Der Test der Zeit Band IV "Chroniken der Reisenden"

von Nakago
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P12
15.11.2011
27.12.2011
7
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Der Test der Zeit
Teil IV
Chroniken der Reisenden

Prolog


24. Nachtal Das Jahr der Visionen 731 Chondathan

Einige ruhige Tage liegen hinter mir. Anfang des Monats hatte ich noch etwas viel Lauferei und war damit beschäftigt, die Beute an den Mann zu bringen. Die Wiedererweckung von Dolon hat ein großes Loch in die Kasse gerissen, aber immerhin blieb doch einiges für eine arme alleinerziehende Mutter übrig. Die Dame hat mir wahrlich diesmal gelächelt.

Aber Kelan hat sie nicht gelächelt. Nein, wir haben ihn nicht ermordet, zwei Tage später wurde seine Leiche aus dem Hafenbecken gezogen. Krallenspuren im Fleisch. Irgendetwas hat ganze Arbeit getan. Zuerst der Deserteur der schwarzen Pfeile, der Xana ein Ohr abschneiden wollte, nun Kelan. Beide Deserteure, aber beide haben uns bzw. Xana bedroht. Serenius versichert, nichts damit zu tun zu haben. Aber wer bleibt dann noch übrig? Herr Fröhlich? Möglich und so langsam habe ich einen düsteren Verdacht, dass es sich bei Herr Fröhlich um das schlechte Gewissen Jondans, meines Ehemannes handelt, der seit der Geburt Milis verschwunden ist. Aber warum nimmt er dann nicht mit mir Kontakt auf, sondern nur mit Mili? Fragen über Fragen.

Ich frage mich auch, was die Bruderschaft der Ungesehenen Seher so treibt. Immer noch reges Treiben, nur ich habe Zeit und Muße. Irgendwie ist das nicht befriedigend. Traut man mir hier so wenig zu? Scheint beinahe so zu sein. Jedenfalls hatte ich ausnahmsweise viel Zeit, brachte meine Erlebnisse am Hakenberg zu Buche, einmal wie es wirklich geschehen ist und dann die geschönte Version für die Nachwelt. Und natürlich hatte ich endlich mal wieder Zeit, um mich eingehend mit meiner kleinen, süßen Tochter zu beschäftigen. Ach, was ist sie doch für ein niedlicher Fratz.

Der Zeitpunkt rückt näher, wo Idi Adanich die grüne Kugel abholen wird. Ende des Jahres hieß es, sollte also bald so weit sein. Sechs Tage noch und wir werden ein neues Jahr haben, mal sehen, welche Abenteuer es uns bringen wird. Allerdings beantwortete sich diese Frage weit schneller als gedacht. Ich war früh zu Bett gegangen und unangenehm überrascht, als mich eine Bedienstete weckte, ein aufgeregter Priester des Tempus würde an der Tür nach mir verlangen. Da muss was passiert sein.

Also stehe ich auf, zieh mir was über und eile nach unten. Es ist wie vermutet Dolon. „Die grüne Kugel, sie ist gewachsen, leuchtet jetzt grün und pulsiert. Und sie hat einen Novizen des Tempels verschlungen. Ich trommle gerade die anderen zusammen, ich rechne mit dem Schlimmsten. Bereite dich vor und komme dann zum Tempel.“ Dann lässt er mich einfach stehen und eilt zurück in die Dunkelheit. Ich gähne, überzeuge mich, dass dies kein Traum ist und sage Karn Bescheid. Mit mäßigem Interesse nimmt er das auf. Hm, etwas mehr Resonanz habe ich schon erwartet. Zurück in meiner Kammer packe ich meine komplette Ausrüstung zusammen. Wie gut, dass ich immer alles bereit stehen habe. Dann wecke ich Mili, gebe ihr einen dicken Schmatz und teile ihr mit, dass Mama vielleicht längere Zeit nicht da sein wird. Sie guckt mich aus ganz kleinen Äuglein an, gähnt und ist wieder eingeschlafen. Ich sage noch Alana Bescheid, dass sie eventuell wieder auf mein Spätzchen aufpassen werden muss und eile dann zum Nordtor.

Die anderen sind schon da. Tatsächlich hat sich die Kugel in Dolons Quartier aufgebläht zu einem Durchmesser von etwa zwei Schritt. Ich wirke Magie entdecken und analysiere mit Xana die arkanen Strukturen. Es scheint sich um ein Portal zu handeln, was wenig überraschend ist, da Idi Adanich genau das von der Kugel behauptet hat. Verdammnis, hätte er nicht früher kommen können, um die Kugel abzuholen?  

Xana schlägt vor, sich mit einem Seil zu sichern und sich der Kugel zu nähern. Halte ich für keine gute Idee, da wir das wohl kaum halten können. Ryan macht einige Experimente, indem er verschiedene Gegenstände in die Kugel wirft, die ohne Rückstände zu hinterlassen, einfach hinein gesogen werden. Dolons direkter Vorgesetzte, ein grober Kerl mit dem Namen Thurka, findet das Ganze nicht besonders amüsant, besonders da einer seiner Schutzbefohlenen da drin verschwunden ist. Dass er nicht aus eigener Kraft zurück kommt, spricht Bände. Wer weiß, auf welche Ebene das Portal führt.

