Faust auf Neudeutsch

GedichtDrama, Poesie / P12
19.09.2011
19.09.2011
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19.09.2011 401
 
Disclaimer: Faust gehört natürlich Goethe, aber das Gedicht und die Formulierungen sind alle MIR :)
A/N: Das war ne freiwillige Hausaufgabe, und ich als kreativer Freak habs natürlich probiert, und das ist dabei herausgekommen!
Erwartungen übertroffen, die Reime waren nicht mal gefordert *-*


Faust auf Neudeutsch



Ich studierte die letzten Jahre                                     
viele Dinge, ganz verschieden,
jetzt ergrauen meine Haare
und ich bin trotzdem unzufrieden.
Es ist anders als ich immer dacht‘,
dass Wissen allein mich glücklich macht.

Alles Lernen war ohne Sinn –
scheint’s mir, dass ich noch genauso bin
wie früher, ahnungslos bei dem, was wirklich zählt:
Dem wichtigsten Wissen auf dieser Welt.
Auch nach all der Studiererei fehlts mir daran,
dass ich Menschen bessern und verändern kann.

Die Schüler leben ihr eigenes Leben:
Parties, Spaß, nichts mehr wonach sie streben,
gänzlich fehlt ihnen die Wissbegier –
ich als Lehrer fühle mich so fehl am Platze hier.
Die Welt ist groß, die Welt ist weit,
hier rumzuhocken ist verschwendete Zeit.

So wandt‘ ich mich zur Zauberei
zu vergessen meine innere Tyrannei
um endlich zu wissen
die Antworten von allen Geheimnissen
die uns alle, mich am heftigsten,
Tag um Tag beschäftigen.

Das letzte verborgene Wissen der Erde –
ach dass ich ihnen doch habhaft werde!

Stund um Stund, so saß ich hier,
brütend über dem Papier.
Nie ging mir ein Lichte auf,
ich wünschte ich könnt scheißen drauf!
Viel lieber würd ich in der Nacht
das tun, was ich noch nie gemacht:
Im Dunklen quer durch die Natur
zu rennen, meine Sorgen abzuschmeißen
im Mondlicht baden wie zur Kur
die Geister der Nacht willkommen heißen.

Doch nein! Stattdessen sitz ich
hier in meinem Zimmer
tu meine Pflicht
und bin deprimiert wie immer.
Nur Unordnung umgibt mich hier:
Bücher, Staub, nutzloser Kram
kein Leben im Haus hier, außer mir
weil kaum einer noch zu mir kam.
Ich fühl mich ja selber schon wie tot!
Ich kann nicht mehr, ich sehe rot,
ich muss hier weg, ich muss hier raus
aus diesem gottverdammten Haus.

Die Wildnis soll mein Lehrer sein,
die Geister, Himmelskräfte, Sterne,
sie führn mich in ihre Lehre ein
lullen mich ein mit ihrer Wärme
werden meinen Kopf mit Freude füllen
und ihre Mysterien enthüllen.



13.09.11
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