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Niemandsland

GeschichteAllgemein / P12 / MaleSlash
Caspar Reindl Demir Azlan Frank Wernitz Gebhard Schurlau Konny von Brendorp
21.09.2011
05.10.2011
2
3.704
1
Alle Kapitel
7 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
21.09.2011 2.039
 
Herzlich willkommen zum Zweiteiler zu der Folge *Niemandsland*

Ein paar Gedanken Konnys zu der Folge im TV...
Allerdings gehen sie in eine andere Richtung. *gg*

Würde mich sehr freuen, wenn ihr mir auch dazu wieder ein paar Zeilen dalassen würdet.
Ihr wisst doch, Reviews sind das einzige, womit man uns hier füttern kann.




Niemandsland

Autor: Lillikatze

Fandom: GSG 9

Disclaimer: Mir gehört nix! Weder die Jungs, die gehören Sat 1, (hätt‘ sie aber gern für mich *g*) noch der Inhalt der Folge.

Betaleser: Net Sparrow. Danke dir von Herzen dafür, dass du dich immer meinem Geschreibsel widmest und die letzten Fehlerchen aufspürst. Danke, danke, danke für deine Mühe.


4.1 = Gebhard *Geb* Schurlau
5.2 = Konstantin *Konny* von Brendorp
5.3 = Demir Aslan
5.4 = Caspar Reindl
5.5 = Frank Wernitz



Ein paar Gedanken zu der Folge Niemandsland. Einige Textpassagen stammen aus der Folge, also wundert euch nicht. Der Rest und die Gedanken sind auf meinem Mist gewachsen.
Und jetzt viel Spaß…


Niemandsland…

Was zum Teufel war bloß schiefgegangen? Eben noch war Demir hinter mir, hatte nur eine Person zu bewachen, während wir uns auf dem Rückzug befanden. Doch kaum hatten wir die Zielperson im Wagen untergebracht und wären abfahrbereit gewesen, als uns auffiel, dass unsere Nummer drei fehlte.
Wo steckte er nur? Er hätte sich doch nie im Leben von einer Person überwältigen lassen.
Irgendetwas war im Raum dermaßen schief gelaufen, so dass unser Quotentürke nicht zu uns gestoßen war. Vielleicht noch ein zweiter, den wir nicht gesehen hatten?

„5-3 fehlt!“, rief ich entsetzt, als mir sein Fehlen auffiel. Hektisch hatte ich mich umgesehen, doch die dunkelhaarige Gestalt des Quotentürken war nirgends auszumachen.
Sofort versuchte Geb, Meldung von ihm über sein Funkgerät zu erhalten, doch diese Aktion verlief leider erfolglos.
Ich bekam mit, wie der Verantwortliche Geb befahl, mit unserer Geisel zu verschwinden. Ich dachte nur, das ging doch nicht, Demir war nicht dabei, er war verschwunden. Und wir ließen nie jemanden aus dem Team zurück. Niemals!! *War ich im falschen Film gelandet??*, dachte ich noch.
Doch wir standen plötzlich unter Dauerbeschuss. Uns blieb wirklich nichts anderes übrig, als zu verschwinden. Frank und ich sprangen ins Fahrzeug und preschten zusammen mit Geb und der Zielperson davon.
Kaum waren wir bei dem Verantwortlichen der Aktion angekommen, begann das Wortgefecht zwischen Geb und dem Kommandanten des Specialteams Five, genannt T5.  Während Geb nach unserem vermissten Teammitglied suchen wollte, befahl uns der Kommandant, dass wir augenblicklich mit unserer Zielperson das Land verlassen sollten.

