Geschichte: Fanfiction / TV-Serien / Lazy Town / Poison

Poison

von Meg-Giry
GeschichteAbenteuer / P18 Slash
Freddie Faulig Sportacus
19.09.2011
19.09.2011
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Dies ist eine kleine LazyTown Fanfiction. Da ich die Serie nur auf Englisch kenne, verwende ich auch die englischen Namen. So heisst Freddy Faulig bei mir Robby Rotten usw. Ich hoffe, dass es für euch dadurch nicht zu viel Verwirrungen gibt. Und nun viel Spass mit meiner Story.



Poison


Er liegt einfach da, frühmorgens, mitten auf dem Sportplatz von LazyTown - regungslos.
Was hätte ich denn tun sollen?! Ich kann nicht einfach an ihm vorbei. Und was ist denn, wenn ihm eines der Kinder so entdeckt? Es bleibt mir schlicht nichts anderes übrig, als mich um ihn zu kümmern.
"He Sportaflop!" Er reagiert nicht auf mich und als ich mich schliesslich über ihn beuge, erkenne ich die Schweissperlen auf seiner erschreckend heissen und blassen Haut.
Was ist nur passiert?! So übergesunde Hüpfbällchen werden doch nicht einfach krank und ich habe diesmal wirklich nichts damit zu tun!
"Sportacus?!" Och nö, muss Pinky jetzt auftauchen?
"Was hast du mit ihm gemacht Robbie Rotten? Wie kannst du nur? Er hat dir noch nie..."
"Halt die Luft an Pinky!" knurre ich ziemlich eingeschnappt. "Ich hab nichts getan, aber ich werde nun etwas tun!" Damit hebe ich den blauen Hüpfelf kurzerhand auf meine Arme.
"Tu ihm nichts!" Mein Gott - was hat Pinky denn für eine Meinung von mir.
"Robbie bitte!" fleht sie sinnlos weiter.
"Ach sei still! Ich will ich doch nur..." Genau da geht mir auf, dass mein Plan einen Fehler hat. Ich kann ihn ja nicht nach Hause bringen. Zwar hängt die Strickleiter mir vor der Nase, aber wie soll ICH da hochkommen? Ich meine, MIT dem Kerl auf meinen Armen! Bei meiner Höhenangst lass ich ihn am Ende noch fallen.
Dann eben zu mir.
Irgendwie gelingt es mir sogar Steph los zu werden. Auch wenn ich fürchte, dass sie nur Verstärkung holt...

Als ich Sportaflop in meinen orangen Sessel gelegt und zugedeckt habe, regt er sich endlich. Doch es sieht so angestrengt aus, dass er mir nur leidtun kann. Wie kann ich ihm nur helfen?
Moment - als er wegen meines Zuckerapfels flachlag, half doch so ekliges, obstiges Zeug.
Robbie, du Idiot - er ist BEWUSSTLOS! Wie soll er da Obst essen?! Also, denk nach, es muss doch irgendwie gehen! Aber erstmals muss ich das Ekelzeug holen gehen. Meine Maschinen mögen ja ganze Torten ausspucken, aber für Obst muss ich schon nach LazyTown rauf gehen.
Natürlich erwartet mich dort der pinke Hüpfball und die anderen Kinder (wie auch immer die heissen). Sollen die sich mal nützlich machen!
"Bringt mir etwas von diesem... buä... Gemüse und Obstzeug – das, was euer Sportafrosch immer frisst."
Alle starren sie mich an - aber keiner tut was. Langsam - oder besser gesagt ziemlich schnell - geht das an meine Nerven. "So viel zum Thema Hilfsbereitschaft!" knurre ich ungehalten und will gerade los, zum nächsten Apfelbaum stapfen, als sich ausgerechnet der Kleinste in Bewegung setzt.
"Aber nicht MEIN Gemüse!" ruft ihm Stinky nach, während Pinky mich mit Blicken zu töten versucht.
Viel lieber würde ich mich verkriechen, die Stirn meines Patienten kühlen, einfach etwas tun - nicht nur warten - doch ich fürchte Pinkys Attacke.
"Ich hab' es, ich hab' es!" Endlich eilt der Kleine mit einer viel zu grossen Kiste Obst und Gemüse zurück. Doch bevor ihm jemand damit helfen kann, liegt er schon auf dem Boden - oder besser gesagt, auf der Kiste. Damit ist deren Inhalt wohl endgültig Matsch!
Moment: Matsch - Saft!
"Ziggy, du bist ein Genie!"
Alle starren mich an, als der Junge sich aufrappelt und bei mir nachfragt: "Bin ich das wirklich?"
"Ja!" bestätige ich. "Und das sagt dir ein Genie!"
Damit packe ich die Kiste und überlege mir schon auf dem Weg nach unten, was ich wohl als Saftpresse missbrauchen kann.

