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The Nightmare after Christmas

GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
Furcht Jack Skellington Sally
19.10.2011
19.10.2011
24
74.822
 
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19.10.2011 537
 
Halloween Town im Jahre 1994 Weihnachten

Der weiße Schnee glitzerte im abendlichen Mondschein und tauchte den Friedhof im silbrig matten Schein. Lautlos fielen die Flocken zu Boden, wogen im kühlen Wind hin und her.
Die Welt stand still.
Kein Tier, kein Mensch, kein Bewohner konnte seine Spuren in dem weichen Teppich hinterlassen.
Wir waren alleine.
Der riesige Grabstein mit den geflügelten Skelett und der Sense ragte wie ein erstarrter Wächter über der Gruft tief unter der Erde. Selbst die Treppen waren nicht von Eis und Schnee verschont geblieben. Der kalte Teppich breitete sich von Grabstein zu Grabstein weiter aus. Vorsichtig legte ich die Hand an den kalten Stein und wische die Eisblumen weg.
Hier ruht Timothy Nelson Skellington.
Ein guter König und Vater.
In Gedenken für seine Frau Alice und Sohn Jacob.
1937-1980
Ich kam oft zu diesem Grabstein, um einfach nur diese Sätze zu lesen. Er schien also auch mal Kürbiskönig gewesen zu sein. Lange hatte er nicht gelebt, wurde wohl von einen Ungeheuer umgebracht. Bestimmt war er mächtig, groß, stolz, stark und offenherzig und ein guter König für diese Stadt. Wie war wohl seine Frau Alice? Eine schlanke, wunderhübsche Gestalt mit langen, schwarzen Haaren und einen gutmütigen Charakter? Sehr Geduldig und eine liebende Mutter für ihren Sohn Jacob, der später auch einmal in seine Fußstampfen treten würde, um sein Reich regieren zu können.
Was er wohl auf all seinen Wegen erlebt hat? Die erste Begegnung mit einem Menschen? Den Krieg zwischen Werwölfen und Vampiren? Ein Held, der sein Dorf vor einem Serienmörderpaar befreit hat?
Vielleicht hatte er damals auch eine große Liebe, einen Butler, der immer für ihn da war und eine wölfische Freundin.
Klingt sehr unwahrscheinlich.
Und woher ich das weiß?
Weil ich Jacob Skellington bin. Zwölfter Kürbiskönig über Halloween Town und beliebtester Untoter von allen.
„Jack?“ fragte eine süße Stimme hinter mir. Ich wandte mich um und sah ihr in die Augen.
„Das ist doch der Grabstein deines Vaters, oder? Du denkst immer noch an ihn.“
„Manchmal.“, antwortete ich und stand wieder auf.
„Weißt du, wenn du das alles miterlebt hast, ist es schwer, alles wieder vergessen zu können. Aber ich habe mir geschworen, ihn endlich in Frieden ruhen zu lassen. Denn jetzt…“,
Langsam kam ich auf sie zu und nahm ihre Hand. „Jetzt zählst nur du in meinen Leben.“
Sally kicherte und wurde knallrot.
„Bitte kümmere dich nicht zu sehr um mich, du hast schließlich auch Pflichten. Und auch das Dorf braucht dich. Du hast ja selbst gesehen was passiert, wenn sie eine Diskussion führen: Es endet mit blutenden Nasen und dann hat man kostbare fünf Minuten verloren.“
Genau das war es, was ich so sehr an ihr liebte. Sie war zwar nun abhängig von mir, aber sie konnte damit leben, emanzipiert zu sein, und das musste sie sein, bevor sie mich kennenlernte. Oder wohl eher andersrum.
Ich liebte dieses Mädchen.
Ich kannte sie seid mindestens achtzehn Jahren und hatte sie damals, als wir noch Kinder waren, öfters in gefährliche Situation mit reingezogen. Doch trotzdem konnte sie mir das nie so übel nehmen wie ihr Vater, Professor Finkelstein.
„Sally, wie solltest du meine Zeit verschwenden?“ fragte ich und nahm sie in den Arm.
Nie mehr einsam, für immer gemeinsam.
 
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