Plötzlich bemerkte ich, wie sich vor uns etwas tat. Ein Fahrzeug preschte heran, die Tür wurde geöffnet und eine schwarz gekleidete Gestalt sprang heraus. Zwei Mitverschwörer kamen heran, schleiften eine mir sehr bekannte Person mit Gewalt hinter sich her.
„Sie haben ihn!“, konnte ich gerade noch sagen, als sich mir die Eingeweide zusammenzogen. Sie prügelten auf die wehrlose Gestalt ein. Ich schluckte, krampfhaft. Es tat allein schon vom Zusehen weh, ich glaubte, selbst die Schmerzen zu empfinden, die Demir gerade erdulden musste.
An den Haaren zogen sie ihn hoch, die schmerzerfüllten Schreie fanden ihren Weg in meine Seele, bohrten sich wie Messerstiche in mein Herz. Demir konnte nun einen Blick auf uns erhaschen. Allerdings kam es mir so vor, als würde sein Blick nur den meinen suchen. Die Augen weit aufgerissen, der Mund mit einem lautlosen Schrei verzerrt… einfach furchtbar.
Eine schwarze Kapuze wurde ihm über den Kopf gezogen und das war jetzt selbst für Geb zuviel.
„Konny, Frank.. los!“, befahl er, wurde jedoch von Maurice Boutille, dem Anführer des T5, am Arm festgehalten. Noch einmal redete dieser Gebhard Schurlau ins Gewissen. Und so leid es mir tat, er hatte verdammt noch mal Recht.
„Geb!“, rief ich ihm zu. „Er hat Recht. Wir können hier keinen Krieg anfangen. Wir haben einen Auftrag!“ Auch wenn es mir in meinem Inneren das Herz zerriss… Demir hier zurückzulassen, das war das Schwerste, was ich tun musste. Aber ich war halt nun mal Mister Hundertprozent… ich musste einen kühlen Kopf bewahren. Ich musste innerlich bei der Bezeichnung grinsen, die mir meine sogenannten *Teamkollegen* verpasst hatten. Auch wenn ich diesmal die Regeln am liebsten ignoriert hätte.
Der Wagen mit Demir im Innern preschte nun zusammen mit einem weiteren Fahrzeug davon. Ich sah unsere Felle davon schwimmen, Demir noch zu retten. Aber es musste getan werden, was getan werden musste. Auch wenn es mir unheimlich schwer fiel, Geb davon abzuhalten, Demir zu befreien. Wer wusste schon, wo sie ihn nun hinbrachten. Wie sie ihn behandeln würden.

Schweren Herzens befolgten wir den Befehl und brachten den Gefangenen in unser Lagezentrum.
Geb wurde ins Büro unseres Kommandanten befohlen und der Rest des Teams entledigte sich zuerst einmal der Ausrüstung.

Ich spürte, dass die anderen beiden nicht damit einverstanden waren, wie wir gehandelt hatten. Aber was sollten wir schon tun?? Einen Krieg wegen Demir anzetteln? Wir hätten uns normalerweise im Kosovo nicht aufhalten dürfen, das mussten sie doch einsehen.
Ich versuchte mich zu rechtfertigen, als wir unsere Ausrüstung ablegten und an der Theke des Lagers abgaben.

„Demir war gelinde gesagt ziemlich aggressiv, und jetzt ist er verschwunden!“, sagte ich und spielte auf eine Szene zu Beginn noch im Lager an.
„Das schreibst du aber nicht in deinem Bericht!“, knurrte mich Frank an. Hoppla… unser Frank war aber ganz schön sauer. Und das konnte ich auf den Tod nicht ausstehen.
„Erklär du mir nicht meine Aufgabe.“, entgegnete ich dann auch ziemlich spitz.
„Das war Privatkram zwischen Demir und Geb. Der gehört nicht in einen Bericht!“, bohrte Frank weiter. Das wusste ich schon selbst und natürlich würde ich davon nichts hineinschreiben. Was dachte der Kerl denn von mir?? Obwohl… ich sollte doch besser nichts beschönigen. Was vorgefallen war, musste auch festgehalten werden, ob es mir passte oder nicht.
„Ich quittiere nur vollständige Sets!“, warf der zuständige Leiter der Ausgabestelle ein. Doch diesen Einwand ignorierte ich zuerst einmal. Ich musste erst Frank zurechtweisen, denn seine Art ging in meinen Augen jetzt mal gar nicht. Ich war nie erpicht darauf, diese blöden Berichte zu schreiben. Ich wollte nie Stellvertreter sein, dessen Aufgabe dies nun mal war. Geb hatte mich einfach nach Andis Unfall über den Kopf von Demir hinweg dazu gemacht. Und ich hatte bemerkt, dass es unserem Quotentürken schon einen Schlag in die Magengrube versetzt hatte. Insgeheim hatte er doch damit gerechnet, selbst dazu befördert zu werden. Daran hatte er eine Weile zu knabbern gehabt. Doch nicht lange, und er war froh gewesen, dass es ihm erspart geblieben war, die Berichte schreiben zu müssen. Dafür wäre er echt nicht der Richtige gewesen, wie er mir mal anvertraut hatte.