Es klappt! Sportacus hat tatsächlich etwas Saft getrunken und nicht nur das, er wirkt irgendwie entspannter, sogar etwas Farbe kehrt in sein Gesicht zurück.
Fürs Erste beruhigt, gönne ich mir nun eine Pause, setze mich mit einem kleinen Stück Torte auf die Armlehne meines Sessels und beobachte meinen Gast.
Irgendwie scheint er den Sessel nicht so toll zu finden wie ich. Er will sich immer zur Seite drehen und das geht nicht wirklich...

Federn, Schaumstoff, Holz, eine alte Kuscheldecke (er soll es ja bequem haben) und nun brauche ich nur noch meinen grossen Hammer.
Zwanzig Minuten später trage ich Sportahüpf vom Sessel auf das neue, grosse Bett und decke ihn schön warm zu.
Wie zu erwarten rollt er sich sogleich zur Seite und gibt einen leisen Seufzer von sich.
Hmm… vielleicht verträgt er ja deshalb keinen Zucker, weil er eh schon so süss ist... Moment! Was habe ich da eben gedacht? Ach egal. Ich bin vollkommen übermüdet.

***

Wo bin ich hier? Was genau ist eigentlich passiert?
Ich bin vollkommen orientierungslos und so matt. Dass ich mich nicht in meinem Luftschiff befinde ist mir klar, dennoch fühle ich mich wohl hier. Wenn ich doch nur etwa mehr Kraft hätt, könnte ich aufstehe. Aber so...
Langsam und etwas umständlich drehe ich mich auf die andere Seite und muss unwillkürlich lächeln. Robbie Rotten liegt am äussersten Rand des Bettes und schnarcht leise vor sich hin.
Erst jetzt erkenne ich die Umgebung, realisiere, dass ich in seinem Heim bin. Doch bevor ich gross darüber nachdenken kann, schlägt er die Augen auf und starrt mich an.
"Na, wieder unter den Lebenden - Hüpfball?!" stellt er verschlafen fest. "Ich hole dir gleich was..."
Noch ehe ich etwas erwidern kann, habe ich ein Glas mit einer orangen Flüssigkeit in der Hand.
"Guck nicht so geschockt! Ist nur Fruchtsaft - frisch gepresst und ohne irgendwas Schädliches für dich!" grummelt es neben mir.
Ich verstehe die Welt nicht mehr: Robbie und Fruchtsaft - das geht doch nicht auf!
Zudem habe ich noch ein weiteres Problem - das Glas ist so schwer.

***

Hmm... Das geht wohl nicht.
Zögernd setze ich mich neben den Sportelf, nehme das Glas wieder an mich, ehe ich ihn etwas in die Höhe ziehe, dass sein Kopf gegen meinen Bauch lehnt. Als ich das Glas an seine Lippen halte, trinkt er ohne Zögern. Ich kann fühlen wie Schluck für Schluck seine Kraft zurückkehrt. Dennoch nimmt er weder das Glas aus meiner Hand noch rückt er von mir weg.
Das ist merkwürdig - aber ich mag es, ihm so nahe zu sein...

***

Ob Robbie überhaupt bemerkt wie schützend er mich hält und dass seine Finger sanft meinen Arm streicheln?
Das Beste ist wohl einfach zu geniessen. So schmiege ich mich, als die Erschöpfung mich erneut zu übermannen droht, einfach noch etwas dichter an und lass die Augen zufallen.

***

Er schläft und das in meinem Arm!
Ich... ich .. ich weiss gar nicht mehr was ich da denken oder tun soll. Immerhin sollte er wieder genug Kraft haben, sich von mir zu lösen...
Ach was, er ist wohl einfach noch durcheinander, begreift nicht recht, dass ich es bin...

