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Prom Night

Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Gabe Saporta Nate Novarro
24.09.2011
03.10.2011
4
7.132
1
Alle Kapitel
12 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
24.09.2011 2.274
 
Disclaimer: Alleine die Idee der Story ist meine. Keine der Personen gehören mir. Der Titel stammt von Jeffree Stars 'Prom night' und hiermit verdiene ich kein Geld.

A/N: Es ist unglaublich, dass ich endlich mal wieder etwas Neues bringe.
Eigentlich hätte das hier ein Oneshot werden sollen. Es ist allerdings so lang geworden, dass ich mich dazu entschieden habe, einen Threeshot mit Epilog daraus zu machen.

Vielen Dank an Jessi (nltog) fürs Betan!

Kekse für Reviewer,
Schwarzleser werden leiden, versprochen!

Und jetzt höre ich auf zu reden und hoffe, es gefällt euch!

Cheers!

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„Oh nein, das muss echt nicht sein.“

„Lass es bleiben, bitte, Gabe.“

„Nicht er, jeder, nur nicht er.“

Ja, auf meine Freunde konnte ich mich stets verlassen. Doch anscheinend konnten sie sich nicht damit abfinden, dass ich mit William auf den Abschlussball gehen wollte. Wobei sie zuvor noch gesagt hatten, dass ich unbedingt ein Date für den Ball brauche weil man ja nicht alleine dort aufkreuzen konnte.

„Hör zu, Gabe“, begann Pete, „als wir gesagt haben, du brauchst ein Date, da haben wir nicht gemeint, dass du dir den größten Freak an der Schule aussuchen sollst.“

Er sah mich an, als wäre ich kurz davor meinen Verstand zu verlieren.

„Ihr wisst doch gar nicht, ob er wirklich ein Freak ist, ihr habt noch nie mit ihm geredet“, verteidigte ich ihn. Dass er mir bereits für den Ball zugesagt hatte, hatte ich meinen Freunden bisher verschwiegen.

„Das ist es doch. Wir haben noch nie mit ihm geredet. Und sonst auch niemand. Weil eben keiner mit ihm redet.“ Vicky verschränkte die Arme vor der Brust.

„Doch, ich habe mit ihm geredet. Und er scheint kein Freak zu sein. Ich habe ihn gefragt, ob er mit mir auf den Ball gehen will und er hat ‚ja‘ gesagt. Damit müsst ihr euch jetzt abfinden. Ob ihr es wollt oder nicht, er ist mein Date für den Abend.“ Jedem noch einen bösen Blick zuwerfend schnappte ich mir meine Schultasche und stürmte auf mein Auto zu, das, Gott sei Dank, in unmittelbarer Nähe stand.

Es war schön, dass sie mir immerzu ihre Meinung sagten, doch wenn sie beleidigend wurden, konnte ich das einfach nicht leiden. Menschen verurteilen, bevor man überhaupt mit ihnen gesprochen hatte, das war einfach nicht mein Ding und normalerweise wussten sie das auch.

Es klopfte an der Fensterscheibe. Ein breitgrinsender Nate stand dort und wartete darauf, dass ich das Fenster runterließ.

„Nimmst du mich mit? Sonst muss ich laufen“, sagte er.

Ich seufzte genervt, nickte aber, da er ein Gespräch bei der Schulleitung gehabt hatte und bei unserer kleinen Gruppendiskussion nicht dabei gewesen war. Und doch wollte ich seine Meinung wissen.

„Ich gehe mit William auf den Ball.“ Ich schielte zu ihm rüber. Wie immer kämpfte er mit dem Verschluss des Gurtes.

„Beckett?“, fragte er und hob interessiert den Kopf.

Mit zusammengepressten Lippen nickte ich.

„Cool. Vielleicht kommt er dann ja mal raus aus seiner kleinen Welt.“ Er grinste und beschäftigte sich dann wieder mit dem Gurt.

„Zumindest einer, der mir das nicht aus dem Kopf schlagen will.“ Ich ließ den Motor an, wartete allerdings noch darauf, dass Nate es endlich schaffte, sich anzuschnallen.

