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Familienzwist

von -Julie-
GeschichteHumor / P12
Cyclops / Scott Summers Mystique / Raven Darkholme Sabretooth / Victor Creed Wolverine
08.11.2011
08.11.2011
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1.433
 
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Die Figuren gehören nicht mir, sondern Marvel und Fox.


„Azazel?“

„Hm?“

„Da Kurt bei einem nicht weiter nennenswerten Statisten ist, dachte ich … vielleicht …?”

Die Tetris-Melodie verstummte. Azazel klappt sein Handy zu und legte es weg. „Denkst du das, was ich hoffe, dass du es denkst?“

„Da bin ich sicher.“

Er lächelte wissend. Mystique warf sich auf das Bett, in dem er schon lag und zog sich an ihn. Er küsste sie. Sie grinste und sprang auf.

„Fang mich, wenn du kannst.“ Sie lief in kleinen Schritten auf den Flur hinaus, wo Azazel schon lässig am Treppengeländer lehnte.

„Hab dich! Spiele niemals Spielchen mit einem Teleporter.“ Er beugte sich zu ihr herunter und küsste ihre Lippen, dann ihren Hals. Sie verkrampfte sich unter seinen Händen.

„Azazel?“

„Hm?“

„Logan …“

Er schaute ihr in die Augen und runzelte die Stirn. „Kannst du mir verraten, wieso du ausgerechnet jetzt an Logan denkst?“

„Er sitzt auf der Treppe.“

„Er sitzt auf der Treppe?“ Azazel dachte darüber nach, ob das der Code für irgendetwas war. Dann ging ihm ein Licht auf. Azazel drehte sich zur Treppe. „Logan sitzt auf der Treppe … ist ja klasse! Was tut er da? Warum tut er das?“

„Ich bin mir nicht sicher.“ Mystique ging mit kleinen Schritten in Richtung Logan.
„Logan? Was tust du hier?“

Logan drehte seinen Kopf in ihre Richtung. In seinen Augen standen Tränen. „Mein Bruder hat mich gehauen.“

Azazel fuhr mit seiner Zungenspitze über seine Vorderzähne. „Na toll! Und deshalb sabotiert er unseren einzigen freien Abend diesen Monat.“

Logan heulte los. „Euer Abend ist Sabretoothiert!“

Mystiques Mutterinstinkte sprangen an. Sie setzte sich neben Logan auf die Treppe und legte einen Arm um ihn. „Was ist denn passiert?“

„Wir hatten uns zu unserem wöchentlichen Squash-Abend getroffen, aber dann hat er verloren und hat mich gehauen.“

„Oh, das war aber böse von ihm. Gewalt ist keine Lösung.“

Azazel klappte den Mund auf, dann klappte er ihn wieder zu. Er seufzte resigniert. „Mystique, auch wenn du es nicht glauben wirst, Logan ist erwachsen. Er kann seine Probleme selbst lösen.“

Mystique funkelte ihn böse an. „Siehst du nicht, dass er Hilfe braucht? Geh und klär das mit Victor.“

„Aber der Kerl ist ein Tier!“

Logan schluchzte auf. Mystique verlor die Geduld.

„Geh! SOFORT!“

Geknickt teleportierte sich Azazel weg.

Victor telefonierte gerade. Er legte auf. „Hey Azazel. Wie kann ich dir helfen?“

„Hey, Vic. Dein Bruder sitzt in meinem Haus auf der Treppe und weint. Verrätst du mir was das soll?“

„Nun ja. Ich hasse es zu verlieren und da ist mir die Hand ausgerutscht.“

„Wieso, in Gottes Namen, kommt er dann zu mir?“

„Es ist irgendwie seltsam, wenn du irgendetwas mit „Gott“ sagst.“

„Warum? Mystique und ich wollen Kurt christlich erziehen! Nicht so christlich, dass er ein Langweiler wird und den ganzen Tag die Bibel studiert. Gerade so christlich, dass er einen Glauben hat, aber dennoch zu den Party-Peoples gehört.“

