Die verschwundenen Bücher

von UsaK11Fan
GeschichteAllgemein / P12
Almanzo Wilder Jeb Carter Jenny Wilder Laura Elizabeth Ingalls Wilder Nancy Oleson
12.11.2011
12.11.2011
1
3613
1
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
 
 
 
Es war das Jahr 1893, das Jahr, indem Jenny die Schule beendete und sich auf das Lehrer Examen vorbereitete.

„Jenny, und du möchtest wirklich Lehrerin werden?“, fragte ich sie,
„Ja, Tante Laura, das möchte ich, aber wieso fragst du mich das?“,
„Nun, du weißt ja, dass ich selbst auch mal Lehrerin hier in Walnut Grove gewesen bin und es war nicht immer leicht mit den Schülern. Ich will dir auch keine Angst machen oder…“,
„Tante Laura, ich mache das schon. Ich wünsche mir nichts anderes, als Lehrerin zu werden und hier in Walnut Grove unterrichten zu können“,
„Nun gut, hier hast du ein paar Bücher, die ich damals zum Lernen benutzt habe, damit ich mein Lehrer Examen bestehen konnte. Damit kannst du jetzt lernen, aber sei vorsichtig damit.“
Jenny war so froh, dass ich ihr die Bücher gab und fiel mir deswegen um den Hals.
„Danke Tante Laura“, sagte sie,
„Ich werde gut darauf aufpassen, das verspreche ich dir!“
Sofort verzog sie sich in ihr Zimmer und fing an, wie verrückt zu lernen.
Man merkte ihr wirklich an, wie sehr sie es wollte Lehrerin zu werden.
„Die Jahre sind echt schnell vergangen, was Beth?“, fragte Manly mich,
„Ja, das kann man wohl sagen. Ich erinnere mich noch daran, als ich Lehrerin werden wollte. Ich wollte, wie verrückt, Lehrerin werden und es klappte auch. Dann habe ich dich kennengelernt“,
„Oh und ich muss sagen, dass es wirklich das beste war, was passieren konnte.“
Ich lächelte ihn an und küsste ihn dafür.
„So und ich sollte jetzt vielleicht mal das Mittagessen machen, sonst sterben wir noch alle vor Hunger“, sagte ich und machte mich gleich auf den Weg in die Küche, um das Essen vorzubereiten.
Almanzo kümmerte sich in der Zeit um Rose.

„So, dann kommt essen, dass essen ist nämlich auf dem Tisch“, sagte ich schließlich,
„Jenny!“,
„Ja Tante Laura?“,
„Komm runter, das Essen ist auf dem Tisch“,
„In Ordnung“, rief sie und kam die Treppe heruntergeschossen,
„Tante Laura, danke nochmal, dass du mir deine Bücher gegeben hast, das bedeutet mir sehr viel“,
„Ach, das ist doch kein Problem. Hauptsache du pflegst sie gut, so dass Rose sie später noch verwenden kann, falls sie Lehrerin werden will“,
„Oh, wer sagt denn, dass sie Lehrerin werden will?“, mischte sich Manly zum Spaß mit ein,
„Ich sagte ja auch nur, falls sie Lehrerin werden will“,
„Keine Sorge Tante Laura, ich werde gut darauf aufpassen“,
„Das freut mich. Weißt du schon, wann du geprüft wirst?“,
„Ja, Mrs. Plum meinte schon in zwei Wochen“,
„Das ist doch fabelhaft“,
„Ja, vor allem, weil das Haus bald voller Lehrerinnen sein wird“, scherzte Almanzo.
Zum Spaß kitzelten Jenny und ich Manly.
Er natürlich konnte sich vor Lachen kaum halten und kippte vom Stuhl.
Selbst Rose fing an mit zu lachen, obwohl sie keine Ahnung hatte, was gerade passierte.
„In Ordnung, ich gebe auf“, rief Manly,
„Ich werde nie wieder etwas über Lehrerinnen sagen“,
„Versprochen?“, fragte Jenny,
„Ja, ich verspreche es“,
„Sollen wir ihm das glauben Jenny?“,
„Ich glaube schon.“
Wir standen wieder auf und halfen Almanzo auch dabei wieder hochzukommen.
Ich brachte das dreckige Geschirr in die Küche und begann den Abwasch, während Manly sich um Rose kümmerte und Jenny sich wieder ihren Büchern widmete.

