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Über den Anfang und Alltag von Team Minato

von Scarvy
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Hiruzen Sarutobi Kakashi Hatake Maito Gai Minato Namikaze Obito Uchiha Rin Nohara
26.09.2011
27.11.2011
13
33.361
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26.09.2011 2.153
 
Kapitel 7: Stadtrundgang

>> Nachmittags: Konoha/ Einkaufsstraße <<

Innerhalb kürzester Zeit erreichten Kakashi und Obito die Einkaufsstraße von Konoha.
Mit Bedauern musste der silberhaarige Junge feststellen, dass das mit den Regeln nur bedingt klappte. Denn sein Teamkollege sprach zwar nicht in direkter Gegenwart von ihm mit dem Welpen, allerdings sehr wohl indirekt. Denn es passierte nicht selten, während ihrer kurzen Strecke zur Stadt, dass jener mit davor gehaltener Hand zu diesem sprach oder sich zurückfallen ließ, um seinen Begleiter etwas zu zeigen.
Nach ein paar Anläufen hatte Kakashi bereits resigniert aufgegeben, Obito darum zu bitten, das zu lassen und nicht ihre Zeit zu verschwenden. Dieser Kerl wollte es einfach nicht verstehen, soll der doch mit seinem neuen Freund reden und amüsierte Blicke von den Dorfbewohnern ernten. Er zu seinen Teil würde dann nichts damit zu tun haben und einen gewissen Abstand zwischen diesen wahren.

Konzentriert hielt Kakashi nach einem Geschäft für Tierbedarf Ausschau, bisher war ihm keine Tierhandlung in Konoha aufgefallen, aber nun beim genaueren Hinsehen konnte er schnell eine ausmachen. Ein buntes Schild mit allerhand von Tieren darauf zierte dessen Eingangstür. Im Schaufenster waren sämtliche Artikel für Haustiere zur Schau gestellt worden. Einige Dinge hatte er noch nie gesehen und kannte er gar nicht. Oder seit wann brauchen Tiere Jäckchen und Schuhe?
Mit hängenden Schultern und Händen in den Hosentaschen, die nicht deutlicher seine Unlust ausdrücken konnten, ging Kakashi zur Ladentür und öffnete diese. Bevor er eintreten konnte, drängelte sich Obito mit federndem Lauf an ihm vorbei. Noch ehe Kakashi ganz im Laden war, hörte er bereits die begeisterte Stimme seines Teamkollegen.

Finster dreinblickend nahm auch Kakashi sich einen Einkaufskorb um das Ganze zu beschleunigen. Gezielt griff er also nach einer Lederleine, einem grünen Halsband, Welpenfutter und einem Fellpflegeset. Dann ging er zu seinem Teamkameraden um zu schauen, was der bereits ausgesucht hat.
Uchiha war gerade dabei ein Körbchen auszusuchen, indem er den Welpen jedes Mal Probe liegen ließ und ihn fragte, wie er es findet. Als Antwort bellte der Kleine, rollte sich darin, wedelte glücklich vor sich hin oder tat alle drei Sachen gleichzeitig.
Dieses Szenario entnervte Kakashi völlig. Warum zog Obito das Ganze künstlich in die Länge? Und aus welchem Grund fragte er den Hund jedes Mal nach seiner Meinung, obwohl dessen Reaktion so nichtssagend ist. Das war wirklich mehr als sinnlos und er würde sich dies hier nicht länger antun, deswegen schritt er mit harscher Stimme ein: „Obito, lass doch den Quatsch und sei nicht so kindisch. Nimm einfach irgendeinen Korb.“

Sein Gegenüber sah ihn entgeistert an, so als hätte er etwas völlig abwegiges gesagt. Statt auf das Gesagte einzugehen, deutete Obito auf Kakashis Einkaufskorb und entgegnete: „Der Kleine hat sich schon ein blaues Halsband ausgesucht. Sieh doch.“ Uchiha zeigte auf einen riesigen Stapel mit Kauknochen, anderen Hunde-Leckereien und Spielzeug. An der Spitze des Berges thronte ein dunkelblaues Halsband, welches um den Kopf einer Gummiente gelegt wurde.
Kakashi entglitten sämtliche Gesichtszüge und er sprach zischend mit zusammen gebissenen Zähnen, er rang merklich um seine Fassung. „Obito… ich hoffe das da vorne ist nicht dein Ernst. Was willst du mit dem ganzen Krempel?! Der Hund bleibt nur eine Woche bei uns! Sogar die Ente da ist größer als das Vieh!“