Nach etwas hin und her, wird allgemein beschlossen, in die Kugel zu springen und nachzusehen. Halte ich für keine so gute Idee, aber mir fällt auch nichts Besseres ein. Ich führe mein Heiliges Symbol an die Lippen, küsse es ehrfürchtig, berühre damit Stirn und Brust. „Wer wagt, gewinnt.“ Als Erste gehen Dolon und Ryan, dann Lia und zum Schluss, uns an den Händen haltend, Xana und ich. Die Kugel saugt uns ein und dann sind wir weg.

Kapitel 1
Planlos im Nirgendwo


24. Nachtal Das Jahr der Visionen 731 Irgendwo

Wir landen in der Kugel, grünes Licht umgibt uns. Wohlige Wärme durchdringt uns und ich sehe mich um. Alles grün, die restlichen Wagemutigen und der Novize mit dem Namen Jordan Uctar schweben vor mir. Ihm scheint es gut zu gehen. Aus dem grünen Licht treten langsam Konturen heraus. Erst am Fußboden, steinernes Mosaik, sehr kunstvoll und filigran. Dann vor uns eine Empore mit sechs Statuen, welche Schwerter in die Höhe recken. Dann treten Gitterstäbe zu Tage, die uns umgeben. Das ist nicht gut. Über den Gitterstäben ist der Sternenhimmel zu sehen, als das grüne Licht immer schwächer wird. Der Nachthimmel hat vertraute Elemente, stimmt aber nicht wirklich mit dem gewohnten über ein. Nun sind Mauern zu sehen, die etwa sechzig Schritt entfernt kreisförmig um uns aufragen.

„Was für eine Ebene das wohl sein mag?“ Xana schaut sich interessiert um.
„Ich bin nicht sicher, aber ich glaube, wir sind noch auf Toril. Der Sternenhimmel sieht recht vertraut aus, wenn er auch nicht ganz so ist, wie er sein sollte.“
„Vielleicht sind wir ja in der Vergangenheit? Das hier könnte der Klingenturm sein.“ Xana weißt auf die typischen Spitzen der Zinnen, wie sie in alter Zeit so gerne Verwendung fanden.
„Reisen in die Vergangenheit werden eigentlich von den Göttern streng unterbunden. Hat man mir auf dem Kollegiat beigebracht. Deswegen kann man mit Magie die Zeit nur in einem sehr engen Rahmen manipulieren.“
„Aber das hier ist alles so typisch für das alte Jhaamdath. Sieh nur, dass müssen Statuen der Klingenherrscher sein. Sechs Stück, eine für jede Ausrichtung der Psionik.“ Xana ist Dank Serenius deutlich bewanderter in diesem Thema als ich. Sie könnte durchaus Recht haben.

Noch mehr Konturen schälen sich auch dem Licht. Ich kann einen Park um uns erkennen, Wachen in bronzenen Harnischen und Speeren. Und eine maskierte Person in einer teuer aussehenden Robe. Und eine Gestalt in Rüstung und einem gewaltigen Zweihänder mit böse aussehender Klinge. Und diese Person tritt durch das Gitter, als wäre es Luft und macht nicht denn Eindruck, als ob er mit uns reden möchte.

„Wir werden alle nicht gesehen!“ rezitiere ich und mache die notwendigen Arkanen Gesten. Das wird uns die notwendige Zeit erkaufen, unsere Schutzzauber hochzufahren. „Beeilt euch!“ „Möge Tymora uns beschützen!“ „Tempus, gib mir deine Macht!“, schallt es aus den Mündern meiner Kameraden. Wir begeben uns in eine defensive Position. Lia prüft nach, ob die Gitterstäbe auch für uns durchlässig sind, was sie leider aber nicht sind. Verdammnis!

Der kleine Novize bekommt von Dolon seine zweihändige Axt überlassen und er pirscht sich vorsichtig an den Ritter an. Dieser haut etwas auf Ryan herum und trifft ihn sogar trotz der Schutzzauber. „Schild!“, rezitiere ich und eine leuchtende Scheibe bildet sich an meinem linken Unterarm. Mit gezogenem Rapier beginne ich den Ritter zu umkreisen. Schon sehr bald merke ich, dass es keine gute Idee ist, ihm in den Rücken zu fallen. Meine Klinge rutscht an seiner Panzerung einfach ab und er bewegt sich im letzten Moment immer so schnell, dass ich keine kritischen Zonen anvisieren kann. Allerdings geht er mir hinterher und berührt mich. Einen Herzschlag später hat sich die Szene vollständig geändert. Der Ritter ist verschwunden, Dolon und Ryan sind schwer verletzt und heilen sich. So wie es aussieht, hat er mich für zwei Dutzend Herzschläge einfach aus der Zeit entfernt. Lia genau so. Ich bin irgendwie frustriert. Finsternis!