Natürlich ging Jenny, trotz ihrer Vorbereitungen auf das Lehrer Examen, noch zur Schule und musste sich dort die Reiberein von Nancy und den anderen anhören.
„Na? Lernst du auch fleißig?“, fragte Nancy,
„Ja, hast du etwas dagegen?“, biss Jenny zurück.
Jenny konnte Nancy überhaupt nicht leiden, was verständlich war, denn keiner tat es.
„Eigentlich ist die Mittagspause dazu da, damit man spielt und essen geht“,
„Schön, aber ich möchte lieber lernen, als mit dir draußen zu spielen oder andere Zickerein zu unternehmen“,
„Das muss ich mir von dir nicht gefallen lassen“,
„Dann verschwinde doch einfach und geh zu deinen Freunden. Achja, tut mir leid, da du keine Freunde hast, kannst du dort ja auch nicht hin“,
„Na warte Jenny Wilder, das wirst du noch bereuen.“
Wütend verschwand Nancy Oleson und ging, wie üblich, sich bei ihrer Mutter beschweren.
Aber Jenny machte sich nichts daraus, denn in Grunde genommen hat sie ja auch nur die Wahrheit gesagt.

„So Kinder, damit ist der Unterricht für heute beendet“, sagte Mrs. Plum.
Daraufhin liefen alle Kinder nach draußen.
„Jenny und Nancy, ich möchte bitte mit euch beiden sprechen“,
„Was gibt es denn Mrs. Plum?“, fragte Jenny höflich,
„Nun, ich wollte euch fragen, wie weit euer stand im Lernen ist? Ihr wisst ja, dass in zwei Wochen die Prüfung ist und da solltet ihr beiden vorbereitet sein“,
„Also ich lerne ganz fleißig“, gab Nancy an,
„Meine Mutter hat mir Bücher aus Paris bestellt, die sehr teuer waren. Damit werde ich bestimmt die Prüfung bestehen“,
„Das freut mich Nancy und wie sieht es bei dir aus Jenny?“,
„Ich lerne auch ganz fleißig. Laura hat mir ihre Bücher zum Lernen gegeben und ich hoffe natürlich damit die Prüfung bestehen zu können“,
„Gut, das freut mich. Ich wünsche euch viel Erfolg dabei. Ihr dürft dann jetzt gehen.“
Sofort lief Jenny aus dem Gebäude hinaus zu ihren Freunden, wo bereit Jeb Carter und sein Bruder Jason Carter warteten.
„Willst du mit zu uns kommen?“, fragte Jeb,
„Nein, ich will so früh wie möglich zu Hause sein, damit ich lernen kann. Du weißt doch, ich habe in zwei Wochen Prüfung“, erklärte Jenny,
„Ja, ich verstehe es schon“,
„Sei mir nicht Böse, aber ich muss wirklich nach Hause“,
„Ja gut, dann bis morgen in der Schule.“
Jenny lief dabei schnell nach Hause.
„Du magst Jenny immer noch sehr gerne oder?“, fragte Jason seinen Bruder,
„Ja, du magst sie doch auch“,
„Ja, aber du magst sie besonders gerne oder?“,
„Ich verstehe nicht, worauf du hinaus willst“,
„Du liebst Jenny“,
„Was? Wie kommst du denn darauf?“,
„Naja, ich sehe, wie du sie anschaust und wie du…“,
„Jason, ich weiß ja nicht, was in deinem Kopf vorgeht, aber rede bitte nicht so einen Blödsinn“,
„Na gut, wenn du meinst“,
„Mir fällt gerade ein, dass ich meine Tafel vergessen habe. Lauf schon mal nach Hause, ich komme gleich nach“,
„Ja, aber komm nicht zu spät und drück dich nicht wieder vor der Arbeit“,
„Nein mache ich nicht.“
Jeb lief also noch mal zurück in die Schule, um seine Tafel zu holen.
Als er im Klassenraum an kam, entdeckte er die Bücher von Jenny, die noch da lagen.
Er setzte sich auf Jennys Platz und schaute hinein.
Doch seine Neugierde dauerte nur kurze Zeit, denn sie wurde gestört, als Nancy Oleson hinein kommt.
„Hallo Jeb, was machst du da?“, fragte Nancy neugierig,
„Nichts, was dich angeht“, entgegnete Jeb,
„Ach, das sind ja die Bücher von Jenny.“
Mit einem bösen Blick schaut Nancy ihn an.
„Du wolltest die Bücher stehlen, habe ich recht?“,
„Was? Niemals würde ich so etwas tun, und warum sollte ich? Ich will ja schließlich nicht Lehrerin werden oder so was“,
„Naja, aber die Bücher müssen einiges Wert sein“,
„Geh mir nicht auf die Nerven Nancy Oleson.“
Er nahm seine Tafel mit und rannte nach Hause.

