte Gilbert auf den Rückweg und verwendete dafür Francis‘ vorige Wortwahl, „er wird uns den Weg weisen, dass ich nicht lache!“
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