***

Das Piepen meines Kristalles lässt mich hochfahren, doch grosse, starke Hände drücken mich sanft aber bestimmt wieder in das Kissen.
"Kommt nicht in Frage! Du bleibst schön brav liegen. Ich kümmere mich darum." Robbie klingt entschlossener als ich ihn je gehört habe und seine graugrünen Augen leuchten richtig. Wie schön sie sind! Ich bin schon fast etwas enttäuscht als er sich zum Gehen wendet.
Hoffentlich passt er auf sich auf.

***

"Miaaau!"
"Du sagst es - kleines Biest!" Am Nackenfell packend, halte ich das wohlbekannte junge Kätzchen vor mein Gesicht. "So - und jetzt versprich mir, nicht mehr auf Bäume zu klettern! Das ist nichts für dich und zudem hast du Sportahüpf geweckt. Das ist nicht nett."
Damit setze ich das junge Tier, das ich gerade aus wirklich schwindelerregender Höhe gerettet habe, vorsichtig auf den Boden. Doch anstatt das Weite zu suchen, streicht das Kätzchen laut schnurrend um meine Beine. Dabei habe ich doch keine Zeit für so was. Ich will Sportacus nicht zu lange allein lassen; falls der Kristall wieder piept, er etwas braucht, oder...
"Ach, dann komm halt mit."
Als hätte es meine Worte verstanden, trottet mir das Kätzchen zufrieden nach. Aber mal ehrlich - jetzt muss ich mich schon um zwei kümmern - wo soll dies alles noch hinführen?!

***

"Mau, mau miiaau..."
"Schhht! Du bekommst ja gleich etwas Sahne. Aber sei BITTE nicht so laut. Sportacus braucht Ruhe, um sich zu erholen!"
Ich erwache mitten in der Diskussion von Robbie mit einer mir wohlbekannten Katze, beobachte, wie er erst dem laut schnurrenden Tier etwas hinstellt und danach nach seiner Torte greift.
Die Beiden sehen so zufrieden aus - an den Anblick könnt ich mich glatt gewöhnen. Aber bevor ich dazu komme, kreuzt sich mein Blick mit grüngrauen Augen.
"Oh, du bist ja wach!" Damit ist die Torte vergessen und Robbie steht lächelnd an meiner Seite. "Magst du etwas essen, trinken? Ich habe noch etwas Obst da und sonst kann ich noch was holen gehen..."
Seine Augen leuchten und das Lächeln auf seine Lippen wirkt sanfter als jenes, das er beim Essen des Kuchens oder gegenüber der Katze zeigte.

***

Er sagt kein Wort, starrt mich nur an, lächelt und streckt schliesslich seine Hand nach mir aus, die ich sogleich ergreife.
Ich verstehe das nicht!
"Bitte sag mir doch, was mit dir ist! Ich würde so gerne mehr für dich tun, als nur deine Hand zu halten!" flehe ich ihn an.
"Was heisst hier nur?" antwortet mir der Sportelf endlich mit rauer Stimme und einem schwachen Lächeln. "Vielen Dank, dass du dich so um mich kümmerst."

***

Robbie wird knallrot und stammelt etwas davon, dass nur ER gemein zu mir sein dürfe und ich mich doch erholen müsse dazu...
Seine Logik ist leider nicht wirklich schlüssig - nur niedlich. Zudem stelle ich einmal wieder fest, dass er mich nicht wirklich hasst, er sich dies aber noch nicht eingestehen kann oder will.
Schliesslich stampft er davon mir etwas "angeblich so Gesundes" zu holen.

***

Der Blauelf mampft genüsslich seinen Apfel und wirkt tatsächlich mit jedem Bissen gesünder. Schon nach der Hälfte erwarte ich halb, dass er aufspringt und davonhüpft.
"Du siehst müde aus, Robbie. Willst du nicht etwas ausruhen?"
"Später!" Wie soll ich mich entspannen, wenn ER krank ist?
"Leg dich doch hier hin..." Als hätte er meine Gedanken erraten, deutet er auf die freie Seite des Bettes, wo ich zuvor sass.
"Ich wecke dich auch, sollte etwas sein", verspricht er und so gehorche ich grummelnd. Immerhin bin ich wirklich erschlagen.

