Das große Erwachen (Who cares?)

von memonia
GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
17.11.2011
09.10.2013
10
38763
 
Alle
28 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
 
 
Es war jedes Jahr dasselbe, wenn die Schule wieder anfing: Ich verschlief um die zwanzig Minuten, sprang auf, rannte zum Badezimmer, wo meine jüngere Schwester natürlich schon am duschen war. Ich schrie sie an, packte das erstbeste Sportzeug ein (meistens ein ungewaschenes in der falschen Größe), zog irgendwelche Klamotten an und rannte zur Busstation. Mit einer Menge Glück erwischte ich den letzten Bus, aber meistens musste ich die Strecke von zwei Kilometern rennen und kam zu spät. Jedes Jahr dasselbe. Ich hasste den Schulanfang.


Nun, nachdem ich euch erzählt habe, was normalerweise nach den Sommer-, Frühlings-, Herbst-, oder Winterferien passierte, wollt ihr sicher wissen, was DIESES Jahr passierte, oder noch besser, zuerst einmal, wer ich überhaupt bin: Mein Name ist Sakura Haruno, auch Fettie, Muschi und Opfer genannt. Ich war, wie man es sich wohl schon denkt, 16 und nun ja  ... Eigentlich gibt es nicht viel mehr Infos über mich.
Vielleicht kann ich euch noch erzählen, wie ich aussehe, aber das wäre einfach zu deprimierend! Na gut, das war ein Scherz, eine Parodie auf alle Leute, die ich nicht mag. Ich war ziemlich klein, aber was mir an Luft nach oben fehlte, hatte sich in meinen Hüften, meinem Bauch, meinen Brüsten und vor allem in meiner Stirn festgesetzt. Letztere war übrigens WIRKLICH gigantisch. Aber was soll’s, wenigstens hatte ich keine Pickel darauf, so wie die meisten anderen in meinem Alter. Nebenbei, eigentlich hatte ich gar nicht so einen großen Ranzen, finde ich, ich sah einfach wahnsinnig gut aus, nehme ich an.
Ich hatte pinke Haare, die mir bis zu den Schultern reichten. Sie waren nicht gefärbt, sondern sind, und das ist jetzt kein Witz, bei einem wissenschaftlichen Experiment, als ich acht Jahre alt war, in einem Experiment meiner Mutter für immer auf diese Farbe festgelegt worden. Aber dazu später mehr. Meine Augen sind grün. Ich würde sie ja smaragdgrün, türkis oder so nennen, aber wenn ich ehrlich bin, waren sie eher barbiegrün. Dieses helle, abstoßende, leicht würgreizerregende Grün, welches jeder Mensch hasste. Nun ja, so sah ich aus.
Was man auch noch erwähnen könnte, sind meine Charaktermerkmale, wenn man ihn so nennen will (ich bezeichne ihn ja gerne als ein finsteres Loch. Nein, bloß ein Scherz.): Ich bin von jeher immer eine Außenseiterin gewesen, was daran liegt, dass ich gerne andere Leute beleidige, eine eigene Art von Humor habe und gerne mal pervers oder übelkeitserregend rede. Es dauert bei mir immer länger, bis ich jemanden mag. Früher war es so, dass ich mich schnell mit solchen bösen, arroganten, egozentrischen und extrem beliebten Mädchen befreundet habe, welche ich dann in mein Herz schloss. Als Dank hassten sie mich dann meistens und haben mich fertig gemacht, ich schlug zurück und es entstanden wunderbare Zickenkriege. Zum Glück bin ich dann für zwei Jahre weg, ansonsten würde mich das immer noch verfolgen!
Leuten, die ich jedoch von Anfang an nicht leiden kann, gehe ich einfach aus dem Weg. Gut, vielleicht beleidige ich sie manchmal (nicht willentlich), aber wer tut das nicht. Ich finde die Reaktion von manchen echt übertrieben. Aber manchmal lasse ich mich auch auf etwas kindische Auseinandersetzungen ein. Niemand ist perfekt.
In der Schule bin ich nie einer Meinung mit den Lehrern und sage ihnen das auch lautstark. Das heißt meistens sieht es Ende der Lektion so aus: Der Lehrer und ich brüllen uns an, er wirft nach mir und ich darf zwei Stunden nachsitzen.
Wie es mit Freunden aussieht? Nicht so glänzend. Theoretisch habe ich drei Kumpel: Gaara, den ich als meinen besten Freund bezeichne (und der es manchmal auch wirklich ist), Naruto und Lee. Aber ich würde ihnen nie meine Geheimnisse erzählen (auch weil sie alle Jungs sind) und außerdem ... Ich weiß nicht, wie ich es sagen soll, aber ich würde ihnen mein Leben nicht anvertrauen, im übertragenem Sinne.
So das war's von mir und meiner kurzen Selbstmitleidstour, jetzt wisst ihr ungefähr, über wen ihr hier lest. Aber was ihr wohl auch wissen wollt, ist, was das alles mit dem kurzen Absatz am Anfang zu tun hat, oder?

