Das große Erwachen (Who cares?)

von memonia
GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
Akasuna no Sasori Gaara Hinata Hyuga Naruto Uzumaki Sakura Haruno Sasuke Uchiha
17.11.2011
09.10.2013
10
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Um es kurz zu machen: eine halbe Stunde später saßen wir beide draußen im Flur an einen Stuhl angebunden und starrten trotzig in eine jeweils andere Richtung.


¸. •*´ Sakuras Pov `*• .,

Die Situation war höchst unangenehm. Kakashi hatte uns angefleht, uns nicht zu rühren, dann kurz überlegt, ob wir uns an seine Anweisung halten würden und – na ja, er hat uns angebunden. So viel zu Gewaltverboten an Schulen. Er hatte erwähnt, dass er von vorherigen Lehrern Anweisungen uns gegenüber bekommen hätte. Verständlich bei einem solchen arroganten, passiv aggressiven Schnösel, der mit Schuhen um sich warf. Bei mir verstand ich das jedoch nicht ganz. Das war jetzt gelogen, aber ich brauchte das mal.
Jedenfalls genoss ich es nicht, hier neben einem Attentäter zu sitzen. Vor allem weil ich sagen musste, dass er ... Ich merkte, wie ich allein bei dem Gedanken errötete. Ich, Haruno Sakura, selbsternannte Herrscherin von Atlantis und Diktatorin alles dunklen Lebens des Bösen, fand Uchiha Sasuke attraktiv. Gott, wie peinlich. Ich war eine Rebellin aus Prinzip, Anführerin der Masse aller Randgruppen unserer Schule (jeder, der wusste, dass das nicht stimmte, Klappe halten), stand auf den typischen Schönling. Aber bevor eine Beurteilung kommt, ich war nicht wie all diese Mädchen in meiner Klasse, die ihn bestalkten oder anhimmelten oder … gut, vielleicht dachte ich manchmal an ihn – also an sein Äußeres! Nicht an seinen Charakter oder so, Gott behüte ... Also ich, da ich an keinen glaubte, außer an mich. Um eins kurz klarzustellen, ich war schon ein wenig in ihn verknallt, da war er noch nicht der Oberschwarm der Schule. Nicht, dass ich das in dieser Art zugeben würde.

Es ist aber leider so, dass ich früher gleich gegenüber von Sasuke gewohnt habe. Wir waren Nachbarn und auch die einzigen Kinder in der Straße, die meisten anderen waren Paare Anfang 30, die Karriere einer Familie vorzogen. Herzerwärmende Gestalten. Ich war oft mit Mako und Yuna allein zuhause, und Sasuke mit Itachi, seinem älteren Bruder. Sie hatten eine große Garage und wir spielten dort oft zusammen Fußball oder Räuber und Gendarm. Damals war ich sechs oder sieben, meine Schwestern neun und fünf. Der ältere Uchiha war mit zehn der Älteste bei uns, Sasuke war nur ein paar Monate älter als ich. Damals war noch alles normal, ich hatte noch braune, hüftlange Haare, die ich immer zu zwei Zöpfen gebunden hatte, und er stylte seine noch nicht in einer Zwei-Tuben-Gel-Frisur.
Sasukes Vater arbeitete als Polizeichef oder so ähnlich, jedenfalls war er nie zuhause und bei seltenen Ehrenbesuchen im Krisengebiet seines Zuhauses kümmerte er sich um Itachi. Den erwünschten Sohn, der wohl nicht aufgrund eines geplatzten Kondoms entstanden war – eine persönliche Einschätzung. Deswegen weinte Klein-Sasu oft bei uns Zuhause auf der gemütlichen Treppe. Damals hatten wir tatsächlich sowas, vor einem kleinem Haus. Auf den Stufen waren kleine Blumentöpfe, und es schien meistens die Sonne darauf. Das meine ich nicht, wenn ich von meiner vergewaltigten Kindheit rede, nur so als Hinweis. Das war der schöne Teil.
