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120er-Projekt: Smallville

KurzgeschichteAllgemein / P18 / MaleSlash
28.09.2011
22.09.2013
121
52.513
6
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28.09.2011 450
 
Der Kindergarten in Smallville. Die Kindergärtnerin hatte alle Hände voll zu tun, um die Rasselbande unter Kontrolle zu halten. Da wurde geschrieen, gelacht und eifrig mit der Fingerfarbe kleine Kunstwerke auf das Papier gebracht.

Und mitten drin Clark, der das auch ganz toll fand, aber nun leicht abgelenkt war, weil er plötzlich Lana sah. Er fand das Mädchen total nett. Und hübsch. Auch wenn sie meist still und leise auf einem Stuhl sass und nur reagierte, wenn man sie ansprach. Genau so wie heute, wo sie immer noch auf das vor ihr liegende weisse Blatt Papier starrte.

Die Erwachsenen sagten alle, dass es tragisch wäre, das Lana so früh ihre Eltern verlieren musste. Und dass sie deshalb so zart und labil wirkte. Wobei Clark keine Ahnung hatte, was labil überhaupt bedeutete. Aber egal, die Erwachsenen sprachen ohnehin immer von Dingen, die er nicht begriff. Und wenn sie meinten, dass es ein Glücksfall sei, weil die Tante von Lana sie zu sich nahm, anstatt sie in ein Kinderheim zu stecken… dann war das eben so. Clark hinterfragte das nicht gross. Er war einfach nur froh, das Lana hier war.

Deshalb wischte er seine farbigen Finger nun auch an seiner Malbekleidung ab, um dann zu Lana hingehen zu können. Denn feinfühlig wie er mit seinen vier Jahren war, fand er es nicht gut, dass sich Lana für die vielen bunten Farbtöpfe vor ihr nicht begeistern konnte. Das musste geändert werden, aber sofort!

„Lana, du musst die Finger in die Farbtöpfe stecken. Dann kannst du auch auf dem Papier malen“, erklärte Clark deshalb auch altklug, als er neben ihr zum stehen kam.

Lana blickte überrascht zu ihrem Kindergartengenossen, nur um dann einen Blick auf die Farbtöpfe und ihr Blatt Papier zu werfen. „Ich weiss nicht, was ich malen soll“, sagte sie dann leise.

Und irgendwie auch traurig. Was Clark gleich mal ändern wollte. Denn das Malen mit den Fingerfarben machte viel zu grossen Spass, um dabei traurig zu sein. „Mal doch eine Lokomotive. So eine alte, die mit dem grossen Ding vorne drauf, wo der Rauch raus kommt.“

Skeptisch sah Lana bei diesem Vorschlag auf. „Das kann ich nicht.“

„Ich helfe dir“, sagte Clark da ganz gentlemanlike. Denn er erinnerte sich gerade an etwas, was sein Dad gesagt hatte. Ein Mann musste helfen, wenn eine Frau Hilfe brauchte. Und Lana war ja so was wie eine Frau. Nur jünger. Und kleiner. Ein Mädchen eben.

Und so kam es, dass die Kindergärtnerin plötzlich sah, wie Lana und Clark miteinander versuchten etwas zu malen, was wohl – mit viel Phantasie – wie eine Lokomotive wirkte. Wobei sie erfreut realisierte, das Lana heute endlich mal wirklich lächelte. Aus ganzem Herzen und mit wirklicher Freude in den Augen.


ENDE
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