They year which changed my life

von Maps
GeschichteDrama, Familie / P16
10.11.2011
05.02.2012
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Wenn ich heute daran denke, wie alles begann, an meine Kindheit, dann bestehen diese Erinnerungen zum größten Teil aus Schmerz, Angst und Leid. Aber auch, und das hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin, aus Hoffnung, Liebe und Freude. Mein Name ist Tom Gibson,  ich bin 22. Heute, doch damals, in der Zeit in der Dieses Buch hauptsächlich spielt, damals war ich gerade zehn Jahre alt geworden. Ich wohnte mit meiner Mutter, meiner Schwester Liss und den neuen Freund meiner Mutter, Paul, im Blockviertel, welches auch Ghetto genannt wurde, in Manchester. Wir sind dorthin gezogen als fünf Jahre zuvor mein Vater bei einem schweren Autounfall ums Leben gekommen ist. Liss war gerade vier, sie ging nicht in den Kindergarten, dafür war zuwenig Geld da, aber sie bekam Gott sei dank so gut wie nichts davon mit was hier im Ghetto abging. Wenn ich an Paul, den damaligen Freund meiner Mutter, zurückdenke, durchfährt mich ein kalter Schauer. Paul hatte so kurze blond, rote Stoppelhaare das es fast aussah als hätte er eine Glatze, seine Arme waren von oben bis unten voller Tattoo´s.  Ich und Liss haben nie verstanden was mein Mum an ihm fand.Sie haben sich ständig gestritten, weil das Geld so knapp war und seine schlechte Laune ließ er dann an uns raus. Naja, mehr an mir als an meiner Schwester. Paul hasste mich. Selbst wenn ich heute an ihn denke kommt meine Angst wieder hoch die ich als Kind vor ihm hatte. Wir durften Paul nie duzen, er bestand darauf das wir ihn mit „Sir“ ansprachen. Das störte mich weniger, viel mehr störte mich, dass mein Stiefvater mich bei jeder Kleinigkeit schlug, manchmal auch ohne irgendeinen Grund. In meinem damaligen Viertel passierte das öfters, es interessierte niemanden mehr, doch das schmälerte meine Angst vor Paul auch nicht. Dann gab es da noch Joe, meinen großen Bruder. Er war damals 16 und wohnte ein paar Blocks weiter. Er ist damals ausgezogen, weil er Paul nichtmehr ertragen hat. Auch darf ich Oliver nicht vergessen, er war mein bester Freund. Mit ihm konnte ich über alles reden, wir gingen in die selbe Klasse, machten fast alles zusammen und das Beste war er wohnte nur drei Stockwerke unter mir. Gemeinsam waren wir auch in der Bande. In der Bande von William. Bill hatte hier im Block das „Sagen“. Er war schon um die 40 und alle Jungs hier im Block waren in seiner Bande. Diese Jungs, wie auch Oliver und ich stahlen für ihn. Ich weiß bis heute nicht genau, was er dann mit den Sachen genau machte, wahrscheinlich verkaufte er sie weiter. Meine Erinnerung beginnt an einenem kühlen  Frühlingsnachmittag.

Ich war gerade dabei meine Hausaufgaben zu machen, Liss spielte mit einer alten Puppe die sie gefunden hatte und meine Mutter bügelte meine einzige lange Hose. Ich besaß nur eine lange und eine kurze Hose, ein Hemd, einen Pullover und zwei T-Shirts, weil für mehr kein Geld da war. Jedenfalls klingelte es plötzlich an der Tür. Ich stand auf, öffnete sie und vor mir stand Oliver. Er fragte mich ob ich raus käme und natürlich tat ich das. Ich schrie kurz „Ciao!“ in die Wohnung und verschwand. Auf der Straße meinte er dann man hätte Kevin dabei erwischt wie er Zigaretten stehlen wollte, doch der Geschäftsführer war gnädig und ließ ihn mit einem Jahr Hausverbot davon kommen. Ich dachte kurz über die Geschichte nach, sie hielt mich aber nicht davon ab mich gleich darauf mit noch ein paar anderen Kumpels zu treffen und in dem kleinen Laden um die Ecke stehlen zu gehen. Wir machten uns noch ein bisschen lustig über Dave und steckten alles ein was nicht Niet und Nagelfest war. Dann kauften wir ein Snickers, damit es nicht so auffiel, gingen raus auf die Mauer. Auf der Mauer trafen wir uns immer, und verteilten die Beute. Unser Anteil an der Beute waren nur ein paar Süßigkeiten. Die Zigaretten, den Alkohol und den Schmuck mussten wir abgeben, an Bill.
