What have you done?

von Banshee2
GeschichteAllgemein / P18
Alice Grinsekatze Herzkönigin
09.10.2011
27.03.2013
11
14304
 
Alle Kapitel
14 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Nervenheilanstalt Rutledge 1873

Alice Little saß bewegungslos auf ihrem Krankenbett, den Blick starr auf das Fenster gerichtet.
Sie trug einen grauen, schmuddeligen Kittel, der den mageren  Körper nur mäßig bedeckt.
Ihre Schwarzen Haare waren kraftlos und hingen ihr zerzaust über die Schultern.

Ihre Blässe verlieh ihre Erscheinung ein nahezu lebloses Aussehen.
Sie zeigte keinen Anschein von Leben. Ihr Blick war leer.
Sie wirkte zutiefst befremdlich.
Es war, als wäre sie gerade ganz wo anders.
Wie in einer fremden Welt.

Niemand passte besser in die düstere Atmosphäre der Anstalt wie Alice.
Sie schien sich den trostlosen, alten Wänden, an denen jeglich ein paar von Alice selbst gemalten Bildern hingen, und der kalten Umgebung perfekt angepasst zu haben.
Alice bewegte sich keinen Zentimeter, man konnte nicht erkennen ob ihr Oberkörper sich langsam hob un senkte.
Doch es musste wohl so sein, sonst wäre sie tot-
Irgendwie war sie das auch.  Auf eine seltsam verdrehte Weise.

Auf dem kleinen Nachtschränkchen stand eine verstaubte Spieluhr, die das Zimmer mit skurrilen Klängen erfüllte.

Er fragte sich, woher diese Uhr kam.
Soweit er sich erinnerte, hatte Alice bei ihrer Einweisung keine persönlichen Dinge bei sich,
abgesehen von einem Spielzeug: Einem abgewetzten Kaninchen, das sie mit ihren knochigen Händen krampfhaft umklammert hielt.

Schon oft hatte er ihr angeboten ihr eine neues Stofftier zu kaufen.
Eines das noch alle Augen besaß und nicht so widerwärtig stank.
Doch sie hatte ihm wie so oft nicht zugehört.

Dr. Aungus Bumby saß auf einem Sessel, während er sie so analysierte.
Für gewöhnlich brauchte sie immer etwas Zeit, bevor sie mit der Sitzung beginnen konnten.

Doch ihm wurde schnell bewusst, dass für Alice rein gar nichts als typisch oder alltäglich zu bezeichnen war.
Sie war unvorhersehbar.
Eine Tatsache die ihn gleichzeitig erschrank und enorm faszinierte.
Sie war etwas Besonderes.

Ohne jeden Zweifel litt sie an einer ausgeprägten, psychischen Störung, und er hatte noch keinen Erfolg mit den üblichen Behandlungen erzielt.

Trotzdem versuchte er zu ihr durchzudringen, und ihre krankhafte Psychose aus der Welt zu schaffen.
Er räusperte sich und sah ihr tief in ihre froschgrünen Augen.
Manchmal führte das zu einer Reaktion, doch heute nicht.
Seine Geduld neigte sich dem Ende zu.
'Was ist los, Alice?' Er bemühte sich Augenkontakt mit ihr aufzubauen, doch seine Anstrengung misslang.

Dann öffnete Alice ihre trockenen Lippen und begann kaum hörbar zu flüstern.
'Meine Eltern sind gegangen.'
Ihren Augen ließen keine einzige Emotion zu.
Noch immer glotzte Alice stur aus dem Fenster.

Laute Stimmen drangen von draußen in den Raum.
Es spielten dort einige Kinder, man hörte sie lauthals lachen und kichern.

Bumby startete einen zweiten Versuch.
'Was ist das Problem , Alice?´
'Etwas ist zerbrochen. '
Ihre Stimme war fast tonlos.
Augenblicklich formulierte er die nächste Frage, als hätte er Angst ihr Stimme könnte sonst noch ihre letzte Energie verlieren.

'Was ist zerbrochen?' Er  bemühte sich seine Worte nicht zu begierig klingen zu lassen.

Urplötzlich wendete sie ihren Blick von dem Fenster ab und blickte ihm intensiv in die Augen.
Ihre grünen Augen blitzten.
Nun ertönten ihre Worte äußerst klar und entschlossen.

'Ich bin es.'
Dann ging alles ganz schnell.....
Review schreiben