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K-ON! Numb

SongficDrama, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
19.09.2011
19.09.2011
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Mal wieder ein neuer OS von mir ^^
Die Idee bekam ich während 'ner Autofahrt als ich das Lied Numb von Linkin Park hörte.
Da ich vereinzelt auch Textelemente von LP benutze kann man von diesem OS wohl von
einer Songfic reden ^^
Yoshi, genug geredet! Ich wünsche euch viel Spaß beim lesen ^^

Numb

"Verdammt, Mio... kann ein Mensch überhaupt so blind sein?", fluchte die braunhaarige Schlagzeugerin leise vor sich hin. Sie stand vor einem Spiegel und richtete das blaue Band ihrer Schuluniform. Ein schiefes Grinsen bildete sich auf ihrem Gesicht als sie ihr Spiegelbild betrachtete. Sie wirkte so... verändert...
Ritsus Augen schienen seltsam abwesend, ungewöhnlich nachdenklich... und enttäuscht?!
"Alles wegen ihr."

I've become so numb - All I want to do is be more like me and be less like you.


Für die schwarzhaarige Bassistin würde Ritsu einfach alles tun. Doch diese sah in ihr nur eine gute Freundin. Nicht mehr.
Kurz sah die Braunhaarige an sich hinunter, das blütenweiße Hemd war ordentlich in den himmelblauen Rock gestopft, das sandfarbene Haar war perfekt glatt gekämmt und die dunkelblaue Jacke war ordnungsgemäß zugeknöpft.
"Mio... hoffentlich gefalle ich dir so besser..." So oft hatte die Bassistin bereits Ritsus unordentliches Auftreten kritisiert. Vielleicht würde sie jetzt bemerken wie viel sie der Schlagzeugerin wirklich bedeutete.

I'm tired of being what you want me to be, feeling so faithless, lost under the surface.


Ritsus Augen begannen zu brennen und wässrig zu werden. Warum musste sie sich ausgerechnet in ein anderes Mädchen verlieben? Es war ja schon nicht einfach dass es sich um eine Person des eigenen Geschlechts handelte, aber musste es unbedingt ihre Freundin sein die sie schon seit Kindertagen kannte?
Die Braunhaarige ballte aus Zorn auf sich selbst ihre Hände zu Fäusten. So stark, dass ihre Knöchel weiß hervortraten. "Verdammt!" Mit viel Mühe schaffte sie es die Tränen zurück zu halten.
"Nee-chan, beeil dich oder du kommst zu spät zur Schule!", erklang die Stimme ihres jüngeren Bruders. "Ich komm ja schon, Satoshi."
Schnell griff sie sich ihre ebenfalls blaue Schultasche und eilte nach unten wo Satoshi, ihr Bruder, schon wartete.
"N… Nee-chan?" Sie sah ihn kurz fragend an, dann verstand sie. "Wollte mal was Neues ausprobieren", log sie kurzer Hand und zuckte zur Betonung kurz mit den Schultern. Satoshi verkniff sich weitere Fragen.
Auf halber Strecke trennten sich ihre Wege und Ritsu trottete lustlos daher. Normalerweise lief sie immer zusammen mit Mio zur Schule, doch in der letzten Zeit war der Schwarzhaarigen angeblich nicht nach Gesellschaft.
Die Braunhaarige seufzte leise.

In der Schule stand Ritsu vor einer fassungslosen Mio. "R-Ritsu... warum?", stotterte sie mühselig.
Die Angesprochene kratzte sich kurz am Hinterkopf und grinste schwach. "Ich hab mir gedacht es wäre wohl langsam an der Zeit erwachsen zu werden...", meinte sie ernst und das Lächeln auf ihren Lippen verschwand.
Die jungenhafte Art und Weise in der sie normalerweise sprach war komplett weg. Während sie redete schien es so als würden ihre Augen den letzten Funken Glanz den sie noch besaßen verlieren.
Sie wirkten leer... und abgestumpft. Gefühllos.
Mio schwieg, vielleicht war sie auch einfach nur sprachlos. Sie schluckte kurz, drehte sich um und ging wortlos. Ritsu sah ihr nach.
Äußerlich wahrte sie eine perfekte Maske, innerlich spürte sie wie irgendwas zerbrach.
Vielleicht ihr Herz... oder ihre Seele?
Wahrscheinlich beides.