Es dauerte auch nicht lange da kam Bill um die Ecke. Wir, seine Bande, bestanden aus 8-15 jährigen Kindern alle aus unserem Viertel. „Na was habt ihr schönes ?“ begrüßte er uns. „Hier Bill.“ Sebi ,der mit 15 der älteste nach Bill war, übergab ihm die Beute. Er wollte einmal Bills Nachfolger werden,das wusste jeder hier. „Das ist aber nicht viel.“ sagte Bill tadelnd. „Wir fahren jetzt in die Innenstadt, bisschen Handtaschen unsicher machen. Treffpunkt ist um 18.00 Uhr an der Mariensäule und fahren dann ins Lager!“ „Das Lager“ das war eine alte Fabrikhalle wo Bill alles aufbewahrte was wir ihm brachten. Wenn jemand Stress zuhause hatte konnte er dort auch mal schlafen. Wir sprangen also wie Bill es gesagt hatte auf seinen Anhänger, über dem eine Plastikplane hing, und fuhren in die Stadt.
Dort verteilten wir uns. Wir gingen immer in zweier Gruppen, ich ging natürlich mit Oliver, so wie immer. Am Abend trafen wir uns wieder an der Mariensäule und fuhren mit Bill ins Lager.
Dort musste jeder vortreten und ihm geben was er am Tag gezockt hatte. Er rief wie immer jeden einzelnen auf und der brachte ihm dann was er hatte. „Tom !“ Ich sprang auf und brachte ihm meine Beute welche aus 2 Geldbeuteln, einer Armbanduhr und einer Brieftasche bestand. Er öffnete die Geldbeutel und sah mich fragend an. „Alles ?“ „Ja, Boss.“ stotterte ich. „Das ist aber nicht viel.“ „Tut mir Leid, Boss. Mehr ging nicht.“ „Mehr ging nicht ? Willst du mich verarschen, oder was ? Schau dir deine Ware gefälligst vorher an!“ „Ja,...Boss.“ „Komm her !“ Ich trat ohne zu zögern vor den Stuhl auf dem er saß. Er hob seine rechte Hand, ich schloss die Augen, dann schlug er mir häftig mit dem Handrücken auf meine rechte Wange. Die Ohrfeige ließ mich zurück stolpern. „Streng dich mehr an, der nächste.“ Am Ende durfte sich jeder noch eine Zigarette nehmen. Ich rauche schon seit ich 8 bin, jeder in unserer Bande raucht, auch die kleinen. Während ich so an meiner Kippe zog brannte in meiner Wange ein pulsierender Schmerz.
„Hey !“ plötzlich stand Oliver neben mir. „Jo ?“ gab ich zur Antwort. „Wie schauts aus, ein paar aus´m Block wollen später noch bischen Fußball im Hof spiel, bist du dabei ?“ „Klar.“ „Gut. Bist du fertig, Bill wartet draußen schon er fährt uns zur Siedlung.“ „Gleich.“ „Beeil dich, du willst doch nicht, das er es wieder tut.“ „Was ? Mir eine Scheuern ? Das tut er doch eh wenn er grad lustig ist.“ „Jetzt komm schon.“ Ich drückte meine Zigarette aus und lief mit Oliver zum Wagen.
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