***

Mein Gastgeber schläft tief und fest, kaum liegt er neben mir.
Das Kätzchen scheint dies für eine gute Idee zu halten und rollt sich daneben.
"Hmm... Sportaflop..."
Ich muss mein Lachen unterdrücken, als ich begreife, dass Robbie mich selbst in seinen Träumen so nennt. Wie kann ich ihn je wieder als Gegner ernst nehmen? Er macht es mir doch sonst schon nicht leicht!
Damit er sich nicht noch erkältet, ziehe ich den süssen "Schurken" zu mir unter die Decke. Kaum liegt er dichter bei mir, schmiegt er sich mit einem tiefen Seufzer an meine Brust, umschlingt mich mit seinen langen Armen.
Obwohl mich sein Verhalten verwirrt, mag ich ihn nicht von mir schieben. Lieber halte ich ihn einfach dicht bei mir, während ich erneut wegdämmere.

Vermutlich das Erste und einzige Mal könnte ich meinen Kristall zum Fenster hinaus werfen. Egal wie wichtig er für mich ist, in diesem Moment hasse ich ihn genauso wie sein nerviges Piepen.
Doch es hilft alles nichts. Jemand IST in Schwierigkeiten.
Wiederwillig löse ich mich aus Robbies Armen und sprinte davon.

***

Er ist weg! Einfach verschwunden ohne ein Zeichen. Dabei habe ich die ganze Wohnung durchsucht.
Ich hätte es wissen müssen! Vermutlich war das ganze "du brauchst Ruhe"-Zeug nur eine Finte. Kaum hatte ich die Augen zu, ist er bestimmt abgerauscht.
Auch gut, dann habe ich jetzt wieder meinen Frieden und kein verlogener Hüpfelf wird mich je wieder stören. Dafür werde ich schon sorgen und...
"Robbie?!"
Ich zucke zusammen, stapfe nicht länger wutentbrannt auf und ab, sondern erstarre mitten im Schritt. Was nun?
"Entschuldige, ich musste kurz weg und wollte dich nicht wecken..." seine Stimme ist so sanft und ruhig. Dennoch wage ich es nicht mich umzudrehen, ihn anzusehen. Nicht nur, weil ich fürchte, seine Stimme mir nur einzubilden.
"Robbie..." Eine warme Hand auf meiner Schulter. "Ich habe mich noch nicht einmal richtig bedankt. Nur durch deine Pflege fühle ich mich wieder richtig fit und voller Energie!"
"Schon gut!" knurre ich zurück.
"Nein, ich möchte mich wirklich bedanken. Komm schon, sieh mich an!"
Da er mich schon umdreht ehe ich es wirklich begreife, sehe ich ihn nun trotzig an. "Dann sag 'danke' und verschwinde!" knurre ich ihn an, dabei wünschte ich doch, er würde bleiben.

***

"Danke", raune ich sanft, "vielen Dank für alles." Zur Unterstreichung meine Worte lasse ich meine Finger seine eben noch so zornigen Gesichtszüge nachzeichnen. "Manchmal wünschte ich wirklich, wir könnten einfach Freunde sein. So wie damals, als ich keine Erinnerung mehr hatte. Du warst immer da, bei mir, halfst mir..." Ich unterdrücke ein Lachen. "...mehr oder weniger."
"Das hat dir wirklich etwa bedeutet?" Seine Stimme reflektiert die ganze Unsicherheit, welche er fühlen muss.
"Natürlich hat es das", bestätige ich. "Du hast ja auch dafür gesorgt, dass ich mich nicht langweile. Was glaubst du, weshalb ich den Schal immer noch aufbewahre?!"
"Schal?"
"Damals meintest du doch, ich sei gut darin, als du mir das Strickzeug gabst - und erstaunlicherweise hattest du recht. Der Schal wuchs in Windeseile."
"D... darf ich..." Ich glaube er fürchtet, dass ich seine Bitte abschlage und spricht sie deshalb gar nicht erst aus.