„Das war gerade wahnsinnig seltsam.“

Azazel atmete vorsichtig durch die Nase ein. „Hast du was geraucht? “

„Nimmst du mich jetzt mit in die Hölle?“

Azazel packte Viktor und teleportierte sich zurück zu Logan und Mystique.
Er setzte sein „Ich hab’s dir doch gesagt“-Gesicht auf und lächelte die Mutter seines Kindes wissend an. „Also, die beiden haben Pot geraucht.“

„Hat Viktor das gesagt?“

„Nicht direkt, aber ich erkenne guten Stoff, wenn ich ihn rieche.“

„Und du hast nichts mitgebracht?“

Azazel lachte auf. „Nein, ausnahmsweise nicht. Ich bin dafür, dass wir die beiden erst von hier wegbringen.“

Logan wurde langsam wieder nüchtern. Sein Trieb für kostenlose Übernachtungen und kostenloses Essen sprang an. „Hey. Können wir nicht hier bleiben?“

Azazel schüttelte den Kopf. „Nein!“

Gleichzeitig Mystique. „Ja!“

Azazel nickte widerwillig. „Okay, von mir aus.“

Mystique schaute ihn verwirrt an. „Nein.“

Für den Bruchteil einer Sekunde blickten sie sich in die Augen.

„Nein, ihr verschwindet!“, einigten sie sich.

„Uff!“, ufften Victor und Logan.

„Na dann, auf in die Ausnüchterungszelle!“ Azazel legte eine Hand auf Viktors Schulter, mit der anderen nahm er Mystiques. Deren Hand wiederum hielt Logan fest.

„Piep, piep, piep! Wir haben uns alle lieb!“, fing der an zu singen.

Sie verschwanden.


„Der perfekte Ort, um zwei Junkies loszuwerden.“ Azazel zwinkerte Mystique zu.

Sie standen vor der „Schule für junge Begabte“. Da Logan im Moment nicht in der Eingangshalle rumhängen konnte, übernahm Cyclops kurzfristig diese Unart, weil ja dort ein Platz frei war.

„Hey Scott, gibt es hier einen Ort, an dem man Leute so lange abstellen, kann bis sie wieder normal sind?“

„Klar. Den Flur runter links.“

So gingen sie den Flur runter links. Der Raum war groß, viereckig und bis auf ein kleines Sofa unmöbiliert. Die Fenster waren vergittert.

„Perfekt! So, seid still und macht nichts kaputt.“ Azazel und Mystique schlossen die Tür und atmeten durch.

„Okay. Was machen wir mit dem Rest unseres freien Abends?“, fragte Mystique.

„Mir würden da ein paar Sachen einfallen …“

„Hey, weißt du was?“

„Was?“

„Logan sitzt in einer Zelle. Das heißt die Küche ist …“

„… leer!“, vollendete Azazel ihren Satz.

Mit schnellen Schritten liefen sie in die Küche zum Kühlschrank und fingen an, Bier auf ex zu trinken.

„Logan wird verdammt sauer sein, wenn er merkt, dass wir sein Bier getrunken haben,“ meinte Mystique.

„Er wird doch nicht wissen, dass wir es waren.“

„Was ist, wenn er einen Detektiv anheuert, damit er Fingerabdrücke am Kühlschrank nimmt?“

Azazel wischte den Griff mit einem Lappen ab. „So, man kann uns nichts nachweisen.“

Sie kicherten und tranken noch ein bisschen weiter, dann taumelten sie angesäuselt auf den Flur hinaus.

„Lassss uns noch kuharz nach Loooogan und Vikkkkkktor sehen, befffffor wir gääääähen,“ lallte Mystique.

Doch ehe sie dort ankommen konnten, wurden sie von Emma Frost aufgehalten, die im Flur stand.

Azazel lächelte breit. „Emma, Emma, Emma … I’ve missed youuuuu! Ohhhh, I’ve missed youuu. Emma!“, sang er.

