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And I May End Up Failing, Too

von Sake-chan
GeschichteDrama / P16
Aramis Athos D'Artagnan Porthos
25.09.2011
03.10.2014
3
6.515
 
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25.09.2011 1.895
 
Inspiration: Logan Lerman und die drei Musketiere... äh ja, eigentlich nur Logan Lerman

Und D’Artis (Ne, Kalia? ;D) unglaubliche Regenerationskräfte im Film (, die mich ja sowas von genervt haben. Ich meine, HALLO, der Typ ist von 'nem Dach gefallen, wird ungefähr fünfzig mal K.O. geschlagen, ach und erwähnte ich schon, er ist von EINEM DACH gefallen und läuft drei Stunden später einfach rum, als wär nichts gewesen?! Ok, es ist ein Film und er ist D’Artagnan, aber trotzdem. Hmpf.)
Ja, ich geb‘s ja zu, ich steh ein bisschen auf angst, Blut, whump und so was. Aber deshalb gibt’s ja auch ffs, nicht wahr? ;)


Titel: And I May End Up Failing, Too
Autorin: Sake-chan
Disclaimer: Die in dieser Geschichte als Vorlage verwendeten Charaktere gehören nicht mir, sondern entstammen dem auf Alexandre Dumas gleichnamigem Buch basiertem Film ‚die drei Musketiere‘.
Alleine die Idee des plots und die daraus resultierenden Handlungsstränge gehören mir. Geld gedenke ich hiermit nicht zu verdienen.
Rating: P16
Genre: Drama, Angst, Whump (wem das nichts sagt: Whump – 1. Eintrag)
Kapitel: 1/3
Beta: Nanohirn
Kurzzusammenfassung: Vor D’Artagnan’s Ankunft in Paris waren die Musketiere nichts weiter als gescheiterte Persönlichkeiten, Spielbälle des Schicksals einer Zeit, die keiner Helden mehr bedurfte. Aber dank D’Artagnans Jugend und Vertrauen in längst vergessen geglaubte Ideale sind die Musketiere wieder auf dem alten Höhepunkt ihrer Macht. Doch auch D‘Artagnan verändert sich, wird älter, wird vom Schicksal auf die Probe gestellt. Und als er eines Abends bei einer Begegnung den Bogen mal wieder überspannt, muss er bitter dafür bezahlen. [Spielt nach und basiert auf dem Film von 2011]



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And I May End Up Failing, Too




1. Part


D’Artagnan pfiff leise vor sich hin, während er durch die dunklen, verlassenen Gassen eines heruntergekommenen Pariser Viertels schlenderte. Die Großstadt schlief und bis auf ebendieses Pfeifen und dem Geräusch seiner federnden Schritte auf dem nassen Pflaster herrschte Totenstille. Nur gelegentlich durchbrach das schrille Quietschen einiger Fensterläden die Stille; die in die Schwärze starrenden Fenster, die sie umrahmten, glichen leeren Augenhöhlen. Es wurde langsam Herbst in der riesigen Stadt. Die Tage wurden immer kürzer, die Menschen immer scheuer und die Feuchtigkeit, die hier nie ganz verschwand, alldurchdringend.

Doch trotz der beklemmenden Kälte und des eisigen Windes, der böenweise durch die Gassen fegte und unter seine Kleider fuhr, war es D‘Artagnan wohlig warm - was auch an der für einen Burschen seines Alters beträchtlichen Menge Wein liegen mochte, die er bereits im Laufe des Abends getrunken hatte.

Er  war in guter Stimmung, in sehr guter sogar. Das Leben hätte es im Moment nicht besser mit ihm meinen können. Die Musketiere waren wieder auf dem alten Höhepunkt ihrer Macht, wenn ihr Einfluss nicht sogar größer geworden war als zuvor. Im ganzen Land und sogar bis weit über Frankreichs Grenzen hinaus waren sie bekannt und gefürchtet als die unbesiegten Verteidiger und Krieger des Königreichs. Und das alles – und an dieser Stelle konnte er sich eines schiefen Grinsens nicht erwehren – hauptsächlich wegen ihm. Ihm, D’Artagnan, der die Musketiere wieder wach gerüttelt hatte.

Außerdem war der bisherige Abend recht amüsant gewesen, er hatte eine Glückssträhne beim Spiel gehabt. Sein unschlagbarer Vorteil war, dass ihn die Gegner unterschätzen. Er war durchaus daran interessiert, die Fassade des Bauerntölpels, der sich zum ersten Mal an den Verlockungen der Großstadt versucht, aufrecht zu erhalten. Seinem unbedarften Benehmen nach wurde er oft für einen er blutigen Anfänger gehalten – was durchaus der Wahrheit entspräche, hätten ihm die Musketiere nicht den ein oder anderen recht nützlichen Kniff gelehrt.

Dazu kam, dass der Abend versprach, sogar noch besser werden, wie jeder Abend mit den drei alten Herren, wie er sie gerne nannte, und seiner Constance, wenn sie zusammen am Tisch saßen, plauderten, tranken.