„Ach komm, du kennst die Anderen. Zieh das einfach durch. Außerdem glaube ich, der Kleine könnte echt mal Freunde gebrauchen.“

Die Tatsache, dass Nate William ‚der Kleine‘ nannte, brachte mich zum Lachen. Man muss bedenken, dass Nate knappe fünfundzwanzig Köpfe kleiner war als er.

„Der Kleine“, brachte ich immer noch lachend hervor und fuhr dann endlich vom Parkplatz.

Nate hatte Recht. Die Anderen hatten immer viel zu schnell viel zu viele Vorurteile. Ich sollte mich davon nicht unterkriegen lassen.

„Ich frage Alex“, kam es auf einmal vom Beifahrersitz. Beinahe hatte ich vergessen, dass da noch jemand saß.

Doch sobald ich verstand, was Nate gesagt und damit gemeint hatte, war ich froh, dass wir gerade an einer Ampel standen, ansonsten hätte das Ganze mit einer Vollbremsung als Schockreaktion geendet.

„Was?“ quietschte ich ihn an.

„Ja, ich frage Alex.“ Mit großen Augen sah Nate mich an und ich konnte sehen, wie er stark dagegen ankämpfen musste, nicht zu grinsen.

Es überraschte mich allerdings nicht wirklich. Der Schock war, natürlich, da. Immerhin hatte Nate immer gesagt, er wolle die Freundschaft zu Alex nicht kaputt machen, indem er ihm nur andeutend weismachte, dass er in ihn verknallt war. Und verknallt war tatsächlich das richtige Wort dafür. Wenn wir rumhingen und Alex ging, brauchte ich Ewigkeiten, einen quietschenden und schwärmenden Nate zur Ruhe zu bringen, was ich meistens nur mit Essen schaffte.

„Gabe? Hörst du mir zu?“ Ungeduldig wackelnd und kichernd sah er mich an. Wollte er etwa wissen, was ich davon dachte?

„Tu das. Aber ich dachte, du wolltest-“

„Nichts kaputt machen, ja, ja“, unterbrach er mich. „Aber na ja, ich sollte ihn fragen. Jetzt, da Patrick seinen inneren Schweinehund bekämpft und Pete gefragt hat.“

Stimmt. Hatte ich schon fast vergessen. Nate fiel wieder zurück in seinen Sitz, was bedeutete, er erwartete keine Antwort mehr von mir. Zum Glück. So sehr ich meinen besten Freund mochte, manchmal konnte er einem echt auf die Nerven gehen. Andererseits war ich froh, dass er des Öfteren genug Energie für uns beide hatte und immer daran dachte, dass ich gerne vergaß, meine Spickzettel rechtzeitig zu schreiben. Anders wäre ich gar nicht durch die Prüfung gekommen.

Ja, in der Prüfung kann man bescheißen.

Ich steuerte auf den Starbucks zu, was Nate sofort bemerkte. Mit großen Augen klatschte er in die Hände und wisperte beinahe irre das Wort ‚Starbucks‘ so lange vor sich her, bis wir den Parkplatz erreicht hatten.

Ich drückte ihm zehn Dollar in die Hand und schickte ihn zum Kaffee kaufen. Ob es eine gute Idee war, ihm bei seinem jetzigen Zustand noch Koffein auszusetzen?

Egal. Ich musste ihn ja nur noch zuhause absetzen.

„Bitteschön, Gabe und Dankeschön, Gabe“, sagte er, als er mir meinen Kaffee in die Hand drückte und selber an seinem nippte. „Scheiße, heiß.“

„Ja, Nate, das ist Kaffee. Der muss heiß sein“, lachte ich.

Wir entschieden uns, den Kaffee auf dem Parkplatz zu trinken. Und Nate startete wie immer eine Runde ‚Girl Talk‘.

„Also, du gehst mit William auf den Ball. Kannst du dir mit ihm was vorstellen?“ Er saß dort wie eine Therapeutin, die darauf wartete, meine Lebensgeschichte erzählt zu bekommen.

„Nate, ich habe noch nicht mal richtig mit ihm geredet. Ich hab ihn gefragt, ob er mit mir auf den Ball will. Er hat ja gesagt und wir haben abgemacht, wann und wo ich ihn am Freitag abhole. Das war’s.“ Jetzt verbrannte auch ich mir die Zunge am Kaffee, ließ es mir aber nicht anmerken.