Jedenfalls saß er dann immer neben mir und hat geweint, erzählt, dass sein Vater Itachi viel mehr liebte, seine Mutter nichts dagegen tat und Itachi niemals mit ihm spielte, sondern dauernd lernte. Ich habe ihm damals zugehört und getröstet, nach dem Motto „Bei uns bist du immer zuhause, ich hab dich ganz doll lieb, ich leih dir meine Playmobil-Burg“ und solchen Dingen eben. Rückblickend war es zeitlich gesehen so, dass Yuna, Sasuke und ich pausenlos draußen waren (bei Sturm, Blitz und vom Himmel fallenden Mäusen), Mako immer nach der Schule und Itachi alle paar Wochen. Ansonsten hat er wohl gelernt. Kam bei uns anderen nicht so oft vor, ehrlich gesagt. Später auch nicht. Absturzkinder, man versteht. Aber ich bin schon wieder abgeschweift in meinen süßen Gedanken.
Ich denke, um diese Zeit war ich in Sasuke verliebt, so auf Kindergartenart, und auch ein Jahr später noch. Wenn wir nicht alle in der Gosse (damit meine ich eigentlich nur unsere sonnige kleine Familienstraße, ich gebs ja zu) rumhingen, redete er natürlich nicht mit mir, versteht sich. Der feine Herr Uchiha gab sich nicht mit der Außenseiter-Haruno ab, aber verstanden habe ich das damals nicht. Erst später, als wir wegzogen, in ein kleineres Haus, merkte ich, dass er mich nicht brauchte. Da war ich in der zweiten Klasse, denke ich, und in der Schule redete er gar nicht mehr mit mir, was natürlich Herzschmerz in mir auslöste. Oder Hunger, je nachdem. Später, als sich immer mehr dieser Mist mit Image bildete, und ich natürlich auf die Außenseiterliste kam – vollkommen freiwillig, ihr erinnert euch bestimmt; Königin der Rebellen und so was – warfen er und seine Freunde mir öfter Papierkügelchen nach oder redeten hinter meinem Rücken über mich. Ich tröstete mich immer mit dem Gedanken, dass er innerlich immer noch der von vorhin war, aber ob das stimmte, wusste ich nie. Nach der vierten Klasse war ich für zwei Jahre nicht auf derselben Schule wie er. Nicht nur wegen einem erneuten Umzug sondern auch wegen eines Aufenthalts bei meinem pädophilen Onkel in England, weil meine Eltern es nicht schafften, auf ihre Kinder aufzupassen. Erst in der siebten Klasse traf ich ihn wieder. Den neuen Sasuke.
Er hatte sich verändert, wohl eher aufgrund des Alters, aber er war stiller geworden. Immer topgestylt, schweigsam und klug war er der Schwarm der Mädchen. Ein reicher Schnösel mit seinen Anhängsel in jugendlicher Unschuld – also frühjugendlich, jetzt grenzte das Ganze ja bereits an bildlich gesprochener Kinderschändung. An meinem ersten Tag an meiner neuen alten Schule blickte er mich nicht an, am zweiten mit Verachtung, am dritten war bereits klar, dass ich immer noch zu den Außenseitern gehörte – zu große Klappe, zu viel auf den Hüften, zu wenig Interesse an Nagellack – und damit zu seinen auserwählten Feinden und Opfern. Aber trotzdem dachte ich noch oft an ihn, wie er weinend auf unserer Treppe saß. Nostalgie pur, ihr versteht. Und sein Aussehen ...

Deswegen empfand ich es als schwierig, verabscheuungswürdig, eklig, würgreizerregend, abstoßend, absonderlich und überhaupt ziemlich scheiße hier neben ihm an einen Stuhl gebunden zu sein. Seiner Kopfhaltung nach gefiel es ihm genau so wenig. Ich drehte mich dennoch schnell wieder weg und schwieg schnippisch, auch wenn mir auffiel, dass er niemals merken würde, dass es ein schnippisches Schweigen war. Ich langweilte mich ziemlich, ehrlich gesagt. Da saß ich, neben einem der heißesten Typen – ich sagte das jetzt einfach in der Hoffnung, dass niemand meine Gedanken lesen konnte – die ich kannte und meinem erklärten Erzfeind und es war tatsächlich stinklangweilig. Aber ich hielt meine Klappe (Wunder über Wunder) und drehte in Gedanken Däumchen. Dann ging ich dazu über Pornotitel aufzählen, Aufsagen von Gedichten (schweigend, versteht sich) und einer Partie Schach gegen mich selbst. Aber nach geschlagenen zehn Minuten verloren diese schier unbegrenzte Anzahl von Unterhaltungen ihren Reiz und ich langweilte mich einfach nur noch. Ich wägte die Möglichkeit, zu vergehen oder mit ihm zu reden gerade ab, da begann er doch tatsächlich zu reden.