***

Starke Arme schlingen sich um meine Brust, während eine ungeahnt sanfte Stimme mir zuraunt: "Komm auf mein Schiff, dann zeige ich dir mein 'Werk'."
Abwesend nicke ich, was leider bedeutet, dass er mich loslässt. Wenigstens hält er meine Hand bis wir die Strickleiter erreichen.
Das Luftschiff kenne ich zwar schon von innen, doch erst als Sportylein in den hinteren Teil davoneilt, sehe ich das in der Wand verborgene Bett. Der Schal, den er von dort hervorzieht, ist der längste den ich je sah und fühlt sich so erstaunlich weich an. Dabei hatte ich damals gedacht, er würde beim Stricken verzweifeln oder nur ein paar Maschen zu Stande bringen - aber doch bestimmt nicht sowas.
"Soll ich dir auch etwas stricken? Bei dir kann es ganz schön kühl werden."
Ich nicke abwesend, während ich immer noch fasziniert die gleichmässigen Maschen betrachte.

***

Langsam wird es mir unheimlich wie Robbie immer noch auf meine Strickarbeit starrt.
Viellicht sollte ich... ich könnte ja... Oh! Meine Arme haben sich schon um seinen schlanken Oberkörper geschlungen und meine Lippen nähern sich gerade seinem Hals. Sollte ich nicht besser... Ach egal - schon zu spät.

***

Starke Arme, weiche Lippen und ich werde schwach, würde am liebsten gegen diesen blauen Kerl sinken.
"Kein Sorge, Süsser", raunt mein Sporty sanft. "Ich habe dich wirklich lieb gewonnen, schon bevor du mir geholfen hast."
Sein nächster Kuss lässt mich erschauern.
Stopp, das geht nicht - zu viel, zu schnell, ich kann nicht.
Vollkommen verwirrt löse ich mich aus der Umarmung und fliehe aus dem Luftschiff.

***

Was hat er nur? War ich zu forsch - zu grob - habe ich es falsch angegangen?
Vielleicht braucht er auch nur etwas Zeit. Die muss ich ihm wohl oder übel geben.

So verstreicht der Rest des Tages ohne weitere Vorkommnisse und ohne Robbie. Auch am nächsten und übernächsten Tag bleibt er verschwunden. Selbst die Kinder sehen ihn nicht.
Langsam mache ich mir Sorgen. War alles mein Fehler oder geht es ihm nicht gut?
Immerhin hatte ich schon oft das Gefühl sein Blick folge mir.

***

"Flipedy, flipedy, flop... hüpf, hüpf... Ja, so wie du wieder rumrennst geht es dir eindeutig gut."
Seit drei Tagen spioniere ich dem Hüpfelf nach. Meine kleine, blaue Springbohne scheint sich vollkommen erholt zu haben und braucht mich nicht länger.
Doch während ich ihn so beobachte, die Aussicht auf seinen unglaublich knackigen Hintern geniesse, wünsche ich doch, ihm wieder näher zu sein.
Als hätte er mich nicht schon längst vergessen. Wei käme er auch dazu, in seinem perfekten Leben einen Störenfried wie mich zu vermissen?!
Mir bleibt nichts, ausser ihn zu beobachten, bewundern durch mein Spion-Rohr, nur mit meiner kleinen Mieze zur Gesellschaft. So beobachte ich aus der Ferne, wie der Süsse sich nach einer dunkel glitzernden Beere bückt.
"Nein - nicht!" ruft die Bürgermeisterssekretärin, die gerade angerannt kommt (deutlich schneller als ich sie je rennen sah).
Doch Sportaflop reagiert nicht auf das Rufen, isst genüsslich sein Beere und... taumelt?!

***

Was ist das? Wieso ist mir so schwindlig? Ich bin doch nicht allergisch auf "Sportscandy" und ich liebe Blaubeeren.
Doch jetzt scheinen meine Beine nachzugeben.

***

Uff, das war ganz schön knapp. Buchstäblich in letzter Sekunde fange ich Sportacus auf. Überraschung und Dankbarkeit liegt in seinen trüben, fast geschlossenen Augen. Ich lächle ihm aufmunternd zu, lege seinen Kopf sanft gegen meine Brust und lange nach der Flasche mit frischem Fruchtsaft, welche ich mitgebracht habe.