Jenny war bereits zu Hause, als sie merkte, dass sie ihre Bücher in der Schule liegen gelassen hatte.
„Tante Laura, Onkel Almanzo, ich muss noch einmal zurück in die Schule, ich habe meine Bücher dort vergessen“,
„In Ordnung, soll ich dich kurz fahren? Es wird gleich dunkel“, schlug Manly vor,
„Nein Danke, das schaffe ich, bevor es dunkel wird“, sagte Jenny und rannte los.
„Sie wird eine gute Lehrerin“, sagte ich,
„Das bezweifel ich nicht. Soviel, wie sie lernt, kann es nur gut werden“,
„Klar. Sie hat ja auch die beste Lehrerin hier zu Hause“,
„Oh, das bezweifel ich auch nicht“,
„Das weiß ich, ansonsten müsstest du dich wieder darauf einstellen, dass ich dich durch kitzeln würde“,
„Ohje, ich glaube, ich gehe mal schnell etwas Holz zerhacken.“
Schnell verschwand Manly nach draußen.

Jenny war inzwischen in der Schule angekommen und wollte gerade an ihren Platz, als sie vom weitem sah, dass ihre Bücher nicht mehr da waren.
„Wo sind meine Bücher?“, fragte sie sich.
Dann dachte sie daran, was ich ihr gesagt hatte, als ich ihr die Bücher gab.
Sie rannte, so schnell sie konnte nach Hause und als sie daheim an kam, lief sie schnell in ihr Zimmer.
„Hast du alles?“, fragte ich sie,
„Ja ja, ich habe jetzt alles. Ich werde jetzt ein wenig lernen“, log sie und schloss die Tür von ihrem Zimmer.

Am nächsten Morgen rannte sie schnell in die Schule ohne auch nur Tschüss zu sagen.
„Jenny! Was ist mit Frühstück?“, rief ich ihr hinterher, doch sie antwortete mir nicht.
„Komisch“, sagte ich,
„Was ist denn?“, fragte Manly mich,
„Das macht sie sonst nie, einfach ohne Frühstück aus dem Haus rennen“,
„Naja, vielleicht ist sie ja spät dran oder so etwas“,
„Nein, eigentlich nicht. Sie ist viel zu früh dran“,
„Vielleicht will sie auch einfach nur in Ruhe lernen und sich auf den Unterricht vorbereiten“,
„Naja, vielleicht hast du ja recht“,
„Erinnere dich an deine Prüfung, du hast doch auch wie verrückt gelernt oder nicht?“,
„Ja, du hast recht.“
Beruhigt aß ich mit Manly und Rose Frühstück.