„Nenn´ ihn nicht so! Die Sachen hat der Welpe sich selber ausgesucht! Zudem sind das gar nicht so viele! Nur Futter und Spielzeug!“, sagte Obito nun auch genervt und murmelte nach einer Weile mit gedämpfter Stimme, mehr zu sich selbst: „Boah, so ein langweiliger Spielverderber…“
Letzteres entging Kakashi natürlich nicht und er ging auf diesen zu. Er drückte Obito seinen Einkaufskorb in die Hände, er hatte nun echt genug von diesem Schwachsinn und sagte gereizt: „Gut, ich will dich keineswegs langweilen. Du bist hier eh der Hundeflüsterer, also kannst du die Einkäufe für das Tier sicher allein erledigen“, Kakashi überreichte ihm den Umschlag mit dem Geld, „Ich werde in der Zwischenzeit andere Dinge erledigen. Wir treffen uns in einer Viertelstunde vor der Akademie. “

Beim Überqueren der Türschwelle atmete Kakashi erleichtert aus. Obito schaffte es doch immer wieder ihn unnötig aufzuregen. Manchmal dachte er, dass dieser das extra provozierte. Aber in diesem Fall fürchtete er, dass er all die Dinge wirklich ernst meinte: Das Gerede mit dem Hund, die ganze unnötige Verpflegung für das Tier.
So oder so musste er sich nun überlegen, wie die ganze Mission weitergehen soll. Zunächst würde er versuchen das kindliche Benehmen dem Hund betreffend zu ignorieren. Allgemein durfte er nicht ständig auf Uchihas dämliches Getue eingehen, da es immer aufs Selbe hinauslief: Jedes Mal wenn Kakashi Obito auf sein Verhalten ansprach, verstand jener es einfach nicht und verteidigte sich vehement. Darauf wird der Silberhaarige immer genervter bis er schließlich so  gereizt ist, dass es in einen Streit ausartet oder es ihm zu blöd wird und er einfach verschwindet. Diese Woche kann er ihm aber kaum aus dem Weg gehen, er kann sich nicht vor seiner Aufgabe drücken.
Kakashi muss eine Weile damit klar kommen, dass sein Kollege sein kindisches und peinliches Verhalten nicht bemerkt oder gar ablegt. Er würde seinen Kameraden nicht ändern können. Denn das, was er Obito sagte, stieß vollkommen auf taube Ohren.

Mit diesen Gedanken ging Kakashi Hatake einige Straßen weiter entlang.
Die Einkaufsstraße war nur mäßig belebt. Hier und da hatten ein paar Händler Stände mit ihren Waren aufgebaut. Bei einem älteren freundlichen Herrn kaufte er sogar ein Buch über Hunderassen, da er es für sinnvoll hielt zu wissen, mit was für eine Art von Hund sie es zu tun hatten. Bei Gelegenheit würde er dem auf den Grund gehen. Bei einem Farmer kaufte er frisches Obst und Gemüse. Fleisch und andere Lebensmittel besorgte er ergänzend aus einem anderen Laden.
Voll bepackt mit zwei großen Einkaufstüten in den Händen machte er sich auf den Weg zur Akademie. Ein Blick auf die Turmuhr von Konoha, die so zentral stand, dass sie von den meisten Bereichen der Innenstadt aus einsehbar war, verriet ihm, dass die Viertelstunde schon längst vergangen war. Mittlerweile war er bereits zehn Minuten zu spät dran. Dieser Gedanke gefiel Kakashi ganz und gar nicht, da er selbst Unpünktlichkeit nicht leiden konnte. Darüber hinaus wollte er ungern Obito die Genugtuung geben, dass er zu spät zu seinem eigenen Treffpunkt kam. Aber was soll’s, was geschehen ist, ist geschehen. Nun konnte er daran auch nicht mehr ändern, dachte Kakashi mürrisch.