Beim Gedanken an Constance stahl sich ein feines Lächeln auf sein Gesicht. Es schien gut mit ihr zu laufen und sie bekam immer öfter die Erlaubnis der Königin, einen Abend in seinem Haus zu verbringen.


Immer noch munter pfeifend bog er um die nächste Ecke - und prallte hart gegen eine ebenfalls just in diesem Moment um die Ecke kommende Person. Seine Welt machte einen ruckartigen, schlingernden Satz, und ehe er sich versah, war er auch schon äußerst schmerzhaft auf dem Hosenboden gelandet.

Es dauerte einen Moment, bis sich sein schwankendes Blickfeld wieder normalisiert hatte.

„Was fällt Euch eigentlich ein, könnt Ihr nicht aufpassen?“, entfuhr es ihm gereizt.

Immer noch auf dem Boden sitzend, sah er auf, die Augenbrauen wütend zusammengezogen und sich die schmerzenden Ellenbogen reibend.

Der Andere war hoch aufgewachsen und schlank, zumindest soweit D’Artagnan das unter dessen dunklem Umhang und im Dämmerlicht des Mondes erkennen konnte. Mit leicht zurückgelehntem Oberkörper stand er da, breitbeinig und die Hände in die Hüften gestemmt. Sein Mantel war aus dickem purpurnem Brokat, sein reich besticktes Lederwams erstrahlte in den Farben der Saison – nicht, dass D’Artagnan diese kennen würde, hätte Constance sie nicht gelegentlich erwähnt – und der große Hut, der seine sorgfältig frisierten Locken bedeckte, war mit einer geschwungenen Feder versehen. Sowohl seine selbstsichere Haltung als auch seine edle Kleidung verrieten: Das hier war ein
Mann von Adel.

„Oh, was haben wir denn da? Er sieht ein wenig aus, wie ein aus dem Nest gefallenes Küken, findet ihr nicht?“, fragte der Mann, D‘Artagnans Frage schlichtweg übergehend, und hob eine elegante Augenbraue. Im Hintergrund erklang Gelächter und erst jetzt bemerkte D’Artagnan die Umrisse zweier weiterer Männer, die jetzt zu dem ersten aufschlossen. Sie waren ähnlich gekleidet, doch alleine aus ihrer Haltung und dem respektvollen Abstand den sie hielten, schloss D’Artagnan, dass sie dem ersteren an Rang und Einfluss unterlegen waren.

Und dann war da auf einmal eine Hand vor seiner Nase und ein Lächeln, das wohl hilfsbereit wirkend sollte. D’Artagnan fand es… herablassend, arrogant. Er empfand es als Demütigung. Er ignorierte die Hand also, und war mit einem Satz auf den Beinen und setzte bereits an zu sagen „Ich verlange eine Entsch…“, doch urplötzlich erfasste ihn der Schwindel und er brach mitten im Satz ab.

Als er gefährlich schwankte, packte ihn eine Hand am Arm, und hielt ihn fest.

„Na na, nur nicht so hastig, Bursche, Gott hat die Welt auch nicht an einem Tag erschaffen“, erklang die Stimme erneut, und diesmal meinte D’Artagnan das mitleidige Lächeln sogar zu hören.

Und dann war da dieses Gefühl der Hilflosigkeit, der Schwäche, das er so hasste. Und mit ihm kam die brodelnde, unbändige Hitze in seiner Brust, die ihn schon viel zu oft zu Dummheiten verleitet hatte und ihm seit neuestem wohl bekannt war. Früher war das anders gewesen. Da hatte er über solche Kommentaren gelacht.
Verdammt, er musste sich zusammenreißen, musste mit Selbstsicherheit und Sarkasmus kontern.

Er öffnete den Mund, nur um festzustellen, dass er auf einmal unfähig war, einen verständlichen Satz zu bilden. Versuchte es noch einmal, und scheiterte erneut, fühlte sich auf einmal wie ein Fisch auf dem Trockenen, schämte sich.

„Ohje, da hat wohl jemand zu tief in den Becher geschaut. Wie heißt du, Junge?“ Mit einem mühsam unterdrückten Knurren, das der andere mit einem Stirnrunzeln bedachte, schlug er die Hand an seinem Arm beiseite, und versuchte, den anderen mit einem kühlen Blick zu bedenken, obwohl er innerlich brodelte.

Für wen hielt dieser Mistkerl sich, dass er wagte ihn, D’Artagnan als betrunkenes Bürschchen abzustempeln, das Hilfe beim aufstehen brauchte? Der es wagte, seine Ehre so anzugreifen, sich so über ihn lächerlich zu machen?

„Ich muss Euch…“, er kämpfte. Höflich zu bleiben fiel ihm so unendlich schwer. Er schluckte hart.

„Ich fordere Euch auf…“, er rang nach Worten.

„Nehmt das zurück, verdammt!“, stieß D’Artagnan schließlich gepresst hervor.