Inzwischen ist das grüne Leuchten vollständig verschwunden und der maskierte Mann mit Robe kommt zu uns. „Zeitreisende, seid willkommen im all ewigen Jhaamdath! Möge der große Dahlien auch noch in tausend Jahren herrschen!“
„Hä?“ Xana hatte wohl recht gehabt, wir sind tatsächlich im alten Jhaamdath. Wir bekommen von Hofmeister Mathras, so heißt der Maskierte, zu hören, dass wir 1002 Jahre in der Vergangenheit sind und gerade durch ein Zeitportal gestolpert sind. Na prima! Wir sind wohl nicht die ersten Zeitreisenden. Vor gar nicht allzu langer Zeit war ein gewisser Luvius hier, ein finsterer Kerl, der wohl ein sehr wertvolles Buch hat mitgehen lassen. Ein gewisser Golgothan Codex, der aus dem gleichnamigen elfischen Hain stammt, vom Klingenmeister Dahlien höchstpersönlich gefunden. „Und, wisst ihr zufällig etwas darüber?“

24. Nachtal Das Jahr der grauen Wölfe -270 TZ Klingenturm

Ich übernehme das Reden und bleibe halbwegs bei der Wahrheit, lasse aber viele uns belastende Details großzügig aus. Luvius wurde hingerichtet, der Codex ist nun bei einem elfischen Clan. Hofmeister Mathras meint, wir sollten bei unserer Rückkehr für die Vernichtung dieses Buches sorgen. So was auch.  

Wir bekommen noch zu hören, dass die Götter etwas gegen Zeitreisen haben, deswegen hat uns der Zeitwächter auch angegriffen. Um das ganze hier nicht schlimmer zu machen, sollen wir nichts über die Zukunft erzählen, weil die Götter sonst eingreifen und einen selbst und alle, mit denen man geredet hat, aus der Zeit entfernen, was wohl kein besonders gesundheitsfördernder Schritt ist. Danke für die Warnung. Es ist ziemlich warm für eine Nacht im Nachttal und schon bald schwitzen wir. Ich lege meinen schweren Mantel ab. Wir bekommen Quartiere im Klingenturm zugewiesen. Das besondere an diesem Turm ist, dass er in allen Zwölf Städten gleichzeitig existiert. Ich kapiere nicht ganz, wie das funktioniert, aber es scheint wohl zu funktionieren.

Das Quartier besteht aus einem Wohnzimmer, drei Schlafzimmern und einem Bad. Wir legen uns erstmal schlafen und harren der Dinge, die geschehen werden. Am nächsten Morgen werden zum Arkanen Rat zitiert. Das sind sechs Magier, die dem Klingenmeister unterstellt sind. Aha? Wir werden durch den Turm geführt und landen schließlich in einem schattigen Raum. Richtig unheimlich, die Leute hier scheinen weniger mit dem Gewebe, so wie Xana, ich und jeder andere normale Arkane Zauberwirker, sondern mehr mit dem Schattengewebe zu zaubern. Finsternis.

Vor dem Eingang sind schwarze Wimpel angebracht und genauso dunkel geht es da drin weiter. Sechs Magier erwarten uns, in schwarze Roben gehüllt, ihre Gesichter im Dunkel der Kapuzen verborgen. Vier davon scheinen uralt zu sein, einer ist vielleicht um die Vierzig und der letzte könnte ein Kind sein. Oder ein Halbling? Wir selber stehen in einem Kegel aus diffusem Licht, was es noch schwerer macht, etwas jenseits davon zu erkennen. Aber es ist ein Wispern und Flüstern aus Dutzenden verschiedener Quellen zu hören. Wahrscheinlich Schatten. Irgendwie muss ich da an Herrn Fröhlich denken.

Wir bekommen einige Fragen gestellt, meist geht es dabei um Luvius, der wohl einen bleibenden Eindruck mit dem Diebstahl des Codex’ gemacht hat. Wir bekommen zu hören, dass Klingenmeister Dahlien Höchstselbst zwei ganze Tage mit der Entzifferung des Textes zugebracht hat und danach dann jeden getötet hat, der mit ihm im Raum war. Dann hob er eine Legion seiner besten Krieger aus und brachte das Buch zum Turm. Nach der Beendigung dieser Aufgabe erschuf er den Jäger aus der Kraft seiner Gedanken und löschte die Legion aus. Danach wurde der Jäger losgeschickt, jeden zu töten, der jemals mit dem Buch in Kontakt gekommen ist. Verdammnis!

Anschließend nach dieser Geschichte wird das Orakel befragt, wie mit uns zu verfahren ist. Unzählige Stimmen erheben sich um uns. „Tötet sie, denn sie bringen den Untergang!“ „Lasst sie gewähren, denn sie bringen die Rettung!“ Unzählige weitere Stimmen, die das eine, das andere, oder was dazwischen fordern. Tolles Orakel so was. Das Urteil lautet, dass wir in fünf Tagen in unsere Zeit zurückkehren müssen. Früher wird sich das Portal nicht öffnen. Na immerhin etwas. Wir werden aus dem dunklen Raum mit den wispernden Schatten wieder nach draußen geleitet. Puh, das war da drin echt gruselig.

