Abenteuer im Großreich der Dämonen

von Akio21
GeschichteRomanze, Fantasy / P16 Slash
Conrad Weller Gunther von Kleist Murata Ken Shibuya Yuri Wolfram von Bielefeld
21.09.2011
16.11.2011
6
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Es war später Nachmittag und eigentlich hätte Yuri zum Training gehen müssen, stattdessen lag er auf dem Bett in seinem zimmer. Er ließ noch einmal Revue passieren, was er vor kurzem erfahren hatte. Klar, das er ein Dämon war wusste er, aber bisher hatte ihn das nie gestört. Nun fühlte er sich irgendwie...anders. Zusammen mit Murata sollte er zwei Jahre in Shin Mazakou verbringen um dort die Geschichte seiner Art zu erfahren, kampf- und Reitunterricht standen ebenfalls auf dem Stundenplan und natürlich wie er seine Magie freisetzen und mit ihr umgehen könnte, sowie dergleichen mehr.
Zwei Jahre. Zwei Jahre sollte er sich von zuhause und seiner schule seinen freunden und allem was ihm wichtig war trennen. Yuri fühlte sich wie in einem Albtraum. Einen Moment dachte er daran fortzulaufen, verwarf den Gedanken aber sofort wieder. Sein Gehirn lief auf Hochtouren, als er vergeblich nach einer Lösung suchte. Zwei Jahre in einer fremden Welt, das bedeutete er käme zurück mit 18, hätte keinen Schulabschluss, was sollte er bei seinen Bewerbungen sagen? Ich kann reiten? Und was war mit Shori, wieso musste sein Bruder diese Tortur nicht über sich ergehen lassen konnte sich stattdessen auf seine Karriere konzentrieren, und Murata? Der wusste ohnehin alles, der brauchte nur den Abschluss nachzuholen mit einigen Tests, für den war das kein Problem vermutlich war er deswegen die ganze zeit die ruhe selbst geblieben, stieß ihm sogar den Ellbogen in die Rippen und grinste, klingt aufregend, nicht wahr, Shibuya?
Mit Shori konnte er nicht über seine bedenken reden, schon seit Jahren kämpfte Yuri gegen die übertriebene Fürsorge seines Bruders an. Seine Eltern waren begeistert, sie freuten sich sogar für ihn und Murata nahm die ganze Sache offensichtlich nicht ernst. Es half wohl alles nichts, er musste da durch. Während er überlegte, wie es wohl sein würde, wenn er sich aufgrund dessen, das er überhaupt keine magischen Fähigkeiten hatte, noch niemals auf einem Pferd gesessen oder ein Schwert in der Hand gehalten hatte, sich vor seinen Mitschülern blamieren würde und vom ersten Tag an wohl nichts weiter als Spott ernten würde, klopfte es an der Tür. Ohne auf sein herein zu warten, trat auch gleich Murata über die schwelle. „Yo, Shibuya“, grüßte er lapidar, „was ist, kommst du nicht zum Training“. Plötzlich verärgert über Murata´s Sorglosigkeit brummte er, was geht’s dich an, und überhaupt, kannst du nicht warten, bis man dich hereinbittet?“ Murata sah ihn überrascht an. „Deine Mutter hat mich hoch geschickt“, erklärte er dann. Nun stürzte auch noch Shori, durch die laute stimme seines Bruders alarmiert, herbei. Erfasste die Lage mit einem Blick, dem Shoriblick, und meckerte Murata an, „Siehst du nicht, das du hier unerwünscht bist, freund meines Bruders?“ Verlegen lachte Murata und kratzte sich am Kopf während Yuri am liebsten im Erdboden versunken wäre. Ob es wohl löcher im Boden gab, dort in Shin Mazakou? Überlegte er, als er schnell vom Bett aufsprang Murata hereinzog und Shori hinausschob um die Tür wieder zu schließen. „tut mir leid, Murata“, entschuldigte er sich, „es ist nur – zwei Jahre sind eine lange zeit“und sah seinem besten freund in die Augen. Zu seiner Überraschung sah dieser ihm verständnisvoll direkt in die schwarzen Augen. Aus irgendwelchen gründen hatte Yuri immer das Gefühl von Murata´s  Augen eingesogen zu werden, wenn ihn dieser so direkt ansah. „lass das“, kam es auch schon wie gewohnt in solchen Situationen von Ken Murata. Yuri wandte den blick ab, was sollte das, dachte Murata etwa er wolle ihn anmachen? Unangenehmes schweigen. „Wenigstens – wenigstens bin ich nicht allein“, dachte Yuri laut. „Huh?“ „immerhin kenne ich dich, Murata“, erklärte Yuri als er seinen freund ansah. „Du magst hier vielleicht Mister Super-schlau sein, aber du kannst genau sowenig reiten wie ich oder magische Tricks anwenden“.  Murata lächelte geheimnisvoll und schwieg. „Wenn dir das ein Trost ist,“ meinte er schließlich. „Was ist nun mit dem Training?“ Yuri schüttelte verständnislos den Kopf. Wie konnte Murata nur ans Training denken. „nächstes Wochenende sind doch die spiele“, sagte Murata.  ;Nächstes Wochenende sind wir doch gar nicht mehr da“, meckerte Yuri lauter als beabsichtigt. Hatte sein freund das etwa vergessen? „Ken-chan“ertönte eine gutgelaunte Stimme von unten, „bleibst du zum essen?“ Murata schob seine Hände in die Hosentaschen, sah Yuri an, verdrehte die Augen, als habe er ein kleines Kind vor sich, mit dem man sich nicht normal unterhalten konnte, und ging aus dem Zimmer, in die Küche hinunter. Yuri hörte ihn, wie er das Angebot seiner Mutter freundlich ablehnte. Er selbst hatte auch keinen Appetit, aber er wollte seinen Eltern keine Sorgen machen, und wer weiß, wie lange sie noch gemeinsam am Tisch essen konnten. Mit diesem Gedanken ging Yuri ins Esszimmer, setzte eine gutgelaunte Miene auf, und tat als würde er sich mächtig aufs essen freuen. Yuri behielt seine aufgesetzte gute Laune auch bei bis Sonntag, dem Zeitpunkt ihrer abreise.

Murata kam eine stunde früher vorbei um noch mit ihnen zu essen, und sich mit Yuri Mutter zu unterhalten. Yuri fragte ihn verwundert, wo er sein Gepäck gelassen hätte mit dem Ergebnis das alle ihn fragend ansahen, als hätte er soeben daran gezweifelt, das die erde rund sei. Aber Yuri wollte sich nicht aus dem Konzept bringen lassen, und fragte weiter, wie kommen wir dorthin, mit einer Rakete, daraufhin brach Murata in schallendes Gelächter aus. Shori und Yuris Mutter Miko-san, als auch sein Vater sprangen indes auf, um zu überprüfen, ob Yuri vielleicht Fieber hätte.
„Wir reisen durch die Dimensionen, Gepäck können wir nicht mitnehmen, es würde ohnehin nass“, erklärte Murata. Yuri verstand noch weniger. Wieso würde das Gepäck nass, wozu hatte er stundenlang die Koffer gepackt. Durch die Dimensionen reisen? Wie sollte das gehen? „Am besten du ziehst dich oben gleich aus“, fügte Murata hinzu. Ausziehen sollte er sich. Wer war hier verrückt, aber die Besorgnis seiner Familie galt immer noch ihm, Yuri nicht Murata. Yuri fühlte sich plötzlich schrecklich ahnungslos und einsam.
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