Every step that I take ist another mistake to you


Ritsu trottete wie in Trance zu ihrem Platz und ließ sich kraftlos auf ihren Stuhl fallen, Mugi und Yui's sorgenvolle Blicke im Nacken. Es störte sie nicht.
Kurz bevor der Unterricht anfing war Mio wieder zurück gekommen. Aus den Augenwinkeln beobachtete Ritsu heimlich jede ihrer sanften Bewegungen.
Doch Mio würdigte sie keinen Blickes... so, als bestände sie nur aus Luft.
Dann begann der Unterricht, und heute zog er sich sogar noch länger als sonst. Der Braunhaarigen fiel es unglaublich schwer sich zu konzentrieren.

Die Zeit verstrich und die Schule für den heutigen Tag war zu Ende. Clubzeit.
Die Spannung, die zwischen Mio und Ritsu herrschte, war kaum zum aushalten. Irgendwann hielt Ritsu dieses Schweigen nicht mehr aus.
Mit einem leicht aggressiven Unterton in der Stimme stellte sie Mio die Frage, die ihr seit heute Morgen auf den Lippen lag. "Warum bist du gegangen?"
Mio sah konzentriert in ihre Teetasse und konterte mit einer Gegenfrage. "Warum hast du dich in der letzten Zeit so verändert? Was soll dieses Gefasel von wegen 'erwachsen werden'?"
Ritsu biss sich auf die Unterlippe. "Seit Tagen bist du nicht mehr die, die du mal warst. Bist du wirklich noch Tainaka Ritsu?"
Die Augen der Schlagzeugerin begannen zu brennen. "Du willst wissen warum ich mich so verändert habe?", flüsterte sie leise
Mio nickte stumm und stellte ihre leere Tasse auf den Tisch.
"WEGEN DIR!!!", schrie Ritsu aufgebracht und sprang dermaßen heftig auf dass ihr Stuhl mit einem lauten Krachen umfiel.
Sie zitterte und schaffte es nur mit Mühe die Tränen zurück zu halten. Während sie sich mit dem Ärmel ihrer Schuluniform darüber wischte verfluchte sie ihre Gefühle.
Dann drehte sie sich wortlos um und rannte nach draußen. Mio's Worte hörte sie nicht mehr.

All I want to do is be more like me and be less like you.


Ritsu rannte und rannte, ihre Lungen brannten, ihr Gesicht war tränenüberströmt. Der Schmerz in ihrer Brust war schier unerträglich, es fühlte sich so an, als würde sie innerlich zerbrechen.
Sie stand mitten im Park, genauer gesagt befand sie sich auf dem Gelände des alten Spielplatzes. Es war totenstill, kein Mensch weit und breit.
Nur sie und der Schmerz in ihrer linken Brust, welcher durch diesen Ort nur noch schlimmer wurde. Fast so, als würde die klaffende Wunde noch größer werden.
Warum hatten sie ihre Schritte ausgerechnet hierher getragen? Hier hatten sie und Mio früher, als sie noch Kinder waren immer zusammen gespielt.
Sie lächelt kurz. Ja, damals war das Leben noch unbeschwert und sorgenfrei gewesen. Und doch hatte sie bereits damals gespürt dass mit ihren Gefühlen für Mio irgendwas anders war.
Kraftlos setzte sie sich auf die alte, leicht quietschende Schaukel und wippte leicht hin und her.
"Mio...", flüsterte sie leise während ihr eine sanfte Brise leicht durchs Haar strich.

I've become so numb...
I've become so tired...