Es gibt hier eine gigantische Bibliothek, also nichts wie hin. Über einige Gänge und ein Dutzend Flure kommen wir in diesen Ort. Ich grabe mich durch einen Wust an Rollen über Psionische Konstrukte. Über den „Jäger“ selbst ist kaum etwas zu erfahren. Allgemein kann man über Psionische Konstrukte nur sagen, dass sie total unterschiedlich sein können. Die Bandbreite reicht von groß wie ein Insekt bis zum kleinen Drachen. Manche sind Nahkampfmonster, andere schleudern Energien. Da dieses Ding mit einer ganzen Legion fertig wurde, dürfte es gut im Nahkampf sein, da es mit mächtigen Elfen fertig wird, recht starke Abwehrkräfte gegenüber Magie haben. Während ich mich da durchackere, durchstreift Xana die Bibliothek nach Klassikern und kommt mit der Zwölfbändigen Ausgabe der Klingenmeister angerannt. Die wäre unglaublich wertvoll und müsste so schnell wie möglich kopiert werden. Wie gut, dass sie beim Thema bleibt. Finsternis! Ich verspreche ihr aber trotzdem, für morgen den Schreibgehilfen zu memorieren.

24. Nachtal Das Jahr der grauen Wölfe -270 TZ Klingenturm

Dolon und Ryan haben sich etwas durch die aktuelle Geschichte und die Struktur des Reiches durchgearbeitet. Brühwarm kommt die Nachricht, dass der hiesige Geheimdienst „Ungesehene Seher“ heißt. Ach du Mist! Das kann nicht sein. War mein Orden mal eine geheime Polizei? Das ist ja was. „Ungesehenes gesehen!“ spreche ich meinen Zauber und tatsächlich hat einer der hiesigen Schreiber das Symbol auf der Kutte. Unter einem Vorwand verdrücke ich mich und nehme mit meinem „Bruder“ Kontakt auf. Zuerst kann er mir einige spezifischere Informationen über den „Jäger“ geben. Dieser sei unsichtbar, bis er zum ersten Mal angreift. Er kündigt sich mit einem lauten Brüllen an, um seine Opfer in Angst und Schrecken zu versetzen. Der Jäger scheint größer als ein Mensch zu sein, wirklich gesehen und überlebt hat ihn noch niemand aus der Nähe. Es gibt widersprüchliche Aussagen über sein Aussehen. Möglich, dass der Jäger die Form wechseln kann. Und ich kriege noch gesagt, dass die Ältesten mich schon erwarten. Ich bekomme eine Beschreibung, wie ich die okkulare Bibliothek finde. Ich habe keine Ahnung, was das genau ist, aber wahrscheinlich das „Archiv“, zu dem ich keinen Zugang habe.

Nun gut, ich mache mich auf dem Weg und sehe dann zwei Stockwerke tiefer das Symbol an einer Türe. Ich klopfe an und werde in eine kleine Schreibstube eingelassen. Irgendwie habe ich mir das größer vorgestellt. Aber natürlich ist das nicht die okkulare Bibliothek, sondern nur der Raum, wo ein Portal steht, das aus sechs Steinen angeordnet wird. Der Bruder des Ordens rezitiert aus dem Kopf eine Formel, welche ein schwarzes Feld im Boden projiziert, wo ich einfach hinein trete. Ich versinke im Boden und komme in einer gemauerten Nische wieder hinaus. Ein anderer Bruder erwartet mich und führt mich zu den Ältesten. Ich sehe mich um und kann dem Gespräch mit dem Bruder entnehmen, dass wir uns in einer Taschendimension befinden. Die Bibliothek selbst scheint allein im Archivbereich gigantische Ausmaße zu haben. Regal reiht sich an Regal, darin Rolle an Rolle. Schließlich geht es in ein Labyrinth, welches an einen dunklen Schacht endet. Vier Plattformen schweben vor mir leicht erhöht. Auf jeder steht ein sehr alter Mensch, drei sind Männer, einer eine Frau. Die Ältesten sind Bewahrer des Wissens, lebende Archive, welche mehrere hundert Jahre alt werden können.

Ich werde gefragt, ob ich eine Botschaft von den Ältesten der Zukunft habe. Leider nicht. Aber woher sollten die das auch wissen, dass ich ganz zufällig durch ein Zeitportal fallen würde?
„Da der Orden noch existiert, wird auch verzeichnet sein, dass du diese Reise unternehmen wirst. Wenn die Ältesten es für nötig befunden haben, dir keine Botschaft mit zu geben, ist das ein gutes Zeichen, dass wir auch noch in tausend Jahren unsere Arbeit gut verrichten.“
Ich verkneife mir eine gegenteilige Aussage, da ich von den Göttern nicht ausradiert werden möchte. Hier gebe es sicherlich die notwendigen Mittel, um den letzten Schlag der Elfen zu vereiteln oder eine Eskalation zu verhindern. Weiter kriege ich zu hören, dass ein Mitglied des arkanen Rates meiner Gruppe gerade eine Einladung zum Abendessen überbringt. Wir sollen da sehr auf der Hut sein. Werden wir.

