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...Immer wenn ER kommt...

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteAngst, Familie / P16 / Gen
04.11.2011
04.11.2011
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Danke an jeden der diese Seite aufgerufen hat,
das bedeutet ihr kennt es oder wisst das es wichtig ist.
Doch bevor sie anfängt möchte ich wirklich noch einmal klarstellen,
dass das alles nicht ausgedacht ist, vielleicht hat jeder zweite oder
dritte es zuhause erlebt.
Wenn das der Fall ist spreche ich hiermit mein Beileid aus, denn es
ist schrecklich. Also bitte ich euch, packt sie in eure Favo damit sie
durch das ganze Forum geht und zeigt, dass nicht jede Geschichte
mit einem Happy-End endet.














Schmerzlich weinend ziehe ich mich in die Ecke meines Bettes zurück.
Mein Körper tut mir weh und noch immer spüre ich seine Finger auf
meinem Körper, noch immer seine gierigen Blicke die ich schon so
lange versuche zu ertragen, noch immer die Angst,
dass er wiederkommen könnte.
Mein Blick gleitet durch mein Zimmer und bleibt an der Tür kleben.
Sie ist wieder geschlossen, er hat sie zu gemacht als er gegangen ist,
und nun ist es totenstill in meinem Zimmer.
Über dem ganzen Haus liegt eine Totenstille.

Noch immer spüre ich die Tränen die sich aus meinen Augenwinkeln
einen Weg über meine Wangen bahnen, die meisten von der Zeit getrocknet.
Mein Blick gleitet zu der Uhr auf meinem Nachttisch, es ist 3 Uhr und
ich kann die Augen nicht zu machen. Noch immer ist die Angst da,
dass er zurück kommen könnte.
Dass er noch mehr wollte, was ich ihm geben musste.

Ich beginne wieder zu zittern und ziehe mir meine lavendelfarbene
Decke dichter an meinen Körper. Gierig ziehe ich den Duft ein,
er ist nicht verdorben. Es riecht weder nach Alkohol,
noch nach Zigaretten wie im restlichen Haus.
Dafür sorge ich schon ganze 3 Jahre.
Das mein Zimmer nicht so stinkt wie er und sein Leben.

Ich wische mir mit dem Handrücken über die Augenwinkel, fange die
neuen Tränen auf die drohen über meine Wangen zu entkommen.
Seit 3 Jahren muss ich dieses Leben führen, seit 3 Jahren ist er bei
uns und schon jetzt hasste ich ihn als würde ich ihn mein Leben lang kennen.
Auf jeden Fall kenne ich ihn besser als meine Mutter.
Ich seufze bei dem Gedanken an meine Mutter auf und
greife traurig zu meinem Nachttisch. In diesem befindet sich mein Fotoalbum.

Ich lege es auf meine bedeckten Beine und
schlage vorsichtig die ersten Seiten auf.
Ich muss sofort lächeln, als ich das Gesicht meines Vaters sehe.
Mama, Papa und ich grinsen zusammen in die Kamera.
Ich war 9 als das Foto geschossen wurde, jetzt bin ich 16 und seit ganzen
drei Jahren lebt der neue Freund meiner Mutter bei uns im Haus.
Seit 7 Jahren ist mein Vater nicht mehr bei mir.

Gibt mir keinen Gutenachtkuss, kein guten Morgen oder einfach ein
Lächeln wenn ich es brauche. Seitdem mein Vater im alten Friedhof
weilt ist Mama wie ausgewechselt, seitdem ER da ist, habe ich
Angst in ihrer Gegenwart. Keine einzige Minute halte ich es
mit ihr in einem Zimmer aus, Angst habe ich.
Angst, dass sie erfahren würde was er mir Nacht für Nacht antut.
Das sie meine blauen Flecken sieht, die er mir Nacht für Nacht einbringt.

Ich lasse es jedes Mal über mich ergehen, ich weiß, dass sie
unheimlich traurig sein würde, wenn sie wieder alleine sein würde.
Wenn sie herausfindet, wer und wie er wirklich ist.
Erneut fangen die Tränen an zu laufen, ein Wunder. So oft wie ich
weine müsste ich keine Flüssigkeit mehr in mir haben.
Und so fühle ich mich. Einfach nur leer und einsam.
Von den vielen Jahren gezeichnet und gebrandmarkt.