~*~

An diesem Morgen öffnete ich meine Augen nur ganz kurz, als der Wecker klingelte, bevor ich beschloss, dass Aufstehen im Allgemeinen überbewertet wurde und dass kleine Mädchen wie ich einfach eine Decke brauchten. Also das hieß Decke übers Gesicht, Augen zu und weiter diesen wirklich übel perversen Traum (Yaoi) träumen. Herrlich die Welt, wenn man einfach nur im Bett liegt und ... Wärme ... Und vor allem Ruhe ...
„SAKUUUUUUUUU!“ schrie meine ältere Schwester Mako und riss mir die Decke weg. Wer das schon erlebt hat, dem muss ich ja nichts erzählen, aber an alle Anderen: Es ist als ob dein Heim, dein Nest, deine Mutter, alle Wärme und Geborgenheit von einem mit aller Gewalt fortgerissen werden und du musst sie verteidigen. Aber weil man ja eigentlich noch schlafen würde, kann man nichts außer „NNNnfnann“ hinausbringen.
„Sakura, was soll ich am ersten Tag denn anziehen?“ jammerte sie sofort los.
Das hab ich vergessen zu erwähnen: ich habe zwei Schwestern, Mako und Yuna. Während Mako wie meine Mutter mit Intelligenzlosigkeit gesegnet war, war Yuna das Böse in Person. Mako war freundlich, weltoffen, wunderschön und ziemlich dumm. Und oberflächlich. Aber, eben, sie war meine Schwester und mir wirklich tausendmal lieber als Yuna. Diese war böse, hinterlistig, frühreif, leider trotzdem hübsch, und ein wahres Ekel. Anfangs hatten sie alle geliebt und jetzt – liebten sie abgesehen von mir immer noch alle. Sie hatte diese furchtbare Art, dass man ihr immer vertraute und man immer der Meinung war, dass sie die nette, unschuldige, kleine Schwester war. Und ich war die Böse, weil ich ihr nicht verfallen war. Damit es jetzt nicht so klang, als gäbe es an ihr nur negative Seiten: man konnte positiv bemerken, dass sie eine super Figur hatte und ihre Haare von Natur aus so schön schimmerten. Also na ja, das machte sie nur noch unmenschlicher.
Mako hatte viele Freunde, solche die anriefen, wenn sie krank war und die ihr Briefe schickten, in denen Dinge standen wie: „... weil DU wirklich die Beste bist ... Weil du mich immer unterstützt ... Ich hab dich echt lieb ... bist meine beste Freundin ... Du bist die wichtigste Person der Welt!“ Sie hatte seit ungefähr zwei Jahren denselben Freund namens Neji Hyuga, der so ein richtiger Eisbeutel war. Aber wenn sie dabei war, taute er richtig auf und war echt nett.
Yuna hatte noch mehr Freunde, mit denen sie dauernd SMS austauschte. Solche: „hdg <3 ... der ist so geil ... ich liebe dein Oberteil ...“ usw. Sie hatte dauernd Freunde, und noch mehr Affären, auch mit vielen älteren Jungs. Zuhause und vor Lehrern war sie jedoch die brave Schülerin mit Spitzennoten, den guten Manieren und dem unglaublich tollen Lächeln. Sie war außerdem „Jungfrau bis zur Ehe“ und die Schule stand bei ihr an „erster Stelle“! Soll heißen: Sie hatte wahrscheinlich schon mit mehr Jungen gebumst als ich Unterhosen besaß und ihre guten Noten bekam sie durch den netten Streber am Nachbarpult mit der großen Schrift, den sie seit etwa fünf Jahren alle paar Wochen mal anlächelte.
Man hört’s wahrscheinlich, aber damit man es auch wirklich nicht vergisst: Ich liebte Mako und ich hasste Yuna.

