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100 Thema Challenge ~ LietPol

von Tinitrice
DrabbleLiebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Litauen Polen
01.10.2011
02.06.2013
40
6.587
 
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Dieses Kapitel
1 Review
 
01.10.2011 390
 
22. Mother Nature – Mutter Natur

Mėnuo hatte Saulė längst abgelöst. Ihre Kinder Žvaigždės schmückten den Nachthimmel.
Ein Lagerfeuer tanzte inmitten der Lichtung, und nur wenige hatten genug Energie, Gabija weiterhin zu begleiten.
Wie in Trance beobachtete er die Person, die er liebte, vom Flammenschein erleuchtet. Feliks hielt in seinem Tanz inne und trat an ihn heran. Stumm streckte er ihm eine Hand entgegen, aber Toris schüttelte den Kopf. Seufzend ließ sich Feliks neben ihm am Fuß der Eiche nieder und legte den Kopf auf seine Schulter.
Eine Frau in ihrer Nähe flocht ein paar Roggenähren und sang dabei leise: „Davei manei, Žemele, duodame ir tau.“

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Wow, ich muss ganz ehrlich sagen, ich hatte noch nie so viel Spaß, Nachforschungen anzustellen!
Bei dem Thema Mutter Natur hab ich sofort an Naturgötter denken müssen, und davon hat die baltische Mythologie reichlich!

Fangen wir der Reihenfolge nach an:

Mėnuo ist der Gott des Mondes und der Ehemann von Saulė, der Sonne, die für Fruchtbarkeit, Leben und Gesundheit steht und eine der höchsten Göttinnen ist.
Es gibt verschiedene Erzählungen, und eine spricht davon, wie Mėnuo Saulė mit Aušrinė, dem Morgenstern, betrog und von dem Gott des Donners, Perkūnas, in zwei Teile gespalten wurde. Allerdings hat Mėnuo nicht aus seinem Fehler gelernt, weshalb diese Strafe jeden Monat wiederholt wird.
Eine weitere Erzählung besagt, dass Mėnuo und Saulė geschieden sind, aber beide jeden Tag ihre Tochter Žemyna, die Erde, besuchen, wodurch der Wechsel von Tag und Nacht erklärt wird.

Žvaigždės sind die Sterne, und sind eigentlich in jeder Form der baltischen Mythologie die Kinder Saulės, aber in manchen Versionen auch die gemeinsamen von Sonne und Mond.

Gabija ist die Göttin des Feuers und des Herds und auch für die Harmonie in der Familie zuständig.

Interessanterweise ist Perkūnas neben dem Donner auch der Gott des Regens, Himmels, der Berge und der Eichen, weshalb ich diese oben noch miteingebaut habe.

Der Satz „Davei manei, Žemele, duodame ir tau.“ („Du hast uns gegeben, Mutter Erde, deshalb geben wir dir ebenfalls.“) ist eine Danksagung an das Land selbst und ermutigt es, weiterhin fruchtbar zu bleiben.
Die Frauen flechten nach der Ernte Getreideähren und opfern sie den Jievaras, Hausgeistern, die für den Schutz von Getreide zuständig sind.

So, genug davon! Das nächste Kapitel ist mein absolutes Lieblingsdrabble, da freu ich mich schon seit Ewigkeiten, das endlich posten zu können!
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