Ich schlage die Seite um und Blicke auf den Spielplatz, welchen ich früher
als Kind immer so gerne besucht habe. Ich saß auf meiner damaligen
Lieblingsschaukel, breit grinsend und den Körper weit nach hinten gebeugt,
mein Vater stand hinter mir, hatte die Arme ausgestreckt, als er mir
immer und immer wieder mehr Schwung gab.
Ja, er war damals mein Antrieb gewesen.

Ich weiß selbst nicht wie ich es ohne ihn aushalte, wie ich das
alles verdaue was Tag für Tag passiert, Tage in denen er fehlt
und nicht da ist. Ich schniefe leicht und greife nach meinen Taschentüchern.
Die brauche ich fast jeden Abend.
Ich schnaube ein, zwei Mal und schmeiße es dann in den Mülleimer,
wenige Meter von meinem Bett entfernt. Der Mond scheint durch
mein Balkonfenster und erhellt mein Zimmer so weit,
dass ich mir das nächste Bild ansehen kann.
Das ist das Hochzeitsfoto meiner Eltern.

Vorsichtig streiche ich mit einem Finger über das Foto, so als könnte
ich dem Kleid darauf schaden, wenn ich es zu fest anfasse.
Meine Mutter sah aus wie eine Prinzessin. Sie war über und über mit
weißem Spitzenstoff und der Schleier lag auf ihren schwarzen Locken
wie erster Schnee auf den Wiesen. Ihre Kristallblauen Augen schauen
glücklich den Betrachter des Bildes an, so als hätten sich all ihre
Wünsche innerhalb dieses Momentes erfüllt.
Mein Blick glitt zu meinem Vater.

Er war um einiges größer als meine zierliche Mutter die er in den Armen hielt.
Seine blonden Haare hoben sich deutlich von seiner gebräunten Haut
ab und auf seinem Gesicht spiegelte sich das glücklichste Lächelns
wieder, das ich jeh bei einem Menschen gesehen hatte.
Traurig lehne ich mich zurück und schließe die Augen, aus deren
Augenwinkeln abermals die Tränen strömen. Doch ich tue nichts
dagegen, denn sie fließen zu Recht. Mein Leben ist ausgelebt,
der Sinn des Daseins verloren gegangen und in abertausende
Stücke zersprungen, sodass sie nicht wieder zusammen zu setzen sind.

Ich schließe das Album meiner Kindheit, meiner Vergangenheit,
und lege es zurück an seinen Platz in meinem Nachttisch.
Gerade abends, wenn er da war, sehe ich es mir an.
Meinen Vater, meine Mutter und mich, eine durch
und durch glückliche Kleinstadtfamilie.
Ich seufze erneut und lege mich hin um zu schlafen, denn ich
kann davon ausgehen, dass er um diese Uhrzeit nicht noch
einmal kommen würde. Doch immer wieder zuckt mein Blick zu der Tür.
Ich kann sie nicht abschalten, diese Angst, dass er noch einmal kommt und mich...
Und mich...

Ich fange, in Gedanken daran, wieder an zu zittern und schlinge
die Arme um meinen Oberkörper, der so weh tut, als habe mich
einer der Jungs aus der Schule verprügelt. Ich will nicht, dass es
morgen wird, ich will nicht so tun als wenn nichts wäre und ich
will meiner Mutter nicht unter die Augen treten.
Ein leises schaben lässt mich die Luft anhalten.

Mein Blick, der nun mehr panisch wird, zuckt zur Tür, denn von
dort her rühren die Geräusche die mich so erschreckt haben.
Es ist still geworden, doch noch immer halte ich die Luft an.
Der Gedanke, dass er gleich hinein kommen würde ließ mich beinahe p
anisch kreischen. Ich habe nicht die Kraft dafür, nicht genug Kraft
mehr das alle zu verkraften, ich will nicht mehr.
Gibt es nicht irgendwo eine Grenze an Elend die jeder Mensch maximal erleiden darf?
Ich wäre beinahe in Tränen ausgebrochen, als ich ein leises
Miauen auf der anderen Seite der Tür vernehme.