~*~

Aber in dem Moment, in dem Mako mir meine Bettdecke wegzog, war sie auf gleicher Stufe wie Yuna. „Sakuu, kann ich mir dein Oberteil nehmen? Ich liebe es!“ „RAUS AUS MEINEM ZIMMER!“ brüllte ich als Antwort, als mir ihre Worte nochmal durch den Kopf schossen. Erster Schultag! Ich sprang auf, riss das vorhin genannte T-Shirt vom Stuhl, auf dem es lag, und warf es im Vorbeigehen Mako zu. Aus dem Badezimmer klang die Stimme von Yuna, die laut – und falsch – „Never Say Never“ von Justin Bieber sang. Den Song fand ich ja schon so schrecklich, aber in dieser Stimmlage! Furchtbar! Dennoch riss ich todesmutig die Tür auf und ein Dampfschwaden zog an mir vorbei. „Yuna, ich muss unter die Dusche!“ brüllte ich und versuchte durch den dichten Dampf etwas zu erkennen. Yuna lachte zur Antwort höhnisch: „Vergiss es!“
Gut, die Zeit zum Streiten hatte ich nicht, also schnappte ich mir einfach irgendetwas und hoffte ihre Wimperntusche oder ihre Hose erwischt zu haben. Pah, das hatte sie davon, sich mit Dark Sakura anzulegen!
Ich rannte den Flur entlang und begutachtete meine Beute: Ihr BH, welcher mit vielen Rüschen und Blümchen versehen war. Bei uns in der Küche gab es ein großes Fenster, welches zur Straße gerichtet war. Schwupp und weg war der BH und ich könnte schwören, dass eine Frau draußen empört „Also bitte!“ rief. Falls das jemandem übertrieben vorkommt, zwischen Yuna und mir herrschte Krieg.
Ich öffnete den Kühlschrank und griff nach einer Flasche Wasser und etwas, was man wahrscheinlich irgendwann einmal hätte essen können. Mit meinem, nennen wir es Essen, wieder zurück, wo sich Mako gerade vor meinem Spiegel fertig machte. „Schau mal, ich habe eine neue Hose! Und zusammen mit meinen Schuhen sieht das bestimmt toll aus! Weißt du, Neji hat gesagt, er findet diese Ohrringe so schön, und deshalb ziehe ich sie an! Also eigentlich mag ich Schmuck ja nicht so, aber die schon! Und dann hab ich diesen super bequemen Sport-BH angezogen, und dann noch die Unterhosen mit den Erdbeeren drauf und weißt du sitzen so –“, doch an dieser Stelle schob ich sie einfach aus meinem Zimmer und verschloss die Tür. Ursprünglich hatte unsere Wohnung drei Zimmer, aber eines war so groß, dass wir Wände einfügen konnten. Deshalb hatte jede von uns Schwestern ein eigenes, sehr kleines Zimmer.
Ich selbst schnupperte an ein paar Sachen, die am Boden zerstreut waren. Ich hatte in meinem Kleiderschrank nämlich keine Klamotten sondern wirklich wichtige Dinge wie Zigaretten, meinen Fernseher, meine Mangas und meine Hentais verstaut und eigentlich sonst alles, was ich besaß. Socken, Hosen und andere Anziehsachen lafen deshalb wie ein Teppich am Boden und wenn ich meine Kleider wusch, warf ich sie danach einfach wieder auf Boden. Jeden zweiten Tag sammelte ich jedoch alle ein und steckte sie in die Waschmaschine. Sauberkeit ist wichtig! Dabei hatte ich gar nicht so viele Klamotten, die mir passten, aber ich besaß immer noch meine Hosen aus der zweiten und meine Socken aus der ersten Klasse. Außerdem lagen da ziemlich viele Dinge von meinen Schwestern, die gemerkt hatten, dass bei mir einfach alles in Waschmaschine kam, egal ob meins oder nicht!

~*~

Kurz darauf war ich mit einem T-Shirt mit der Aufschrift MY PENIS IS YOU PENIS und einer Hose mit Löchern und einem Erdbeerfleck, welcher einfach nicht wegging, bei der Bushaltestelle. Meine Schulter tat mir höllisch weh, weil ich einfach zu viele Bücher dabei hatte und meine Haare waren am Ansatz fettig, aber das war mir vollkommen egal. Andere Leute legten Hotpants an und ich bescheuerte T-Shirts, who cares? Zur Antwort: ein paar 13-jährige Jungs mit Pickeln und diese überschminkten Mädchen mit 15 cm Absätzen, welche mit einer Unterhose auf dem Kopf rumlaufen würden, wenn in der Zeitung stehen würde, dass das voll in sei. Gut, wer von meiner Schule würde sich schon darum kümmern? Meine Lehrer mochten mich sowieso nicht und die Leute, deren Meinung mir etwas ausmachte, fänden es witzig oder würden mich ignorieren. Also, egal.


Xoxo

So, damit beginnt meine Story: „Who cares?“
Nun, dieses Gebiet ist neu für mich, aber ich hoffe, dass es euch interessiert!
Alles ist frei erfunden! Alle Ähnlichkeiten sind Zufall!