***

Ich hänge in Robbies Armen und fühle mich trotz meiner Benommenheit so behütet und sicher wie seit Jahren nicht mehr. Vielleicht ist es dieses Gefühl oder einfach das blinde Vertrauen, das ich meinen "Retter" entgegenbringe, dass ich ohne Zögern den Saft trinke.
Schon nach dem ersten Schluck strömt die Kraft zurück in meinen Körper. Und obwohl ich bald wieder auf meinen eigenen Beinen stehen könnte, geniesse ich lieber noch eine Weile Robbies Nähe.
So bekomme ich auch nur halb mit was Bessie gerade aufgeregt erzählt.

"""

"...da habe ich diese Beeren mit Zuckerwasser getränkt und besprüht. Damit sollten ja nur meine Spezial-Plätzchen für den Geburtstag des Bürgermeisters gemacht werden... Ach, es tut mir ja so leid. Aber ich konnte ihn nie warnen. Er war immer so schnell wieder weg..." erklärt die aufgebrachte Frau.
Wenigstens weiss ich nun, dass niemand meinen Süssen vergiften wollte und er nur zuviel Zucker abbekommen hat.
"He, Robbie..."
"Ach, was willst du pinke Pest?" unterbreche ich sie ziemlich genervt.
"Wie kommt es eigentlich, dass ausgerechnet du FRISCHEN Fruchtsaft dabei hast? Du magst doch so was gar nicht."
Mist - ertappt. Manchmal ist die Kleine einfach zu schlau. Mein gegrummeltes "Zufall" kauft mir nun keiner mehr ab. Aber ich kann nicht zugeben, dass ich jeden Morgen frischen Saft presse, in der Hoffnung auf seinen Besuch…
So grummle ich einfach etwas Unverständliches und wende mich wieder dem Mann in meinem Arm zu, der sich beängstigend still hält.

***

"Sportaflop! He bist du wach?" Robbies Stimme klingt so schön, wenn er nach mir ruft.
"Sporty! Sportacus - komm schon!"
Oh! Er sagt mal wieder meinen Namen richtig. Aber langsam klingt er besorgt.
"Aufwachen. Süsser, bitte wach auf."
Seine Stimme ist fast nur noch ein Flüstern und die Sorge, die darin mitschwingt, bringt mich dazu, die Augen zu öffnen.
Graue, sanfte Augen blicken mich sorgenvoll an.
„Keine Angst“, raune ich mit fremdartig rauer Stimme, „mir geht’s wieder gut. Ich…“

***

Was er auch immer sagen wollte, weiter kommt er nicht, denn ich zieh ihn auf die Füsse, schlinge meine Arme um ihn und vergrabe mein Gesicht an seiner Schulter. Die Blicke der Anderen sind mir einfach mal egal. Ich MUSS jetzt einfach MEINEN Sporty festhalten – vielleicht zum letzten Mal…
Zaghaft legt sich eine Hand auf meine Rücken, beginnt beruhigende Kreise zu ziehen.
Unwillkürlich festige ich meinen Griff um den Süssen. Immerhin wird er sich gewiss jeden Moment von mir lösen, mich wegstossen…
„Robbie“, sanft raunt er meinen Namen. „Robbie, Süsser…“

***

Er zuckt regelrecht zusammen, als ich ihm den Kosenamen verpasse. Worte scheinen nicht auszureichen ihm meine Gefühle zu vermitteln. Kurzerhand drehe ich seinen Kopf, versinke für einen Moment in grauen, traurigen Augen und küsse ihn einfach auf den Mund.

***

Der Bann scheint gebrochen, als seine Lippen auf meine treffen und aus einem sanften Kuss wird ein tiefer, verzehrender, als unsere Zungen sich ein heftiges Duell liefern.

***

Wo hat der Kerl nur so zu küssen gelernt?! Wenn er mich nicht festhalten würde, wäre ich ziemlich schnell ins Wanken gekommen. Aber so bleibt mir nur der Atem weg, so dass wir uns schliesslich atemlos lösen müssen.
„Komm!“ meine ich sehr bestimmt und ziehe ihn alles und alle anderen ignorierend einfach an der Hand mit mir, zu meinem Heim.

***

Nach diesem fantastischen Kuss bin ich wie benommen. Nur am Rande bekomme ich mit, wie ich zum Luftschiff gezogen werde.
Und nun sitze ich auf dem Tisch, wo sich sonst Sportscandys stapeln, und der Hüpfelf zieht gerade eine Spur von Küssen quer über meine Brust.
Moment! Ich war doch mal vollständig angezogen, wann hat…
Egal, er soll einfach genau DA weiterknabbern!