Mein Herz macht einen kleinen Sprung und ich atme erleichtert auf,
als ich die Stimme meiner kleinen Katze höre. Ja, auch sie trägt einen
Teil dazu bei, dass ich nicht mit meinem Vater unter der Erde verweile.
Langsam schlage ich die Decke zurück und schwinge meine
schmerzenden Beine über die Kante meines Bettes um ihr die Tür aufzumachen.
Früher hatte ich die Tür immer einen Spalt breit offen gelassen,
damit sie mich abends mit dem Gekratze nicht immer weckte,
doch seitdem ER kam, schloss ich sie immer, auch wenn es nicht viel brachte.

Leise tapste ich über meinen flauschigen Teppich, meine Zehen
gruben sich bei jedem Schritt in das weiche Material, es fühlte
sich an als würde man auf Wolken gehen.
Kurz atme ich noch einmal durch, eh ich die Hand auf die Klinke
lege und diese ohne ein Geräusch zu verursachen, leise herunter drücke.
Ich lasse sie noch kurz geschlossen, dann öffne ich sie
einen Spalt breit und sehe nach unten.

Das weiße Fell von Tinker glitzert in dem bisschen Licht fast
wie ein Stern. Ein kleiner wunderschöner Stern, der nur mir gehört
und für mich da ist wenn es mir nicht gut geht.
Ein bisschen muss ich schmunzeln, denn meine Gedanken wandern zu dem Film:
Lauras Stern.
Den hatte ich als Kind immer wahnsinnig gern gesehen.
Laura war immer so fröhlich und wenn sie nicht weiter wusste
hatte sie eine Menge Freunde und ihren Stern, ihren eigenen Stern.
Ich bücke mich und hebe sie auf.

Sie beginnt zu schnurren und reibt ihren kleinen zierlichen Kopf an
meiner Hand, ich beginne seelig zu Lächeln und wende mich vom Flur ab,
der so düster und kalt erscheint wie ein eisiger Dezemberabend.
Leise schließe ich die Tür und denke ich hätte sie nicht richtig zu
gemacht, denn sie geht wieder einen kleinen Spalt auf.

Verwundert drehe ich mich um, Tinkers Kopf streichelnd drücke ich
noch einmal zu, doch irgendetwas scheint im Weg zu sein.
Verwundert lasse ich Tinker zu Boden, welche dann beginnt mir um
die Beine zu streichen und auffordernd zu schnurren.
Ich habe mich noch immer tief nach vorn gebeugt und mein Herz setzt aus.
Zwischen der Türspalte kann ich die Spitze eines Fußes erkennen,
der sich zwischen die Tür und den Rahmen gestellt hat.

Mein Blick zuckt sofort nach oben und ein Schrei bleibt in meinem
Hals stecken, als ich das Gesicht meines STIEFVATERS erkenne,
ich verliere meine Balance und lande auf dem Po. Er tritt ein,
schließt die Tür und ich beginne sofort schrecklich zu zittern.

Ich will das nicht, schreit mein Verstand mich an,

fordert auf das ich verschwinde,

doch ich kann nicht,

ich kann doch nicht meine Mutter mit diesem Monster zurück lassen.

Still ertrage ich die Qual bis es morgen wird und ich so tue,
als wäre alles wie vor sieben Jahren.

Damals,
als ich noch ein Leben und eine Zukunft hatte.








Und ich möchte allen wirklich sehr danken, die meinem Wunsch nachkommen
und sie fovorisieren, denn es ist mir sehr wichtig.
Jeder der jetzt den Kopf schüttelt und einfach wegklicken will, dem ist es
niemals passiert oder ihn interessiert es einfach nicht.
Dem sage ich, es ist UNMENSCHLICH.
Und gemein, dass sowas denen passiert, die es am wenigsten verdient haben!
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LG an jeden der diese FF in seine Favo steckt
YamiYumicun
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