Der Mann sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an.

„Und… wer seid… Ihr, dass Ihr eine solche Forderung stellt, wenn ich fragen darf?“

Ein freudloses Grinsen zuckte über D’Artagnans Gesicht, doch es erreichte seine Augen nicht. Er atmete einmal tief durch, bevor er antwortete.

„Schonmal was von D’Artagnan gehört?“

Jetzt stand dem anderen ehrliche Überraschung ins Gesicht geschrieben. Für einen Augenblick schwieg er – dann brach er in lauthalses Gelächter aus.

„Ihr seid also D’Artagnan?“, stieß er nach einer ganzen Weile zwischen zwei Lachern hervor.

„Das Küken der Musketiere, das sich herausnimmt, eine Entschuldigung für sein Pferd zu verlangen, aber selber nicht hinnehmen kann, wenn Ihn jemand zurecht als Trunkenbold bezeichnet? Meine Güte, man erzählt sich ja viel von Eurer Leichtsinnigkeit und… Arroganz, aber, dass tatsächlich alles der Wahrheit entsprechen würde…“

Jetzt war es vorbei mit D’Artagnans Geduld.

„Wagt es nicht noch einmal so über mich zu sprechen! Ihr habt doch keine Ahnung, über was Ihr Euch Euer Maul zerreißt!“, fuhr ihn D’Artagnan außer sich vor Wut an, machte einen Schritt auf ihn zu. Der andere schien nicht sonderlich beeindruckt, machte sogar Anstalten, sich umzudrehen.

„Ich fordere Euch heraus!“

„Haha, seht Ihn euch an, so hoffnungslos betrunken, dass er nicht einmal mehr einschätzen kann, wann es klüger wäre, sich nicht in Schwierigkeiten verwickeln zu lassen. Junge, ich gebe dir einen gut gemeinten Rat. Geh ins Bett, wo Bengel wie du um diese Uhrzeit hingehören.“

Und das brachte das Fass zum Überlaufen.

Mit einem Satz war er bei dem anderen, baute sich wutschnaubend vor ihm auf und fuhr wie ein Donnerwetter über ihn herein.

„Verdammt, ich sagte NEHMT DAS ZURÜCK! NEHMT DAS VERDAMMT NOCHMAL ZURÜCK, IHR MIESER SCHUFT!“, brach es aus ihm hervor. Inzwischen rasend vor Wut, dass er nicht ernst genommen wurde, riss er seinen Handschuh von seiner Hand und schleuderte ihn dem anderen gegen die Brust.

„Oh, seht, er will, dass ich mich entschuldige, soll ich Euch vielleicht auch gleich die Füße küssen? Ich fürchte, ihm ist nicht zu helfen.“, sagte er andere mehr zu seinen Begleitern als zu D’Artagnan. Und noch während er sich, ein merkwürdig wehmütiges Lächeln auf den Lippen, umdrehte um den wutschnaubenden D’Artagnan einfach stehen zu lassen, ging dieser auf ihn los.

„LAUFT NICH DAVON, IHR FEIGER WICHT! ICH SAGTE. LAUFT. NICHT. DAVON, IHR FEIGLING!“

D’Artagnan sollte nie realisieren, dass diese Beschimpfung wohl der Auslöser gewesen sein mochte, für das was jetzt kam. Bis zu diesem Zeitpunkt, und auch das realisierte D’Artagnan nicht, hatte der andere nur versucht, eine Auseinandersetzung zu vermeiden, zwar vielleicht nicht ganz geschickt, da in einer für einen Mann seines Standes typischen Art und Weise. Aber er war friedfertig geblieben und hatte D’Artagnan in der Tat nichts Böses gewollt. Aber als dieser ihn als Feigling beschimpft hatte, der größten Demütigung, die zu dieser Zeit unter Männern möglich war, hatte D’Artagnan den Bogen überspannt.

Noch während D’Artagnan auf ihn zustürmte, erstarrte der andere mitten in der Bewegung, ehe er sich ruckartig umwandte. Plötzlich lag tödlicher Ernst auf seinem Gesicht, als er D’Artagnan entgegensah.

„Überstrapazier meine Geduld nicht, Junge.“ Seine Stimme war nicht mehr als ein Flüstern, doch jeder der anwesenden drei Personen hörte es. Und die Schärfe, die darin lag. Den Zorn.

Mit dem ausgestreckten Arm fing er den  auf sich zustürzenden D’Artagnan vor der Brust ab und stieß ihn so kräftig von sich weg, dass dieser gut fünf Schritte nach hinten stürzte.

Dann, mit einem Schwung, streifte der andere seinen Hut und Mantel ab.

Ein gefährliches Grinsen huschte über sein Gesicht, mit dem er den wieder auf die Beine springenden D’Artagnan bedachte.

„Oh, moment. Ich glaube das hast du schon. Bereit, für deine Beleidigung zu büßen?“

Dann holte er aus.




______________________





To be continued.


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