Ich werde wieder hinaus geführt und erzähle dem Rest dann, was ich erfahren habe, über den Jäger und das wir bei diesem Deflan, dessen Einladung gerade überstellt wird, sehr vorsichtig sein müssen. Das wird noch ein langer Tag. Da wir eigentlich alles erfahren haben, was möglich ist, ziehen wir uns zurück, um uns etwas zu erfrischen. Lia drängelt sich vor mit dem Bad und es dauert nicht lange, bis sie empört aufkreischt. Ich nix wie hin und tatsächlich lauert im großen Spiegel im Bad ein Spanner, der mich aus dem Spiegel heraus angrinst. Dieser Ort steckt voller Überraschungen.

Der Spiegelmann stellt sich als Rafflan vor, ehemals einer der sechs Klingenherrscher, welche vom Klingenmeister Dahlien in die Spiegel gesperrt wurden. Welch gemeine Strafe, Blick in jedes Schlafgemach einer Dame zu haben, aber nie mehr als zusehen zu können. Sieht er ähnlich. Wie auch immer, er warnt uns auch vor den Schattenmagier Deflan, nicht alle seine Gäste seien wieder aufgetaucht. Wie gut, dass ich Gift entdecken memoriert habe.

25. Nachtal Das Jahr der grauen Wölfe -270 TZ Klingenturm

Wir machen uns schick und dann geht es los über endlose Flure und Treppenfluchten. Novize Jordan will aber nicht mitkommen. Das Ganze ist ihm zu gruselig und er will sich lieber an den Früchten in der Schale in unserem Wohnzimmer gütlich tun. Kann ich verstehen, also gehen wir alleine den weiten Weg. Nun gut, so weit ist es gar nicht, denn wir laufen weniger, als wir normal müssten. Die Dimensionen des Turms stimmen nicht wirklich mit der Wirklichkeit überein. Wie sollten sie auch, da der Turm gleichzeitig in zwölf Städten steht? Unsere Udoklian Wächter, die Elitewächter des Turms, liefern uns am Wohnkomplex von Magier Deflan ab. Frech wie ich bin, mache ich die Türe auf und trete ein. Auch hier ist mehr Schatten als Licht. Öllampen spenden diffuses Licht und der Raum ist mit Tüchern verhangen. Zwischen zwei Tüchern tritt ein Wesen hervor, das ein Langschwert in der Hand hat. Es ist in schwarze Kleidung gehüllt und das Gesicht ist bis auf die weißgelblichen Augen mit Bandagen bedeckt. Ein Mensch ist das nicht. Und reden kann er wohl auch nicht, da er uns nur anglotzt, als wir mit ihm zu reden versuchen.

Hinter uns schiebt sich eine weitere Gestalt in den Raum. „Keine Angst, ich bin Schattenschmied Telex und das ist nur ein Diener.“ Er macht eine herrische Geste und tatsächlich senkt das Ding sein Schwert und tritt beiseite. Hinter Telex wackeln zwei weitere kleine Gestalten hinein, sie tragen zusammen einen großen Rucksack. Hierbei handelt es sich nach Telex Aussage um eine gezüchtete Dienerrasse.

„Und welchen Namen tragen sie?“

„Habe ich mir noch groß keine Gedanken gemacht. Aber ich denke mal, das dunkle Volk trifft es ganz gut.“ Das dunkle Volk? Irgendwo klingelt es, kann es aber nicht einordnen. Wir werden nun zu unserem eigentlichen Gastgeber geführt. Wir warten in einem Raum mit acht Plätzen. Die Stirnseiten lassen wir erst mal frei. Es kommt noch ein schweigsamer uralter Mann mit dem Namen Archivar Merkuv, der kein Ton sagt. Dann kommt endlich unser Gastgeber Deflan, eine dunkel berobter Mann von Mitte dreißig. Wir halten etwas unverfänglichen Smalltalk und dann wird gegessen. Mein Gift entdecken schlägt wegen des leichten Kettenhemds unter der Kleidung fehl. Deflan lacht darüber. Wir bekommen seltsame Früchte serviert, die so einfach nicht existieren können.

„Die sind ja auch aus Schatten gemacht“, meint Telex augenzwinkernd und stopft sich den Wanst voll, auch Archivar Merkuv greift wahllos zu. Somit scheint es wohl nicht vergiftet zu sein. Obwohl Telex und Deflan sich um eine zwangslose Stimmung bemühen, springt der Funke nicht so über. Liegt wohl auch an dem nicht gerade wohligen Ambiente des Raumes. Man merkt, dass es hier keine Hausherrin mit gutem Geschmack gibt. Ich lenke das Gespräch zur Schattenmagie und bekomme einiges darüber heraus. Es gibt zwei arkane Quellen auf Toril, zum einen das Gewebe, welches die Göttin Mystra uns Arkanen Zauberkundigen zur Verfügung stellt. Dieses manipulieren wir und erreichen so unsere Effekte. Im Guten, wie im Bösen. Dann gibt es noch das Schattengewebe. Darüber weiß ich wenig mehr, als dass es existiert. So etwas ist kein Thema, mit dem man Novizen belangt. Es scheint ähnlich zu funktionieren, ist aber in einigen Teilen etwas eingeschränkter, in anderen mächtiger. Besonders die etwas dunkleren Künste scheinen davon zu profitieren. Die Leute scheinen hier mit Shaar und auch Talona im Bunde zu sein.