„Guten Morgen Jenny“, sagte Nancy ganz egoistisch,
„Und? Hast du fleißig gelernt gestern Abend? Also ich ja, denn…“,
„Nancy, es interessiert mich nicht, mach, dass du verschwindest“, sagte Jenny total wütend.
Traurig saß Jenny auf der Treppe, als Jeb und Jason kamen.
„Guten Morgen Jenny“, sagte er,
„Morgen Jeb, Morgen Jason“,
„Was ist los? Wieso bist du so traurig?“
Jenny wollte es ihm gerade erklären, als Mrs. Plum die Glocke läutete.
„Wirst du gleich erfahren.“
Sie stand auf und machte sich auf den Weg zu ihrem Platz.
„Guten Morgen Kinder“, begrüßte Mrs. Plum ihre Schüler,
„Guten Morgen Mrs. Plum“, grüßten die Schüler zurück,
„Heute würde ich gerne eure Aufsätze einsammeln, die ihr zu Hause schreiben solltet“,
„Mrs. Plum?“, meldete Jenny sich,
„Ja, Jenny?“,
„Ich habe ein Problem. Ich habe gestern meine Bücher hier vergessen und als ich gestern Abend nochmal hier kam, um sie zu holen, da waren die Bücher nicht mehr da. Jetzt wollte ich euch fragen, ob sie mir jemand weggenommen hat?“,
„Also? Hat jemand von euch die Bücher von Jenny gesehen?“
Die Klasse schwieg, bis auf Nancy.
„Mrs. Plum?“, meldete sich Nancy,
„Ja Nancy?“,
„Ich habe einen Verdacht, wer es gewesen sein könnte“,
„Wer denn?“,
„Na Jeb Carter“,
„Was?“, fragte Jeb entsetzt,
„Gestern Mittag, nach dem Unterricht, habe ich Jeb hier angetroffen und gesehen, wie er Bücher unter seine Bank gelegt hat“,
„Ist das wahr Jeb?“,
„Nein, natürlich nicht, warum sollte ich so etwas tun?“,
„Jeb, wenn das wahr ist, dann ist das etwas böses, was du getan hast“,
„Ich habe nichts getan. Gestern nach dem Unterricht bin ich nochmal zurück gekommen, weil ich meine Tafel vergessen habe. Ich habe etwas in Jennys Büchern gestöbert, aber ich habe sie dort liegen gelassen. Wer sagt denn, dass du es nicht gewesen bist Nancy? Du bist erst nach mir hier raus gegangen“,
„Das ist eine Lüge“,
„Ist es nicht!“,
„Schluss jetzt! Jeb, steh bitte auf und tritt zu Seite, ich werde nach schauen.“
Jeb stand auf und Mrs. Plum schaute unter Jebs und Jasons Bank.
Dabei holte sie ein paar Bücher heraus.
Als Jenny sah, dass es ihre Bücher waren, die Mrs. Plum in der Hand hielt, war sie entsetzt.
„Aber ich habe sie nicht darunter gelegt“, erklärte Jeb,
„Jeb, ich möchte nichts mehr hören. Bitte nimm deine Sachen und geh nach Hause, ich werde heute Abend mit deinem Vater reden“,
„Aber Mrs. Plum…“,
„Keine Widerworte. Geh bitte nach Hause.“
Unfreiwillig und wütend nahm Jeb seine Sachen und ging nach Hause. Beim rausgehen, schaute er Nancy mit einem gemeinen Blick an.
„Ich habe ja gesagt, das Jeb…“,
„Nancy, kein Wort mehr!“, unterbrach Mrs. Plum sie und machte mit dem Unterricht weiter.
Jenny war immer noch fassungslos, dabei dachte sie doch, dass Jeb ein guter Freund von ihr sei, aber das schien anders zu sein.

Nachdem Unterricht ging Jenny enttäuscht nach Hause.
Als sie zu Hause ankam, sagte sie nicht einmal Guten Tag.
„Jenny, wie war…“, fragte ich, doch weiter kam ich nicht, denn sie ging fest entschlossen auf ihr Zimmer ohne ein Wort zu verlieren.
Ich ging ins Haus rein und redete mit Almanzo.
„Was ist bloß los mit Jenny?“, fragte ich ihn,
„Ich weiß nicht, vielleicht wird es ihr zu viel mit dem Lernen“, stellte Manly als Vermutung auf,
„Vielleicht. Ich werde mal raufgehen und nachfragen.“
Manly nahm Rose in den Arm und ich ging rauf zu Jenny ins Zimmer.
Zunächst klopfte ich an die Tür und wartete darauf, dass sie mich rein ließe.
„Herein“, sagte sie.
Ich trat ein.
„Jenny, bedrückt dich etwas?“,
„Ach, es war nur ein anstrengender Tag“,
„Komm schon, ich merke es, wenn es dir nicht gut geht oder dich etwas bedrückt“,
„Ja weißt du, das viele lernen, das macht mich fertig und deswegen bin ich so komisch, aber sonst ist wirklich alles in Ordnung“, sagte sie mir und nahm mich in den Arm.
Erst später verstand ich, dass sie es nur tat, um ihre Tränen vor mir zu verstecken.
„Na gut. Wenn du aber Hilfe brauchst, dann komm zu mir, ich helfe dir gerne“,
„Danke Tante Laura, das mache ich.“
Ich stand wieder auf und ging aus dem Zimmer, mit dem Gefühl, dass sie mir nicht ganz die Wahrheit gesagt hatte, aber ich wollte nicht weiter nachfragen.
„Und?“, fragte Manly,
„Sie sagt es ist die viel Arbeit durch das Lernen“,
„Siehst du, ich habe es dir ja gesagt“,
„Aber ich glaube nicht, dass das der Grund war“,
„Sie wird schon zu uns kommen, wenn sie etwas hat, schließlich ist sie inzwischen 16 Jahre alt“,
„Ja, du hast sicherlich recht.“

