Geschichte: Fanfiction / Anime & Manga / K-On / Genug!

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Genug!

KurzgeschichteLiebesgeschichte / P12 / MaleSlash
24.10.2011
24.10.2011
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Zu Anfang hatte alles ganz toll geklungen. Da Mugi mit ihren Eltern im Urlaub war, konnte der Light Music Club nicht proben und so hatte Ritsu einen Besuch im Freizeitpark vorgeschlagen. Alle waren begeistert gewesen, bis die vier Bandmitglieder vor der Geisterbahn standen. Nicht direkt eine Bahn, mehr ein Geisterhaus durch das man zu Fuß ging. Ohne große Diskussion hatte Yui, Azusa bereits hinein geschleift, während sich Mio standhaft weigerte.
„Ich geh da nicht rein, Ritsu“, meinte die schwarzhaarige Bassistin. Ritsu rollte die Augen, grinste aber.
„Ach komm schon, Mio. Das wird lustig!“ Die Drummerin begann Mio vor sich hin zu schieben.
„Jetzt lass das doch mal!“
„Du stellst dich nur an. Wir sind schon drin, guck.“ Tatsächlich, ohne das Mio es vor lauter beschweren gemerkt hätte, stand sie schon in dem Geisterhaus.
„Ritsu…wirklich…Du weißt dass ich solche Sachen nicht mag…“ Mio sah sich sichtlich unwohl um, obwohl sie in diesen dusteren Räumlichkeiten so gut wie gar nichts sah.
„So schlimm wird es schon nicht sein. Halt dich einfach an mich“, grinste Ritsu und ging voraus.
„Jetzt warte wenigstens!“, rief Mio ihr nach und war schnell hinter ihr her.
„Das sind doch alles nur Effekte und Deko. Denk da einfach dran.“ Beim weiterhegen, trat Mio auf ein Blech, dass ihre Schritte widerhallen ließ. Sie zuckte zusammen.
„Ritsu, ich will raus hier!“
„Ist doch noch gar nichts passiert“, entgegnete die Drummerin.
„Ja! NOCH!“, maulte Mio, direkt hinter Ritsu, als es ein leises Klack gab und ein Skelett von der Decke herabfiel und in der Luft hängen blieb.
„Das ist ja cool…Hast du das gesehen?“, fragte Ritsu, während sie  sich das Skelett genauer besah, ihre beste Freundin. Die allerdings war bereits mit einem halb erstickten Quietschen in die Hocke gegangen und wimmerte vor sich hin.
„Komm schon, Mio.“ Ritsu kniete sich vor sie hin.
„Ist doch schon vorbei. Komm, schau mich mal an.“ Mio wimmerte immer noch und das blieb auch eine Weile so, bis sie sich endlich dazu durchringen konnte zumindest ein Auge langsam zu öffnen um Ritsu anzusehen, allerdings weiteten sich in diesem Augenblick auch schon ihre Augen vor Schreck. Da grinste ihr tatsächlich dieser kalkweiße Totenschädel entgegen, der eben noch an der Decke gehangen hatte.
„Der tut dir nix, siehst du?“, grinste Ritsu derweil, die sich den Spaß gemacht und das Skelett kurzerhand vom Haken gehoben hatte.
„Es reicht!“, kam es auf einmal von Mio und Ritsu sah ziemlich überrascht aus.
„Was?“ Die Schwarzhaarige war aus ihrer Hocke aufgestanden, offensichtlich sauer.
„Es reicht, habe ich gesagt! Ich gehe!“ Damit hatte sie sich auch schon umgedreht und war durch den Eingang nach draußen verschwunden.
„Hey, jetzt warte doch mal.“ Ritsu war ihr nachgegangen.
„Nein! Ich warte nicht. Es reicht mir. Ich habe genug, hörst du? Genug!“, sagte Mio energisch und ging weiter. Ritsu bemühte sich Schritt zu halten.
„Mio…Komm schon. Es tut mir Leid, wenn ich übertrieben habe.“
„Das sagst du jedes Mal. Jedes Mal, Ritsu und trotzdem machst du es immer wieder. Du stellst mich bloß, ärgerst mich wo du kannst und machst dich über mich lustig, sobald es eine Gelegenheit dafür gibt. Ich hab die Nase voll. Und zwar von deinen Sticheleien, von deiner ganzen kindischen Art und vor allem von deinen Aktionen, die du Spaß nennst. Ich habe die Nase voll von dir, Ritsu! Hörst du?!“ Mio war stehen geblieben und hatte Ritsu angesehen, als sie das sagte und Ritsu musste feststellen, dass sie das gesagte, wohl mehr als ernst meinte.
„Aber…“
„Nichts aber. Ich habe mir das schon lange genug gefallen gelassen.“ Mio drehte sich wieder um, um zu gehen.
„Ich dachte wir wären Freunde“, meinte Ritsu. Mio blieb wieder stehen und atmete hörbar aus.
„Ja…Das dachte ich auch…“, erwiderte diese leise und setzte sich wieder in Bewegung.
„Mio, warte!“ Ritsu war mit ein paar ausgeholten Schritten hinter ihr her und packte sie am Handgelenk.