„Ach, weißt du was Gabe? Ich glaube, du hast ihn nur gefragt, weil du entweder Mitleid mit ihm hattest oder weil du einfach nicht alleine auf dem Ball aufkreuzen wolltest.“ Er zog eine ‚Ich weiß Bescheid‘ - Schnute und sah mich erwartungsvoll an.

„Oder beides“, sagte ich leise. Nur nicht leise genug.

„Mann, Gabe, der merkt das doch. Der wird sich von dir voll ausgenutzt fühlen.“ Jetzt schmollte er, als ob er derjenige wäre, der mit mir auf den Ball gehen würde.

„Ich gehe davor mit ihm essen. Und ich will ihn auch kennen lernen, irgendwie.“ Ich beschäftigte mich nun voll und ganz mit meinem Kaffee und Nate legte seine Hand auf meine Schulter.

„Alter, gib ihm das Gefühl, wirklich an ihm interessiert zu sein. Ist besser so.“ Laut schlürfte er an seinem Kaffee.

„Also bitte, ich weiß was ich tue.“ Entrüstet sah ich ihn an, drückte ihm meinen Becher in die Hand und machte das Auto an.

„Bist du sauer?“ Diesen Blick kannte ich. So guckte er immer, wenn er dachte, er hätte etwas Falsches getan.

„Nein, aber ich muss in einer halben Stunde daheim sein. Der Ball ist übermorgen und meine Mutter will mit mir einen Anzug kaufen“, antwortete ich ihm schnell.

„Uuuh, Gabe. Ein Anzug“, kicherte er. Er war schon immer der Meinung, Anzüge würden mir stehen. Ich mied sie, so oft es ging.

Die restliche Strecke zu ihm blieb er ruhig. Dann ging es ums Aussteigen. Und als ob es nicht schon genug war, dass er sich nicht anschnallen konnte, schien abschnallen auch ein Problem für ihn zu sein, weswegen ich das dieses Mal für ihn erledigte. Bevor er die Türe zuknallte, lehnte er sich nochmal kurz vor.

„Nimm einen weißen Anzug, weiß steht dir. Und Alex kommt heute vorbei, wünsch mir Glück.“ Dann schlug er die Tür zu und rannte ins Haus. Ein weißer Anzug. Aha. Das musste ich meiner Mutter beibringen. Am besten tat ich das gleich, wenn ich ihr erklärte, dass ich mit einem Jungen auf den Ball gehen würde.

Zuhause angekommen hatte ich nicht einmal Zeit zum ausruhen. Kaum hatte ich meine Autotür aufgemacht, saß meine Mutter schon breit grinsend auf dem Beifahrersitz.

„Los geht’s“, sagte sie aufgedreht und ich fragte mich, womit ich es verdient hatte, nur hyperaktive Menschen um mich herum zu haben.

„Schnell!“, herrschte sie mich an, als ich nach ein paar Minuten des Anstarrens immer noch nicht losgefahren war.

Also knallte ich die Tür wieder zu und ließ den Motor an.





„Nein, Gabriel. Kein weiß.“ Kritisierend sah sie an mir herunter und zupfte hier und da ein bisschen am Anzug herum.

„Aber Nate hat gesagt, weiß steht mir“, nörgelte ich herum. Ich wollte einen weißen Anzug, egal was sie sagte.

„Wenn Nate sagt, du sollst dir einen Schwulenporno angucken, tust du das dann auch?“ Die Frage der Fragen. Und ich scheute nicht davor zurück die Wahrheit zu sagen.

„Ja.“ Trotzig verschränkte ich die Arme vor der Brust und weigerte mich, den dunkelroten Anzug in die Hände zu nehmen, den sie mir gerade hin hielt.

Schockiert sah sie mich an, drückte der Verkäuferin wieder den Anzug in die Hand und atmete einmal kurz tief ein.

„Was willst du mir damit sagen?“ Wieder begann sie, an mir rumzuzupfen.

„Dass ich mit einem Jungen auf den Ball gehe und der sicher einen schwarzen Anzug tragen wird“, warf ich ihr entgegen, in der Hoffnung, ich war nicht zu schroff.

„Okay, wir nehmen den weißen Anzug. Zieh dich um, damit wir zahlen können.“ Sie setzte sich auf einen der Sessel, die mitten im Laden standen und wartete darauf, dass ich fertig wurde.