Die wirklich vernichtenden Schläge gegen die Elfen wurden im großen Krieg weder durch ehrliche Schlachten noch durch offene magische Schlagabtausche geführt, sondern mit hinterhältigen und verwerflichen magischen Seuchen. Wenn mich nicht alles täuscht, sitze ich mit den Verursachern dieser frevelhaften Taten an einem Tisch. Das ist nicht wirklich gut. Deswegen bin ich wirklich froh, als das Essen zu Ende ist, auch wenn ich bin immer noch hungrig bin, und sich Archivar Merkuv als erster verabschiedet. Da folgen wir doch gleich. Telex verlässt auch die illustre Runde und ich bemerke, wie sein Rucksack größer geworden ist.

„Bin ich froh, dass wir die wieder los sind“, seufze ich und greife nach dem Obst in der Schale. Dann stutze ich, da es immer noch genauso viel ist, wie bei unserem Aufbruch. Wollte der Novize Jordan nicht davon essen? Wo ist der überhaupt? Eine kurze Durchsuchung führt zu Tage, dass er nicht in diesen Räumen ist. Wo mag er nur sein? „Vielleicht probiert er eine der schnuckeligen Dienerinnen aus.“ Ryan grinst dabei über das ganze Gesicht und führt mit dem Becken eine entsprechende Bewegung aus. Ich habe mitbekommen, wie er zwei davon schon vernascht hat, der schlimme Ryan.

Als Jordan nicht innerhalb der nächsten Viertelstunde wieder auftaucht, beginnen wir die Wachen zu fragen und schließlich schneit auch Hofmeister Mathras herein. Leider weiß er auch nichts über den Verbleib unseres Kameraden. Verdammnis!

26. Nachtal Das Jahr der grauen Wölfe -270 TZ Klingenturm

Das ist natürlich verdammt bitter für Jordan, für den wir ja diese Reise überhaupt übernommen haben. Aber was sollen wir nur tun? Ein Spiegelmännchen weiß Rat. Der ehemalige Klingenherrscher hat zwar nicht gesehen, wer Jordan entführt hat, aber es gibt nicht allzu viele Leute, die das einfach so können. Da wären die Schattenmagier und natürlich die Ungesehenen Seher. Alle Blicke richten sich auf mich.

„Das glaube ich nicht! Was sollte das Motiv sein?“
„Ihre Suche nach Wissen? Dass sie in Zukunft nicht gerade zimperlich mit ihren Methoden sind, wissen wir ja alle“, meint Lia etwas hämisch. Die Frau hat es ja nötig. Es gibt einiges hin und her. Nun gut, ich kann das ja nachprüfen. Also gehe ich alleine zurück in die Schreibstube.

„Ich muss was nachsehen“, gebe ich als Grund an und das ist ja nicht mal gelogen. Die Bibliothek ist fast leer, aber nicht ganz. Ich orientiere mich und finde nach etwa einer halben Stunde herumstöbern die Liste mit den Gefangenen. Leider stehen da nicht die realen Namen, sondern Synonyme. Irgendwo muss es ein Buch geben, welches das aufschlüsselt. Unter dem heutigen Datum um die Uhrzeit, wo unser Jordan verschwunden ist, wurde tatsächlich jemand hier eingeliefert. Verdammnis!

Aber das ergibt keinen Sinn! Sie kennen die Gefahren um das Wissen um die Zukunft und die Strafe der Götter. Was könnte er ihnen erzählen, was ich nicht auch hätte sagen können? Das Beste wird sein, ich sehe nach. Ich orientiere mich und mache schließlich den Zellentrakt ausfindig. Ein Bruder steht davor. Ich schleiche mich so nah wie möglich heran und bringe dann mit Magierhand einen Papierstapel leicht ins Rutschen, sodass es raschelt. Der Wächter geht nachsehen und ich husche in die Treppe, die an einer Türe endet. Ich suche nach Fallen, kann aber keine entdecken. Dann versuche ich das Schloss zu öffnen und ein kleiner Lichtblitz trifft mich. Autsch! Ich fühle mich geschwächt. Aber ich versuche die Zeit zu nutzen, das Schloss zu knacken, bevor sich die Falle wieder auflädt. Leider gelingt es mir auch nach mehreren Versuchen nicht, das Schloss zu öffnen und ich breche ab. Das führt zu nix! Finsternis!