„Nein, Ritsu. Dieses Mal nicht. Ich kann…“ Mio wurde unterbrochen. Mit einem Ruck hatte Ritsu sie an sich gezogen und ihr einen Kuss aufgedrückt. In den weit geöffneten Augen Mios, konnte man vieles lesen.  Überraschung, Verwirrung, Wut, Verlegenheit, ein ganzes Spektrum an Gefühlen, die sie so intensiv noch nie gehabt hatte. Es dauerte einige Augenblicke bevor sie sich imstande fühlte, Ritsu weg zu drücken und der erste Impuls der ihr durch den Körper jagte, war der, ihr eine Ohrfeige zu verpassen. Daraufhin stand Ritsu, mit brennend roter Färbung auf ihrer Wange, vor Mio und sah sie an. Ungerührt durch den Schlag wie es schien.
„Darum mach ich all diese Dinge“, meinte sie mit ungewohnt ernstem Blick.
„Darum…?“ Ritsu nickte.
„Umso mehr Blödsinn ich mache und umso mehr ich dich ärgere, umso mehr Aufmerksamkeit kriege ich von dir.“
„Dass es dir um Aufmerksamkeit geht, entschuldigt nichts.“ Mio sah Ritsu nicht an, diese schüttelte energisch den Kopf.
„Es geht nicht nur um die Aufmerksamkeit…“ Sie seufzte.
„Ich hatte gehofft du hättest es damals verstanden, musste aber feststellen, das nicht.“
„Damals?“ Mio war hin und her gerissen, einerseits wollte sie einfach gehen, hier weg kommen, von Ritsu weg kommen und klar kriegen, was hier gerade passiert war. Andererseits…wollte sie wissen was Ritsu ihr sagen wollte.
„Ja damals. Als wir uns so gestritten haben, und du so viel Zeit mit Nodoka verbracht hast…“ Mio sah ihre beste Freundin eine Weile an. Ja, an die Geschichte erinnerte sie sich ziemlich gut. Damals war sie auch schon Ritsus Art leid gewesen und so waren sie in Streit geraten. Das Ende vom Lied war, dass sie sich wiedervertragen hatten und Mio das schon fast vergessen hatte. Aber was meinte sie bloß? Was hätte sie merken sollen?
„Ich weiß von welcher Situation du sprichst aber…“
„Ich liebe dich!“, unterbrach Ritsu, Mio einfach mit diesen Worten, die diese mit der Wucht eines Steinschlags trafen. Hatte sie das gerade wirklich gesagt? Darum ging es? All dieser Ärger, weil sie, sie liebte? Wenn sie jetzt so darüber nachdachte…ja, diese Geschichte damals…Das hätte wirklich ein Indikator dafür sein können. Wenn sie nicht zu blind dafür gewesen wäre. Oder nicht einmal Blind…Viel mehr war es so, dass Mio das nicht hatte glauben wollen. Das Ritsu sich in sie verliebte. Ausgerechnet Ritsu. Das war ihr so unmöglich erschienen, wie nichts sonst. An ihr war doch nichts Besonderes. Und Ritsu? In Mios Augen, war sie die einzig Besondere Person, die sie kannte. Gerade darum, tat es ja so weh, wenn sie, sie ständig piesackte.
„Du sagst gar nichts…“, murmelte Ritsu. Sie sah traurig aus und ein Funken furcht lag in ihren Augen. Es blieb weiterhin eine Weile still, in der Mio, Ritsu einfach ansah und vor lauter Anspannung begann die sonst so selbstsichere Drummerin zu zittern und auf den Boden zu sehen. Das änderte sich allerdings schlagartig, als sie plötzlich die Arme der Bassistin um sich spürte.
„Mio…?“
„Dummkopf…“, kam es leise von Mio zurück.
„…Warum hast du das nie einfach gesagt…?“, fügte sie hinzu.
„Weil…ich wollte nicht…unsere Freundschaft…“ Ritsu stockte. Mio drückte sie etwas fester an sich.
„Und ich habe gedacht, du ärgerst mich wirklich nur, weil es dir so einen Spaß macht…“ Ritsu wurde tatsächlich etwas verlegen.
„Na ja…tut es ja auch…“, murmelte sie dann und im nächsten Moment, hatte Mio sie aus der Umarmung entlassen und ihr eine Beule verpasst.
„Idiot!“, maulte Mio. Ritsu kratzte sich am Kopf und grinste etwas.
„Es war aber wirklich nicht der Hauptgrund“, brummte sie dann, wieder etwas verlegen. Mio atmete hörbar aus.
„Schon gut…“, meinte sie dann, selbst verlegen.
„Also?“ Ritsu sah sie etwas fragend an. Mio trat nervös von einem aufs andere Bein. Ritsu begann zu lächeln und zog sie an der Hand wieder in ihre Arme. Mio griff fest in das Hemd der Drummerin und ließ die Umarmung einen Moment einfach nur zu, ohne was dazu zu sagen. Erst einige Augenblicke später, hatte sie den Mut aufgebracht.
„Ich liebe…dich auch…Ricchan…“, flüsterte sie dann, was ihrer Freundin nun ein liebesvolles Lächeln auf die Lippen legte.
„Ich weiß…Jetzt weiß ich es…“, gab Ritsu dann ebenfalls leise zurück.
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