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Black & White - Projekt

GeschichteAllgemein / P12 / Gen
28.09.2011
05.10.2013
4
1.341
 
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28.09.2011 528
 
Ich ging durch die Straßen, doch bekam ich nichts mit. Alles in meiner Welt war erfüllt von der Musik, die durch meine Ohren bis zu meiner Seele zu dringen schien. Eigentlich, ja, eigentlich mochte ich dieses Lied nicht einmal, ich hasste den Text, aber dennoch war da der Bass, dieser Bass an dessen Rhythmus mein Herz sich anzupassen vermochte, so als wären sie schon immer im Gleichklang gewesen. So war in diesem Moment nicht dieser letzte, warme Herbstregen wichtig, oder die Tatsache dass mein iPod mit dem Wasser kaputt gehen könnte. Nein, die wichtige Tatsache  war, dass ich an nichts dachte, das einzige aus dem ich Momentan bestand war die Musik und mein Herzschlag. Nicht die lästigen Gedanken die mich sonst immer verfolgten.
Erst als ich bemerkte, das es trocken war, als das Lied zu Ende ging und ich merkte, dass ich auf meinem Bett saß fing alles wieder an. Die Gedanken, der Schmerz und der Hass in mir. Alles fing wieder von vorne an. Ich schaltete meinen iPod aus und legte mich auf mein Bett, starrte einfach die Decke an und versuchte wie so oft Muster in diesem tristen Weiß zu erkennen. Nichts. Wie immer eben. Wie immer wenn Stille eingekehrt war. „Die Stille vor dem Sturm..“, dachte ich verbittert, voller Ironie. Das äußerte sich wohl auch an meinem Gesichtsausdruck, denn ich blickte mit einem bitteren Lächeln weiter auf die Zimmerdecke, dieses langweilige Weiß. Ich wusste doch am besten ganz genau, dass der Sturm schon längst ausgebrochen war, nein, er war sogar schon seit längerem vergangen.
Dieser Sturm hatte sozusagen mein Leben auf den Kopf gestellt, hatte letzten Endes nur Zerstörung hinterlassen. Ja, so wie die Liebe eben immer Zerstörung hinterließ, so hatte sie auch aus mir ein seelisches Wrack gemacht. Nur mit einem kleinen Unterschied: Andere erholten sich nach einer Weile wieder, wurden wahrscheinlich von ihren Freunden aufgemuntert und sie suchten sich jemanden neues, den sie lieben konnten. Bei mir war dem nicht so. Ich lebte nur noch durch die Musik. Mein Leben war nur noch ein einziges Wechselspiel zwischen Musik und Stille, denn etwas anderes besaß ich nicht mehr. Meine Eltern hatten sich noch nie sonderlich um mich gekümmert, eigentlich war ich ihnen immer schon egal gewesen und all meine Freunde haben sich von mir abgewandt, immerhin habe ich mich für ihn und gegen sie entschieden, auch wenn ich sie mein Leben lang schon kannte. Ich war blind für seine großen Fehler gewesen, ich hatte immer wieder darüber hinweg gesehen.
Plötzlich riss ich mich von meinen Gedanken wieder los, ich steckte mir die Kopfhörer meines iPods wieder in die Ohren und machte die Musik an, so laut wie es nur ging, so konnte ich wenigstens den Rest der Welt ignorieren. Und wieder fing dieses Wechselspiel aus Musik und Stille an. Und es würde sich mein ganzes weiteres Leben wiederholen, so lange bis ich sterben würde. Aber wer weiß.. vielleicht würde es ja im Tod nicht anders sein?

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Widmung:
Inspiration: die Stichpunkte, meine Zimmerdecke, ein Herbstgewitter
A/N: Der Text ist ziemlich spontan entstanden. Ich freue mich über Lob und Kritik und falls ihr Fehler entdeckt bin ich dankbar wenn ihr es mir sagt. ^^

Soph
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