„Hey! Eine Sache, ich will mein Geld: 15 $.“

„Isch dachtäh, du machst das freieieieiwillihig, das Babysittihing?“

„Ja! Das Geld ist für die Pizza mit Apocalypse.“

„Mh, abababa das waren nuha 12,95 $.“

„Gib mir 15 $ und du bist mich los.“

„Nöhhhh, geht nit, geht nit, is nit so! Viel zu viel!“ blubberte Azazel.

Mystique stöhnte. „Gib ihr doch einfach dasss verdammmmmmte Gääääld.“

„Ist ja gut, ist ja gut!!! Einigen wir unsss auf 14 $, lalala.“

„Von mir aus.“

Er gab ihr 14 $. Emma nickte, ging den Flur entlang und verschwand in einem der unzähligen Räume.

„Ssschauen wir bei Logäääähn vorbei.“

Man hörte die Stimmen schon von weitem. Angel stand in der Tür und stritt lautstark mit Victor. „Chill mal, Sam.“

„Sam?“

„Ja, so heißt du doch: Sambretooth.“

Azazel ging dazwischen, bevor Angel sich noch ernsthaft verletzte.

„Woahs iest lohs?“, fragte er und redete mit englischem Akzent.

„Das ist ein Übungsraum. Ich brauche ihn jetzt. Aber die beiden wollen sich nicht verziehen,“ sagte Angel und deutete auf Logan und Viktor.

„Aber du hast doch gesagt, wir sollen hier bleiben!“, maulte Logan.

„Gäht nach Hahuse,“ seufzte Azazel.

„Hey, Logan! Wie wär’s mit einer Revanche beim Squash?“, fragte Viktor.

„Gut, spielen wir.“

Die beiden zogen ab. Angel betrat den Raum.

„Hier riecht es nach Hund,“ stellte er fest.

Mystique grinste Azazel an. „Trolllllähn wia uns.“

Sie verschwanden.

„Mystique, weißt du, weißt du? Weißt du, was wiah jätzt machen, machen, machen sollten?“

„Schlalalalalafän?“

„Nö. Ähäh!“ Er küsste sie.


30 Minuten später, Schule für junge Begabte, Scott Summers.

Cyclops betrat die Küche mit einem niedergeschlagenen Gesichtsausdruck. Er hatte einen miesen Tag. Wirklich so mies? Ja, wirklich.
Er öffnete den Kühlschrank und auf seinem Gesicht lag nun ein Ausdruck freudiger Erwartung. Der Ausdruck wich blankem Hass. „LOGAN!“

Logan betrat die Küche, er hatte einen tiefen Schnitt im Gesicht, der langsam verheilte.

Scott stockte. „Was ist mit deinem Gesicht passiert?“

„Ich hab im Squash gewonnen. Wo brennt’s denn?“

„Wo ist das Bier?“

„Ich hab heute noch keines getrunken.“

„Lüg nicht! Ich habe einmal in meinem Leben Bier gekauft und du trinkst es! Ich bring dich um.“

Scott zog seine Brille aus.



15 Minuten später, Schule für junge Begabte, Logan und Hank.

Logan taumelte durch den Flur, er sah aus, als hätte er bei „Der Tod steht ihr gut“ mitgespielt. Hank rannte panisch auf ihn zu.

„Oh mein Gott, Logan. Soll ich Hilfe holen? Was ist passiert?“

„Zuerst hab ich beim Squash gewonnen und dann kein Bier getrunken. Was für ein Scheißtag. Aber wenigstens hab ich ein bisschen was geraucht.“

„Hast du noch was von dem Zeug?“

„Oh ja.“

Kichernd zogen die beiden ab. Die Nacht senkte sich über die Schule. Ein weiterer, unspektakulärer Tag ging zu Ende. Man weiß aber nie, was der nächste langweilige Tag bringen kann – vielleicht neues Bier!?
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