Wie mir später erzählt wurde, war Mrs. Plum bei den Carters gewesen.
„Nun, da Jeb Ihnen ja vermutlich noch nichts erzählt hat“,
„Doch, er hat uns gesagt, was passiert ist und meine Frau Sarah und ich wollen uns entschuldigen dafür, was passiert ist“,
„Aber ich glaube nicht, dass Sie sich bei mir entschuldigen müssen, sondern, dass Jeb sich bei Jenny entschuldigen sollte. Ich kann mir vorstellen, dass Jenny ihm nicht so leicht verzeihen wird, denn die beiden waren wohl sehr eng miteinander befreundet“,
„Ich bin es aber nicht gewesen“, mischte sich Jeb ein,
„Jeb, geh bitte nach oben, solange wir mit deiner Lehrerin reden“,
„Aber Pa…“,
„Jeb, sofort!“, befahl John ihm,
„Ja gut“, sagte Jeb und verschwand nach oben.
Die Eltern von Jeb waren sprachlos und hätten niemals gedacht, dass er so etwas tun könnte, aber sie waren, ebenfalls wie die Lehrerin, überzeugt, dass Jeb zu seinem Verhalten stehen sollte.
„Ich werde mit Jeb gleich nochmal reden“, sagte John und verabschiedete sich von Mrs. Plum.
„Warum hat Jeb das bloß gemacht?“, fragte Sarah sich,
„Ich weiß es nicht, ich werde aber auf jeden Fall mit ihm reden“, erklärte John und ging nach oben, um mit seinem Sohn darüber zu sprechen.

Jenny saß bis in den Abend hinein an den Büchern und lernte, bis sie im Buch etwas entdeckte, was ihr seltsam erschien.
„Ein Schuhabdruck“, sagte Jenny vor sich hin,
„Den muss Jeb hinterlassen haben, als er die Bücher unter seine Bank geschoben hat.“
Wütend schlug Jenny das Buch zu und legte sich ins Bett.
Im Bett dachte sie noch einmal nach.
„Aber warum sollte Jeb so etwas tun?“
Jenny beschloss am nächsten Tag dagegen etwas zu unternehmen.

Wie den Tag zu vor, ging Jenny früh aus dem Haus, aber dies mal auch so, dass sie Auf Wiedersehen sagte.
„Na siehst du, heute sieht die Welt schon ganz anders aus“, sagte Manly zu mir.
Ich nickte nur.

Geschickt setzte sich Jenny auf die Treppe und wartete darauf, bis Jeb und Nancy kamen.
Als erstes kam Jeb.
„Jenny, ich weiß, dass du wahrscheinlich nicht mit redest, aber ich muss mich bei dir entschuldigen, denn leider werde ich von meinen Eltern gezwungen dazu, aber das soll nicht heißen, dass ich es gewesen bin, denn ich war es nicht“,
„Das wird sich herausstellen, zeig mal bitte deine Schuhsohle“, sagte Jenny,
„Und trete jetzt bitte auf das Papier“,
„Und was soll das werden, wenn es fertig ist?“,
„Das wirst du noch früh genug erfahren. Sind das die Schuhe, die du vor zwei Tagen an hattest?“,
„Ja, erklärst du mir jetzt, was du vor hast?“,
„Ich sagte doch, das wirst du noch früh genug erfahren.“
Jeb machte sich auf zu seinen Freunden.
Kurz darauf tauchte Nancy auf.
„Hallo Nancy“, täuschte Jenny ihre Freundlichkeit vor,
„Guten Morgen Jenny“,
„Du hast hübsche Schuhe“,
„Danke sehr. Die hat Mutter bei einem teurem Händler gekauft“,
„Die würde ich mir gerne mal näher ansehen, darf ich mal deine Sohle sehen?“,
„Klar, warum nicht“,
„Das sieht wunderschön aus. Ich würde gerne einen Abdruck nehmen, darf ich das?“,
„Wieso?“,
„Ach nur so, ich sammel Abdrücke von ganz besonderen Schuhen“,
„Na gut, warum eigentlich nicht.“
Jenny schob ihr ein Papier drunter und Nancy trat drauf. Dann schrieb sie Nancys Namen drunter.
„Trägst du die jeden Tag?“, fragte Jenny,
„Ja, jeden Tag seit etwa einer Woche. Da hat meine Mutter sie nämlich bekommen.“
Mrs. Plum läutete die Glocke.
Jenny schob ihre Abdrücke zwischen die Unterlagen und ging hinein.
Ganz normal fand der Unterricht statt.