„Mein Job ist es, präzise Berichte zu schreiben. Ich erfinde nichts, lasse nichts weg. Ich schreibe einfach auf, was passiert ist!“ Man, konnte Frank denn keine Ruhe geben? Es nervte und ich spürte, wie es in mir hoch kochte. Meine Antwort war dann auch zickiger rübergekommen, wie ich es beabsichtigt hatte. Fühlten die beiden denn nicht, dass mir Demir’s Gefangennahme näher ging, als es normalerweise sein sollte?
„Das kenn ich irgendwie noch von früher!“, warf Caspar sauer ein. „Und andere analysieren das dann!“
Oh, nein… nicht Caspar auch noch. Mir reichte es so langsam. Ausgerechnet Caspar, der sonst so ruhig blieb, schlug nun in die gleiche Kerbe wie Frank.
„Verschone du mich mit deinem Ost-Komplex!“, gab ich dann auch pikiert Antwort und an den Ausgabeleiter gewandt: „Für dein Protokoll…, Demir’s Ausrüstung kommt später. Mit oder ohne       Mann!“ Ich hoffte, ich konnte entfliehen, bevor jemand den Schmerz in meinen Augen erkennen konnte, den ich in mir fühlen konnte. Natürlich war mir klar, dass es in den Augen meiner beiden Teamkollegen so aussehen musste, als wäre ich gefühlskalt, arrogant und zickig. Als ob mich das Verschwinden unseres Quotentürken kalt lassen würde. Dabei ging es mir alles andere als gut.

Immer wieder zog das verzerrte Gesicht Demir’s vor meinem inneren Auge vorbei, wobei sich meine Eingeweide schmerzerfüllt verkrampften. Kaum war ich außer Sichtweite der beiden, lehnte ich mich an die Wand und schlang meine Arme um meinen Bauch. Hoffte ich doch so, dass der brennende Schmerz verschwinden würde. Warum konnte ich den anderen denn nicht zeigen, wie ich mich fühlte? Stattdessen gab ich wieder das perfekte Bild des arroganten Adligen ab.
Ich betete nur, dass mich jetzt in diesem Zustand niemand der anderen zu Gesicht bekam. Als die Schmerzeswellen endlich abgeebbt waren, verzog ich mich dann auch schnell Richtung Toilette. Wenigstens konnte ich da wieder laufen, was vorher durch den Schmerz nicht möglich war. Dort angekommen schloss ich mich erst einmal in der hintersten Kabine ein und ließ meinem seelischen Schmerz freien Lauf. Erst danach war ich in der Lage, in einem stillen Eckchen den blöden Bericht zu verfassen, den ich dann Thomas Anhoff auf den Schreibtisch legte.

Einige Zeit später standen wir in unserem Besprechungszimmer und hörten uns eine Videobotschaft von Demir an, der alles von einem Zettel ablesen musste. Innerlich total aufgewühlt versuchte ich mal wieder meine Gefühle zu verstecken. Von mir unbemerkt knetete ich mit meinen Fingern mein nicht gerade vorhandenes Doppelkinn. So nervös war ich, so verzweifelt. Der Anblick meines Teamkameraden war einfach nur schrecklich. Nur wenige Stunden befand er sich jetzt in der Gewalt und sah schon so fürchterlich aus.

