Unverhofft kommt oft

GeschichteRomanze / P16 Slash
Jo
24.09.2011
24.09.2011
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Lärm riss mich aus dem Schlaf. Ich schaute verschlafen auf meinen Wecker. Es war gerade mal 7 Uhr morgens! Und das in meinem wohlverdienten Urlaub! Mein Name ist Jessy, ich bin 18 Jahre alt und mache eine Ausbildung zur Bankkauffrau. Ich wohne in Hannover in meiner schnuckeligen 2-Zommer-Wohnung. Das reicht erstmal zu meiner Person. Neugierig schaute ich aus dem Fenster und erkannte sofort die Quelle des Lärms: ein Umzugswagen vor dem Haus, in dem ich wohnte. Anscheinend zog jetzt jemand in die Wohnung gegenüber von mir, die schon seit einigen Monaten leer stand. Was ja auch kein Wunder ist. Vorher hatte dort ein asozialer Alkoholiker gewohnt, der die Wohnung total vermüllt hat. Die Wohnung musste grundsaniert werden. Ich streckte mich,um den neuen Nachbarn zu erkennen. Leider konnte ich niemanden sehen. Da ich jetzt sowieso nicht mehr schlafen konnte, ging ich ins Bad und ließ mir ein Bad ein. Ja, das ist eine meiner nervigen Angewohnheiten: Sobald ich morgens aufgewacht bin, kann ich einfach nicht mehr schlafen. Nach dem entspannenden Bad ging ich in die Küche und stellte die Kaffeemaschine und das Radio an. Während der Kaffee durchlief, föhnte ich meine Haare und flocht meine langen braunen Haare zu einem Zopf zusammen. Anschließend ging ich ins Schlafzimmer zurück und zog mir Hotpants und eine blau-weiß karierte Bluse an. Im Radio lief gerade mein absolutes Lieblingslied: „Monday morning“ von Melanie Fiona. Ich setzte mich an den Tisch, trank meinen Kaffee und wippte mit dem Fuß im Takt. Plötzlich hörte ich ein Miauen. Meine weiße Main Coon Katze Serenity schaute mich vorwurfsvoll an. Dieser Blick bedeutete, dass sie Hunger hat. „Oh, habe ich vergessen, dich zu füttern, meine Süße? Na komm, Mama gibt dir erstmal was zu fressen.“, säuselte ich liebevoll, nahm meine Kleine auf den Arm und trug sie einmal durch die Wohnung. Dabei liebkoste ich sie natürlich. Schließlich, als wir wieder in der Küche waren, ließ ich sie runter und füllte ihr Napf. Mein Blick fiel auf die Uhr.Oh Mist, schon 10 Uhr! Und ich wollte noch einkaufen. Also schnappte ich meine Tasche, packte meinen Schlüssel und meine Geldbörse ein und verließ die Wohnung. Der nächste Supermarkt war ein halbe Stunde mit dem Fahrrad entfernt. Dementsprechend freute ich mich jedes Mal aufs Neue, einkaufen zu gehen. Ich schnappte mir mein Rad und fuhr in Windeseile zum besagten Supermarkt. Es war natürlich wieder brechend voll. Total entnervt lud ich meine Tüten aufs Rad und fuhr wieder nach Hause. Na super, und nach dem ganzen Stress im Laden musste ich auch noch die schweren Tüten in den 3. Stock schleppen! Ich war schon fast oben, als jemand die Treppe runterlief, mich übersah und umrannte. Die Tüten flogen zur Seite und ich stürzte mitten im Flur. „Ey, kannst du nicht aufpassen?“, schrie ich die Person an. Sie drehte sich um und ich sah direkt in die sagenhaften Augen eines jungen Mannes. Er war sichtlich erschrocken. „Oh, tut mir leid, i-ich hab dich ...ähm... gar nicht gesehen.“, stotterte er. Ich konnte nichts weiter sagen oder machen außer ihn mit offenem Mund anzustarren. Meine Güte, sah der gut aus! Jetzt war ich diejenige, die stottern musste. „K-kann ja mal p-p-passieren.“ „Trotzdem. Tut mir leid. Hast du dich verletzt?“, fragte er fürsorglich. Ich begutachtete mich und sah, dass mein Knie heftig blutete. „Ne, du, ich tu nur so.“, kam von mir,als ich mich endlich wieder zusammengerissen habe. Der Typ schaute mich total zerknirscht an. Wer kann so einem „treudoofen“ Blick schon widerstehen? „Komm, wir räumen erstmal deine Tüten wieder ein und tragen sie zusammen hoch.“, schlug der schöne Fremde vor. Er half mir auf und gemeinsam räumten wir die Tüten ein und schleppten sie den Rest der Treppe hoch. Ich schloss meine Tür auf und gebot ihm mit einem Kopfnicken, mir zu folgen.