Nach dem Unterricht lief Jenny schnell nach Hause, um sich die Abdrücke anzuschauen.
Der Vergleich ergab, dass Jeb nicht derjenige gewesen ist, der die Bücher von Jenny unter die Bank schob, sondern Nancy.
Stinksauer machte sich Jenny auf den Weg zu den Olesons.
„Hallo Nancy“, sagte sie wütend,
„Oh, hallo Jenny, schon fertig mit dem lernen?“,
„Ja“,
„Wieso schaust du mich so an?“,
„Das weißt du genau Nancy Oleson. Jeb war nicht derjenige, der meine Bücher weggelegt hat, das warst du!“,
„Was? Wie kommst du denn darauf? Die Bücher lagen unter Jebs Bank, nicht unter meiner“,
„Kannst du dich an heute Morgen erinnern? Ich habe deinen Schuhabdruck genommen“,
„Ja und?“,
„Ich habe in meinem Buch einen Schuhabdruck gefunden, der genau zu deiner Sohle passt“,
„Wie kannst du dir so sicher sein?“,
„Ich bin es einfach, weil du einen Grund hattest es zu tun. Außerdem bist du wütend, dass Jeb mich mag und dich nicht“,
„Das ist nicht wahr“,
„Ist es wohl. Du willst die einzige Lehrerin werden“,
„Weißt du was? Ich werde es auch, denn du bist zu dumm dafür, um es zu werden.“
Jenny konnte sich nicht mehr beherrschen und aus Wut schuppste sie Nancy in den Schlamm und schmiss sich auf sie drauf.
„Jenny, geh sofort runter von mir!“, schrie Nancy rum,
„Du bist widerlich! Und dafür bekommst du erst einmal eine Abreibung!“
Mrs. Oleson bekam die Geschreie mit und ging nach draußen.
„Oh! Nels! Komm sofort!“, schrie Mrs. Oleson,
„Jenny Wilder, hör sofort auf damit!“
Werder Nancy noch Jenny reagierte darauf.
Erst als Mr. Oleson kam und Nancy raus zog, hörte es auf.
„Lass mich los Vater!“, schrie Nancy und wehrte sich gegen den Vater,
„Nein, Nancy. Es ist Schluss!“,
„Ich wusste es, du hasst mich!“, schrie Nancy weinend und lief auf ihr Zimmer,
„Und du kommst am besten mit in den Laden und erklärst mir, was passiert ist“, sagte Mr. Oleson im freundlichen Ton.
Jenny erzählte Mr. Oleson die Geschichte und benachrichtigte Almanzo und mich.
Wir kamen auch sofort und Mr. Oleson erklärte uns die Situation.
„Vielen Dank Mr. Oleson, das Sie uns gleich angerufen haben“, bedankte sich Manly.
Danach machten wir uns auf den Weg nach Hause.
Den ganzen Heimweg schwieg Jenny und schämte sich dafür, dass sie sich nicht beherrschen konnte.
„Geh dich waschen und zieh dir frische Sachen an und dann komm runter und danach reden wir.“
Jenny nickte und ging nach oben.
Ich konnte mir das Lachen nicht mehr verkneifen.
„Wieso lachst du?“, fragte Manly mich verwirrt,
„Kannst du dich noch an den Tag erinnern, als du mich und Nelly am See gesehen hast? Wir haben auch im Schlamm gecatcht und das nur, weil ich wegen Nelly durch die Prüfung gefallen bin. Jenny wäre vielleicht aus demselben Grund durch gefallen. Tut mir leid, aber diese Situation ist einfach so…“
Ich schmiss mich fast auf den Boden vor Lachen.
Langsam verstand auch Manly, was ich meinte und warum ich so lachte.
Das war auch der Grund, warum wir auf Jenny nicht sauer sein konnten.
Natürlich redeten wir mit Jenny über diese Situation und versuchten dabei ernst zu bleiben, aber Nancy hat einmal ihre Abreibung bekommen und das sollte auch so sein, aber sich nicht noch einmal wiederholen.

Am nächsten Tag redeten Jenny und Jeb noch einmal miteinander und klärten die Sache auf.
Auch den Carters erklärte Jenny, dass Jeb nicht schuld war, so dass seine Strafe aufgehoben war und er sich immer mit Jenny sehen konnte, wenn er wollte.
Nancy dagegen bekam riesen Ärger und wurde für einige Tage von der Schule ausgeschlossen, was Mrs. Oleson natürlich nicht passte, aber sie musste damit leben.