Nicht allzu gut gelaunt erreichte der silberhaarige Junge schließlich die Akademie und  bei dem Blick zur Eingangstür, verschlechterte sich seine Laune rekordverdächtig. Denn dort war keine Person weit und breit zu sehen. Sein werter Teamkollege hatte es nicht mal geschafft ein paar Artikel aus einer kleinen Tierhandlung auszusuchen und zu erwerben, in der Zeit,
wo er selbst sämtliche Einkäufe der nächsten Woche für seinen Eigenbedarf erledigen konnte.
Vor einer Bank auf dem Akademiegelände, stellte er seine Einkäufe vorsichtig ab und ließ sich seufzend darauf nieder. Vornüber gebeugt, rieb er sich mit einer Hand erschöpft über die Augen. Kakashi war nicht direkt ausgelaugt und körperlich müde, sondern nur geistig erschöpft. Die Mission hinterließ schon erste Spuren, dabei war er bisher nur die Hälfte der Zeit seit Beginn des Auftrages, mit dem Uchiha-Jungen zusammen gewesen. Allerdings hatte dieser ihn durch sein Getue und Gerede bereits dermaßen entnervt. Kakashi war so ein Umgang wirklich nicht auf Dauer gewohnt, auch beim bisherigen Training oder bei den anderen D-Rang-Missionen hatte er ihn soweit es ging ignoriert. Gelegentlich hatte er ein paar bissige Kommentare und Wortwechsel für diesen übrig, wenn er ihn völlig auf die Palme brachte. Aber noch nie musste er, während seines normalen Alltags mit ihm auskommen und verkehren. Auf diese Art von sozialen Kontakten hatte er bisher gerne verzichtet, damit er sich den restlichen Tag auf sein persönliches Training konzentrieren  und sich später am Abend dann erholen konnte.
Völlig in Gedanken versunken schloss Kakashi die Augen und legte seinen Kopf in den Nacken, er musste einfach mal für ein paar Minuten abschalten.
Nur das Lied des Windes und die ferne Geräuschkulisse aus der Einkaufsstraße durchfluteten seinen Verstand.
In diesem Zustand verlor Kakashi vollkommen sein Zeitgefühl, er döste gedankenverloren vor sich hin. Als der Junge plötzlich spürte, wie sich etwas vor seinem Gesicht hektisch hin und her bewegte, wusste er nicht mal, ob Sekunden, Minuten oder sogar schon eine Stunde vergangen war.
Leicht Erschrocken riss er seine Augen auf und griff blitzschnell und fest nach dem Etwas, was sich als die Hand seines Teamkollegen entpuppte.
Uchiha sah ihn bei dieser Reaktion leicht perplex an und grinste entschuldigend.
„Das nenne ich mal eine Bestrafung, mich minutenlang einfach zu ignorieren… ich hab´s ja verstanden, Kakashi. Es tut mir auch wirklich Leid, aber der kleine Welpe war ganz aufgeregt hin und her gelaufen, als ich ihn sein neues Halsband angelegt hatte. Noch bevor ich ihn anleinen konnte, war er mir aus der Reichweite gehüpft und ich musste ihn erst mal wieder einfangen.“ Obito lachte heiter auf. „Du glaubst gar nicht wie schnell der Kleine sein kann.“

