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120er-Projekt: Smallville

KurzgeschichteAllgemein / P18 / MaleSlash
28.09.2011
22.09.2013
121
52.513
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28.09.2011 642
 
Chloe wusste nicht, wie lange sie schon in der Kirche, in einer der vorderen Reihen, sass. Sie wusste nur eins, sie verspürte inzwischen eine friedvolle Ruhe in sich, während sie nach vorne auf den Altar und das Kreuz sah. Und als sich plötzlich jemand neben sie setzte, war sie nicht einmal überrascht als sie merkte, dass dies Clark war.

„Hey“, sagte Clark leise zu Chloe.

„Selber hey“, meinte Chloe lächelnd.

„Ich habe dich gesucht.“

„Und jetzt hast du mich gefunden.“

„Sieht so aus“, meinte Clark nickend. Mit starrem Blick nach vorne, während Chloe ihn ruhig musterte. Bis Clark seinen Blick dann doch löste und sie fragend ansah. „Weshalb bist du hier, in dieser Kirche?“

„Ich wollte ein bisschen Ruhe und Frieden tanken. Und ehe ich es mich versah, war ich hier“, antwortete Chloe ganz ruhig. „Seltsam… ich kannte die Kirche zuvor gar nicht.“

Für einige Sekunden herrschte Ruhe zwischen den beiden Freunden. Beide waren nachdenklich. Aber dann sprach Chloe wieder weiter.

„Und weshalb bist du hier in dieser Kirche, Clark?“

„Wie gesagt, ich habe dich gesucht. Du warst telefonisch aber nicht erreichbar. Und zu Hause warst du auch nicht. Also habe ich…“

„Was hast du?“

„…ich habe mich dann auf deinen Herzschlag konzentriert. Und ich habe ihn gehört und bin ihm bis hier her gefolgt.“

„Ich wusste gar nicht, dass du das kannst.“ Diese Worte sagte Chloe lächelnd und nicht halb so überrascht, wie sie es eigentlich hätte sein sollen. Denn sie wusste einfach zu gut, dass es an Clark noch vieles gab, welches dieser erst noch für sich selbst entdecken musste.

„Es war wohl auch Glück, dass es geklappt hat. Denn es ist schwierig, all die anderen Geräusche auszuschalten.“

„Ich bin froh, dass es geklappt hat.“ Bei diesen Worten nahm Chloe die Hand von Clark in die ihrige und drückte sie. Und so sassen sie für einen Moment still nebeneinander. Jeder für sich in seine Gedanken vertieft.

Minuten später, nahm Clark wieder das Gespräch auf. „Weisst du noch, früher in der Schule, als wir damals im Religionsunterricht in die Kirche mussten?“

Chloe lachte leise. „Du meinst an diesem ganz speziellen Tag, als der Pastor uns in der Kirche erzählen wollte, dass dieses Gebäude ein Ort Gottes und deshalb heilig ist. Und während er noch in seine flammende Rede vertieft war, ihm Jamie dann vor die Füsse…“

„…gekotzt hat. Direkt auf des Pastors neue Schuhe? Ja, genau diesen Tag meine ich“, sagte Clark leise lachend.

„Armer Jamie… dem war das damals ja so was von peinlich.“

„Es war ihm aber auch eine Lehre“, meinte Clark lächelnd. „Denn ab diesem Tag stopfte er sich nicht mehr ständig irgendwelche Süssigkeiten in den Mund, bis ihm fast schlecht wurde.“

„Ja, stimmt… und soviel ich weiss, hat der Pastor auch nie mehr eine Schulklasse zu sich in die Kirche bestellt, um diese mit seltsamen Reden zu langweilen.“

Chloe und Clark lachten gemeinsam, während sie sich an diese seltsame Situation zurück erinnerten.

„Chloe?“, hörte diese es dann leise neben sich fragen, während sie noch immer am lachen war.

„Ja?“

„Meinst du, dass wir irgendwann vergessen können?“

„Was vergessen?“

„Den Verlust…“

„Ach Clark“, seufzte Chloe traurig. „Den Verlust von geliebten Menschen werden wir niemals vergessen können. Aber es wird besser, mit der Zeit. Das verspreche ich.“ Und wieder drückte Chloe die Hand von Clark. Diesmal aufmunternd und mit dem Wissen in sich, dass sie recht hatte.

„Ich hoffe es…“, kam es leise von Clark. „Chloe?“

„Ja?“

„Es tut gut mit dir hier zu sitzen.“

„Ja… mir auch. Bleiben wir noch eine Weile?“

„Gerne.“

Und so sassen die beiden Freunde noch eine ganze Weile, dort in der Kirchenbank. Manchmal schweigend, manchmal redend, manchmal lachend. Und auch wenn sie nicht alle Probleme lösen konnten in der Zeit und nicht alle Zweifel und Ängste beseitigt wurde, so wussten sie nach diesen Stunden doch wieder, was ihnen ihre Freundschaft alles bedeutete.


ENDE
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