Flying Doctors - Eine lange Nacht

von Jadda
GeschichteDrama / P12
25.10.2011
19.12.2011
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25.10.2011 539
 
„Was denkst du wie lange du noch brauchst?“ DJ´s Stimme kam undeutlich über Kopfhörer rein. David sah noch einmal auf die Uhr und hinaus. Er war kurz hinter Windora. „Ich denke ich könnte bis 16.00 Uhr in Coopers Crossing sein, falls mich die Böen nicht vorher vom Himmel fegen.“ Erneut musste er massiv nach korrigieren. Wieder sackte die kleine Maschine durch. Normalerweise sollte er bei diesem Wetter gar nicht fliegen, doch Esther Meadows hatte vorzeitige Wehen bekommen. Die Nomad war mit Debbie aber auf dem Weg noch Broken Hill. David hatte seine Patientin nicht alleine lassen wollen, doch es hatte sich nachher als Fehlalarm erwiesen. Geoff war allein in der Klinik und so hatte er sich trotz der nahenden Unwetterfront auf den Weg gemacht und dies schon bald bereut.

„David, das schaffst du nicht mehr! Die Front hat Coopers Crossing schon erreicht.“ David umklammerte das Steuerruder und versuchte gegen die starken Seitenwinde an zu kämpfen. „Lange kann ich mich hier nicht mehr halten DJ.“

„In deiner Nähe liegt die Patterson-Farm.“ David hätte lieber Crossing erreicht, aber er konnte sich schlimmeres vorstellen als bei Sam und Emma festzusitzen. „Ich stelle dich zu Sam und Emma durch!“

David sah wieder aus dem Fenster. Unter sich sah er die Piste von Waronga nach Coopers Crossing. Er würde sich weiter westlich halten müssen um die Piste bei den Pattersons zu erreichen. „Alles klar David, Sam und Emma erwarten dich. Es regnet dort bereits sehr stark. Sam fährt zur Piste heraus und befeuert sie für dich. Wie lange brauchst du noch?“ David sah hinaus. „Vielleicht 15 Minuten. Der Gegenwind ist ziemlich stark.“

Die Minuten verstrichen und die Windstärke nahm weiter zu. Der Himmel verdunkelte sich zusehends und Regen setzte ein. David war ein routinierter Pilot, aber in seinem Bauch machte sich Unruhe breit. Die Sicht wurde immer schlechter und die Scherwinde nahmen weiter zu.

***

Sam lenkte den Wagen Richtung Piste und versuchte etwas zu erkennen. Die Scheibenwischer kamen kaum nach. David war ein routinierter Pilot, doch das Wetter war grenzwertig. Es konnte alles gut gehen, aber wenn ihn im falschen Moment eine Böe erwischte wurde es doch gefährlich. Er hielt an und öffnete die erste Tonne für die Befeuerung. Fünf Minuten später beleuchteten 10 brennende Tonnen die schlammige Piste und er wartete neben seinem Wagen und lauschte.

„Oscar Delta Yankee ruft Patterson-Mobil. Ist die Landebahn schon beleuchtet?“ Sam griff in den Wagen hinein. „David, hier ist Sam. Die Piste ist befeuert. Wind zur Zeit böig aus Nordost. Ich kann dich bereits hören.“

Sam lauschte und vernahm hinter den Wind- und Regengeräuschen das stetige Brummen des Flugzeugmotors. „Ich sehe die Landefeuer!“ Jetzt konnte auch Sam die kleine Maschine sehen, sie schwankte stark und kam immer niedriger rein. Er griff zum Mikro. „David, du bist noch zu hoch!“

„Ich weiß!“ Sam biß sich auf die Lippen, aber David machte das im grunde recht gut. Die Maschine sank weiter hinab und traf die Landebahn im optimalen Winkel. Sam lächelte zufrieden und griff an den Türrahmen um einzusteigen. Doch dann sah er aus den Augenwinkeln, wie die kleine Cessna auf dem schlammigen Boden ins Schlingern geriet. Er hielt den Atem an als David die Kontrolle gänzlich verlor und sich quer stellte und überschlug.
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