***

Mein Süsser stöhnt leise auf und lässt sich nach hinten sinken. Perfekt – der Tisch hat wirklich genau die richtig Länge und da Robbie nun liegt, kann ich ihn auch gleich vom Rest seiner Kleider befreien.
Während ich mich küssend, leckend und mit sanften Bissen richtig Lenden vorarbeite, scheint mein Liebster nicht länger im Stande zu sein auch nur einen klaren Gedanken zu fassen.
Nicht einmal in meinen Träumen hätte ich gedacht, dass dies je geschehen würde, dass er SO unglaublich gut schmecken oder er so empfindlich auf meine Berührungen reagieren würde!
„Oh… Sporty…“

Hat er das wirklich gesagt?! Ich kann es kaum glauben, aber sein sanftes Lächeln und die Hand, die er nach mir ausstreckt überzeugen mich schliesslich. So lasse ich mich einfangen und stürze mich begierig auf seine verheissungsvollen Lippen.
Ich kann mich nicht mehr stoppen – zu sehr brennt das Verlangen in meinem Innern – zu intensiv ist seine Reaktion auf jede einzelne meiner Berührungen.
Gierig erkunde ich seinen Körper mit meinen Händen, Lippen und Zunge, finde seine empfindlichen Stellen und nutze einfach seine Schwächen aus, bis er sich vor Verlangen unter mir windet.
Doch genügt es mir nicht – ich will mehr – ihn noch intensiver fühlen.
Meine letzten Hemmungen und Zurückhaltungen übergehe ich und nehme diesen so verheissungsvollen Mann in Besitz.

Hemmungslos lieben wir uns, auf dem Tisch, dem Boden davor und schliesslich schaffen wir es auch irgendwie das Bett zu erreichen. Ich will nie wieder aufhören, meinen Robbie zu liebkosen, zu küssen, zu streicheln – mich niemals aus seinem klammernden Griff lösen.
Dennoch schläft mein Liebster schliesslich erschöpft aber mit dem glücklichsten Lächeln, das ich mir je vorstellen konnte, in meinen Armen ein. Nur kurze Zeit danach, folge ich ihm ins Reich der Träume – zufrieden und einfach nur glücklich bis in jede Faser meines Körpers.

***

Als ich wieder zu mir komme, liege ich in einem unglaublich weichen Bett, gehalten von starken Armen. „Ich mag mich gar nicht mehr bewegen“, seufze ich noch halb im Reich der Träume. „Will dich nie mehr hergeben.“
„Das brauchst du auch nicht, mein Liebster“ Die Stimme hinter mir lässt mich zusammenzucken.
„Wirklich? Ich meine – du brauchst mich doch gar nicht. Du hast doch all deine Freunde, dein…“
„Schhhh“, sanft unterbricht er meine Aufzählung.
„Du brauchst nichts mehr zu sagen, Robbie. Ich will dich auch nicht mehr hergeben, denn ich liebe dich!“
Ich könnte weinen vor Glück. Vermutlich ist das sogar eine Träne die gerade auf meine Wange kitzelt. Aber was spielt das jetzt für eine Rolle?! Mein Sporty liebt mich – wie könnte meine Welt noch schöner werden?


Epilog:

Noch vor wenigen Wochen hätte ich mir ein solches Leben nicht vorstellen können.
Endlich weiss ich, wo ich wirklich zu Hause bin. Denn bis anhin hielt ich meinen Aufenthalt in LazyTown nur für vorübergehend. Doch mit Robbie an meiner Seite wüsste ich nicht, wo ich mich wohler fühlen könnte, wo ich anders hingehöre als hier.
Wir haben beide unsere Heime behalten und wechseln mit Apple (das süsse Kätzchen, dass kaum noch von Robbies Seite weicht, seit er es aus dem Baum gerettet hat) hin und her. Langsam gewöhnt sich mein Süsser sogar an die Höhe des Luftschiffes. Wenn er sich nun zitternd an mich klammert hat es nämlich ganz andere Gründe…
Und was die Kinder angeht: Robbie hatte doch schon immer sehr viel Fantasie und tolle Ideen zum Spielen. Ich könnte schon fast eifersüchtig werden, so begehrt und beliebt ist er geworden.
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