"RITSU!", erklang hinter ihr plötzlich eine wohlbekannte Stimme. Die Braunhaarige sprang auf und drehte sich ruckartig um.
Mio stand zwei Meter von ihr entfernt, leise keuchend, und starrte sie mit einem merkwürdig sanften Blick an. Ritsu starrte zurück. Silbergrau traf auf bernsteinfarben.
Die Schlagzeugerin konnte diesem intensiven Blick nicht lange standhalten und drehte sich instinktiv um. "Mio... warum?"
Eine Antwort blieb aus, stattdessen spürte sie zwei Arme die sie langsam und sanft von hinten umarmten.
Mio drückte sich gegen Ritsu und legte ihren Kopf auf deren Schulter ab. Beide Mädchen erröteten leicht.
"Baka!", hauchte sie Ritsu sanft ins Ohr.
Die Bassistin spürte wie der Körper der Schlagzeugerin leicht zu zittern begann. Zahllose Tränen bahnten sich über Ritsus Wangen und hinterließen salzige Spuren. In unregelmäßigen Abständen schluchzte sie leise.
Die Zeit schien für die Beiden fast stehen geblieben zu sein. Sie verharrten solange, bist Ritsu sich wieder beruhigt hatte und ihr Körper zu entspannen begann.
Mio drehte Ritsu sanft zu sich und lächelte sie mit einem leichten Rotton auf den Wangen an. Ihr Gesicht wurde von einem scheuen Lächeln geziert. Ritsu senkte den Kopf und sah zu Boden, sie konnte der Schwarzhaarigen einfach nicht in die Augen sehen. Doch diese hatte andere Pläne.
Vorsichtig hielt sie eine Hand unter Ritsus Kinn und hob es langsam aber bestimmt an.
Sie zwang die Braunhaarige dazu, sie anzusehen.
Dann beugte sie sich vor und vereinte ihre Lippen mit Ritsus. Diese konnte ihr Glück nicht fassen, ihr eben noch in Scherben liegendes Herz war im Bruchteil einer Sekunde wieder geheilt. Es schlug so schnell, dass sie glaubte es würde ihr aus der Brust springen.
Wieder schien die Zeit stehen geblieben zu sein. Ritsu vertieft den Kuss und ließ Mio ihre ganze, über lange Jahre unterdrückte Leidenschaft spüren. Die Hände vergrub sie in ihrem Haar. Mio wurde währenddessen, wenn überhaupt möglich, noch eine Spur roter im Gesicht.
Erst nach geraumer Zeit lösten sie sich wieder von einander, starrten sich gegenseitig nur atemlos in die Augen.
"Ich... liebe dich Mio, dass habe ich schon immer. Deshalb wollte ich perfekt für dich sein..."
"Baka... ich liebe dich so, wie du bist, darum war ich heute Morgen so geschockt. Ich bin gegangen, weil ich nachdenken musste." Die Beiden fingen leise zu kichern an.
Mio begann den ersten Knopf von Ritsus Uniform zu öffnen. "Also wirklich, Mio, meinst du nicht dass das hier der falsche Ort für so was ist?!", scherzte Ritsu welche wieder völlig in ihrem Element war. "B-baka!", stotterte Mio knallrot und ließ ruckartig von Ritsus Uniform ab.
"Schon klar, du wolltest nur dass ich wieder so werd wie früher." Mio nickte scheu und verpasste Ritsu eine leichte Kopfnuss. "Awww..."
Die Braunhaarige rieb sich kurz den Kopf und begann dann ihre Klamotten wieder zu richten.
"Fühlt sich gleich viel besser an.", schwärmte sie und kuschelte sich an Mio.
"Nein, etwas fehlt noch!", meinte diese und wurde von Ritsu fragend angesehen.
Mit beiden Händen griff sie ungewohnt selbstbewusst nach Ritsus gelbem Haarband und entfernte es. Sandfarbene Strähnen fielen der Schlagzeugerin ins Gesicht.
"Jetzt ist es perfekt, Ritsu!", lächelte sie scheu und beobachtete wie sich auch auf Ritsus Wangen ein leichter Rotschimmer bildete.
"Daisuki...!", flüsterten Beide nahezu aus einem Mund und küssten sich.
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