Er hatte ihn minutenlang ignoriert? Okay, das ließ Kakashi ihn ruhig mal annehmen. Für nichts in der Welt würde er nun zugeben, dass er Obitos Erscheinen gar nicht bemerkt hatte. Kakashi konnte sich das selbst nur damit erklären, dass er wohl kurz eingenickt war. Zum Glück hatte seine Reaktion nicht darunter gelitten, sonst hätte er sich wochenlang anhören müssen, dass er doch tatsächlich auf einer Bank eingeschlafen war.
Unauffällig räusperte sich der silberhaarige Junge und warf einen kurzen Blick zu Obitos Rechten. In dieser Hand hielt er die neue Lederleine und am Ende von dieser strahlte ihn ein mit dem Schwanz wedelnder Welpe mit blauem Halsband entgegen. Keine zwei Meter daneben stand ein mittelgroßer Hundekorb, in dem drei Einkaufstüten platziert waren.
Darauf wandte er das Wort an seinen Kameraden: „Wie ich sehe, hast du alle Sachen, die das Tier braucht, bekommen. Ich habe mir schon Gedanken über die Unterbringung des Tieres gemacht und bin unglücklicherweise zu dem Entschluss gekommen, dass ich es mit nach Hause nehmen werde um es dort unterzubringen.“
Misstrauisch schaute Obito den Silberhaarigen an: „Was hast du vor, Kakashi? Wieso soll er ausgerechnet bei dir zuhause wohnen? Ich hatte nicht das Gefühl, dass du ihn gut leiden kannst.“
„In der Tat kann ich ihn auch nicht besonders leiden, aber ich hege auch keinen Groll gegen diesen. Deswegen möchte ich ihn sicher untergebracht wissen und entschuldige, wenn ich das nun sage, aber bei dir zuhause ist er sicher nicht gut aufgehoben“, entgegnete Kakashi.

„Wie bitte?! Was soll das denn bitte heißen?! Natürlich ist er bei mir sicher, ich würde auf ihn gewissenhaft aufpassen! Bei dir ist er nicht gut aufgehoben, du bist so einfühlsam wie ein Toastbrot! Du kannst dich gar nicht um so ein kleines Tier kümmern!“

Der empörte Tonfall seines Gegenübers färbte auf Kakashi ab und er antwortete nicht minder gereizt: „Du kannst doch kaum auf dich selbst aufpassen! Oder soll ich dich daran erinnern, wie du letztens im Wald, als wir nach diesem doofen Kater Toni gesucht hatten, in ein Sumpfloch getreten bist?! Wäre ich nicht in der Nähe gewesen, ständest du immer noch dort drin!“ Im ruhigeren Tonfall fuhr Kakashi fort: „Und bitte, untersteh´ dich darüber zu urteilen, wie einfühlsam ich bin. Du kennst mich doch gar nicht.“

„Ja, und wessen Schuld ist das? Meine sicher nicht. Du bist doch immer so mies gelaunt und ungesprächig, blockst alles ab, sobald wer mit dir redet.“

Nun runzelte Kakashi die Stirn, der Wendepunkt des Gesprächs gefiel ihm gar nicht. Für so eine Art von Unterhaltung hatte er nun wirklich keine Nerven, besonders nicht mit Obito als Gesprächspartner. Deswegen lenkte er das Gespräch geschickt wieder um: „Dieses Thema gehört hier nun wirklich nicht hin, wir haben doch ausgemacht, dass wir unsere Differenzen fürs Erste beilegen.“ Obito nickte zustimmend, sodass Kakashi weiter sprach: „Ich denke, dass es wirklich eine sinnvolle Idee wäre, den Hund bei mir mit unterzubringen. Schließlich habe ich ein eigenes Haus, wo genug Platz-“, der Silberhaarige hielt inne, konnte es kaum fassen, was er nun sagen würde, „ …wo er genug Platz zum Spielen hat.“
Die Wirkung des Arguments blieb nicht aus, denn Obito sah ihn euphorisch an und stimmte ihm sogar zu, da er dem Kleinen soviel Platz natürlich nicht bieten konnte. Letztendlich war der Uchiha-Junge sogar dafür, dass der Welpe bei seinem Kollegen untergebracht wird. Allerdings nur unter einer Bedingung.

Kakashi wollte diese Unterhaltung nun möglichst bald beenden und sprach unbedachte Worte, die er sehr bald bereuen würde: „Ist gut, Obito. Alles, was du willst.“

Kurzes Erstaunen blinkte in Obitos Augen, er hätte nicht gedacht, dass sein Kollege so schnell klein bei gab. Das Erstaunen wich in Sekundenschnelle zu einem fröhlichen breiten Grinsen, als er seine Bedingung stellte: „In Ordnung, der Welpe wird bei dir wohnen, ich aber auch.“
Kakashi entglitten sämtliche Gesichtszüge. Selbst unter dem Tuch, das sein halbes Gesicht bis zur Nase bedeckte, konnte man erkennen wie sein Mund leicht offen stand. Man sah, wie er mit Schrecken begriff, was er sich da eben eingebrockt hatte.
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