Mit einem weiteren Zaubertrick öffne ich eine Schublade halb und lasse sie dann zuschlagen. Das bringt den Wächter dazu, seinen Posten ein weiteres Mal zu verlassen und ich husche an ihm vorbei. Irgendwie bin ich durch das blutige Handwerk der letzten Abenteuer aus der Übung gekommen. Geknickt komme ich zurück. Mit knappen Worten berichte ich davon, dass die Ungesehenen Seher tatsächlich heute einen Gefangenen eingeliefert haben. Das kann natürlich auch Zufall sein. Für heute habe ich aber genug. Meine Zauber sind aufgebraucht und ich bin nicht glücklich, dass ich für Morgen für zwei Eventualitäten memorieren muss. Einmal für einen weiteren Schleichgang, zum anderen um gegen den Jäger gewappnet zu sein. Finsternis!

Nach ausreichend Schlaf stelle ich meine Zauber für den heutigen Tag zusammen, was nicht ganz einfach ist. Qual der Wahl. Ich nehme eine gesunde Mischung aus Zaubern, die mir gegen den Jäger helfen werden, aber auch Zauber, welche mir erlauben, noch mal den Versuch zu starten, das Gefängnis der ungesehenen Seher zu infiltrieren. Ich habe kein gutes Gefühl, aber ich brauche Gewissheit, dass Jordan nicht im Gefängnis ist, um den Ruf der Ungesehenen Seher und auch den meinen rein zu waschen. Wir entführen keine Novizen des Tempus!

Die Suche der Wachen hat wie erwartet nichts erbracht, berichtet uns Hofmeister Mathras. Da besuchen wir doch einfach mal den Portalmarkt. Das lustige daran ist, dass man je nachdem welches Portal man durchschreitet auf einem anderen landet, sodass man mit wenig Aufwand zwölf verschiedene Märkte besuchen kann. Wir entscheiden uns für den größten und gehen mit einem Dutzend Wachen der Udoklian Garde auf den Markt. Die Händler scheinen hier das Motto zu haben, wer am lautesten schreit, verkauft auch am meisten. Da klingeln einem die Ohren. Obwohl ich gerne über Märkte schlendere, belasten mich die anstehenden Probleme viel zu stark, um den Bummel über den Markt genießen zu können. Ich kaufe mehrere leere Bücher, um Schriftstücke kopieren zu können, einen kompletten Bauernhof aus Holz mit kleinen Tiermodellen aus Ton für meine Kleine und einen kleinen Teppich mit Klingenturmmotiv als Andenken.

26. Nachtal Das Jahr der grauen Wölfe -270 TZ Klingenturm

Wir essen noch eine Kleinigkeit und gehen dann wieder zurück zur turmeigenen Bibliothek. Hier kopiere ich mit Hilfe des Schreibgehilfen einige klassische Werke. Das nimmt einiges an Zeit in Anspruch und schon bald ist es wieder Abend. Wir lassen uns in unsere Gemächer bringen und essen dort eine Kleinigkeit. Dann geht es ans Planen. Das Spiegelmännchen, der ehemalige Klingenherrscher Rafflan schlägt vor, dass wir einem der Ungesehenen Seher einen Spiegel an die Stirn pressen, den Rest wird er schon erledigen. Nichts da! Mit meinen Brüdern wird kein Schindluder getrieben.

Es gibt einiges hin und her und Rafflan offenbart uns, dass er uns durch einen Spiegel transportieren kann. Dummerweise gibt es keinen Spiegel in der Okularen Bibliothek. Aber ich könnte ja einen reinbringen. Selbst durch einen kleinen Taschenspiegel, wie ich einen besitze. Hört sich verlockend an, so können die anderen Zeuge sein, dass meine Zunft unschuldig ist. Nun gut, sieht nach einem Plan aus. Mit Xanas Hilfe schleiche ich mich an den beiden Udoklian Wachen vorbei, welche unsere Türe bewachen. Ohne Probleme komme ich wieder in die Okulare Bibliothek und verbringe die nächsten zwei Stunden mit der ernsthaften Recherche nach der längsten Nacht. Wieder mal kommt dabei nicht wirklich etwas Neues heraus. Wieder Hinweise auf Shaar und deren dunkelste Stunde. Aber nichts, was mir wirklich hilft. Ich bringe meinen kleinen Spiegel aus Metall unter einem der Tische an und gehe dann wieder.

Die Wachen gucken nicht schlecht, als ich plötzlich vor ihnen stehe. Tja, hätten sie mal besser aufgepasst. Wir warten etwas, dann gehe ich mit Rafflans Hilfe durch den Spiegel. Dazu muss ich ihn nur berühren und werde hinein gesaugt, was ein komisches Gefühl ist. Die restlichen Wagemutigen folgen und wir werden von Rafflan durch das Labyrinth hinter den Spiegeln geführt. Hier ist es ziemlich verwirrend und mir wird bald klar, dass wir hier nicht mehr so einfach rauskommen werden, wenn Rafflan falsch spielt. Aber er führt uns zu dem Spiegel unter dem Tisch und ich quetsche mich durch, um zu sehen, ob die Luft rein ist.

