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Ungeschickte Briefe

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama / P18 / Gen
22.11.2011
23.01.2012
47
20.077
 
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22.11.2011 799
 
Ich hoffe du bist glücklich.
Ich hoffe, du kommst ohne mich zurecht.
Du vermisst mich ja nicht einmal, oder?
Nein, ganz bestimmt nicht.
Was hast du mal gesagt, du "brauchst" mich?
Jetzt scheinbar nicht mehr.
Hast du das einfach nur dahergesagt?
Du hast mich doch noch nie gebraucht.
Ich habe dir doch noch nie etwas bedeutet.
Alles, was für dich zählt, bist nur du, du, du.
Nur du selbst zählst.
Was hast du mal gesagt, du "hast mich lieb"?
Das ist wohl Vergangenheit.
Du kannst mich doch gar nicht gemocht haben.
Sonst wäre es dir nicht so einfach gefallen, das alles zu beenden.
Ich kann dir tausende Signale schicken, dir versuchen zu zeigen,
wie schlecht es mir eigentlich ohne dich geht.
Aber du?
Du läufst einfach an mir vorbei, du ignorierst das alles.
Hast du dabei auch noch ein gutes Gewissen?
Du wusstest doch, wie sehr ich von dir abhängig bin, oder?
Und trotzdem lässt du mich alleine.
Ich verstehe dich einfach nicht mehr.
Wo ist der Mensch hin, der früher so nett war?
Wahrscheinlich habe ich zu lange geglaubt, dass du immer noch dieser Mensch bist,
obwohl du dich so verändert hast.
Und selbst wenn ich einsehe, dass es nicht mehr so ist, hänge ich trotzdem weiter an dir.
Du weißt es ganz genau!
Ich sage, ohne dich geht es mir gut, aber du kennst die Wahrheit wohl besser wie ich selbst.
Was soll ich dir schon noch sagen?
Ich hab dir schon so viel gesagt, aber nichts davon scheint wirklich bei dir angekommen zu sein.
Wieso hast du das Ganze nicht schon früher gemacht?
Du hättest mich ignorieren sollen, als ich noch nicht so sehr abhängig von dir war.
Aber es ging immer weiter und weiter und jetzt ist es zu spät.
Du hast das doch genau gewusst oder?
Du wusstest es immer.
Weißt du, ich bereue diese ganze Zeit.
Ich bereue den Tag, an dem ich dich kennengelernt habe.
Ohne dich hätte alles so viel einfacher sein können.
Wieso musst du mir das antun?
Ich kann dich nicht einmal dafür hassen!
Ich weiß genau, wenn du mich jetzt ganz ignorierst, dass es nicht  besser werden wird.
Im Gegenteil - du würdest mir fehlen.
Ich dir nicht, das ist mir schon klar.
Schon allein eine Woche ohne Kontakt zu dir hat mir gezeigt, dass eigentlich nichts mehr ohne dich geht.
Zu wem soll ich schon noch gehen?
Mit wem soll ich sprechen?
Du bist der Einzige, der Bescheid weiß, was wirklich los ist.
Aber ich werde mich für nichts bei dir entschuldigen.
Ich werde dir nicht mehr nachlaufen.
Bist du dann zufrieden?
Wenn wir ab jetzt getrennte Wege gehen, dann werde ich anfangen, mit all dem abzuschließen.
Ich werde dich Schritt für Schritt aus meinem Leben streichen.
Als ob es dich nie gegeben hätte. Als würdest du nicht existieren.
Ich werde versuchen, ohne dich glücklich zu sein.
Glücklicher als bisher.
Ich werde versuchen, dich nicht zu vermissen.
Ich muss nur anfangen, dich endlich nicht mehr als Teil meines Lebens zu sehen.
Irgendwann schaffe ich das schon.
Die Frage ist nur: Wie soll ich es schaffen?
Und wie lange wird es dauern?
Aber das interessiert dich alles ja schon gar nicht mehr, oder?
Du interessierst dich doch sowieso nur für dich selbst.
Und wenn ich mir jetzt das Leben nehmen würde, hättest du dann wenigstens ein paar Schuldgefühle?
Oder wäre es dir völlig egal?
Fakt ist, dass es ohne dich viel schwerer ist. Dass ich Gefühle aufstaue, die ich dir sonst erzählt habe.
Jetzt bleibt das alles in mir drin und baut immer mehr Druck auf.
Und ich weiß nicht mehr wohin damit.
Ich habe dir schon einmal gesagt, wenn wir keinen Kontakt mehr haben, habe ich keinen Grund mehr am Leben festzuhalten.
Du warst ja derjenige, wegen dem ich nicht Loslassen konnte.
Jetzt würde mich nichts mehr aufhalten.
Wahrscheinlich würdest du dich jetzt nur fragen, auf was ich denn noch warte.
Von wegen du "brauchst" mich!
Wie viele Lügen hast du mir sonst noch erzählt?
Aber klar, ich steigere mich wieder nur zu sehr in die Sache rein, ich weiß schon.
Das ist doch deine übliche Erklärung, oder nicht?
Hast du mich überhaupt ein einziges Mal ernst genommen?
Ich würde mir gerade einfach wünschen, du könntest verschwinden, damit ich wieder anfangen kann zu existieren!
Als ob es dich nie gegeben hätte.
So sollte es sein und nicht anders.
Unsere Wege trennen sich hier.
Ich wünsche dir viel Glück auf deinem.
Ich wünsche dir die Kraft, durchzuhalten. Mehr als ich es jemals konnte.
Aber du warst schon immer der Stärkere von uns beiden, das weißt du ja.
Aber verzeih' mir, wenn ich dir noch eines sage:
Ich liebe dich.
Vielleicht treffen sich unsere Wege irgendwann doch noch einmal.
Bis dahin.
 
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