„Nicht, dass ich dieses Schweigen nicht genieße ... Aber du hast nicht zufällig meinen rechten Schuh mit hinausgenommen?“ fragte er, emotionslos, mit einem arroganten und gelangweiltem Unterton in der Stimme. Ich hasste ihn.
„Oh Verzeihung, ich dachte, nachdem du ihn mir nach mir geworfen hast, dass du ihn nicht mehr brauchst. Ich denke Gaara hat ihn, damit ich ihn später vollkotzen kann.“ Gut, Hass ist übertrieben ... Nach der Antwort mochte ich ihn einfach nicht mehr besonders. Hoffentlich hat er meinen genialen Witz bemerkt.
„Wie überaus reif von dir. Bitch.“
„Moment, wer hat mir hier einen Schuh nach mir geworfen? Ach, und nur so als kleine Bemerkung, wenn man tatsächlich von Schuhgröße auf das fünfte Gliedmass schließen kann, ist deiner wohl ziemlich klein!“ erwiderte ich wütend. Ich erwartete hier ein Friedensangebot! Er hatte angefangen. Gut, meine Bemerkung war nicht besonders geistreich, aber er hatte nichts Besseres verdient.
Ich wartete auf eine Erwiderung, aber ich hörte nur ein genervtes Einatmen. Auch gut, dann hatte ich meine Ruhe. Andererseits dauerte die Lektion noch zwanzig Minuten, und ich brauche permanent Unterhaltung. Eigentlich wollte ich noch etwas Spannendes, Lustiges, Interessantes, Gemeines oder sonst etwas einwerfen, dass mich cool erscheinen ließ. Aber da ich selten nachdachte, bevor ich etwas sagte, und weil mein Hirn es witzig fand, mich im Stich zu lassen, kamen mir nur diese Worte in den Sinn: „Wieso hast du mir überhaupt einen Schuh nachgeworfen?“ fragte ich ihn. Meine Stimme klang nicht einmal cool und selbstbewusst, sondern eher ein wenig verletzt. Dumme Stimmbänder.
Er lachte kurz ein wenig spöttisch. „Habe ich da etwa jemandem seine Gefühle verletzt?“ Ich drehte verärgert meinen Kopf zu ihm um. Da saß er, aufrecht, mit einem höhnischem Grinsen auf dem Gesicht, eine Augenbraue hochgezogen. „Hättest du wohl gerne, Arschloch. Ich habe leider nicht so viel Geld wie du ins Senkloch gesteckt bekommen, und kann es mir nicht leisten, meine Schuhe einfach mal so durch die Gegend zu werfen. Aber hey, wen interessierts, wenn man seiner alten Freundin einen Nikeair ins Gesicht ballert? Scheiß auf Respekt und sowas, nicht wahr?“
Vielleicht ist es euch aufgefallen, aber ich war ziemlich wütend. Aber meine Worte verfehlten ihre Wirkung, seine Haltung änderte sich kein Stückchen. „Den letzten Teil von wegen Respekt hast du ja schon ziemlich toll demonstriert in den letzten Schuljahren. Vorbildlich, Pfadfinderabzeichen wert.“, erwiderte er. Ich war einen Moment überrascht, denn (nicht gerade würdige, aber nicht so schnell zu vergessende) Antworten bekam ich sonst nur von dem letzten Sexunfa– meiner kleinen Schwester. Ich war doch tatsächlich verwundert, dass Sasuke Uchiha, DER Sasuke Uchiha, eine schlagfertige Antwort parat hatte. Ich war beeindruckt. Fast so sehr wie von meinem Spiegelbild (kleiner Scherz am Rande). Gleichzeitig war ich auch ziemlich sauer darüber, dass er auf die Bemerkung nicht eingegangen war, dass wir ehemalige Freunde waren. Ich schüttelte meinen Kopf (in der Hoffnung, dass meine Haare dann besser aussahen), streckte meine Brust raus und sah ihn herausfordernd an. Das Problem, dass ich, auch wenn er lässig hängend auf dem Stuhl saß, ich immer noch gut zwanzig Zentimeter kleiner war, und somit die Wirkung meines Auftrittes etwas verloren ging, versuchte ich so gut wie es ging zu überspielen.