Ist sie leider nicht. Eine der Ältesten, begleitet von zwei Brüdern, kommt gerade zu diesem Tisch her, ich verstecke mit hinter einem Bücherregal und bekomme mit, dass die Schattenmagier wohl außerhalb des Turmes ein Ritual durchführen. Sie ist ziemlich besorgt deswegen und weist an, die Unterlagen, die sie gerade gesichtet hat, zu vernichten. Ich überlege kurz, ob ich diese Unterlagen ergattern soll, lasse es dann aber. Schließlich ist wieder Ruhe und ich hole die anderen nach. Xana macht mich unsichtbar und ich sause zu der armen Wache, die eine dicke Beule von meinem Totschläger bekommt. Ich fessle ihn mit seiner Kordel und dann geht es zur Tür. Ryan spricht ein kurzes Gebet zu Tymora und ich fühle mich einen Tick kompetenter, die Falle zu entschärfen. Dazu benutze ich das magische Werkzeugset von Luvius, das ich mit einem Schildzauber verstärke. Damit gelingt es mir dann, die Falle auszulöschen. Das Schloss selbst zu knacken ist nun kein Problem mehr. Dahinter ist nun der weitläufige Gefangenentrakt mit vierzig Zellen, wie ich einem Lageplan an der Wand dahinter entnehme. Mit den typischen kryptischen Kürzeln sind auch die Insassen verzeichnet. Ich schaue, wo C. liegt und wie wir da hinkommen. Vom Trakt selber sind unheimliche Laute wie Stöhnen und Jammern zu hören.

Ich mache uns alle unsichtbar und Ryan spricht auf einen kleinen mitgebrachten Stein eine Stille, so dass wir lautlos hineinhuschen können. Wir durchsuchen das Areal und finden die Zelle von C. leer vor. Verdammnis! Es gibt im Zentrum des Traktes ein Verhörraum. Ich schicke die anderen etwas nach hinten, schleiche mich an die Türe und wirke eine halbe Ewigkeit einen Zauber, der es mir erlaubt, durch ein Glasauge in den Raum zu spähen. Ich sehe einen Kristallgolem, der im Raum steht. Weiter sind drei sargähnliche Behältnisse zu sehen. Auf einem Tisch tanzen drei Federn über Pergamente. Irgendwie werden die Gefangenen verhört. Jordan kann ich nicht sehen, wenn, dann wäre er in einer der Kisten. Verdammnis!

Um Gewissheit zu haben, müssen wir den Golem beseitigen. So ein Mist! Bleibt aber wohl nichts anderes übrig. Wir legen uns eine Strategie zurecht, fahren die notwendigen Zauber hoch und stürmen dann den Raum. Das wird was werden! Finsternis!

Der Golem ist nicht erfreut, uns zu sehen. Der Kampf wird recht hektisch, als er zwei seltsame Wesen beschwört, die für ihn kämpfen. Außerdem scheint er gegen Säure, Feuer und Elektrizität vollständig immun zu sein. „Zerberste!“, schreit Ryan und tatsächlich springen einige Kristalle heraus. Lia macht da fröhlich mit, da sie ebenfalls den Zauber beherrscht. Ich töte eines von diesen seltsamen Wesen, aber schon nimmt ein neuer Diener dessen Position ein. Schließlich zerspringt der Golem unter den mächtigen Hieben von Dolon. Das wäre erledigt. Wir öffnen die Kisten und finden zwei vermummte Diener der Schattenmagier und einen alten Priester von Auppenser. Glück gehabt, Jordan wurde also nicht von meiner Bruderschaft entführt. Nur dumm, dass der Golem dabei kaputt ging. So langsam wird mir klar, warum man mir in der Zukunft nicht wirklich vertraut. Sieht so aus, als hätten die Schattenmagier Jordan entführt und hier sind zwei, die nur darauf warten, dass sie reden dürfen. Hier habe ich keine Hemmungen, sie in meinen Spiegel ziehen zu lassen. Die Klingenherrscher sind höchst erfreut, ihren aufgestauten Frust an den Kerlen auslassen zu können. Jordan ist tatsächlich von den Schattenmagiern entführt worden und wird in deren Bibliotheksbereich gefangen gehalten. Und wir haben Glück, da die meisten Mitglieder irgendwo außerhalb ein Ritual abhalten werden. Jordan, wir kommen!

Aber nicht mehr heute. Ich schicke die anderen in den Spiegel zurück und verlasse unsichtbar und ohne Probleme die Bibliothek und auch die Schreibstube. Da ich über meinen Spiegel nun mit meinen Kameraden kommunizieren kann, können die auch ein Ablenkungsmanöver initiieren, so dass ich ungesehen bei ihnen hineinschlüpfen kann. Ich bin mal gespannt, was uns bei den Schattenmagiern noch alles passieren wird. Finsternis!

Gespielt am  18.10.2008
Spielleiter: Stefan
SC: Kaira ( Schurke 4/ Seher 1/ Unseen Seer 4), Lia (Waldläufer 4/ Kriegsmagier 4), Dolon (Kleriker 8), Ryan (Kleriker 8), Xana (Hexenmeisterin 5, Wilde Magierin 3)
Schrein des Ruhmes:
Erfahrungspunkte: 1840 für Stufe 8, 1650 für Stufe 9. 50 Kaira, 50 Lia, Dolon 150, Ryan 100, Xana 150
Überwundene Gegner
Zeitwächter
Kristallgolem
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