Und als Anhoff erklärte, dass Zradevic nicht gegen Demir ausgetauscht werden würde und stattdessen nach Den Haag geschickt wurde, glaubte ich, mein Herz würde in die Hose rutschen.
Ein Blick in die Gesichter meiner Teamkollegen und ich erkannte, ihnen ging es nicht besser. Auch ihnen hatte die kurze Nachricht unseres Quotentürken zugesetzt. Geb und ich tauschten einen Blick und ich erkannte darin Vorwürfe. Ihm ging nicht aus dem Kopf, was er und Demir sich im Lager an den Kopf geworfen hatten. Ich konnte ihn nur zu gut verstehen und ich wusste genau, dass er irgendetwas vorhatte.

Auch ich hatte ein schlechtes Gewissen. Wie wir beide die ganze Zeit miteinander umgegangen waren. Sticheleien, Schroffheiten… dabei war es doch ganz anders, als alle vermuteten. Doch darüber konnte ich kein Wort verlieren. Das war unser beider Geheimnis und ging niemanden etwas an.

Später traf ich Geb auf dem Flur vor unserer sogenannten *Ahnenwand*. Aktive und gefallene GSG9-ler hingen dort in Bildern verewigt. Geb wusste sofort, dass ich ihm nicht ans Bein *pissen* wollte, nur weil ich seinen Streit mit Demir im Bericht erwähnt hatte. Dazu kannte er mich bereits zu gut und hatte mich wohl auch deshalb zu seinem Stellvertreter erwählt. Er kannte meine Stärken viel besser, als zum Beispiel Caspar und Frank, die sich nicht erklären konnten, warum ich es erwähnt hatte. Mein Blick fiel auf das Bild von Andi, der sich nach dem Schusswechsel nicht mehr erholt hatte und nun mit einem Trauerflor um den Rahmen dort hing. Ich betete zu Gott, dass es noch lange dauern würde, bis mein Bild dort ebenfalls schwarz umrahmt hing. Noch hatte ich allerhand vor, aber man wusste nie, was ein Tag brachte, wenn man zu einem Einsatz gerufen wurde. Als Bundespolizist einer Spezialeinheit musste man damit rechnen, dass man am Ende eines Tages nicht mehr nach Hause kommen würde.

Und dann bat mich Geb um Hilfe. Er könnte jetzt einen Krümelkacker wie mich gut gebrauchen, um einen Plan auszuarbeiten, wie wir Demir da raus bekamen, ohne Anhoff Schwierigkeiten zu bereiten. Einen Plan, den er nicht nun wirklich nicht ablehnen konnte.
Und als ich ihm sagte, dass es meinen Job kosten könnte, wenn ich ihm half, da meinte er nur lapidar: Ich weiß!
Ha, als ob ich sein Angebot ablehnen würde. Nie im Leben. Ich wollte Demir da rausholen, koste es was es wolle. Und wenn ich meinen Job verlieren würde, ich würde keine Sekunde zögern, es zu riskieren. Für Demir würde ich es tun.  
Ob Geb wusste, um was er mich da bat? Wohl kaum. Er wusste nicht, was es mir bedeutete, ein Neuner zu sein. Was es mich gekostet hatte, mich gegenüber meinem Vater durchzusetzen, damit ich die Ausbildung machen konnte. Es herrschte ja weitgehend die Meinung, ich hätte es nur durch die Protektion meines Vaters geschafft. Leider war es genau das Gegenteil. Aber davon wusste niemand etwas und so sollte es auch bleiben. Es ging keine Menschenseele etwas an.



So, einen Teil gibt es noch. Ist also was ganz kurzes.

Zeit für ein Review??

eure Lilli
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