„Du denkst ernsthaft, du hast das Recht, mich dumm von der Seite anzurempeln? Du bist ein kleiner Bonzenscheißer, der auf dem Geld seiner Eltern sitzt und denkt, er sei besser als der Rest der Welt, allein aus dem Grund, dass er nicht wie der Grinch aussieht. Du kannst mich ruhig schikanieren, sooft du willst, aber du bekommst alles zurück. Du bist ein kleiner Wichser, der keine Ahnung vom Leben hat und nur dumm rumsitzt und wartet, dass seine kleinen Anhängerinnen ihm Essen und einen Blowjob bringen. Du wirst es dieses Jahr bereuen, mir diesen behinderten Schuh nachgeworfen zu haben!“ erklärte ich ihm, und war ziemlich zufrieden mit meiner kleinen Rede. Tatsächlich versteifte sich seine Haltung ein wenig. Die Wirkung ging leider ein wenig dadurch verloren, dass sich die Tür öffnete, mit einer solchen Wucht, dass sie an meinen Stuhl prallte und ihn umstieß. Die ersten Schüler liefen einfach an mir vorbei, bis schließlich Gaara und Naruto aus der Tür traten. Sie stellten mich, das heißt den Stuhl auf, und befreiten mich von meinen Fesseln. Sasuke stand da bereits befreit von Ino und Karin in der Gegend und hatte sich stilvoll an eine Wand gelehnt. Natürlich versammelte sich seine ganze Gruppe schnell um ihn, so dass ich ihn aus den Augen verlor.
„Alles klar, Sakura-chan?“, fragte mich Naruto. Ich nickte und er drehte sich um in Richtung der Menschenschar um den Uchiha. Was genau das sollte verstand ich nicht, aber jedem das seine. „Ich hasse ihn.“ sagte ich zu Gaara, der immer noch vor mir stand. „Verständlich.“ antwortete er, während er aus seiner Tasche etwas holte. Das Mäppchen von Sasuke. „Falls du etwas brauchst, um einen ersten Racheschritt zu unternehmen.“, erklärte er und überreichte es mir. Ich nahm es dankbar entgegen, mit einem breiten Grinsen auf den Lippen. „Danke dir, das kann ich perfekt gebrauchen!“ Ich linste kurz auf seine Armbanduhr. Nicht, dass ich die Stundenplanzeiten kannte, aber es war definitiv noch zu früh für das Ende der Lektion. „Wieso seid ihr eigentlich alle auf den Flur gekommen?“
„Weil es Anfang des Jahres ist, wird die neue Schulleiterin vorgestellt. Neue Lehrer und Klassen, der ganze Scheiß.“ antwortete er. Ich lachte kurz bei der Vorstellung, wie die Rektorin von einer Dampfwalze plattgewalzt wurde, die von Gaara oder mir gesteuert wurde. Wir machten uns auf den Weg (immer der Menge hinterher, da wir beide keine Ahnung hatten, wo genau sich die Aula befand), während ich meinem besten Freund von dem spannenden Gespräch mit Sasuke erzählte. Als ich mich umdrehte, sah ich Hinata, die sich unsicher umschaute. Ich winkte ihr zu, und hoffte, dass sie mich gesehen hatte. Immerhin war ich viel kleiner als alle Anderen im Flur. Glücklicherweise bemerkte sie es und sie schloss sich uns dankbar an. „Auf ein spannendes Schuljahr.“ nuschelte ich den beiden kurz vor der Aula zu.


~*~
Nach unglaublichen 10 Monaten endlich das neue Kapitel. Ich will gar nicht viel dazu sagen, auch nicht zu dieser furchtbar langen Zeit, in der nichts kam. Kommt später vielleicht noch :) Jedenfalls wünsche ich euch viel Spass mit dem neuen Kapitel <3
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