In diesem Moment hätte ich zu gerne gewusst, was in ihrem Kopf vorging. Und auf den Stress zuhause wäre ich auch gerne vorbereitet gewesen. Aber es war eben so, dass ich weder das Eine noch das Andere wusste, also zog ich mich schnell um und saß eine Dreiviertelstunde später schon in meinem Zimmer, im Schneidersitz mit dem Laptop auf dem Bett und einer Flasche Cola in der Hand.

Kaum hatte Skype mich eingeloggt, attackierte Nate mich auch schon mit undefinierbaren Wörtern.

Nate [06:23pm]: asgsafgjkdsag.
Nate [06:23pm]: ezugfiuglwugiulsa
Nate [06:24pm]: GAAAAAAAAAAAAABEEEEEEE
Gabe [06:24pm]: WAS?
Nate [06:25pm]: ALEX HAT JA GESAGT! JA JA JA JA!!!!

Nate ging offline.

Hä? Also würde Nate mit Alex auf den Ball gehen. Aber warum ging er auf einmal Offline? Manchmal würde ich diesen Jungen echt gerne verstehen.Doch ich machte mir keine Sorgen um ihn… Wieso auch?

„Gabriel!“, kam es von irgendwo her.

Ignorieren war angesagt. Immerhin saß ich gerade bequem auf dem Bett und machte mir Gedanken darüber, wie das wohl aussehen würde mit Nate und Alex auf dem Ball.

„Gabriel!“ Ein weiteres Mal durfte ich es nicht ignorieren. Also seufzte ich und rappelte mich mühsam auf um mich die Treppe herunter zu schleppen.

„Was ist los, Dad?“, fragte ich genervt.

„Du gehst mit einem Jungen auf den Ball?“ Wütend sah er mich an.

Scheiße. Vielleicht hätte ich es meiner geliebten Stiefmutter doch nicht so ins Gesicht knallen sollen.

„Ja, Dad. Werde ich.“ Nervös biss ich mir auf der Unterlippe herum.

„Weißt du, es ist ja schön und gut, wenn du schwul bist, aber es enttäuscht mich sehr, dass du es mir nicht gesagt hast“, sagte er. Seine Bemühungen, ruhig zu bleiben, bei der Vorstellung wie sein Sohn mit einem Jungen auf einem Ball tanzte, war ihm ins Gesicht geschrieben.

Aber er liebte seinen Sohn ja und wollte ihn immer glücklich sehen und blah, blah, blah.

„Dad, hättest du es deinem Vater gesagt, wenn der ständig homophobe Bemerkungen von sich gegeben hätte?“ Ich lockerte meine Haltung, um mir ja nicht ansehen zu lassen, dass ich Angst davor hatte das Gespräch weiter zu führen.

Ich kannte meinen Vater und ich kannte mich, das Ganze hier lief durchaus Gefahr zu eskalieren.

„Natürlich nicht, aber Gabriel, du kannst doch nicht schwul sein!“ entfuhr es ihm und ich fing an zu lachen.

„Gerade sagst du noch, du bist nur enttäuscht, weil ich es dir nicht gesagt habe und jetzt kommt gleich die, 'Schwul sein ist falsch‘-Rede. Wirklich, Dad, denkst du das hält mich davon ab? Denkst du, ich verliebe mich von jetzt auf nachher in eine Frau und zeuge Kinder?“ Bei dem Gedanken daran wurde mir ein wenig schlecht. Ich war sowas von schwul.

„Wie redest du mit mir? Ich bin dein Vater! Was habe ich in deiner Erziehung nur falsch gemacht? Du stehst auf Männer!“ Verzweifelt setzte er sich auf den Boden.

„Du hast immer gesagt, du willst, dass ich glücklich bin. Und das gehört dazu. Also musst du damit leben.“ Das waren meine letzten Worte, bevor ich die Treppen hoch zurück in mein Zimmer stürmte, abschloss und den Laptop ausmachte. Es war zwar erst sieben Uhr, aber ich wollte heute mit Nichts und Niemandem mehr irgendetwas zu tun haben, also entschied ich mich dazu schlafen zu gehen.

Mein Vater klopfte noch ein paar Mal an der Türe und meinte, er wolle sich entschuldigen, doch ich musste erst einmal darüber schlafen.


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